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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1928-04-01 · 4 (4.1928) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
5 (1928)
Issue
4 (4.1928)
Date
1928-04-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Breslauer Amttiches Blatt der Gynagogmgemetnde m Breslau! SchtWettung: Verwaltungsdirektor Dr. Nechattz, Breslau. Wallstraße 9 I Druck und Anzelgen-Armahme- Drucke, ü Ln. Schatzkg MtlengefeNfHast Verlos: Büro der Sgnagog engem ein de, Breslau» Wallstr. - / Tel. 7t 1612 | Breslau! 3, Neue Graupenstraße Nr. 7 / Fernsprecher Ntng 8331 u. 8332 An^riampert«: »I» 6 o*ft>. AUMmenr-LeNi etcr fttrtn Ttoum 16 Pfg. — 3M laufenden aiuftraotn 3 totem. Verantwortung W.4 Für die unter dem Namen des Verfassers erscheinenden Artikel und die Deretnsnochrtchten übernehmen wir nur Me Pr cheges etzliche 5 3. Ladrg. adBai April 192 v£ct)cc uns unsere Tage zählen, damit wir ein Herz . voller Weisheit heimbringen l" . V» Wir Menschen sind recht verschieden in bezug auf körperliche und geistige Anlagen, auf Gemüt und Willenskraft, auf Temperament und Stellung zum Leben und seinen Gütern und Freuten. Was der eine liebt, ist dem andern ein Greuel, was der begehrt, läßt jenen gleichgültig. Mancher legt sich über jede seiner Handlungen Rechenschaft ab, während sehr viele von uns in den Tag hineinleben, ohne sich zu fragen: Leiste ich auch, wozu ich fähig -bin? Verabsäume ich nichtvon all dem, was mir auferlegt ist? So groß aber die Verschiedenheiten innerhalb der menschlichen Gesellschaft sind, so trifft doch ein altes Wort auf die allermeisten Menschen zu, das auf einer Tafel an der Ostwand einer hiesigen Synagoge verzeichnet ist: „Der Mensch sorgt und bangt um den Verlust seir es Geldes, allein er sorgt und bangt nicht um den Verlust sieiner Tage; sein Geld nützt ihm dabei nicht viel, seine Tage Indessen, die er nutzlos hat verstreichen lasten — sie kehren nicht wieder.!" Zumal in jungen Jahren machen sich die wenigsten Menschen! Gedanken darüber, wenn sie Tag um Tag, Woche um Woche,! Monat um Monat und vielleicht auch Jahr um Jahr verstreichen lassen, ohne eine nützliche, jedenfalls ohne eine gemeinnützige Leistung zu vollbringen, und erst, wenn das Alter naht» die Zeit der ohnehin verminderten Leistungsfähigkeit, dann kyminen w-hl manchem dieser Sorglosen Bedenken, und auf dem Sterbebette hat sich gewiß schon mancher die bange Frage gestellt, welches war denn nun eigentlich der Zweck meines Lebens? j Ob wir Juden uns in dieser Hinsicht wesentlich von der übrigen Menschheit unterscheiden? Kaum! Die Gedankenlosigkeit findet sich be^ allen Glaubensgemeinschaften, Völkern, Rasten, jwie es andererseits auch überall einzelne besonders ernste, verantwortungsbewußte Menschen gibt. Unser Judentum jedoch will — wie das Bewußtsein der Verantwortlichkeit überhaupt — so auch das Gefühl für den Wert der Zeit in uns wachruf^n und festigen, und darum lehrt es uns, die Tage zählen, damit unser Herz dadurch an Weisheit gewinne: darum schreibt es uns vor, 7 Wochen lang, zwischen dem Feste der Offenbarung und dem der Gesetzgebung, die beide ja auch Erntefeste sind, die kostbaren Tage und Wochen zu zählen und so jedes Tages und jeder Woche Bedeutung uns klar vor Augen zu führen, damit es uns dann möglich werde, den Ertrag unserer redlichen Mühewaltung einzubringen. Möchten wir Alle, Alte und Jujnge, diese Vorschrift erfüllen und ihren Sinn begreifen und sö ast Weisheit und Erkenntnis wachsen, wie es unsere heilige Hehfe will. Rabb.! S i m 0 n s 0 h n. Gründung eines jüdischen Museum«. Auf Anregung des Gemeindevorstandes hat eiN hierfür eingesetzter Ausschuß, unter Vorsitz von Justiflrat Hirschberg, die Vorbereitungen zur Gründung eines Musleumsverefns getroffen. Dieser Verein ist nunmehr gegründet und hat die Werbearbeiten und die sonstigen Vorbereitungen für die Einrichtung eines Museums energisch in die Wege geleitet. Wjenn der Verein die zü erwartende Unterstützung bei den schlesischen Gemeinden und ihren Mitgliedern findet, so ist zu hosfeU, daß in absehbarer Zeit zwei oder drei Räume in Angliederung an ein städtisches Museum mit jüdischen Kunsterzeu;n«sten aus der Vergangenheit und der Jetztzeit von Schlesien der Oeffentlichkeit über; eben werden können. lieber die Notwendigkeit, die verstreuten jüdischen Kunst- und Kultusgegenstänhe, insbesondere auc) die aus den kleinen, dem Untergang gerpeiWn Gemeinden, auch des abgetretenen Gebietes, zu famnrelp und durch Sa, )verständige kunstkritisch zu würdigen, braucht kein Wort ver oren zu werden. Dem Verein haben sich bereits prominente «sachverständige auf dem Gebiete der jüdischen Kunst und des jüdischen Wissens zur Verfügung gestellt, j Eine Anzahl Mitglieder sind dem Verein bereits beigetreien.! Weitere Meldungen von Gründern {500 Mk. Beifrag), Stiftern!flOO Mk. Beitrag) Mitgliedern {10 Mk. Jahresbeitrag) ijmb (gemeinden (100 Mk Jahresbeitrag) werden erbeten! an! den v-- v-- Museumsvereins, Herrn Max Silber lerg, oder an den Schriftführer, Herrn Felix straße 8.! Gemeindeoertrjrter vom 28. März 1 «Sitztmg . 1028.! ' Bericht von VerwaltungsdlirGktor Dir. R e ch n i tz. Der Vorsitzende, J.-R. P e i kommission der Gemeindevertretü gelegten Etat seit einer Woche dun aber wegen der Tagung des Prei Fraktionen zur Vorbereitung dei ausgerpicht. Deshalb hätten sich Etatsbsratung zu vertagen. Er st vorlagf heut zur Beratung. H^rr Gins berichtet darauf meinds und über die Steuerpoli hätten! sich, entgegen der pestim sammlung im vorigen Jahre, ,im so daß der Vorstand die Hörabsetzsi Vorschläge. Diese 10% dürften der Kultussteuer von 1927 mit Grunde zu legende Einkommen Industrie und Einzelhandel im al im Zwischenhandel, der eichen be aufkommen der Gemeinde! stelle, daher kein Anlaß. Der erhebliche Mark müsse notfalls aus dem s hierzugerade ausreiche. Die stimmig den Vorschlag des Dorstl herabzusetzen, befürwortet Daran1 ohne Aussprache nach dem Antrag! Auf Antrag von R.-^l. I a c Vorlage des Vorstandes beraten, Etr Vorsitzenden des Landsbergstraße 3. Perle, Landsberg- R. e r berichtet, daß die Etatsng' den vom Vorstand vorchberaten habe, die Zeit habe ßiskpen Landesverbandes den Beratung im Plenum nicht die! Fraktionen geeinigt, die lediglich die Steuerelle daher über die Finanzlage der Getik. Di, Finanzverhältniste stischen Sluffastung^vet Berpllgeimeimir günstig entwickelt, ng her K ütussteuer auf 10 % cillerdings nicht das Ergebnis Ip^pB haben. Denn das zu Jahre 192? war zwar bei IlgeMeinen gut, dagegen nicht >»eutenden Anteil am Steuer- Zui einer Hurrastimmung sel° Fehlbetrag von über 300 000 iebrfonds gedeckt werden, der ltskommnsian hat daher einantzes, die Steuer auf 10% f beschließt die Versammlung e des Verstandes. 0 b s 0 h n wird auch noch die der Akademie für die Wissen-

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