Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 5 (1928)
- Issue
- 3 (3.1928)
- Date
- 1928-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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SJQt Me 4^ - - Breslauer isches Gemein mtliches Blatt der Gynagogmgemeinde zu Breslau! Drukierei Th. pchatzku ÄMengefeNschoft 7 / Fernsprecher Ring 8551 u. 855* Schrifilritung: DerwalnmgSMreNor Dr- Rechnitz, Breslau, Wallstratze 9 I Druck und Anzelgen-Annahme: Verlag: Büro der Sgnagogengemeinde. Breslau. WaMtt. 9 / Tel. R. 1612 | Breslau 3, Reue Sraupenftratze Hn|iigRi(nl<: Sk i gdk. ANMineter-tzrtl« o#« km Raum 14 Dfg. — Sil laufenlwn Qluftrßgm Rabatt: dem Ramen des Versagers erscheinenden Artikel und Me vereinanachrichien lldernetzmen wir nur Me. presseqesrtzliche BeranNvl ü^qe öorNn^o Mürz 1928 Rr.S Zu Sabbath Kagodaul Nach einer alten Tradition gebührt diesem Sabbath die Bezeichnung „der Große", weil an ihm auf göttliches Geheiß das Lamr, ausersehen werden sollte, das in der Nacht des Auszuges der Israeliten aus Aegypten innerhalb jeder Familie zum Zeichen des Bündnisses mit Gott als Opfer gegessen weden mußte. Durch eine Tat Israels sollte dem Sabbath ivr dem Befreiungsfeste eine Auszeichnung verliehen we ben. Die „Tat" erscheint geringfügig und kaum als „Tat", und doch war sie wie kaum eine andere geeignet, jene deutliche und endgültige Lossagung vom ägyptischen Geiste zum Ausdruck zu bringen, die einer Befreiung von der Art, wie s e Israel zuteil werden sollte, vorausgehen mußte. Das Lamn war den Aegyptern ein heiliges Tier; dieses zu opfern ,nd zu essen hieß derAegypter Weisheit für Torheit erklären, Isteß das bedeutendste Kulturvolk seiner Zeit in seinen inr ersten Empfindungen verletzen. Darum war es etwas Grcßes, was Israel getan; hat es doch, das bis dahin geknechtete Sklavenvolk, den Mut besessen, gegen ein Wahngebilde so laut und so deutlich wie möglich seine Stimme zu erhebe,; und dem Herrn über Knechte die Herrschaft über den Geist streitig zu machen. Aber oer ein Haus einreißt, hat die Absicht, ein größeres, schöneres, zweckentsprechenderes an seine Stelle -zu setzen. Darum if: ein Loesagen erst dann eine vollendete Tat, wenn ihm das Neue, Große, Schöne folgt. Es mußte Israel zum Volk: der Religion werden, der Menschheitsreligion, die keinen Herrn und keinen Sklaven kennen will, die Menschenliebe nicht als ein Wort im Munde führen, sondern sie betätigen mutzte^ nn und immer eine Gelegenheit sich dazu bietet. Das Lammopfer war auch ein Zeichen unbedingten Vertrauens z, dem Wort Gottes. Tie. Gegenwart für das damalige Israel war schwer und-die Zukunft dunkel. Aber das Vertrauen, daß Gottes Gnade den Gegner finden und überwinden werde, das Bewußtsein, daß nur eine Geistestat die Zukunst erhalten könne, ließ Israel Wunder erleben und selbst Wunderkraft betätigen. Mag auch unserem Geschlecht die Gegenwart schwer und die Zukunft dunkel erscheinen, es muß Vertrauen auch 'in seine Kraft empfinden und zur Geistestat sich aufrasfen, die das Judesein nicht mehr als ein Hindernis, als ein Opfer betrachtet, sondern als ein Gnadengescher k, das uns die Zukunft verbürgt. Und wenn die Losreißung von heidnischem Geist notwendiger: >eise zur Schöpfung des monotheistischen Gedankens und zur Jsraelsgemeinschaft führen mußte, und Wenn ein Tag in der Geschichte Israels der erste Tag eines solchen ersten Beginnens genannt werden darf, dann ist er ein große, Tag, dann ist selbst ein Sabbath, sonst an sich schon der heilig te Tag, ein rott?, ein großer Sabbath! Rabbiner Dr. S a e n g e r. Jüdische Tuberkulose-Fürsorge Breslau. Beratungsstelle für Tuberkulos-Erkrankte und Gefährdete: Mittwoch, nachmittags 6—6 Uhr, Gartenstraße 20. Hememöevirtreter-^ihung vom 23. Februar 1028. Bericht von Verwaltungsdirektor Dr. R e ch n i tz. Die erste Sitzung im neuen Kalenderjahr eröffnet her Alterspräsident, Herr Kober, mit e nem kurzen Rückblick auf das vergangene Jahr, dankt dabei djen Ehrenbeamten und Beamten dafür, daß so g, t gearbeitet worden ist, wie die beabsichtigte Steuersenkung zeigt.i Er kittet hierauf um Vorschläge für die Wahl des erf en Vorsitzen den. Ter zur Wiederwahl vorgeschlagene^ Herr Justizrat P e , s e r wird hierauf mit 17 Stimmen gewählt. - - J.-R. Peiser übernimmt den Vorsitz mit einer kurzen Ansprache und leitet hierau r die weitere Wahl des Büros der Gemeindevertretung. Es w >rden gewählt: als stellvertretender Vorsitzender J.-R. Kalis i h mit 10 Stimmen, bei 6 Stimmenthaltungen, als zweiter 'tellvertrctender Vorsitzender Herr Martin F r a e n k e l mit 18 Stimmen, als erster Schriftführer R.-A. Jacobsohn mit 17 Stimmen, als zweiter Schriftführer Herr Gins mit 18 Stimmen. Die Gewählten nehmen die Wahl mit Tastk an. Nach Verlesung einiger Einladungen stellt der Vorsitzende den neuen Obersekretär,!Hcrrn Jaccb Singer, der. Versammlung vor.! Ueber die-Vorlage de^ Vorstandes, dem Darlehnsinstitut Fraenkelschcr Stiftungen zjir Verstärk,mg der Betriebsmittel ein weiteres zinsloses Darslehn von 2000 Mk. zu gewähren, berichtet Herr R.-A. Spitz. Er erjäutert die Geschäftsführung dieses für den Mittelstand äußerst segensreichen Institutes und tritt für eiste nachdrückliche Unterstützung und Erhöhung des Tarlchns namens seine!: Freunde ein, wenn nicht von anderer Seite demnächst Hilff gebracht wird. Herr Kober klärt die Andeutung dahin üüf, daß Herr Guido Neustadt eine erfolgreiche Werbeaktion zurBcschaffung weiterer Betriebsmittel eingeleitet liat. Die Gemeinde wird vielleicht dem Institut durch Ucbecnohme einer Bürgschaft weitere Betriebsmittel beschaffen können. Nachdem J.-R. Ka lisch und Frau Ollendorff sich für grcßzügige Unterstützung des Institutes eingesetzt hrben, wird!>ie Vorlage des Vorstandes, durch die das gesamte zinslose Tärlehn sich auf 20 000 Mk. erhöht, angenommen, wok ei der Vorsitzende die Erwartung ausspricht, daß der Vorstand pie demnächst an ihn gelangenden Anträge des Instituts wolftrollend prüfen wird. Punkt 4 der Tagesordnung, die Interpellation wegen des Artikels über die W »hlfahftspflege im Gemeindeblatt, und Punkt 5, betr. die Interpellation sorgen der Beihilfe an den Jüdischen Jugendwanderbund, sind inzwischen erledigt. Zu Punkt 6 der Tag« sordnung, bet :, die Resolution der Zionistischen Ortsgruppe, beantragt R.-A. Jacobsohn Vertagung bis zur Map beratung. - Nachdem aber J.-R. Kalis ch den Antrag auf Uebergamg zur Tagesordnung gestellt hatte, weil die? ersammluna «, den Unkten der Resolution, nämlich Beihilfe-für den Keren Hajessod, Beihilfe für die Jüdische Schule iw Breslau und jStteichung der Subi