Mannheim
Compact Memory

Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1929-03-01 · 3 (3.1929) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
6 (1929)
Issue
3 (3.1929)
Date
1929-03-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/3970005-7569522-7569631--0975-3970912
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

42 Breslanet Jüdische» Geweindeblatt Nr. 3 Festnahme eines falschen Rabbiners Der Breslauer Polizei ist es gelungen, einen falschen Rabbiner und Religionslehrer festzunehmen, der sich Oskar P a p o nannte. Es hat sich herausgestellt, daß der Genannte,. der durch verschiedene Behörden gesuchte Fälscher Friedrichs N o t e l e s , geboren in Nickolsburg (Tschechoslowakei) ist. Bon der Polizei erfahren wir, daß N. eingesperrt ist und nach Verbüßung der Strafe über die Grenze abgeschoben wird. Fum Tode Jakob Loewenbergs Am 11. Jvebruar 1929 hat man in Hamburg den 73 jährigen Pädagogen und Dichter Dr. Jakob Loewenberg zur letzten Ruhe getragen. Hinter seinem Sarge schritten die Vertreter des Senats und des geistigen Hamburgs, zahlreiche Hamburger Künstler und die Lehrer und Schiilerinnen seiner bekannten höheren Mädchenschule. Sein plötzlicher Tod war ein schmerzliches Ereignis für das kulturelle Leben Hamburgs, das in vieler Hinsicht mit seinem Namen vcrknüpst war. Aus dem Gebiet der modernen pädagogischen Bestrebungen der letzten Jahrzehnte, deren Schwerpunkt in Norddeutschland Hamburg" bildete, gehörte er zu den eifrigsten Mitarbeitern und Förderern, wie dos Werk seiner berühmten Schule bewjeist. Als Volkspädagogewar er Mitstreiter Alfred Lichtwarks und Fritz von Börstels, mit denen er unermüdlich für die Verbreitung echter Kunstwcrte bei den breiten Volks- - masten rang. Vor allem auf dem Gebiet der Arbcitcrbildung Hat er sich hervorragende Verdienst« erworben/ In seiner Gedichtsammlung .Kämpfen und Bauen" finden sich ergreifende 'Verse von der verwundeten Seele des deutschen Juden, und viele Gedichte^ die inzwischen Gemeingut des deutschen Volkes geworden sind. Alle detKschen Studenten singen gern sein herrliches Gedicht zur Erinnerung an seine Heidelberger Aeit: Wo zwischen grünen Bergen munter des Neckars klare Woge rauscht, Wo in das düfl'ge Tal hinunter die Burgruine sinnend lauscht, , Wo du von Kummer mutzt genesen, Wie tief er auch im Herzen brennt. Da b(n auch ich einst jung gewesen: Ich war zu Heidelberg, zu Heidelberg Student! Das 25 jährige Dienstjubiläum im Dienste der Stadt Magdeburg feierte der dortige 2. Bürgermeister, Professor Dr. Landsberg, ein gebürtiger Breslauer, Bruder des Herrn Heinrich Londsberg in Breslau, Menzelstratze 71. Am J. Januar 1904 wurde er Direktor des statistischen Amtes der Stadt Magdeburg, bereits 1906 wurde er wegen seiner hervorragenden wissenschaftlichen Arbeiten durch den Professortitel ausgezeichnet. Im. Frühjahr 1917 wurde er zum besoldeten Stadtrat gewählt und hat in dieser Eigenschaft die Ernährungswirtschast während uyd nach dem Kriege in vorbildlicher Weise geleitet und sichergestellt. Die glänzenden; finanziellen Berhältnisje der Magdeburger städtischen Werke sind aus seine umsichtige Arbeit zurückzuführen. Auch die Theater-Ausstellung im! Jahre 1927 ist auf seine Anregung entstanden. Zum Ehrenbürger von Bad Landeck in Schlesien wurde der Kaufmann Leipziger von dort ernannt. Der! junge Ehrenbürger, ein rüstiger Herr von über 85 Jahren, erfreut sich,- pie die Ehrung zeigt, eines hohen Ansehens bei allen Schichten der Bevölkerung, lieber-42 Jahre hat er im Verwaltungsrat der städtischen Sparkaste und über 50 Jahre als Repräsentant der dortigen Synagogengemenche mit allgemein anerkannter Umsicht und Tatkraft gewirkt. Der vom Maler G. Reimann in Landeck künstlerisch ausgeführte Ehrenbürger-Brief wurde Herrn Leipziger durch eine städtische Deputation unter Führung des Bürgermeisters Dr. Machon überreicht. Das 25 jährige vienstjubiläum als städtische Lehrerin feiert am 1. April 1929 Frl. Else Menken, Bibliothekarin an unserer Gemeinde-Bibliothek. Geburtstage im Blärz und, April 1929. Den 70. Geburtstag feiert am 27. März 1929 Sanitätsrat Dr. Emil Bielschowsky, Moritzstratze 2, seit 1920 im Kuratorium der Dr. Michael Munk-^tiftung für Aerzte und Medizinstudenten. : Und am 6. April 1929 unser Gerneindemitglied, Rentner N i c|a f i u s Birnbaum, Friebestratze 4, der frühere langjährige Vorsitzende des Synagogen-Be.zirks Grotz-Wartenberg. der sich um die Aufrechteehaltung des dortigen Gottesdienstes sehr verdient gemacht hat. * j 75 Tahre. 24. 3. 29. Frau Fanny Ring geb. .Lichtwitz, Schwerinstratze 60. 2. 4. 29. Frau Jenny Kuznitzky geb. Lustig. Gabitzstraße 80, I. 80 Jahre. 16. 2. 29. Herr Moritz Lelewer, Freiburger Straße 38. - 22. 3. 29. Herr Lesser Suite, Körnerstratze 18. 31. 3. 29. Frau Eva Reich geb. Gerber, Gartenstraße 25 (früher Sadke, Kreis Bromberg). 1. 4. 29. Frl. Friederike Schüftan, Friedrich-Wilhelm-Str. 25. Bibliographie üer jüüifch-schlestschen Literatur für üas Jahr 1928 nebst Nachträgen zu üer -es Jahres 1927 Don Bernhard Drilling. - Schon zum zweiten Male ist cs mir vergönnt, an dieser Stelle des " Gemeindeblattes die bibliographische Ilcbcrsicht über die literarischen Druckerzeugnisse des vergangenen Jahres, die jüdisch-schlesische Dez! chungen zuni Gegenstand haben, zu geben. Es wäre eine sehr verdienstliche Arbeit — hebe ich an dieser Stelle noch hervor — wenn auch die übrigen, jetzt sehr zahlreich gewordenen jüdischen Gemcindeblätjter für ihre Bezirke dasselbe unternehmen würden, da nur einzig und allein auf diesem Wege die von einer Zentralstelle kaum übersehbaren (und daher"auch nicht verzettelbaren) heimatkundlichen Veröffentlichungen ausgenommen werden könnten und erst aus diesen zahlreichen provinzialen Ilcdcrsichtcn heraus eine bibliographische Eesamtübcrsicht zur jüdisch-deutschen Geschichte geschaffen werden kann. ' I Diejenigen, die sich über den Kreis dicscrBibliographie hinaiis orientieren wollen, seien auf die vorzügliche Schlesische Bibliographie — siche unten im Verzeichnis unter Loews, V. — sowie bctr. Obcrschlesicn auf den von Kaisig und Bellöe herausgegebenen.Literaturnachweis — sieb - unten unter Oberschlcsien — hingewiesen; jüdische Bibliographie (die vor dem Kriege in der Zeitschrift für hebräische Bibliographie und speziell für tmscre Zwecke in den Mitteilungen des Gesamtarchivs der deutschen Juden gebracht wurde), ist jetzt (abgesehen von der in Jerusalem erscheinenden Zeitschrift „Kirjath Sephcr") nur durch die Soncino-Dliättcr (Berlin) vertreten, deren rühriger Herausgeber Hermann Meyer-Berlin sich durch die jährlich in diesen Blätter» erscheinende Bibliographie ein großes Verdienst erworben hat Dorthin sei jeder verwiesen, der sich über Vorgänge und Geschehnisse auf dem Gebiete jüdischer Geschichte zu vergewisserngedenkt. In die folgende Bibliographie sind alle Artikel und sonstigen literarischen Produkte ausgenommen worden, die ich selbst durchsetzen konnte; Bücher und Artikel, die ich selbst nicht einsehen konnte (d. h. deren Ti bl ich nur aus gelegentlichen Erwähnungen erfuhr) sind durch einen * Eiern kenntlich gemacht worden. Don Verfassern gezeichnete Artikel sind uni er dem Verfassernamen zu finden, anonym erschienene Aufsätze meist unter dem betreffenden Ort, auf den sie sich beziehen. Im Interesse der Vollständigkeit dieser Bibliographie werden die Herren Verfasser oder Herc usgcber derartiger Artikel oder Werke, die sich auf jüdisch-schlesische Verhältnisse beziehen, gebeten, einen Abzug ihres Artikels oder wenigstens eine Mitteilung darüber an den Verfasser dieses gelangen zu lassen. * I * * Bellardi, Paul: Erinnerungen aus meiner Schulzeit. Centrul-Vercinsztg. (E.-D.) VII (1928) Nr. 18, S. 249—250. Enthält Ern nerungen an seinen Aufenthalt als Schüler! und Lehrer in Neisse und Strehlen, 1851—1871; erwähnt werden darin E. Schnitzer-Pascha und Paul Ehrlich. j *Brann, Marcus: Abraham Muhr. Neudruck. Besprocben: Berliner Iüd. Gemeindebl. XVIII (1928) Nr. 2, S. 51 — Menoräh VI Nr. 5, S. 259 (Joe. Jacobson).! Brann, Marcus: Scherz und Witze im mittelaltcrlicbcn Ghettif. Nach Vorträgen von D., M. Israel. Wochenbl. für d. Schweiz 23, Nr. 54,' S. 16. Auch Breslau (14. Iahrhdrt.) wird erwähnt.! Breslau: Ausstellung der Schriftenfunde vom Breslauer Rathausbodcn (Schlef. Museum f. Kunstgew. u. Altert. 5. 6.— 1. 7. 1928). Schrei bmaschinenmanuskript. 52 Seiten sBreslau, 1928). — Parin S. 20 unter Nr. 71 und 72 Beschreibungen zweier Juden betre fender Dokumente aus dem 15. Iahrhdrt.; siehe hierüber meinen Artikel: Zur Gesch. d. Juden in Breslau. Zwei neue Urkunden aus dem Mittelalter in: Iüd. Ztg. für Ostdeutschland VI (1928) Nr. 1 (Beilage). Breslau: Gedenkbuch. Jüdischer Frauenbund. Ortsgruppe Breslau. 64 S- Mit Abb. (Breslau, 1928s. Ifcberblick über die zwanzigjährige Tätigkeit des Vereins, der am 6. Oktober 1903 begründet würde. 'Breslau:'Jüdisch-liberaler Iugendverein Abraham Geiger. Breslau. Festschrift zum zehnjährigen Bestehen. 48 S. Mit einem Portr.von 21. Geiger sBreslau, 1928]. - [ Breslau: Herrn Gehcimrat Dr. Felix Deutsch zum 70. Geburtstag. Berlin (Norden), 1928. S. (m. Abb.) in: AEG Umschau vom 16. 5. 1928. Darin S. 7—40: Aus dem Leben von F. Deutsch. Dort werden seine eigenen Aufzeichnungen mitgeteilt, aus denen sich ergibt, daß F. D. am 16. Mai 1858 in Breslau als dritter Sohn seiner Eltern geboren wurde. Sein Vater stammte aus Nikolsburg in Mähren, und siedelte 1851 nach Breslau über. Seine Mutter entstammte der bekannten Luckaschen Familie.! Breslau: Verein Jüdisches Museum E. V. zu Breslau (Eingetragen 18. Mai 1923). sBreslau 1928], 21 S. u. 4 Tafeln mit Abb: Werbeschrift enthaltend S. 1—6: G. Herrmann, Don Psombüchsrn und alten Haggaden; S. 7—10: Dr. Nechnitz, Die Entstehung d,s Iüd. Mus.; S. 11—14: A. Grotte, Was soll das neue Iüd. Mus. enthalten?; S. 15 bis 18: Verzeichnis der Mitgl. des Vorstandes und der einzelnen Ausschüsse;-S. 19—21: Auszug aus den Satzungen des Der, ins. Zwischen S. 10 und 11:4 Tafeln mit Abb. künstlerisch ausgeführter Kultgegenstände aus Schlesien. Despr. s. Lohn, W. Breslau: Handbuch der Verwaltung und der Wohlfahrtspflege der Syn.- Gemeinde Breslau 1928—50. sBreslau 1928], 64 S. Sehr brauchbares und schon seit langem als notwendig erkanntes Verzeichnis sämtlicher jüdischer Vereine und Organisationen mit Angaben über Vorstände und Zweck des Vereins. Drilling, Bernhard: Jüdisch-schlesische Literatur des Jahres 1927. Brest. Süd. Gemeindebl. V, Nr. 2, S. 25. Bibliographie, 40 Nummern umfassend.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.