Mannheim
Compact Memory

Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1929-02-01 · 2 (2.1929) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
6 (1929)
Issue
2 (2.1929)
Date
1929-02-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/3970005-7569522-7569604--0953-3970891
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Breslauer ZMches Gemeindeblatt Amtliches Blatt der Synagogengemeinve zu Breslau Schrtftleltung: Verwaltungsdirektor Dr. Rechnitz, Breslau, WaNstratze - I Druck und Anzelgen-Bnnahme-! Druckerei Th. Schätzt AMengefellschafi. Verlag: Büro der Sgnagogengemeinbe, Bressau. Walkstt.g / Xelj2l6u/12 > Breslau S. Neue Sraupenstrqtze Nr. 7 / Fernsprecher 34468 u. 24469 */'; An-elgenpretsr Die 6 gesv. MiMmeter-Leile öfter fteren Raum 16 Ofg, — 3M lottfenften ApftrügeN Rafta«. ....... Für die unter dem Namen des Verfasser« erscheinenden Artikel und dle Dereinsnachrichten übernehmen wir nur die Pressegesetzliche Verantwortung 6. 3of>rfl. Jfebruar^ 1929 Nr. 2 Emil Valösteins 75. Geburtstag 8. März 1929 oes Vorstandes, Herr körperlicher Frische die .streife unserer Gemeiuh dareu und freudigen der wertvollen und hin jüdischen Allgemeinheit Bor begeht der stellvertretende Emil Waldstein, in voller geistig Feier seines 75. Geburtstages e werden mi, diesem JubeltaHl teil nehmet» und aufrichtigen gebenden Tienste gedenken, geleistet hat^. die sitzende ger und Weite e dank- HerzeuS er der' «mtl waldstein Emil Waldstein ist j am 8. März 1854 in Gneseu uitd entstammt einer alteingesessenen, angesehenen Ter Großvater war der bekannte Rabbiner Moses Waldstein in Gnesen, der sich weit über die Grenzenseiner Heimat hinaus hohen Ansehens erfreute. Waldstein besu hte das Gymnasium seiner.Heimat und wandte sich dann de n Kaufmannsstande zu. Er war zunächst in mehreren Großstädten tätig, trat im Alter von etwa 30 Jahren in das Geschäft seines Vaters in Gnesen ein und verheiratete sich mit Flma, geb. Kroner. Seine Klugheit und Beredtsamkeit qualifizierte ihn schon in jungen Jahren zu verschiedenen Ehrenämtern in der Gemeinde- und Kommstnalverwaltüng seiner Vaterstadt. Im Jahre 1906 siedelte er!nach Breslau über und überlrug sein lebhaftes Interesse fü< das jüdische Leben auf unjere Gemeinde. Kein Wundar, daß er innerhalb kürzester Zeit in eine ganze Anzahl voi, Ehrenämtern jüdischer Einrichtungen berufen wurde. Seil 1906 Mitglied'der Durchwanderer- Kommission der Geme nde wurde er bereits im Jahre 19lj3, rauen der Gemeindemitglfeder, in de berufen. i i geboren jamtlie. getragen von dem den Borstand der > Unendlich viel hat eh zum Sögen unserer Gejnciuschaft in aller Stille geleistet, insbesondere für die wohltätigen und sozialen Einrichtungen der Gemeinde' und als Kuratoä verschiedener Stiftungen. In verschiedenen Ausschüssen hat er teils als Mitglied, teils als Vorsitzender, wie z. B.'im ZweiggVtteSdienst-Ausschuß, mitj Unparteilichkeit, Umsicht und Sach- ~ kenutnis gewirkt. Biele Jahre hindurch — in der Krieg»- m»d Nachkriegszeit — hat er!sich als Vorsitzender des Fürsorgeausschusses der Beladcuesi und Bedrückten mit Verständnis, Hingabe tind Liebe angenommen. Auch der Neuorganisation des jüdischen Wohlfahrtswesens kcut» feine langjährige Erfahrung und sein großes! Organisationstalent zustatten. Bor kurzem hat er auch das!arbcitsreiche Ämt des Vorsitzenden des Verbandds der Synacsogengetneinden der Provinz Nicderschlesien übernommen. '! Waldstein gehört der liberalen Richtung unserer Gemeinschaft an. Offen und freimütig hat er sich zu seinen An chau- ungen bekannt nnb ist für seine Ideen unerschrocken un) mit innerer Wärme eingetretn». Er ist daöei'jedoch stets auch anderen Auffassungen unh Ansichten gerecht geworden. Möge eine gütige Vorsehung unseren allverehrten Emil Waldstein »ins noch viele, viele Jahre in Kraft und Gesundheit erhalten;' zur Freude seiner Familie, zum Segen unserer - Gemeinschaft und zum!Wohle unserer Gemeinde, deren » Körperschaften am 2,1. Februar 1920 über eine besondere Ehrung beschließen werdest. "Gl. „ Göttseserkenntnis ' - > Eine der ganz großen! geistigen Revolutionen ist diel Entstehung der israelitischen Religion. Sie ist nicht Umwandlung und Umgestaltung, sondern Neuschöpfung von Grund> auf. Bisher unbeackertes Neuland im Geistes- und Seelenleben der Menschen Hab der große Lehrer Mose urbar gemacht, [ Und! doch hat diese Revolution - ebenso wie jede ändere altes Gut herüber genommen, aber ist seinem Sinn verändert, altes Bau^ material benützt, aber in dem Aufbau ihm eine ganz andere' Bedeutung zugewiesen. Die Benennungen sind vielfach die gleichen geblieben: das Revolutionäre ist, daß sie etrvas ganz anderes besagen. Lebens- und Weltanschauung des alten Orients ist in hohem Maße bedingt durch das Verlangen nach Gotteserkenntnis. Nicht in verstandesmäßiger wissenschaftlicher Forschung, sondern in gefühlsmäßiger Schau wird, die Gottheit erkannt, die Einigung ijnit ihr vom Menschen herbeigeführt. Die Erkenntnis ist an den Namen gebunden. Den Namen der Gottheit kennen, bedeutet ihr Wesen 7ennen, und damit ist die gänzliche oder teilweise Einwirkung oder gar Beherrschung gegeben. Denn der Zweck aller Gotteserkenntnis ist die Beeinflussung der göttlichen Kräfte, um das Schicksal des Menschen günstig zu lenken. Nicht hen Menschen seelisch über Erhen-" leben und Erdenschicksal zu erheben, sondern sein irdisches Glück zu pchern, ist der Sinn dieser heidnischen Religionen. Inmitten dieser orientalischen Religionen stand dir Religion Israels, aufgehau» wie sie alle auf Gotteserkenntnis,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.