Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 5 (1928)
- Issue
- 9 (9.1928)
- Date
- 1928-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 9 Btolauet Indische» OemeioOeblat! 155 Sigmund 2ampel: „Vorgeschichte de» israelitischen Volke» und seiner Religion". 1. Teil. Die Methoden. 1928. Verlag 2. Kaufsmonn. Frankfurt a. M. 160 Seiten. Preis geheftet 4 Mk. Nach 15 Jahren kann als eine neue neuesten Funde und Grundlage verwertet. Bon den drei Teilen, die das'ganze Werk umfassen soll, liegt jetzt der erste Teil vor. Er gibt ein« gute Einführung in die heut in der Bibelwissenschaft oorwallenden Untersuchungsarten, während der zweite die Vorgeschichte des israelitischen - Volkes und der dritte die der israelitischen Religion zum Gegenstände hat. Der als Orientsorfcher einen guten Namenbesitzende Verfasser bekämpft sowohl den extremen Radikalismus einzelner liberaler Bibelforscher — auch in unseren Reihen —, wie di« Passivität der konservativen — namentlich in unseren Reihen —. und redet einer vermittelnden Auffassung das Wort, die, bei aller Achtung vor der Ueberlieferung, auch die freie Forschung zur Geltung kommen lassen will. Das Buch verdient eine «eit« Verbreitung, besonders in Religionslehrerkreisen, denn im Unterricht, namentlich in den höheren Klasien, kann es dem Lehrer eine gute Stütze im Fache der Bibelkunde und -stunde werden. Halp. Au» Vergangenheit und Gegenwart der Juden und der jüdischen Gemeinden in den Pos euer Landen, von Rabbiner Dr. Heppner und Lehrer Herzberg. (Breslau 1928, Selbstverlag, Antonienstrahe 24.) Bon dem bekannten, seit 1904 erscheinenden und schon oft besprochenen Werke über die 2uden in der Provinz Posen ist endlich wieder ein« Lieferung, Heft 25, erschienen und behandell die Gemeinden: Schubin, Schulitz, Schwarzenau, Schwerin a./W., Schwersenz (woher auch zwei Breslauer Rabbiner stammten). Schwetzkau, Stenschewo, Storchnest, Strelno (Heimat des Dichters Ludwig Iacobowski und des Nobelpreisträgers Professor Abraham Albert Michelson), Tirschtiegel. Tremessen» Unruhstadt-Karge, Usch, Welnau, Wielichowo, Wilatowep, Wirsitz, Wissek, Äitkowo und Wollstein (Anfang). Besonders allen ehemaligen Posenern sei die Anschaffung des Werkes oder auch nur des betvessenden Heftes wärmsten« empfohlen. Bis jetzt wurden 122 Posener Gemeinden, beginnend mit Adelnau, in dieser Arbeit behandelt. WilliamWaldemarPetersen: „Da» Iler im allen Testament." (Ein Beitrag zur modernen Tierschutzfrage.) 1928, Frankfurt a. M., Kauffmann. 83 Seiten. Brosch. 2 Mt., geb. 3,50 Mk. Ein wertvoller Beitrag zur Bekämpfung der Gegner des Schächtens, die den Juden Grausamkeit gegen die Tiere vorwersen, seitens eines christlichen, dänischen Tierarztes. Aus der Anführung der von Tieren handelnden Stellen des alten Testaments erbringt der Verfasser den Beweis für die Tierfreundlichkeit der Juden, die nicht, wie bei den Wilden, aus Furcht, sondern aus Pflicht hervorgegangen ist. (S. 78.) Man kann mit vollem Recht, sind die Worte des Verfassers, das Verständnis des jüdischen Volkes für die Pflicht de» Menschen gegen die Tiere als Richtlinie für den modernen Tierschutz verwenden. (S. 81.) 2m ganzen ein der Beachtung werter Versuch, di« Vorwürfe zu entkräften, die gegen uns. seitens der Schächtgegner erhoben werden. B. G. Die jüdische Arbeit»- und Wanderfürsorge versendet das soeben erschienene Heft 3 ihrer Zeitschrift. Es enthält einige überaus wichtige und interessante Aufsätze. Rechtsanwalt F o e r d e r - Brestau gibt in seinem Aussatz: „Der Begriff der Deutschpämmigkeit" einen Beitrag zur Reform des Fremdenrechts in Deutschland. S. Adler-Rudel -Berlin schreibt über die bisherige Regelung des Rechtes der ausländischen Arbeitnehmer in Deutschland, indem er die dringende Notwendigkeit ihrer Revision darlegt. Das Heft enthält ferner einen wichtigen Aufsatz des polnischen Ministers S o k a l über die Trennung der Auswandererfamilien (Agunoth), des weiteren einen Bericht von Dr. Kreutzberger -Berlin über den 2nternationalen Kongreß für Wohlfahrtspflege und Spzialpolitik in Paris. Außerdem bringt die Nummer eine sehr reichhaltige Rundschau, die über Wanderungsfragen, die Wiener Kreditkasie für Kleingewerbe und Kleinhandel, Berufsberatung, Fälle aus der Praxis usw. berichtet. , S. K a a tz: „wellfchöpfung»ära und Wissenschaft", Berlin, M. Poppelauer. Preis 1 R.-Mk. In geistvoller Weise sucht der wissenschaftlich unermüdliche Hindenburger Rabbiner in einer Schrift, die dem Andenken seines über Oberschlesiens Grenzen hinaus gewürdigten, früh verstorbenen Bruders gewidmet ist, das Verhältnis von Mischer Zeitrechnung, die jetzt 5689 zählt, „nach Erschaffung der Welt", und wisienschaftlichen Behauptungen, die ganz andere Zahlen und Zeiten errechnen, zu einander zu klären. Auf Grund eines ausgebreiteten biblilch-talmudischen Materials, das er meisterlich beherrscht, kommt der Verfasser zu dem Schluß, daß die in unseren Kreisen üblich« 2ahreszahl mit der Zeitrechnung der überlieferten israelitischen Urkunden eng Zusammenhänge und keinen Anspruchs aus wissenschaftliche Gülligkeit zu erheben brauche. Zugleich läßt der Autor es offen, welchen Zeitraum die 2ahre der jüdischen Weltära umschließen. Wir empfehlen das anregend und flüssig gesckriebene Büchlein, dessen Preis sehr niedrig ist, angelegentlichst zur Anschaffung, zumal angesichts des eben angebrochenen neuen 2ahres unserer Zeitrechnung. Besonderem Interesse dürste es begegnen in den Kreisen von Lehrern und erwachsenen Schülern, da die in dem Büchlein angeschnittene Frage zu den Lieblingsthemen in den neuerdings üblich gewordenen „Fragestunden" gehört und auch sonst häufig im biblischen Unterricht auftaucht. erha. HW fttt8pap WgiWM Sitzung ■ . . der Gemeindevertretung Oktober 1928. 181/» Ühr pü esordnung:> iktlich. D o n n e r sjt a g, den 18. Tagl 1. Mitteilungen- 2. Wahl eines H. stellvertretenden Vorsitzenden. 3. Erhöhung des Titelb „Prämien der Chorknabeit Alte Synagoge". ■ J 4. Einmalige Beihilfe Schwesternheim. 5. Vertrag mit dem Betein „Synagoge zum Tempel"^ 6. Grabstellentarif für Crweiterungsfeld Rohde auf Friedhof Lohestraße.! 7. Ausschlagung eines Vermächtnisses (Lax). 8. desgleichen! (Oelsner). 9. Annahme eines Legastes. 10. Derwaltungsbericht.! Gehkime Sitzung. 7 Vorlagen. Bi Am Schlußfest, d. findet zweimal Bo 1 Peifer, Justizrat itr auf ) ckanntmachutzg Die Besucher unserfr> Alten Synagoge machen Folgendesaufmerksam: h. Sonnabend, den 6. Oktobet d. I., i> inittags-Gottesdienst statt; <m den übrigen Tagen des Laub Mtenfeftes nur einmal. Breslau, im September 1928. ' ■ ' j Der Vorstand der Synagogen-Ge'mtzinde. Bestimmungen — für den Gottesdienst am Slmchas-Ihora-Aeste. Sonnabend, der, 6. Oktober 1928, 17Vfe Uhr. Um der gefährliches Ueberf^llung früherer Jahr, vorzubeugen, bestimmen wix hiermit für den Gottesdi,nst am Simchas-Thora-Feste: 1. Kinder unter 6 Jahren haben keinen Zutritt in das Gotteshaus.. i ' - 2. Beim Umzuge müssen die Kinder allein gehen; Begleitpersonen werden nicht zugelassen. .! -3. Es soll tunlichst yicht mehr als eine erwachsen^ Person in den Tempel begleiten.! Sobald der untere Raum gefüllt ist, müssen Kinder und Erwachsene sich auf die Empore betzebeni. 4. Bei der Neue nl Synagoge wird nur der Eingang durch den Garten am Schweidnitzer-Stadtgraben geöffnet, und zwar V2 Stunde vor Beginn des Gottesdienstes, also uns 17 Uhr. Breslau, im Septenfber 1928. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde. Bekanntmachung. Den oerehrlichen Gemei idemitgliedern, die mjr regelmäßig Zeitungen und Zeitschriften zwecks Verteilung an die von mix betreuten Insasien der Heilstätten Herrnprotsch und! anderer. Anstalten zustellen, spreche ich auf diesem Wege meinen herzlich ten Dank aus. "! ' Rabbiner Dr. Halpersohn. Allen denjenigen unserer Gemeindemitglieder, die unserem Rausch-Haschanoh-Aufruf! zu einer Spende für die Aermsten des ^olge gegeben haben, sprechen wir iinschen zum Jahreswechsel herzlichsten iabbiner der Synagogengemeinde. früheren Mittelstandes hiermit mit den besten Dank aus. Die wir bitten um Veachtvug des finzeigenLeiles Der Haushaltsplan 1928/29 liegt im Druck vor und lpird im Büro, Wallstraße 9, auf Perlangen an jedes wahlberechtigte Gemeindemitglied kostenlos abgegeben. Der Vorstand.der Synagogen-Gemeinde.