Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 5 (1928)
- Issue
- 5 (3.1928)
- Date
- 1928-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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80 Breslauer TüdischesGemeindeblall 3 2 t. 5 „Deine Lehre ist meine Lust" lpsalm 119, 77] am 33ni Vi Der eiserne Schmelzofen Aegyptens kommen Jakobs, aus Familien und Sb schaffen. Es mar das Schicksal dieses Härte des Leides zusammengeschmiedeti zu damals aus dem Lande der Pharaonen Körper eines Volkes. Diesem Körper!m verliehen werden. Diese Seele Israels, ist feine Thora, deren Offenbarung das Fest der Wochen geweiht ist. , Wieder ging der Weg zur weiteren und Tränen. Israel mußte die schwere Wanderung erdulden, um sich schließlich einte Gemeinschaft vor dem Gottesberge So war die Wanderung eine qualoolüe, Seligkeit, Lust und Freude, wie sie sich khis ..Deine Lehre ist meine Lust". Man Lehre. Man freute sich der gottgewollten daß diese Pflicht schwer und mühseligj zi J man trug getrost die Beschwerden des! Ä die Freude stand. Das ist das Geheimnis ' welche denn Außenstehenden unter der , erliegen scheint. Ihnen ist es keine L-st Diese als Anbeter des goldenen Kalbes n rufen: „Lieber ist mir die Lehre deines 90! von Silber -unb Gold." In diesem Sinne der Offenbarung und freuen uns unseres Rabb. »atte aus den Nachmen-ein^Dolk gelkes, nur durch die werden. Doch was ctuszog, war nur der ilßte erst eine Seele geistiger Inhalt, demnächst zu feiernde llendung durch Leid Pein de^ Wüsten- «juch als seelisch verlagernd zu finden. , aber das Ziel war prnht in dem Worte f ein Fest für die Pflicht. Man wußte, erfüllen sei. Aber eges, weil am Ziel dieser Gemeinschaft, des Gesetzes zu sondern eine Lust, e^schrieenen Menschen undes als Tausende feiern wir das Fest Glaubens, Ho ff mann schu Last Or Die Arbeit öes Jüdischen Zrcvenbunües Die Hauptversammlung des Jüdischen Frnuenbundes, Drtsgruppc Breslau, wurde am 19. März 1928, vormittags 11 Uhr, im Repräsentantensaal der Synagogengemeinde von der Vorsitzenden, Frau Beate G u t t m a n n, vor zahlreich erschienenen Mitgliedern eröffnet. Hie fand im engsten Arbeitskreise statt, da alle Kräfte für las Jubiläum im Herbst gespart werden. Als Vertreter des Vorstandes der Jüdischen Gemeinde war der Vorsitzende des Jüdischen Wohlfahrts« mtes, Herr Sanitätsrat Dr. Bach, als Vertreter des Jüdischen Wohlfahrtsamtes Herr Wohl- 'ahrtsdtrektvr Glaser anwesend.! Frau G u t t m a n n gab einen Tätigkeitsvebicht der Ortsgruppe und erwähnte,. dankend die Arbeit der Beratungsstelb, die den Hilfesuchenden der Gemeinde für all ihre Sorgen osfensteht. Sie arbeitet, im engen Zusammenwirken mit der Gemeindeschwester, d e über 2700 ambulante Fälle und 1150 Fürsorgewege wahrgenommen hjat. Eine Zufluchtsstätte iür stellungslose und zur Zeit obdachlose Fragen! und Mädchen besitzt die Ortsgruppe in einem Zimmer, Büttnerstraße -2! i. Diese Stätte soll der Anfang eines Zufluchtheimes sein. Die Ortsgruppe ist dem Stadtbund Brislmer Frauenvereine angeschlossen, im Breslauer Haussrauenbund per reten und gehört dem Bund deutscher Frauenvereine an. Der VorstgnI hat sich durch Kooption erweitert, eine Wahl findet erst im nächsten Jgh e statt. Besonderer Dank gebührt dem Vorstanh >er Synagogengemeinde, der die. Bestrebungen des Jüdischen Frauenhui des mit großem Wohlwollen und Verständnis sowohl in materseler wie ideeller Weise unterstützt. i Es folgten die Berichte der verschiedenen Konimissionen: Die K i n d e r s ü rs o r g e (Berichtetst itterin Frau E m in y Vögelst eins umfaßt drei Hauptgebiete: 1. Gesundheits- und Wirtschaftsfürsorge,! 2. Bekleidungsfürsorge/! > 3. Erholungssürsorge.i L Im Jahre 1927 wurden vierteljährlich . irska 190 Fälle bearbeitet. Durch Vermittlung des Jüdischen Wohlfahrt latntes konnten zahlreiche Kinder mit Lebensmitteln versorgt werden. Dw Vereinsvormundschastsfälle von Kindern unter 11 Jahren bearbeitet der Bereinsvormund, Herr Direktor Glaser, gemeinsam' mit der Kindersirsorgerin des Jüdischen Frauenbundes.! Die Bekleidungsfürsorge wird alljährlich Hir Zeit von Chanukkah für notleidende Schützlinge, gemeinsam mit d4niLogen, dem Chanukkah- ■ komiree und Wohltätigkeitsoereinen organisiert; Besonderer Dank gebührt dem Schwesternverein der Gesellschaft Eintracht, die außer Bekleidungsgegenständen eine größere Summe sammelte. Im letzten Jahre konnten in gemeinsamer Arbeit insgesamt 247 Kinder bekleidet werden. ^Durch die Erholungsfürsorge wurden; 112 Kinder in geeignete Kindererholungsheime, wie Kifsingen und Kälb^rg, sowie Flinsberg gesandt. Aus das von der Breslauer Ortsgruppe! geschaffene Flinsberger Kinderlandheim entfielen 139 Kinder mit 3817 Werpflegungstagen. Die Kinder kamen zurück durchschnittlich mit einer Gewichtszunahme von 4—8 Pfund, körperlich und seelisch gestärkt; den erzieherische Einstuß ist oft noch größer,, als der gesundheitliche. Gewinn Das Heim steht unter Leitung einer Schwester Oberin und wird streng rituell gesülrt. Die Kosten für die unbemittelten Kinder Breslaus werden gedeckt du ch einen Zuschuß der Jüdischen Gemeinde, der städtischen Schulkinderpf ege und durch Patenschaften, wovon mit warmem Dank Kenntnis gegeb m wird. Die gesamte Arbeit der Kinderfürsorge wird geleistet von der S'kretärin des Jüdischen Frauenbundes, der zur Seite eine Anzahl ehnnamtlich tätiger Damen stehen. Seit November 1927 ist an Stelle unserer langjährigen, verdienstvollen Kinderfürsorgerin Frl. Eichelbaum, mich Vorbild aller größeren Wohlfahrtseinrichtungen, eine Akademikerin gewählt worden, und zwar Frl. Dr. Oppenheimer. In der nicht von Kindern belegten Zeit fanden durch Vermittlung unseres Büros 89 Schulentlassene und Damen des Mittelstandes im Flinkbergqr Heim Austiahm,. Dank der unermüdlichen Arbeit und Hilfe des Kuratoriumsmitgliede > Herrn Regierungsbaumeister Richard Ehrlich ist das! Heim zu einem stattlichen Bau geworden. Gönner und Freunde haben zur Ausgestaltu ig eines Baderaums mit Duschvorrichtung und Setzunj von 8 Oesen beizetragen. Besonderer Dank gebührt unseren Vertrauensärzten, den Herren Dr. Breslauer. Landsberger, Alfred Cohn, Prager, sowie den Aerzten des Jüdischen Krankenhauses und Dr. Schäfer, Flinsberg. Das Kleinkinderheim Krietern (Berichterstattcri i Frau Johanna Cohn) ist in einem schönen, lustigen Hause bei Schotlländer-Stistung, mitten in einem großen Gatten, außerordentli h zweckentsprechend untergebracht. Im Sommer 1927 wurde Warmwasserversorgung angelegt; eine Veranda dient Luft- und Sonnenbäde n. Das Heim ist ständig mit ca. 20 Kindern belegt, wovon 4 Kinder in der Säuglingsabteilung untergebracht sind. Eines davon würde mit elf Wochen, anfangs mit der Mutter ausgenommen. Herr Dr. S t e i n i tz hat in dankenswerter Weise die ärztliche Aussicht übernommen: der Gesundheitszustand ist ein guter. Auf dem Grundstück wird ii diesem Sommer eine nachgehende Fürsorge für erholungsbedürftige Kinder eingerichtet. Die Arbeitsgemeinschaft für Adoption (Berichterstatterin Frau Meyerstein) ist eine Zweigstelle der Elberfelder Zentrale, die ihr Arbeitsgebiet über ganz Deutschland ausdehnt. Die Nachsrc ge nach Kindern ist so groß, daß ihr leider nicht in allen Fällen Rechnung getragen werden kann. - Der Mädchenklub (Berichterstatterin Frl. Mülle:, seine Leiterin, Vorsitzende Frau Lisbet Cassirer). An fünf Abenden in der Woche finden sich ungefähr 20 Mädchen zu Geselligkeit und A:beit zu sammen. Ein Weißnähkursus wird veranstaltet, ein englischer Kursus, Grimnastik- und Diskussionsabende. Im Hallenschwimmbad wird geschwommen, wie überhaupt der Sport gepflegt wird. Monatliche Theaterbesuche von der Volksbühne für .50 Psg. sind angesetzt. 47 Mitglieder wurden zu Chanukkah einbefchert, 10 Mädchen nach dem Flinsberger Landheim entsandt. Der Klub erfüllt seinen Zweck, er schafft sei len Mil gliedern ein Heim, ein wohliges Zuhause. " Der Jugendbund (Jünglingsbund) (Berichterstattern Frau' S i t t e n s e l d, Vorsitz Frau Sänger, Leiter Herr Neustadt) veranstaltet regelmäßige Vorträge und arbeitet sonst in der gleich >n Weise wie der Mädchenklub, aber gemeinsam mit der Frankl. Loge, mit Unterstützung des Jüdischen Wohlfahrtsamts. 16 Mitglieder find; u einem Gartenbauverein zusammengeschlossen. Gartenbauland steht j ur Verfügung, ein Arbeitsgebiet, das für die Gesundheit und körpei liche Ertüchtigung sehr bedeutsam ist. Die Tuberkulosefürsorge! (Berichterstatterin Frau L i s b e t E a s s i r e r) leistet gemeinsam mit dem Jüdischen Wohlfahrt samt ergänzende Fürsorge. Es wurden 76 Fürsorgssälle bearbeitet, d e sich in der wöchentlich zwischen 17 und 18 Uhri tagenden Tuberkulosen!, ratungsstelle, Gartenstraße 20, gemeldet hatten. Unser Vertrauensai zt, Herr Dr. Landsberger, der sich in dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt hat, untersucht alle Gemeldeten,; die (Hemeindefchwester prüft die häuslichen Verhältnisse. Don den 76 Fällen kamen 21 nach Heilstätten, wie Nordrach, das uns eine Freistelle zur Verfügung stellte, un) wo sich unsere Pfleglinge überaus wohl fühltest, 3 nach Soden, 3 midi Meran. 3 nach Herrnprotsch, 2 nach Wyk, je einer nach Görbersdorf, Wölfelsgrund, Blitzengrund, Lomnitz, 3 nach Reinerz. 2 nach Weidenhof. Zufchüsie zu eigenen Reisen erhielten vier, in 42 Fällen wurdest Lebensmittel ausgegeben. Von der Gemeinde wurden uns 3000 Mark zur Verfügung gestellt, die bei weitem nicht ausreichten, der Jüdische Frauenbund hat 400 Mark Beigesteuert. Allen Fällen schließt sich nachgehende Fürsorge an. Der von Frankfurt a. M. ausgehende Losverkauf zur Errichtung eines Männerheims wurde gemeinsam mit dem Jüdischen Wohlsahrtsaistt durch Absatz von 800 Losen gefördert. Die Brautausstattungskasse (Berichterstatterin Frau Gottheiner, Vorsitz Frau Anno Simonsohn) besteht seit Februar 1927; sie konnte bereits 10 Bräute stiit Geld und Wäsche unterstützen. Zur Sammlung von Wäsche werden Truhen in die Häuser bemittelter Bräute gesandt. Die Erholungsfürsorge (Berichterstatter^ Frau| (Brett B i a l) konnte 85 erholungsbedürftigen, erwerbstäligen Dameit zu der notwendigen und wohlverdienten Reise verhelfen. Sie steht in engster Fühlung mit der Erholungsfürsorge des Jüdischen Wohlkahrtsa nies. Die Arbeitsgemeinschaft gewährt nicht nur einen Reiscbeitrag, sonderst sie iveiß genau, wohin jede Erholungsbedürftige fährt, und ob auch der ganze, zur Reise notwendige Betrag vorhanden ist. Für diejenigen, die sticht »er-- reisen konnten, wurde eine örtliche Erholungsfürsorge im Äurqarten geschaffen. ' Die Rentnerinnenfürsorge (Berichterstatterin Frau Grete B i a l) hat ca. 65 Rentnerinnen zu einem Bunde zusammengeschlossen, .der 3 mal wöchentlich in den Räumen des Mädchenklubs tojgt. Alle-