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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1929-09-01 · 9 (9.1929) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
6 (1929)
Issue
9 (9.1929)
Date
1929-09-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Breslauer Mische« Gkineindkblalt Amtliches Blatt der Synagogen gemein de zu Breslau Schrtftlettung: DeNvaltungBlbtreK« 0r. Necstnitz, Breslau. Wallstrabe 9 I Druck und Anzelger»-2lnnah : ne: Drucierei Th. Schatzsiz ANtengesellschaf«.' Verlag: Büro der Sunagogengemeinde. Breslau, Wallstr. 9 / Xri. 2i6ti/i2 | Breslau 3, Neue Graupen anitrigctilxtM: Li» < od)>. 3RUnmMtr-3»<I( o#*r ficttn Ttoum 16 Mg. — 39(1 laufender iirauimmiimlimuniiuiimmmiiiimiiwiniiiimiiiiimiimiiiuiKHi Für dte unter dem Namen des Verfassers erscheinenden Artikel und die vereinsnachtichlen Ubemehmen Nahe Nr. 7 / Fernsprecher 24468 u. 24469 2>qfn6g«n Rabat«. , t [wuifiiimiimiimiiimuiimmiiiiiiiiiuiiiiiniiiiiiiiiimiiiiHimutiuiitiiniiiiuu ir nur die vreisegesetzliche Verantwortung 6. 3ahrg. September 1929 Nr. 9 das Leitmotiv der Keste. Die großen Feste, auf welche uns der Monat Elul, in welchem wir uns jetzt befinden, vorbereiten soll, führen den Namen C'sn: (Jprstim Nauroim), d. h erhabene, ehrsurchtgebietende Tage.!Ess scheint'beim ersten Ueberlegen, als ob an ihnen nur Gefühle stärksten Formates und Vorstellungen aufwühlendster| und aufregendster Art in unserer Seele geweckt werden sollen, wie Tag des Gerichts, Gott der strenge Richter, Schuldi ü|nb Sühne, Tod und Verdammnis, tiefste Erschütterung der Peue und der Buße u. dgl. Es ist sicherlich richtig, daß solche! Wendungen und Hinweise stark im Vordergründe stehen. Al^er bei näherem Zusehen wird man doch finden, daß auch auf stiesein Gebiete des jüdisch-religiösen Lebens die erhabene Vision des Propheten Elija sich bewahrheitet, daß nicht im Sturch und Erdbeben, nicht im Feuer die Herrlichkeit Gottes erscheint, sondern in der Stimme des sanften Säuselns. Der Jude lkenrit seinen Gott nicht nur als den strengen, gerechten, zürnen! >en Weltenrichter und Hort der Gerechtigkeit. Der Woch^naiischnitt des Sabbats, an dem der Monat Elul verkündet! wird, gibt ihm das ihm vertrauteste Kennwort für seinen Gott mit dem Ausspruch: „Kinder seid ihr des Ewigen, eures Gottes". Der Name des Monats Elul gibt mit feinen Buchstaben die Anfangsbuchstaben von Bibelsätzen, die auf Gotteslieve und Nächstenliebe Hinweisen. Diese erhabenen Gxdanken der Gottesliebe und Menschenliebe find gleichsam die! Leitmotive, die an den hohen Festen uns immer wieder von steu:m entgegenklingen. Der Neujahrstag ist ein Tag des Gedenkens. Gott gedenkt wohl auch unserer Schuld, aber in viel reiher>m Maße des Guten, das wir getan haben. Dem sündigen Israel läßt er durch seinen Propheten verkünden: Ich geben! e!»ir der liebenden Hingabe deiner Jugend, als du mir stachzo;st durch die Wüste, durch unbesätes Land. Am Bersöhnu igsi age klingt es uns immer wieder entgegen. Gott will niht >en Untergang der verderbten Welt. Er ist reich an Verzeihung. Er will nicht der Sünder Tod. sondern ihre reuige urd bußfertige Umkehr. Das Hüttenfest zeigt ihn uns als den llllzeits Gütigen und Hilfreichen, wie er hinter den Wolken feiner Herrlichkeit das verfolgte und bedrängte Israel in allem Wechsel seiner Wanderung schützt und schirmt. So ist das unerschütterliche Vertrauen auf unseren Bater, unseren König, unseren Bater im Himmel das Leitmotiv unserer Feste und dadurch das Leitmotiv unserer Wanderung durch die Geschichte geworden. Wir haben gelernt, ihn zu ehren und zu lieben. Wir haben auch gelernt, die Schickungen zu ertragest, die er uns sendet. Wie ein Mann seinen Sohn züchtigt, sh züchtigte uns der Ewige, unser Gott, und wer seinen Sohn liebt, der züchtigt ihn. Ja, manchmal mochte es uns wohl scheinen, als ob Gott uns allzusehr liebte; so wurden wir von der Rute seiner Zucht heimgesucht. Aster intimer trugen wir es in Geduld. So kommen auch die schwören Verhängnisse der Gegenwart nicht unerwartet über uns. Das leidgewohnte Israel wird auch diese Katastrophe überdauern. Denn ebenso wie den strengen Vater, kennt es den Gott, der erbarmt! Er wird sich aus den Ruinen sprießl wlie eilt, Vater sich über seine Kinder auh unser erbarmen und neues Lesten. n! affen. ' Geisteinderabbiner Dr. Hoffmann. Zlsttags-Maßnung Did.Welt ist aut Liebe gebaut. ' ' ' Psalm 89, V. 3. :!■ Unseren verehrten Beherzigung. Es sind Gemeindemitgliedern, zur dringenden nuiimehr drei Jahre verflossen, seitdem der Israelitischen Krankenverpflegungs-Anstält das Jubelfest des zweihundertjährige ri Bestehens beschieden war. Die aus diesem Anlaß im Aust age des Vorstandes von Rabbiner Dr. Lewin verfaßte Festschrift zeigt an der Hand inhaltsreicher histor sch^r Entwicklung deraltehrwürdigen nfängen bis in Unsere Tage, da das Dokumente die Chewra von den kleineil Krankenhaus in der Fülle der sozialen Anstalten unserer Gemeinde unumstritten an der Spitze,steht. Wer als Fremder Breslau besucht und bieiSüdvvrstadt besichtigt, dessen Auge wird unwillkürlich an dein imposanten charakteristischen Bau des Krankenhauses Ha ien bleiben, und wenn er Gelegenheit hat, dieses Liebeswerk ist seinem ganzen Umfange kennenzulernen, wird er lewegt die . segensreiche Auswirkung würdigen und den Rchrsi aller, die ihre Kraft seinem Ge-_ Ferne trägen. Wenn die jüdische der Reihe der.Grvßstadtgemeinden deihen widmen, in wüte Gemeinde in Breslau in mit an erster Stelle stellt, hat sie es unzweifelhaft dem Krantenhause zu danken, , dc s Glaubenstreue bildet. Er Pflicht eines jeden ein Ruhmesblatt der Pietät und cheint es dann aber nicht als Ehren- B:eslauer Gemeindeängehörigen, die Mitgliedschaft der Krankenverpflegungs-Anstalt zu erwerben? Leider stehei nöch viele abseits, insbesondere hat ein großer Teil der inz Laufe der letzten Jahre hinzugezogenen. Gemeindemitglieder sich 1 o!ch nicht angeschlossen. Cs bedarf wahrlich nicht besonder?r Ausführungen, die Umfangreiche'Bedeutung der Chewra Kaducha vor Augen Zu führen, in meiner Absichchliegt es lediglich, an dieser Stelle die Aufmerksamkeit auf einige Momente >u lenken, über die in weiten Kreisen unserer Gemeinde nock immer Unkennkstis oder unzureichende Information vorliegt hDie Alter?-Bersorgungs- A n st a l t und das Siechen Haus sind der^ Ist. Kranken - Berpflegungs-Anstalt mgegliedert und werden gleicherweise von ihr betreut; über diese segensreichen Heime seien nachstehende Angaben gen acht. Die Alters-Bersorgungs-Anstalt. im schönsten Stadtteil gelegen, bietet ältören alleinstehenden Frauen und Männern, auch Ehepaaren, Gelegenheit, losgelöst von schweren häuslicher Sorgen, einen harmonischen Lebensabend unter Aufwendr ng geringer Opfer zu verbringen. In der Voraussetzung, das dse Aufnahmesuchenden sich in einem ihrem Alter entspreche ideft Gesundheitszustände befinden, beträgt die einmalige A ifnahmegebühr bei einem zweibettigen Zimmer 700 Mark, bei einem Einzelzimmer 1250 Mark, der

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