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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1929-07-01 · 7 (7.1929) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
6 (1929)
Issue
7 (7.1929)
Date
1929-07-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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120 Btflawct Indische» GemeladeblatI Nr für soziale Ausbildung gab Anlaß zu einer längeren Erörterung der Frage, ob nicht etwa die Zahl derjenigen, die sich dem Sozialbeamnnnenberuf widmen wollen, allmählich zu groß geworden ist. In der Lat ist es für jüdische Sozialbeamtinnen im Augenblick schwer, eine Anstellung zu finden, aber nicht etwa, weil der Beruf überfüllt ist, sondern weil zu wenige Stellen vorhanden sind. Eswird für dringend notweiwg gehalten, daß "in allen größeren Gemeinden wenigstens eine Dozialbeamtin hauptamtlich angestellt wird. Geklagt wurde auch über den Mangel an hochqualifizierten, besonders auch männlichen Krästem Auf ihre Heranbildung wird der Wohlfahrtsausschuß für die Folge sein besonderes Augenmerk richten. Bei der Vergebung von Stipendien soll nicht mir die Bedürftigkeit, sondern vor allem die besondere Eignung für den Beruf ausschlaggebend sein. — Es wird davon Kenntnis genommen, daß der Jüdische Frauenbund mit dem Abschluß einer Versicherung unehelicher Kinder in kleinen Gemeinden beschäftigt ist. — Heber die dringende Notwendigkeit der Schaffung houswirtschoftlicher Ausbildungsstätten war man sich bereits in der vorhergehenden Sitzung eistig gewesen. Es soll der Versuch gemocht werden, neben den in Deutschland bereits bestehenden vier Haushaltunqsschulen wenigstens in den jgroßen und mittleren Gemeinden weitere. Kurse einzurichten, in denen! junge Mädchen Gelegenheit haben, sich zu Haushaltungslehrerinnen auszybilden, vor allem aber auch tüchtige Hausfrauen zu werden. Die Kurse wüsten von staatlich anerkannten Lehrerinnen, frei von Dilettantismus. nach modernen Grundsätzen geleitet werden. Das Erlernen der rituellen Haushaltsführung soll besondere Berücksichtigung finden. Soweit möglich, sollen di« neu zu errichtenden Schulen mit bereits bestehenden Anstalten l Waisenhäusern. Altersheimen usw.) verbunden werden, um sie von vornherein produktiv zu gestalten. Sobald der Landesverband Beträge hierfür frei machen kann, sollen auchzukünftige Haushaltungsschullehrerinnen Stipendien für ihre Ausbildung erhalten. Es wurde beschlosten, zur Unterstützung jüdischer Studenten und Handwerker einen Betrag einzusetzen. Die Stipendien sollen auf Grund aenauer Prüfung der Eignung und Begabung, wie natürlich" auch der Bedürftigkeit der Petenten vergeben iverden. Auf diese Weile wird es möälich sein, einer Reihe von jungen Menschen ihre beruflich«! Ausbildung zu erleichtern. — Zur Unterstützung der mensae academsca« in preußischen llniversitätsstädten hat der Landesverband in seinem diesjäbriaen Etat eine Summe vorgesehen. Leber die Fraae der Zweckmäßiokeit einer Umwandluna des in Ems bestehenden Kinderheims in ein Erholungsheim für jüdische Kultusbeaiöte waren die Ansichten geteilt: vor der Gründung neuer Alters- und Erholungsheime wurde unter Hinweis darauf aewornt, daß bereits bestehende Heime nicht voll besetzt sind. Da jedoch die Lehrer und Kantoren den dringenden Wunsch haben, in E m r ein Alters- und Erholungsheim zu bekommen, und sogar durch eine Selbsthilfeaktion die Gründung des Heims ermöalichen wollen, wird «in Betrag zurückgestellt und der Vorsitzende ermächtigt, diese Sumni« zur Auszahlung zu bringen, sobald durch die Selbsthilfe der Beamtenschaft der Bestand und eine genügende Inanspruchnahme des Heimes sicheraestellt ist. — Die Nachmittagsverhandlungen waren der Berteilung der dem Wohlfahrtsausschuß zur Verfügung stehenden Mittel Vorbehalten. Auch für dieses Jahr konnte nur ein Teil der Gesuche Berücksichtigung finden. Man war darüber einig, daß di« im Etat vorgesehene f Summe den Bedürfnissen nicht entspreche. da« Städtische Säuglingsheim in -er Schulgasse wurde am 6. Juni 1929 von Mitarbeitern des Jüdischen Wohlfahrtsamtes besichtigt. Oberarzt Dr^.S chm idt begrüßte uns in Vertretung des Primararztes GeheimratPr Freund und berichtete in sehr, anregender Weise über die Entstehuilg und das Wachstum des Heimes. Oberschwester Hildegard führte uns danach durch die sehr hygienisch und zweckmäßig eingerichteten Räume. Allerdings war es uns nur gestattet, die Säuglinge durch das Fenster zu beschauen, da die Uebertragunq irgend einer Erkrankung bei diesen kleinen Wesen zu nahe liegt. Besonders interestant sind die sog. Teeküchen, in denen große Eisschränke stehen, die die ganze Tagesportion jedes Säuglings, mit einer Nummer versehen, beberberoen. Diese Nummer läuft bei dem Säugling überall weiter. Sie trifft sich bei seinem Bettchen, bei seinem Glas, seinem Eßteller, sie geht sogar bis zu seiner Karteikarte weiter. Den jungen -Müttern ist im Säuglingsheim für die ersten sechs Wochen nach ihrer Entbindung Gelegenheit gegeben, ihre Kinder selbst zu stillen. Den Müttern steht ein sehr helles, luftiges Zimmer als Aufenthalts- und Schlafraum zur Verfügung. Sie betätigen sich im Heim nur wenig. Ihre Arbeit besteht in der Hauptsache darin, den Säugling zu sättigen und die tägliche Schmutzwäsche zu sortieren und unter Anleitung der Schwester zu zählen. Ueberaus hefriedigt verließen wir mit herzlichem Dank das Heim, das bei uns den besten Eindruck hinterlasten hat. Ella Nelken. Die gosdene Hochzeit leiert am 6. August 1929 das Ehepaar I. T u ch und Frau Emilie . ocb. Bacher, Koftanien-Allee 5. , Die goldene Hochzeit feiern am 10. August 1929 die Eheleute Schneidermeister Josef S ch w a^z^und R o s a l i e geb. Markus, Reuschestraße 23. Den 75. Geburtstag feiert am 11. August 1929 Frau Anna Rosenthal. Ffnedrich- Wilhelmstraße 25. Zwei verdienstvolle Gemeindemilglieder leiern demnächst ihren 70. Geburtstag, nänllich am 27. Juli Herr I Blau, Landsbergstraße 10, feit 10 Jahren Mitglied des Ausschuss^ Neuen Synagoge (Synagogenvorsteher), und am 18. August Wilhelm Kober, der Senior der bekannten Familie und Kober, Mitglied und Alterspräsident der Gemeindevertretung und e Mitarbeiter im Wohlfahrtsausschuß IV und in vielen Wohls),! Einrichtungen. kob s der Herr Firma friger hrts< fUMst WSIlMSchWw fttt SMWMWWt Bekanntmachung. Auf Anordnung bei Verkehrspolizei darf von heute ab die Zufahrtsstraße von der Lohestraße nach unserem Friedhof nur als Einfahrt (bisher Ausfahrt), und die Allee an der Steinstraße nur als Ausfahrt (bisher Einfahrt) benutzt werden. Wir bitten alle Besitzer von Fahrzeugen und Automobilen, sich streng nach dieser Anordnung zu richten, weil die Nichtbefolgung außer polizeilichen Strafen auch eine Gefahr des Zusammenstoßens mit der elektrischen Straßenbahn auf der Lohestraße zur Folge haben kann. Breslau, den 15. Juli 1929. Der Dorstand der Synagogen-Gemeinde. Bibliothek -er Spnagogen-Gemein-e Neuanschaffungen iin März'und April 192!. 1. Belletristische Abteilung. Asch, Nathan: Als die Firma verkrachte. 7641 Frank, Bruno: Die Fürstin. 7640 Remarque, E. M.: Im Westen nichts Neues (Geschenk). i 7642 Zweig, A.: Pont und Anna. 7639 2. wissenschaftliche Abteilung. Elemen. Earl: Die Religionen der Erde. Ihr Wesen und ihre Geschichte. 1927. 515 S. 7643 Einstein, Albert: Gelegentliches von A. E. 1929. 32 S. * 7638 Joel, M.: Die Angriffe des Heidentums gegen Juden und Christen in den ersten Jahrhunderten der römischen Cäsaren. 1879. 31 S. j 3610, 23. Obermayer, I.: Die Landschast Babylonien im Zeitalter des Talmu ls und des Gaonats. 1929. 362 S. 7645 Steinhardt, Jakob: Neun Holzschnitte zu ausgewählten Versen aus dem Buche Ieschu den Elieser ben Sirah. Einleitung von Arnold Zweig. 1929. 7641 Mischer. Wetaassioh: Land-os — Israel Economic Magazine, Jahrgang 1925. Tel-Awiw. Jüdische Schulzeitung. Monatsschrift für Pädagogik und Schulpolitik. A 1 noo 7637 7636 üdische Roman. 7651 4. Jahrgang. 1928. Mandersürsorge. Bericht über die Tätigkeit der Hauptstelle sür > , Wanderfürsorge vom 1. April 1925 bis 31. Dezember 192(5. \ J I 3(510, 24 ( Neuanschaffungen im Mai 1 929.!Shrenb«rg, Ilja: Das bewegte Leben des Lasik Moitschwantz. z > 1929. Lunel, Armand: Nicolo-Peccavi oder Weltgeschichte in Carpentra^. Ein tragikomischer Roman. 1929. 0! 7652 Sakheim, Artur: Der Zaddik. Ein Dranm in 3 Akten. 1929. 5(610, 28 Goldschmidt, L.: Der Babylonische Talmud. Band 1: Berakhot, Mischna Zeraim, Sabbath. Berlin 1929. 947 S. Handbibliothek.! 7649 a Linsield, H. S.: The Iews in the United Staates. A study os their siumbcr and distribution. Nowyork 1929. 111 S. 3610, 25 Jahresbericht 1927/28 der Hauptstelle für Jüdische Wanderfursorge. Berlin 1929. 38 S. 3610, 27 Jüdisches Museum Breslau. Gründung des Vereins .^jüdisches Museum zu Breslau: Statuten etc. 1929. 21 S. 7647 a — Katalog der vom Verein .jüdisches - Museum" veranstalteten Ausstellung im Schlesischen Museum für Kunstgewerbe und Altertümer. 1929. 126 S. 7647 d Nielsen, D.: Der geschichtliche Jesus. München 1928. 236 S. 7646 Verein ehemaliger Ählemer: Erstrebtes und Erreichtes. Eine Jubiläumsschrift. Hannover 1929. 56 S. - 3610, 26 Zehn Jahre Deutsche Geschichte. 1918—1928. Gemeinden.) Berlin 1928. 556 S. (Baeck: Die jüdischen 7650 Neuanschaffungen im Juni 1929. Beermann, Max: Beiträge zur Wesenskenntnis des Judentums. Berlin 1929. 94 S. 3ßl0, 31 Epstein, Iehudo: Mein Weg von Ost nach West. Erinnerungen. Stuttgart 1929. 7653 Fleg, Edmond: Warum ich Jude bin. 94 S. Berlin 1929. -610, 30

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