Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 6 (1929)
- Issue
- 1 (1.1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 1 Btcflauet Jüdische» (BemclnbeblaM -3! Jüdische T über kulose-F Urs sorge nützlich und notwendig erkannten Sache zu stellen. Keine Leistung schien ihm zulschweir, leiste Reise zu weit und zu anstrengend. Gerade den sä wierMten und verantwortungsvollsten Arbeiten hat er sich mit der größten Hingebung gewidmet. Ich will vos: allem die Schaffung eines Entwurfs für das neue Gesetz übssr die rechtlichen Verhältnisse der Juden nennen. Aber auch auf alle r anderen Gebieten hat uns seine fleißige Arbeit, sein scharfer Verstand, sein kritisches Eindringen in den Stoff immer zur Verfügung gestanden. In vielen Dingen sind es seine Anregungen, seine Vorschläge, die sich zu praktischen Maßnahmen ausgewirkt und züm Erfolgs geführt haben. , Besonders gedenken muß ich seiner umfassenden Tätigkeit bei der Schaffung einer Reichsorganisati5n der deutschen Juden. Seit längerer Zeit ist der Preuß. Landesverband jüdischer Gemeinden stnt dieser Aufgabe beschäftigt. Sie ist schwierig, aber notwendig rnd verheißungsvoll, und sie hat schon mannigfache Stadien durchlaufen. Immer war Goldfeld bei diesen Arbeiten ast hervorragender Stelle beteiligt, und wenn, wir zu hoffen!steht, durch die zu stimmende Eriljärung des Berbandstages im nächsten Monat der Schlußstein zu dein großen Werke gelegt tsterden wird, dann wird man mit Recht Goldfeld als einen vom denjenigen bezeichnen müssen, denen das Hauptverdienst ach Gelingen zuzuschreiben ist.! Ich weiß, daß ich »m Namen aller deutschen Juden sprecht, wenn ich diesem Manch der mit Heißer Liebe in gleicher Weise seinem deutschen Vaterlande und seinem jüdischen- Glauben ergeben ist, ein noch rjecht langes segensreiches Wirken in ungebrochener Kraft des! Geistes und des Körpers an der Spitze seiner Gemeinde wünsche. Was er an dieser Stelle geleistet hat und noch leisten rpird, die Breslauer Gemeistde Eheleute als unverheiratet Männer, die, da ihr Paß die Familie verlassen! und Beratungsstelle Gartenstr. 20 Mittwoch 6—6 der kommt nicht nur ihr zugute, denn ist ein Glied, und zwar eines der bedeutendsten und wichtigf en Glieder an dem einen einheitslichen Organismus bilden! en Körper des deutschen Judech tums. Ihr Wohlergehen fcrdert das Gesamtwohl, ihr Niederlgang würde uns alle treffin. s^ür die Kraft und die Treues, mit der Goldfeld die IGeschickö' seiner Heimatgemeinde leitet, müssen wir alle ihm dqnkba c sein., Was er aber darüber hinaus dem preußischen, dem deutschen-Judentum gegeben, wie er für sein Wohl seine gastze Persönlichkeit selbstlos eingesetzt hak, das werden die deutswen Juden ihm niemals vergessen.! Ilgunvth Unter den Gegenstände n, die auf der Tagung des Jüdisches, Frauenbundes vom 2st.—!!3. Oktober d. I. hier verhandelt wurden, ist von besonderem aktuellen Interesse die Frage der Agunoth. Darunter sind diejenigen Frauen verstanden, deren Ehemänner sie verlassen ha! »en, verschollen oder „vermißt" sinh, oder die als kinderlose Witwen zurückgeblieben sind und von dem Bruder des Ehemames die Freilassung zur Eingehung einer neuen Ehe (Chaliza) nicht erhalten haben. Frau Ernestine Cschel racher aus Berlin führte in ihrem Referat aus: Unter der vie ■ Millionen jüdischer Frauen in Osteuropa sind etwa 20 000, die unter, den durch Staatsgesetz und jüdische Eherechtsbestimmvngen komplizierten Verhältnissen schwer leiden. Diele stach jüdischen Vorschriften geschlossenen Ehen sind staatlich nicht r< gistriert. Infolgedessen gelten diese Zeugen.!ine »heitere Schwierigkeit entsteht, wenn der Mann verschollen ist.?sn einem Falle ist die Todeserklärung die auf Grund vor Zeugenaussagen nicht möglich war, durch Photographie der Leiche nach ravbinischem Urteil ermöglicht worden. Die dritte Gruppe von Schwierigkeiten entsteht, wenn der Mann nwh kinderloser Ehe gestorben ist und irgendwo, vielleicht in mtfermen Ländern, ein Bruder des Mannes anr Leben ist, der bestimmungsgemäß der Frau die Wijeder Verheiratung erst zu gestatten hat. Ebenso entstehen Schwierigkeiten, wsrn der Mann sich weigert, den Scheidebrief zu gfben oder die Scheidm»g an unerfüllbare Bedingungen knüpft, pder im Falle linheilbarer Geisteskrankheit des Mannes. Die Religion ist unveränderlich, das Leben muh mit der Religion in Einklang zebrack t werden. Ww Frauen haben die Pflicht zu helfen. Ir England hat sich pine Vereinigung zur Verbesserung der gesetzlichen Stellung der! Jüdinnen gebildet, deren Beistrebungen aas da« Nachdrücklichste gefördert werden > müssen. > Wesentlicke Hilfe kann gebracht werden, istdem man durchs Be- ' lehrung auf! Verminderung vjon Eheschließungen ohne^esetzliche Registrierung hi.i »wirkt. Mittelbare Hilf^tann durch Erziehung gebracht! werden in religiöjser, wirtschaftlicher und in? sittlicher Beziehung. ' j > Das Referat wurde durch Mitteilungen von Frauen aus dem Osten über die Verhältjnisse namentlich in Polen erg inzt. Ganz besonders wurden di!e zum Teil unleidlichen Zuftinde gekennzeichnet,!>ie durch d^e sogenannte Stille Chuppe ver-, ursacht werden. Dieser Zststand gibt auch den gewissen wen Mädchenhändler l» die Handhab^ für chr Treiben. Jnlder Dis- H kufsion wurden diese Mihstästde und Schwierigkeiten stark unterstrichen, Man war sich über die Notwendigkeit rtni$, im Osten Aufklärung zu schaffen, wie Fkaü Eschelbacher gefordert hatte. Berschiekene Auswege zur. Beseitigung der Mißstände wurden!angedeuiet, praktische Vorschläge jedoch naturgemäß nicht gemacht. lieber dieNotrpendigkeit, baldigst wirksam einzugreifest, bestard keine Meinungsverschiedenheit. Das ganze »var ein! Appell!an die jüdischest Frauen und darüber histaus an die gesamte jüdische West, tatkräftig auf die Lösustg dieser Frage hinzpwirken. > i I!! u - Gemeinöeverlreter-Sitzung! vom 6^ Dezember 7928 Bericht vo» Tr. Rech »ritz. Ein- Ter Vorsi ladungest zu Dabei hebt en Arbeitsstätte de ihres Vorstande Perle, hiermit Wohlfahrt und Auf VrNschlag Tagesordnung, jüdische»! Hand die Aenderung! .MiiMtniittiiiiiiiiiiifeiMiHMijiiH>MtmHiM.ntJimiiimmM.nimm.imitMuiiMMMnimmMMtilimmiMmiiiiimMtiMMiiin ende J.-R. P e i s.e r gäb,eine Anzahl hanukkahseiürn und Einweihungen bekannt, esonders! hnvor die- Einlveihnng der steuen „Peab"i hie unter der tatkräftigen Leitung , insbesondere des Vorsitzenden Herrn Pugen in ersprießliches Werk auf dein Gebietst der er produktibcn! Arbeitsfürsorge geleistet Habe, es Vorsitzenden werden Pimkt 2 und der länisich dre Resolutionen des Zenträlverbdndes »crker unk» per Antrag des Vorstandes! über der TarlehNsbestimmungcn der Mittelstandsdie Kinder als unehelich. Es gibt den Vernrerk „unverheiratet" trägt, sich anderwärts von neuem verheiraten, während die Fräu ohne Scheidebrief eine neue Ehe nicht eingehen kann. Dies, Verhältnisse werden noch erschwert durch die zahlreichen Eheschließungen in sehr jungen Iahrest, durch die wirtschaftlichen Verhältnisse, die viele Männer zur Auswanderung über See veranlassen, und durch die sogenannte „Stille Chuppe", d. \ di, Eheschließung durch Anstecken des Ringe» unter Aussprechen der Formel auch ohne Rabbiner und Beabsichtigte Anspr! , , Grat für Herrn 'Ge^eiißrat Wallstr.I 9, am! 20. Jann im Gemeindebvro, Wall o ch er» bei den» > stlations-Empfang Goldfeld iin .Gemeinde-Sitzungssaal, ar 1929 bitten wir tunlichst vorher tr. 9, anzumelden. ntnwiiiiMiiiim»»iHsiiiiiiuiiiini||iiiiiiwiHiimiMinMi wiMHitfmtnHHHMiHwilmmmiimimMimiHWWiitwiwwMMniwiliieineiHWwiwi imtiNMiiHHituiHtiiniiiiiiiHiHiiiiiaiiiauiiiiiiniiiiitiiiiiinuiiiiimMiHniiiiuuHmiiHHniiMww