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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1929-05-01 · 5 (5.1929) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
6 (1929)
Issue
5 (5.1929)
Date
1929-05-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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82 Breslauer I üdisches Gemeindebtatl Nr. 5 'Bekanntmachung. Vom 1. April 1929 ab wird an unseren Religions-Unterrichts-Anstalten I und II und deren Zmeiganstalten Schulgeld nicht mehr erhoben. Breslau, den 29. April 1029. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde. Winterschäöen auf den Kriedhöfen der Spnagogen- Gemeinüe ' Auch auf unseren Friedhöfen hat der übermäßige Winterfrost bei Efeu, Rosen, Luxus- oder Taxushecken, Lebensbäumen und Ziersträuchern verheerenden Schaden angerichtet.' Die Blätter sind braun geworden, und die genannten Pflanzen haben ihr sonst übliches schönes Aussehen eingebüßt. Es kann nun noch lucht gesagt werde«, ob alle diese Pflanzen vollkommen erfroren sind; es ist immerhin möglich, daß die Natur einige Schäden ausheilt und die Pflanzen sich in einiger Zeit wieder begrünen. Es ist deshalb ratsam, Erneuerungen jetzt nicht zu überstürzen, sondern abzuwarten. Unsere Friedhofsverwaltungen stehen mit fachmännischem Rate zur Verfügung. Infolge der j^tzt eingetretenen unnatürlichen übermäßigen Hitze siird die Säuberungs- und Pflegearbeiten wiederum sehr erschwert. Die Friedhofsverwaltungen' haben Personal in erhöhtem Maße eingestellt und werden ihr Bestes einsetzen, die Arbeiten so schnell wie möglich zu bewältigen. Wir bitten aber die verehrlichen Gemeindemitglieder um Nachsicht und Geduld. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde. I Der Interesse hat! an einem Kursus für Anfertigung von Leib- und Bettwasche — einfacher und besserer Ausführung — teilzunehmen, wolle sich bald wenden an das Büro des jüd. - Arbeitsnachweises,.Wallstraße 23. | Bekanntmachung. Aus der Siegismund M a m e l o k - Stiftung können am l. Juli 1929 Zinsen an Bedürftige verteilt werden. Mitglieder der Familie des Stifters, des am 22. September 1910 zu Breslau verstorbenen Rentiers Siegismund (Simon) Mamelok, werden vorzugsweise berücksichtigt. Meldungen bis 12. Juni an das Jüdische Wohlfahrtsamt Breslau, Wallstraße 7.9. Bekanntmachung. Aus der Liebe Freyhcin'fchen ff ci m i l i c n st i f t u n fl köunen wieder Heirats-Beihilfen gezahlt werden in einer etwa der Aufwertung entsprechenden höhe, die vom Gericht noch seskzusctze» ist. Bezugsberechtigt sind nach, den testame» i torischen Bestimmungen der Stisterin, Witwe Liebe Freyhan geborene Abraham in Breslau, vom 14. November 1831, Mädchen im Alter von mindestens 20 Jahren, die mit der Stifterin verwandt find und in der beim Amtsgericht Breslau geführten siamilien-Ltammtasel verzeichnci stehen oder ihre Abstammung von einem in der Slammtasel verzeichncten Berwandten urkundlich Nachweisen. Die Bewerbung muh vor der Eheschließung bei dem Amtsgericht Breslau zu den Akten 1 Gen. XIII 23 oder dem Unterzeichneten Stiftungskurator eingehen. Der Bewerbung ist beizusügcn: eine Bescheinigung, daß die Braut jüdischer Religion ist, ein Geburtsschein des Bräutigams undpolizeiliche pführungszeugnisse der Braut und des Bräutigams. Die Auszahlung erfolgt erst nach der Eheschließung, frühestens jedoch 6 Monate nach Eingang der Bewerbung. Zu diesem Zwecke sind einzureichen: die ungekürzte Heiratsurkunde und dis Bescheinigung des amtierenden Rabbiners (Predigers» über die Trauung nach den Vorschriften der jüdischen Religion. Die Entscheidung über Bewilligung und über Auszahlung der heiratsbeihilfe steht dem Amtsgericht Breslau zu. Breslau, im Mai 1920. ■ Der Ltistungskurator: Dr. Rechnitz, Verwaltungsdirektor der Synagogengemeinde zu Breslau, Wallstrahe!>. (Kostenloser Nachdruck erwünscht.) Gesunden zwei kleine Schlüssel mit anhängendrn Mcsussoths. Abzuholen bei Schnitzer, Sedanstrahe 18. Ein unersetzlicher Verlust hat unsere Gemeinde betroffen! Heute Nacht verschied nach kurzem, schwerem Leiden, bis zum letzten Atemzuge für uns tätig, unser lieber, guter, von allen verehrter Amtsgenosie Justizral Felix Hirschberg i im Alter von 66 Jahren. ' ,! Sein ganzes Leben war dem Ehrendienste für das Judentum gewidmet. Ohne Rücksicht auf Gesundheit j und Beruf, hat er in den Gemeindekörperschasten ' und in den Vorständen vieler gemeinnütziger Anstalten und Vereine seit Jahren unermüdlich gearbeitet. Bereits im Jahre 1900 wurde er in den konservativen Kultusausschuß gewählt, dessen Vorsitz . er bis zuletzt inne hatte. Im Jahre 1909 wurde er in die Gemeindevertretung, imj Jahre 1918 in den Vorstand berufen, dessen stellvertretender Vorsitzender er seit 1925 war. Ueberall hat er mit hinreißender Beredsamkeit aus innerster Ueberzeugung für seine Ideale gewirkt. * Das Andenken dieses edlen Menschen bleibt unvergessen. Breslau, den 14. Mai 1929. Der Vorstand und die Gemeindevertretung der Synagogen-Gemeinde zu Breslau. Durch den Tod des Herrn Sustizral Felix Hirschberg ist der Verband der Synagogen Gemeinden der Provinz Niederschlesien in tiefe Trauer versetzt. Mit-echtem jüdisch religiösem Empfinden, mit großem Verständnis für die Aufgaben der Gemeinschaft, mit gründlicher Kenntnis der Verwaltung und vor allem mit vorbildlicher Pflichttreue und unermüdlicher Arbeitsfreudigkeit hat er in schwerer Nachkriegszeit den Vorsitz in unserem Verbände übernommen. Seiner Persönlichkeit, die er stets ganz in den Dienst der Sache gestellt hat, ist weitaus das meiste zu danken, was der Verband zur Festigung des religiösen Lebens in unserer Provinz hat leisten können. Er hat seinen Standpunkt stets entschieden vertreten. Aber er hat zu jeder Zeit die Objektivität und Unparteilichkeit zu wahren gewußt uno mit der Freundlichkeit seines Wesens Gegensätze auszugleichen vermocht. Vor Jahresfrist hat er aus Gesundheitsrücksichten den Vorsitz niedergelegt. Der selbstlose Mann und treue Freund hat sich ein ehrendes Andenken dauernd gesichert. Breslau, den 14. Mai 1929. Der Ausschuß des Verbandes det Synagogen-Gemeinden der Provinz Viederfchlesien.

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