Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 6 (1929)
- Issue
- 6 (6.1929)
- Date
- 1929-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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100 Breslauer Jüdisches Gemeiadeblalt Nr. tz druck von,der Verantwortlichkeit der Gemeinschaft für die Gemeinschaft geben. Die Verantwortlichkeit kann sich nicht in Worten erschöpfen, sondern verlangt den Aufbau. — Danach ergriff Herr Rechtsanwalt Ollendorff das Wort. Es fei ihm ein« ganz besonder« Freude, an diesem Werke mitzuarbeiten. da er sehe, mit welchem Elan der Jüdische Frauenbund an diese große c-ache herangche. Er betrachte es als-^größte Ausgabe, weite und weiteste Kreise für das Heim zu interessieren. — Landger.-Rot Dr. Ernst Rosenthal sprach im Namen der Burgfeld- Stistung und wünschte dem.Beate-Guttmann-Wohnheim bestes Gedeihen. — Frau Lilli Üieffner machte darauf aufmerksam, daß Die baupolizeiliche Erlaubnis noch nicht vorhanden ist, daß es aber keine Schwierigkeiten machen wird, sie zu erhalten. Jedoch wird sich die endgültige Genehmigung noch um einige Wochen verzögern. Mit der Grundsteinlegung kann Mitte Juni gerechnet werden. (Sie findet am 23. 6. statt. Red.) Zum Schlüsse der Sitzung wurden verschiedene Kommissionen gebildet, die mit den einzelnen organisatorischen Arbeiten betraut wurden. — Herr Dr. Oskar Guttmann, Berlin, dankte im Namen seiner! Familie dafür, daß das entstehende Wohnheim den Namen Guttmann tragen werde. Seine Familie werde immer bestrebt sein, die Interessen des Heims zu fördern. — Frau Beate Guttmann schloß gegen \\% Uhr die eindrucksvolle Versammlung und dankte allen Anwesenden für'ihr Erscheinen und ihre Mitarbeit. Dr. A l i c e O p p e n h e i m e r. '1 die.Einweihungsfeier in -er alten Spnagoge Am Donnerstag, den 13. ds. Mts., im Zeichen des Schewuausfestes, - fand dis Frier der Einweihung der alten Synagoge statt. In hellstem Lichter- 1 glanz und in festlich geschmücktem Gewände begrüßte das alte Gotteshaus sein« Beter. Vorstand der- Gemeinde und ihre Vertretung, Gemeinderabsbinat, Dauausschuß, Kultus- und Synagogenausschuß, Ägeordnete fast , 'aller großen jüdischen Organisationen und Vertreter aller Breslauer- Privat-; synagogen waren gekommen, um ihre Verbundenheit mit dem Gottesbause ' zum Allsdruck zu bringen. Hat ja die Atte Synagoge nicht nur auf 100 Jahre j ihres Bestehen» zurückzublickcn, sondern ist sie ja von Grund auf wieder j hergestellt worden, und dabei mit einer Aendcrung, die den Charakter einer Alldachtsstätte im altüberlieferten Sinne betont —. dem Almemor in seiner ' Mitte. Die durch den Almemor bedingte Veränderung des vorderen Teiles!-der Synagoge ist dem Baumeister, der sich in die Idee liebevoll hineingearbeitet! hat, architektonisch und künstlerisch trefflich gelungen. Man merkte auch l i 6 Tage Sommer- Ausverkauf Beginn: Montag, d. 1. Juli Aufjergewöhn lickte Einkaufsvorteile in allen Abteilungen 10-40 Prozent Preisermäßigungen Verlangen Sie kostenlos unsere re|<ti illustrierte Ausverkaufs-Preisliste B LEINENHAUS N Lkotcu-strage - B RESL AU-EcAc Hemz/r-str. / / die durch die Entfernung der starken Dallustrade ganz wesentlich verbesserte Akustik, als der Chor sein «te .NS erschallen ließ. Und wie glücklich gelöst die Anordnung der Plätze und Gänge ist, zeigte sich bald, als in feierlichem Umgänge mit 24 Dhorarollen bas Gotteshaus und zuletzt der Almemor umfchritten wurde. Die ersten drei Thorerollen standen mit ihren Trägern auf dem blumenumrankten Almemor, indessen die anderen einen Kreis um ihn bildeten. Ein liebliches 0'npr> wto erklang und unter dem Rhythmus dieses Gesanges brachte man die rn1n ’HEO in den Efripn Jlitjt zurück, der durch Zerlegung in einen oberen und unteren Teil jetzt eine wesentlich bequemere Unterbringung crniöglicht. Nachdem auch die letzten drei Tborarolicn eingestellt waren, begann Gemcinderabbiiier Dr. Hoffmann seine Einweihungsrcde: Er dankte den Gemeindekörpcrschaften und Ausschüssen, die in langer» aufopfernder Arbeit ihr Bestes zum Gelingen des Werkes beiqetrogen haben. Freilich sei dieses Werk nur aus Holz und Stein und erst die Gesinnung der Beter, ihre Seelen lind Herzen, machen das Haus zu einem Gotteshaus. Generationen jüdischer Beter hätten in Kellern und engen Gelassen zu Gott gerufen, doch Gottes Nähe fei unabhängig von äußerem Glanze und äußerer Pracht. Die geistigen und religiösen Führer der Gemeinde und die Gemeinde selbst sollen bier das innige Verhältnis zu Gott wiedcrgewinnen. Groß und klein sollen sich zusammenfinden in diesem Hause, und Eltern sollen ihre Kinder hierher geleiten, um sie für den Glauben ihrer Väter zu begeistern und in ihm zu festigen. Der ewige Kampf der Thora mit den Ideen der Zeit sei auch an diesem Gotteshaus«: nicht vorübergcgangen. Nachdem aber der Friede in der Gemeinde hergestellt und beiden Richtungen die Möglichkeit, sich auszuwirkcn gegeben sei, bilden dieses'' Gotteshaus den Mittelpunkt der alten Thoratreue, in dercm Geiste zu wirken und zu wachen alle die geloben, die in ihm zu Lehrern und zu Führern berufen seien. Den mit weihevoller Stimmung aufgenommenen Worten folgte das von Oberkantor Weiß herrlich vorgelragene 2'lvs-Gebet des inzwischen angebrochenen Schewuausfestcs. Die Feier wird einen Mattstein bilden in der Entwicklung nicht nur der Alten Synagoge, sondern auch de» überlieferten Breslauer Judentums. D. G. Rituelle Verpflegung auf Schiffen -er Hamburg- Amerika Linie Israelitischen Passagieren der Hamburg-Amerika-Linie , ist es häufig unbekannt, daß sie' während der Seereise nach und von Newyork aus Verlangen eine nach rituellen Vorschriften z u - bereitete Verpflegung erhalten können. Damit die entsprechende Vorsorge in ausreichendem Umfang getroffen werden kann, empfiehlt es sich jedoch, daß diejenigen Reifenden, die auf koschere Zubereitung der Mahlzeiten Wert legen, ihre speziellen Wünsche rechtzeitig vor der Abfahtt bei der Hamburg-Amerika-Linie bekannt geben. Die Einrichtung der rituellen Verpflegung jüdischer Hapag-Passagiere steht unter dauernder Aufsicht des Hamburger Oberrabbintts. D»eRuswan-erungsstatist>kaus dem ersten Vierteljahr 1-ry läßt besondere Schlüsse nicht zu. Die 14 005 Auswanderer aus dem ganzen Reiche bleiben um rund 15 gegen die Zahl des gleichen Zeitraumes im Vorjahre zurück, ein Weniger zeigt sich auch bei Niederschlesien (229 gegen 326), eine Verdoppelung bei der kleinen Provinz Oberschlesien (53 gegen 25). Man wird abzuwarten haben, ob sich die Entwicklung in derselben Linie weiter bewegt. Auch die deutsch« Auswanderung nach Kanada geht zurück. Die Statistik während des Jahres 1928 zählt 4144 Auswanderer gegen 4515 im Vorjahr. (Mitteilung der Schlesischen Auswanderer-Beratungsstelle, Breslau 5, Friedrichstraße 3.) Das Claaffen'fche Siechenhaus wurde durch die Mitglieder des Jüdischen Wohlfahrtsamtes am 22. Mai 1929 besichtigt. Die Erschienenen wurden von den Vorstehern Manasse und Otto begrüßt, woraus Primärarzt Geheimrat Dr. Freund in kurzen Umrisien ein Bild von der Anstalt und von der Notwendigkeit des jetzt vor einiger Zeit fertiggestellten Um- und Ausbaues des Alten Hauses gab. Im Anschluß daran erfolgte ein Rundgang durch die Krankensäle, Aerzte-, Schwestern-, Pflege- und Wärterinnenzimmer und aller sonstigen Räume Bäderanlagen und Wäscheoorräte wurden besichtigt und ebenso der große Anftalts- und Wirtschaftsgatten. Des Lobes voll schieden die Teilnehmer mit Worten des Dankes an die Verwaltung von der Stätte werktätiger Nächstenliebe. Geburtslage. 7 5 Ja h re: 30. 7. Frau Berta Iawitz geb. Süßmann, Höfchenstraße 75. 80 Jahre: 15. 6. Frau Jenny Lewy, Freiburger Straße 21. 5.7. Frau Rosalie Chorinsky geb. Sabor, Nikolai-Stadtgraben 16. 90 Jahre: 12. 7. Frau Mari« Steiner geb. Totzek, Matthiasstraße 4». Wie berichtigen gern, daß Herr Bruno Kohn. Kirschallee 35. am 3. Juni nicht' 75 Jahr, sondern erst 72 Jahr alt geworden ist. Der 75. und der 80. Geburtstag wird richtig gemeldet werden.