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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1929-07-01 · 7 (7.1929) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
6 (1929)
Issue
7 (7.1929)
Date
1929-07-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Breslauer es Blatt der Synagogengemeinbe zu Breslau Schriftleitung: DerivaltungSdireUor vr. Nechnttz, Breslau. Wallstrafte 9 I Druck und Anzelgen-Annahme: Druckerei Th. «chatzkg Miengefellschaft. Verlag: Büro der Sgnagogengemeinde. Breslau. Waststr.g / Tel.2lüii/12 I Breslau 3, Neue Graupenstrafte Nr. 7 / Fernsprecher «4« u. 244Sy ainjctamferfW: Sic < gcfe. oMMmcter-LcIIe oder km 2taum 16 Dfg. — 2Jd laufmftcn AuftrSgca Rabatt. » Für die unter dem Namm des Verfass er« erscheinenden Artikel und die Deretnsnachrichten übernehmen wir nur. die preffe>r§» bliche Verantwortung 6. Lahrg. Juli 1929 Nr.? Der Monat Thamus Mit diesem Moniat beginnt für uns alljährlich die Erinnerung an das besondere Schicksal Jerusalems und das Geschick des Volkes Israel. Jerusalems Fall wurde vom 17. Thamus an vorbereitet und am 9. Aw besiegelt. Dieses Schicksal schien unabwendbar, lßine staatliche Macht, stets von neidischen und habgierigen Nachbarvölkern bedroht, ohne selbst Aussicht auf Völkerfreundschaft und Bundesgenossenschaft zu besitzen, ja off im Widerspruch zu aller Welt stehend, mußte untergehen. Aber ihr staatlicher Untergang führte zu des Volkes geistiger Höhe. Zwei Gottesbotschaften sind uns aus den Tagen der ersten Belagerung Jdrusalems ausbewahrt. Tie eine lautet: „Findet Euch in die Zeit!"; die andere: „Kümmert Euch nicht um die Zeit, erfüllet Eure Pflicht!" Beide Forderungen sind keine Gegensätze.j Tie Geschichte der Zeiten hat uns gelehrt, dem G e i st der Zeit unseren Triliut zu zollen, auch wenn wir ihn nicht immer verstanden habtzn. Aber wir haben Anpassungsfähigkeit bis in die modernste Zäit hinein bewiesen; und nicht zu unserem Nachteil. Wenn aus hem Ende stäatlicher Selbständigkeit ein Vorteil für uns entstehen sollte, dann konnte es nur jener sein: durch Verständnis der Zeiten und der Völker diesen nahezukommen und unsere Kultur ihnen darzureichen; unsere Kultur, die her heutigen deshalb noch immer überlegen ist, weil sie Wert^ gezeitigt, um die noch immer gekämpft wird und oft noch ohne jede Siegeszuversicht für uns. Wer den Pazifismus für die Völker erdacht und wer den Krieg schon vor Jahrtausenden geächtet, der hat ein höchstes Kulturverdienst sich erworben, und wer die soziale Idee des Ruhetages — jetzt ohne jede Betonung der Religion — zuerst zur Tat gemacht, verdient mit Recht Kulturträger genannt zu werden, und tver zu eister Zeit, als die Menschenliebe nur selten über den engen Familienkreis hinausging, schon für Waisen und Witwen zu sorgen für geboten erachtet hat, und selbst dem Tier gesetzlichen Schutz und milde Behandlung verschafft, der hat wahrlich bis auf diesen Tag ein Anrecht, jeder Zeitepoche sich nach Möglichkeit anzupassen und zu versuchen, ihr seinen Stempel, den dhr Liebe und des Rechtes, aufzuprägen. ' Und wenn die Zeiten noch nicht reif zu sein scheinen, und wenn die Menschen jene Kulturhöhe noch nicht erklimmen wollen, auf der zu stehgn uns mit Stolz erfüllt, dann „kümmert Euch nicht um die Zeiten And tuet Erire Pflicht", Eure jüdische Pflicht. <; Sie besteht darin, vom Boden gegebener Wirklichkeit aus jene Aufklärungsperiode vorzubereiten, die alle Völker der zivilisierten Welt 'in weiter Ferne ahnen. Ohne Phantast genannt zu werden, darf man doch wohl behaupten, daß der Sinn einer jeden Menschheit nur in der endlichen Gleichung eines solchen Aufklärui^gszieles liegen kann und daß Judesein unter anderem auch heißt, für diese Ziele alle Kraft und jedes Können einzusetzen. Man spricht oft davon, daß wir unserer Jugend kein positiv jüdisches ^Arbeitsgebjet zuweisen können. Gibt eß ein. schöneres und reicheres Gebiet als dieses, dessen Arbeit restlos der Befriedung und Beglückung, der gesamten Menschheit dienen soll? Gehen wir darum ans Werk, Alt und Jung, nicht eher aber, bis ejnem jeden in reichlicher Menge geistiges Rüstzeug gegeben und bis die Geisteskämpfer es auch zu gebrauchen gelernt haben. ' Auf diesem Kumpfesgebiet kann eiu jeder sich schönstes Verdienst erwerben durch pflichtjtreue, ehrliche Arbeit am Judentum und an der Menschheit. So kann aus der Erinnerrmg an Israels Erniedrigung unh Jerusalems Fall die Fähigkeit zu neuer Ge taltüng und zu jüdischer Kraftentsaltung entstehen, wenn wir die Zeichen der Zeiten begreifen und sie uns, in gegebenen Grenzen zu eigen machen, um dann im neuen, der Zeit entspring :nden Pflichtenkreise als moderne Menschen.im alten jüdischen Geiste uns zu bewähren. 'Rabbiner Dr. Saenger. rßen zu können, eilte, besichtigte inzelheiten, wie die Israelitische Krankea-verpflegungsanjllalt in Breslau hatte im vorigen Monat die große Freude unts Ehre, Herrn Lucius'N. Littau den Stifter ihres Röntgeninstituts bei sich beg In den wenigen Stunden, die er in Breslau er vor allen TrinFen seine Stiftung in allen ein Sachverständiger auf diesem Gebiete es mir tun kann, und er begnügte sich nicht damit, daß andere Sachverständige das Röntgeninstitut der Krankenanstalt für mus ergültig erklärt hatten. Herr Littauer kam nicht aus.dem Staunen darüber heraus, daß ein ganzes Gebäude mit den notwendigen Räumen für Acrzte und Publikum und mit modern tcr hygienisches Einrichtung für die „Kleinigkeit" geschaffen werden konnte, die er dafür gestiftet hatte. Er stellte es im Gerste neben seine f Lucius N^Littauer ff-Jungmtnn, Berlin W 62, KurfQrst'enslr. (Aufn.Matzdtflff vielen anderetnhochherzigen Stiftungen, Krankenhaus in Moversville, die Schulen und Erholungsstätten für Arbeiter, Spiel- und- Kinder und Jugendliche, Bibliotheken u. a. 1-07) »pie das große Jugendheime, Sportplätze für

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