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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1928-01-01 · 1 (1.1928) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
5 (1928)
Issue
1 (1.1928)
Date
1928-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Br«»l«««r Jüdisch«» ye«ei»d«bl«tt! ■■■■!' t .. Nr. 1 ji idischen Insassen — namentlich in der Jugendabteilung — f< jstzustellen. , . Am Schlüsse seines vor IVs Jahren veröffentlichten Ber chtes (viergl. Gemeindeblatt vom 19. April 1926) hat der Der-' ßjsier dieser Zeilen auf die Notwendigkeit verwiesen, den aus dfr Strafhaft Entlassenen durch Wiedereinreihung in das Heer dkr im Berufs- und Erwerbsleben Tätigen die Rückkehr zur «len schlichen Gesellschaft zu ermöglichen oder doch zu erleichtern. 3!ieser Appell ist heut nicht minder dringend, als reichlich vor Jahresfrist: eher ist er durch die inzwischen eingetretene Verschärfung des wirtschaftlichen Kampfes noch dringender geworden. Darum fei er an dieser Stelle dringlichst und.eindringlichst wiederholt, mit den Worten der Schrift: „Wenn dein Bruder neben dir in Not gerät und seine Hand sinken läßt, so stillst du ihn stützen, ob Fremdling, ob Beisasse, daß er lebe ti e den d i r" (3. B. M. 25, 35). ■ Halpersöhn.! Der Film „Lin Freitagabend" v^ird am Sonntag, den 22.. Januar 1928, und am darauffolgenden Sonntag, vormittags 111? Uhr. im eigenst hierzu Inieteten G l o r i a - P a l a ft. Schweidnitzer Straße 37, rch die rührige Mapuel Joel-Loge den Breslauern vorgefichrt rden. Dieser von der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen den in Berlin hergestellte Film zeigt in einer Rahmenndlung die verschiedenen Gebiete jüdischer Wohlfahrtspflege, Ifsbereitschaft und Brüderlichkeit und hat überall, wo er vor ührt wurde, außerordentlichen Beifall gefunden. Der Bnes- >er Vorführung geht ein einleitender Bortrag von Frau i u l a O l l e n d o r-f f voran. Niemand versäume, sich den lm anznsehen! Eintritt 1,30 Mk. I - Zum ^hema: „Jugendfürsorge"! Ich erlaube nur, so groß meine Verehrung für die tapfere Lork impferin für die Würde des jüdischen Wohltuus ist, gegen die schwere» . 2 nklagen, die der »on ihr verfaßte Artikel „Jugendfürsorge" im letzte» tzfemeindeblatt enthielt, Stellung zu nehmen. Die Juden, die in der e'Ngendsürsorae au erjier Stelle standen und stehe», sind solche, auf die ntr stolz sein können. Was den allgemeinen Tadel über diese Art des litohltuns betriiü, so darf ich mir auch hier erlauben, ohne die Einwände unbeachtet zu lasten, aus nirincr langen Lebenserfahrung etwas dafür sprechen z» lasten. Ich hob« kaum noch so viel aufreibend« Tätigkeit u lid ungewötmliche Pfliclsterfüllung, als gerade bei den schwierigen Vorarbeiten für solch« Veranstaltungen gesehen. Ich verzichte darauf, Namen von Mitarbeiterinnen aus allen Lägern zu nennen, Namen, die wirklich d nür bürgen, daß nicht Eitelkeit und Vergnügungssucht, sondern der ausr listige Wunsch, den Aerniften der Armen bcizuftehen, diese Menschen bfsexlken. Im Judentum heißt es: Geben ist nicht die größte Wohltat, ■fi hibcm geben machen. Und wieviel solche nicht leichte Bittgänge haben d!e Veranstalter unternommen. Der Sekt, der getrunken wird, „bannt arme Kinder Lebertran erhalten", isk erbettelt, wird dann reichlich bezahlt und oerhikst mit zu einem kolossalen Ueberjchuß, wie bei dem getadelten s rst. Daß die Glücklichen, die sich den vollen Luxus der Wohltätigkeit im unbegrenzten Geben gestatten können, bei diesen Gelegenheiten teils vorher, teils nachher am »leisten herangczogen werden, halte ich für kein nioralifches Bedenken. Die Tatsache, daß die meisten Menschen, aber bfsondcrs die Besitzenden, leichter zu Wohltaten geneigt sind, wenn sich üinen noch ein Vergnügen und Unterhaltung damit verbindet, ist leider lischt zu leugnen. Die edlen Menschen, die bei jeder Gelegenheit freudig gtben, sind uns allen bekannt. Es sind derer nicht viele. Hoffen wir ä)er, daß wir solchen Zeiten entgegcpgchen, wo diese in der Ueberzahl sind und die Notwendigkeit nicht mehr vorliegt, den Menschen Wohltätigkeit zu suggerieren. Flora Goldschmidt. Nachschrift der Schriftleituntz. Wir geben diesem Art fei ebenso gern Raum, wie der Darlegung der gegenteiligen persönlichen Lsnsicht von Frau Paula Ollendorsf «n der vorigen Nummer und erachten die Aussprache über dieses Thema mit je einen: Artikel für und wider f fr abgeschlossen.! j Zum Bericht des Jüdischen Wohlfahrtsamtes iU der voranpcgangenen Rümmer des Gcmeindeblattes wird-noch mitgtteilr, daß über die Kinderfürsorge des Frauenbundes im Mai 1928 3 iericht erstattet wird. Die Angaben im letzten Berichte des Wohlfahrtsamtes bezogen sich nur auf ein Dlerteljahr. G. Sludenlen-Witlagslisch.; Eine segensreiche Einrichtung hat die hiesige Manuel-Joel-Loge gctitvsfen. Bedürftige jüdische Studenten können sich völlig kostenlos on einem Mittagstisch beteiligen. Es ist nur nötig, schnellstens den: Sekretariat der Nkanuel-Joel-Löge, Ägnesftraße 5, die Adresse mitzuteilcn, worauf man nähere Mitteilung erhält. Ehanukkahfeier in herrnproisch. Am Sonntag, den 20. Dezember 1927, wurde für unsere 30 jüdischen Insassen in Herrnprotsch eine Chanukkahfeier veranstaltet, die einen durchaus würdigen und schönen Verlauf genommen hat. Herr Rabbiner Dr. Halpersöhn richtete eine erhebende Ansprache an die Insassen, während Herr Robert W , t i e n b e r g die üblichen Gebete verrichtete. Ansprachen hielten ferner iwch der Direktor der Anstalt, Herr Opolka. Herr Siegfried Preuß und Frau Professor Wohlauer. Fräulein Opolka brachte meisterhaft einige Lieder zum Vortrag, wobei eine Laborantin der Anstalt die Klavierbegleitung übernommen hatte. Auch die Jugend hatte sich diesmal in den Dienst der Sache gestellt. Schüler und Schülerinnen brachten musikalische Darbietungen und ein Theaterstück zu Gehör. Die Anstaltsleitung hatte für die Feier den Sitzunas saal zur Verfügung gestellt, der festlich beleuchtet wurde. Die Beamten des Jüdischen Wohlfahrtsamtes hatten die Feier bestens vorbereitet. Die Tische waren hell und freundlich gedeckt, auf denen auch die Gaben für die Insassen ausgebaut wurden. Die Anstaltsleitung. Frau Oberin und gndere Beamte hatten freundlicherweise durch ihre Mithilfe zu dem Gelingen der Feier beigetragen. Auch einige Spenden wurden uns hierbei zur Verfügung gestellt. An der Feier hat auch der Dezernent und.der Anstaltsarzt teilgenounnen. Die Feier wird allen Teilnehmern in allererster Reil)e aber auch den Insassen!— unvergeßlich bleiben. Allen denen aber, die zum Gelingen derselben beigetragen hoben, sei herzlicher und aufrichtiger Dank ausgesprochen. G. vom Israelitischen krankenhouse. jAls Nachfolger des dahingeschicdenen Herrn Sanitätsrat Dr. Paul Jungmann ist zum leitenden Arzt an der Augenstation des Israelin schen Krankenhauses Herr Dr. Willy Bender gewählt worden.! Herr Dr. Bender, gcb. 1891, in Tost O.S., studiert« isn München, Breslau, Berlin und Kiel, erhielt seine Approbation als Arzt im Jahre 1917 und war während des Krieges als Marine-Assistenzarzt! tätig. Don 1918—1920 bekleidete Herr Dr. Bender xine Ajfistentenstöllo an der inneren Abteilung des städtischen Wenzel Haucke-Krankenhauses und war dann bis September 1921 als Assistent am Hygienischen Institut der Universität Breslau tätig. Von! November 1921 bis Ostern 1924 war Herr Dr. Bender an der Universitäts-Augenklinik in Bern, woselbst er eine gründlich« sachärztliche Ausbildung genoß. Bereits von November 1924 bis zum Tode des Herrn Sanitätsrat Dr. Jungrnann, im April 1927, war Herr Dr. Bender dessen Mitarbeiter und Vertreter und verwaltete als solcher während der langbn Krankheit des Herrn Sanitätsrat Dr. Jungmann auch bereits vertretungsweise die Stelle des. leitenden Arztes an der Augenabtcilung deß Krankenhauses. ' Herr Dr. Bender, der auch zahlreick-e wissenschaftliche Arbeiten veröffentlichte, hat, seitdem er in Breslau tätig ist, sich einen guten Ruf und eine große Praxis als Facharzt für Augenkrankheiten efworben. L. I Führer durch die jüdische Wohlfahrtspflege. - Der neue Führer durch di« indische Wohlfahrtspflege, der eine:: Ucberblick über sämtliche Anftalfen, wie Krankenhäuser, AÜershein:e, Waisenhäuser, Kindergärten, Kinderhorte usw., ferner Jugendpflege cinrichtungen, Wohlsahrtsvereine und Organisationen in allen jüdischen Gemeinden Deutschlands geben soll, wird jetzt in Druck gegeben. Leider fehlen noch iinmer von einer ganzen Anzahl'von Wohlfahrtsenrrichtungen die notwendigen Angaben (ausgelüllte Fragebogen, Satzungen, Berichte ufw.j. Da es im größten Interesse der jüdischen Ocffentlichkeit liegt, daß der Führer vollständig und mit den treuesten Angaben erscheint, bittet die Zentralwohlsahrtsstelle der deutschön Juden, Berlin N. 24, Oranienburger Straße 69, dringend um' umgehende Uebersendung oder Ergänzung des Materials. 100. Geburtstag des sel. Herr» Louis vurgfcld. Am 2. Januar 1928 war die Grabstätte auf Friedhof Lohestraße im Aufträge der Synagogengemeinde in wirkungsvollster Weise durch die Friedhossverwallung sehr hübsch geschmückt worden. Der Vorstand der Israelitischen Kranken-Bcrpslegungs-Anstalt ehrte das Andenken des heiingegangenen Wohltäters, der sich durch die Errichtung einer hochherzigen Stiftung für den Neubau der gynäkologischen Abteilung unvergängliche Verdienste um das Krankenhaus erworben hat, durch eine mittags 1 Uhr am Grabe ftattfinüende Gedenkfeier. Zu diesem Zwecke hatte sich das Vorstandsmitglied, Herr Eugen Perle, mit Herrn Oberkantor Borin und den MinjanleuteN der Ärantcnhaussynagoge am Grabe eingefunden. Nach einleitenden Gebeten wurde das Kaddischgebet verrichtet und im Anschluß hieran von Herry Ob-rkantor Borin das Elmole rachmin-Gebet vorgetragen. Di« schlichte aber eindrucksvolle Feier wurde wfederum durch Gebet geschlossen.! Das Andenken dieses edlen Mannes, der ein Wohltäter der Kranken und Bedürftigen im edelsten Sinnendes Wortes war, bleibt in unserer Gemeinde für ewige Zeiten gewahrt. Die Insassen des Burgfeld-evtiftungshauses hotten einen prächtigen Kranz niedergelegt. j». feiert am 23. G. m. b. H., Herverslraße 33, früher Lissa Februar 1928 der Herr Isidor Be P. Die goldene Hächze, eniorchef r jber : i £?rmi . Firma Martin Becker, cker und'Frau Paula geb. Keiler, (Einsegnung Synagoge Rehdigerheim).

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