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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1929-08-01 · 8 (8.1929) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
6 (1929)
Issue
8 (8.1929)
Date
1929-08-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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5lr. S ■I loö r Breslauer ISdisches ®emeinöeblaU F^nfilien vi leiften habt’ii.?ie'!Kofcriitc der grauen Cdcnborif, Schöno- »vald und Wrcmski nierden gednickt werden. Die interiiakioiialen Angelegenheiten wurden zuerst von Frau Wlsienbeck Frauken aus Holland behandelt und zwar sprach sie über die Bedeutung des Völkc'-bundes bezüglich des Frauen und Mädchcnschutzc-, des Pylauiuaniandiils und der Minoritäten, Sie betonte die außer oioeutliche Wiäuiifkeil der Völkerbundsarbeit gerade.iür die jüdische Gewilltheit und sie kam an' die jüdische Idee des Weltfriedens zu sprechen, die doli (Gedanken der internationalen (Gerechtigkeit im Rahmen des 'Völierduirdes fordern, Herr S. Cohen aus London, Mitglied des Belariiiiac-loinitees des Völkerbundes geezen Mädchen- und Kinderhandel, aiiis in der Diskussion dieses Thema auk. Cr legte dar, das; der Bolkerbifnd die Frage des./MädchenundKinderichutzes als eine wichtige.internationale Ausgabe betrachte, die aber nur erfüllt werden kann,/wen» Francis aller .üon'eisirme» und aller Stände an der Arbeit teilnckmen. Tarmn lein er sich sür wirksame jüdische Frauenarbeit ein, da dje Lage drr.jiiSilchen Mädchen und Frauen besonders im Olten dringend an die erantwortliche Mitarbeit aller Länder appelliere. Mil gewolinicr Meisterschaft sprach Frau Anita Müller-Cohen über die Bedeutung der Kulturarbeit i» PalästinaFür die Frauen, die einen! enen Lebensstil, neue Formen der Erziehung, neue Gebiete der Veraniwonlichkeit geschaffen habe. Ihre ausgezeichneten Ausführungen wurden ergänzt durch Frau Thon, die besonders von der Wiedererweckung der jüdischen Volkskunst in Palästina sprach, wie von dem Entstehen neuer Lebensformen aut Grund der alten Traditio». Der ausgezcichuelc Vortrag von Frau Cstclle M. Sternberger-Newyork bejahte sich mit den tieiirey Problemen des Judentums, der Frauenwürde und des geistigen Lebens der Menschheit. ' (. Die Beratungen begannen und «fndeten am dritten Doge daniik, die Rotweiidigkeir und die Aufgaben eines internationalen Frauenbundes darzuilin. Frau Kohut gab iir ergreifenden Worten einen. historischen Ueberbliik über den Gedanken, sein: erste Realisation in Wien 1923 und über die unbedingte Forderung danach, die sich auch in den Hamburger Tagen gezeigt hak, trotzdem die weltanschaulichen und formalen. Anschauungen im jüdischen Gemeinschaftsleben noch stark in die Erscheinung gelrclcp waren. Frau Paula Ollendorss fand dafür das Wort.: „Meinungen trennen, Gesinnungen, verbinden", und dieses Wotl löste unter jubelndem Bejiall die Gründung des Weltbundes jüdischer Frauen aus. in den Lorsland wiirden gewählt: Frau Rebekia Kohut als Präsidentin, - Frau Paula Ollendorsf-Breslau. -Frau. Müller-Cohen-Wicn, Frau Prenner-Leipzig, Lady Herbert Samuel-London zu Vizcprgsiden linnen. Fra» Sternberger itt die Geschäftsführerin, Frau Abraham-Zürich die.. Schatzmeisters». Für die Exekutive wurden Frau Brenner, Frau Eich-! olz-Cngland, Frau Ärone-Frankreich, Frau Sarphali-Belgien, Frau t liinz-Lettland. Frau Thon-Palästina, Frau Klotz-Polen, Frau - Steincr- T'chechoslowakci, Frau Laracz Ungar», Frau. Reading-2lustralien geloählr. Den Dank der Deutickum sprach Frau Cschelbacher in tiefbewegten : Lorten aus. 1 lieber den geselligen Teil des Kongresses wäre zu sägen, dah der Senat von Hamburg, die jüdiiche Gemeinde und der israelitische humanitäre Fräüenverein miteinander wetteiferten in Darbietungen der Gasks reündscho'r. Der Empfang iin Rathaus erhielt eiiie besondere Röte durch ’ die Ansprache des Bürgermeisters Petcrsen, der die Freiheit dzr freien Stadt Hamburg betonte, und durch die Antwort von Frau Kohut, die für uns Duden den Begriff der Freiheit auf Moses gtrückführte, der uns die außen- 'Freiheit gab und die innere, das Gesetz, das uns in freiem Willen zu höherer Bindung' führt. Tie deutsche israelitische Kultusgemciüde Halle einen glänzenden Festabend im Hotel Esplanade veranstaltet. wo in ernsten und heiteren Worten der Mitarbeit der Frauen in des Gemeinde gedacht wurde. Der Israelitische humanitäre Frauenpereinl hatte an dem Eröstnungsabend in ftiminungsoollster Gastlichkeit >:nd in den.ernsten, warmen Worten seiner Vorsitzenden, Sidonic Werner, einen! schönen Auftakt gegeben. Wenn alle 'Ausgaben, die die Konferenz sich stellte, und die zum Teil . . in ücy Resolutionen -estgelegt sind, auch nur den Zweck erreichen, die jüdischen Frauen der Welt auizurütteln zur Teilnahme an den großen lTa'citis'ragen des Judentums, so i't deren endliche Erfüllung nur eine Frage der 'Zeit. Paula Ollendorss.! dir neue „Zeitschrift für öie Geschichte üer ^uüen in beutschlanö" i Durch das Wiedercricheizien der „Zeitschrift für die Geschichte der ~ jDudey in Deutschland" in die Geschichtswissenschaft in bemerkensrverter Weil« bereichert - worden. Die süddeutschen Landesverbände jüdischer Gemeinden', der - Prcußenoerband sowie der Zeiitralvereiii deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens haben sich zusainmengclan, um in großzügiger Gesinnung ’ die Existenz der i neuen Zcilickirni sicherzustellen. Denn seil dem Eingehen der von Ludwig Geiger herausgegebenen .^Zeitschrift für die Geschichte jder Duden in Deutschland" Braunschweig 1886—öl, 5 Bd.) fehlte cs an einem sichst'arcn Mittelpunkt, um die Forschungsergebnisse aus jenem Gebiete zusammenzuiragen. Nunmehr ist. die schmerzlsih empfundene Lücke wiederum ausge'üllt worden. Der Philo-Berlag, Berlin SW. 68, hat bereits im April d. D. das-erste Heft der neubegrüiAeten Zeitschrift ausgegeben. Wie ihre Vorgängerin erscheint die neue Zeitschrift vierteljährlich (Dahresdezugspreis 10 Mark). Drei hervorragende Gelehrte,. Professor D. Elbogen Berlin. Professor A. Freimann-Frankrurt a. M. und Rabbiner Dr. Mar Frcudcnthal-N>i'G'd'ä. ü'-den an der cnpitze des ilnlenichmcns. ' .-! lieber die Notwendigkeit der neuen Zeiiichriit dürite ich jedes Wort erübrigen. Sic dient sowohl der Er>orsai»ng der allgemeinen iidischen, als ai:ch der Erforschung der.'allgemeinen deutschen Geschichte. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, das Verhältnis des deutschen Duden ijiir gesamtdeutschen ilmwcll mir dein nnpari-.iikchcn Werkzeug der Wilsenichast ktarzuslcllcn. Ein weiter Auigabenkrcis harrt der Zenichrnt. Ouellci iorschunq ind nochmals Ouellcnsorschung wird ihr vornehmiies Ziel se ». Dhre Forschungstätigkeir wird sich nicht mir ans die staatlich politische! , sondern mch ans die kulturgeschichtlichen Zusammenhänge er,trecken. 'Neben der ändesgcschichtlichcn Spczialiorschung wird sie die llniverialgeshichte zu Wort komme» lassen. Entsprechend der ocräi.derlen Lage der nodcrnen Geschichtswissenschaft wird sie Soziologie, Wiiiichait- und Geistesneschichte in ihr Arbcilsprograsnm uuinehmcn. l Ungemein groß ist auchdie praktische Gegenwarlsbcdel t»ng der Zeitschrist, über die einer ihrer Mitarb.'uer. Moritz Stern, sich folgen permaßen geäußert hat: „Sei cs, daß c-s sich um unkcrc rechtliche Stellung im Staate handelt, um unser Heimatsrecht, um unsere 'Verwoben heit mit deutschem Volksleben tn Sprache un5 Kultur, um unsere Mit Wirkung am deutschen Staats-, Gesellschaft- und Wirtschaitsl wen, um unsere Anteilnahme am Handlverk und der Bodcnbcsiedclung, um inter konfessionelle Wohltätigkeit, Vaterlandsliebe (Kricgsstotistik!), oder sei es. daß Gcmeindcvcrbände, Organisation der einzelnen WcmcinbenL Besteuerung ihrer Gcmeindcmikglieder, Stellung der 'Rabbiner und Lehrer, gta'tistik (bcrusliche Gliederung, Mifchclge, ^.au'en,, Synagoaenbauten. rmen- und Krankenpflege, Erzichungswesen oder sonstige^Dinge des rnnercn jüdischen Lebens erörtert werden, täglich treten neue Fragen auf. deren geschichtliche Erfassung notwendig ist, um aus der Vergangenheit für die Gegenwart zu lernen."! Ungewöhnlich reich ist bereits der Ertrag des ersten Heiles. Zwei Herausgeber der Zeitschrift, Professor Elbogen und Dr, M. Freudenthal, sind mit zwei großen Aufsätzen vertreten, Rabbiner vom wissenschait- -lichen 'Ansehen eines Dr. Kober-Köln und Dr, Levi-Mainz hauen gleichfalls Beiträge beigesteucrt. Einer der Redakteure der iZeitschriit, R, Straus, hat ein großzügiges Forschungsprcgramm entworfen, 'Ausführliche Büchcrbeiprechungen, Nachrichten sowie eine von! Professor Heinrich Locwe sorgfältig redigierte Bibliographie vervollsrästdigen das -Heit. Die Ausgabe des zweiten Heilps der Zeitschrift sieht iminiltelbar Üevor, ' | Konzertfahrt nach ^herrenprotsch am 11. August Die Synagogengemcinde Breslau hat die vereinigtest jüdischen. Chöre Breslaus durch Vermittlung des Herrn Rabd, Dr, Halpersohn, fcingeladen, in den --tüdtisäien Heilanstalten von Herrnprotsch sür die siechen und kranken Insassen zu sii'qen Dieser Einladung kajnen sic mit Freude nach^ galt es doch einen guten Zweck, lnid vor allem aber auch. Kür Yen jungen Verein, das erste Mal öffentlich zu beweisen, was er kann. Am Sönntag, den 11, August, suhren wir in einem Llhtobus, der. uns die-Synagogengemcinde in liebenswürdiger Weise zur: Verfügung gestellt hatte, bei schönstem Sonnenschein ans Breslau, hinaus aufs freie Land, bis wir alle in beider Stimmung, wohl durchgerüttelt und geschüttelt und freudig bereit zum «ingen, vor dem Hauptgebäude der Heilanstalten , hielten. I Herr Direktor Langer, der die 3ä Fahrueilnehmer herzlich will-! kommen hieß, führte uns gleich in den Saal, wo das Konzeiit stattiinden - sollte. Unser Dirigent, Herr Kapellmeister Hans Kries, hatte ein , vielseitiges Programm zusammengcstellt, so dah die arme» Kranken über eine Stunde lang bei ernster und auch heiterer Musik ihre!Leiden ver- : gehen konntc.i, A capclla-Chöre wechselte» ad mit Sologesängen (Frl. Schindler und Frau Wagner) und mit Klaviervorträgen (vierbändig Frau Marie Lang und Herr H a » s K r i e g). Als besonders lustige Ueberraschuug sang Herr Krieg zur Girarrenbegleitung einige Moritaten. Jede einzelne Progrannnnunnner wurde mit * begeistertem 'Beifallklatschen quittiert, so dah wir die Ueberzeugung bekamen, mit unseren Vorträgen bei den Zuhörer» Antlang gefunden'zu haben. An' Schluß sprach uns Herr Direktor Langer in bewegten Worten seinen Dank aus, dem sich Herr Rabbiner Dr. Halpersohn an'schloh. Als Ausdruck seiner Freude über den wohlgelungc'uen Verlaus de-.- Kouzertcs beinühte sich Herr Dir. Langer, uns durch alle Betriebe dieses Unternehmens zu führen. Seine außerordentlich belehrende» Borträge über alle technischen Einrichtungen dieses Großbetriebes erweckten bei uns grohes Jnteresse.- Mit dem erhebenden Gefühl, diesen armen Menschey eine große Freude bereitet und unsere künstlerische Ausgabe durch dieses Kciitzert gelöst zu haben, fuhren wir am späten Nachmittag nach Bieslau zurück. Die Chorproben finden weiterhin jeden Montag abend um 20% Uhr. Kaiser-Wilhelm-Straße J6, statt. Für den nächsten Montag, den 19. August, ist eine Generalversammlung einbcrusen worden, die unter dein Vorsitz deersten Vorsitzenden, Herrn Robb, Ir. Halpersohn. endgültig alle organisatorischen Fragen des Chores besprechen und lösen soll. Wir bitten am Beachtung des Anzeigenteiles I

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