Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 5 (1928)
- Issue
- 1 (1.1928)
- Date
- 1928-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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reölauer Gemeindeblatt Amtliches Blatt der Synagogengemelnde zu Breöiau Schltftlettung: DerwaltungaMreN« Dr. CHetöotfc, 33re«laui Wallstrotze 9 | Druck und Anzelgen-Annahni»; Druckerei LH. Schatz^ ANtengeseNschasl Derlag: Büro der Gynagojgcngemetn&e. Breslau. Wallltt. « / Lei. TL 1612 | Breslau 3, Neue Äraupenftrfltz» Nr. 7 I Fernsprecher Ntng 833t u. 8393 amdg<nH»W: Ste t oOk. millifijli-Mlf rta deren Ttaum 14 Ofg. — SBC laufenden QtaftrOgcn 'XabatL ' Für N» unter oem Namen de« 73etfaffer« erfcheintnoen ' ihtttel und Me DereinsnachNchten übernehmen wir nun Me presseqesetzliche DeranAooMmg 3. 3c Iftra. 1 2anuar 1928 | i A Rr. 1 r i 1 - Das BH6 Ars Vaters I Bon Gemeinderabbiner Dr. Hoffmann (vers>,ätet). j Die Herren Rabbiner haben sich liebenswürdiger Weise bereit erklärt, Künftig regelmäßig für das Gereindeblatt eine kurze Betrachtung über das in der heiligen Christ im Laufe des Monats Gielesenc zu schreiben. Die L ichriftleitung. Alle diese Wochers hindurch lesen wir im Gltteshause aus dem heiligen Buche der Lehre von den Wechsel oöllen Schicksalen unseres Ahnherrn Joseph. Der verwöhnte Liebling des Daters wird als Sklave verkauft. Einmal wird er aus.der Niedrigkeit zum Vertrauten eines Fürsten empor; ^tragen. Eine verhängnisvolle Wendung wirst ihn ins Gesang his. aus dem er endgültig erlöst, emporsteigt zum Zweiten nach dem mächtigen Pharao, zum Herrscher und Retter des reichen und üppigen Aegyptenlandes. 1 In so vielgestaltigen Lebenslagen durchzuha fen und stark zu bleiben ist Kennzeichen einer besonderen El ärakterveranlagung. Der tieffte Grund seines Wesens Jpridit sich aus in den Morten an die um ihr Leben bangenden prüder: „Ich fürchte Gott." Bei ihm war in der Tat Gottesfurcht der Anfang aller Weisheit.! War aber nicht auch Joseph ein schwacher von dem es galt: Es gibt keinen Menschen auf Erd<y, der so gerecht wätt/daß er nur Gutes täte und nicht sündigte? Sind nicht auch an ihn die Versuchungen des Lebens he rangetreten? Gewiß, wir sehen ihn einmal den lockenden Rufen einer lasterhaften Fürstin beinahe erliegen. Was rettete ihn in dieser Entsc jeidungsstunde seines Lebens? Was ließ ihn rein und geläutert die Probe bestehen? ' lnsere Alten geben eine sinnige Antwort au diese Frage. Das ehrwürdige Bild des greisen Daters erhob s h vor seinen Augen und bewahrte ihn davor, sich im Sinnen,ausch zu vergessen. Was einst in grauer Vorzeit Tagen den Vättin begegnete, ist einste Lehre für die Nachkommen. Wenn r»r alles verlörest haben, das Bild unserer liebenswerten Litern verläßt uns liimmer. Wie viele von uns haben nicht das Glück, aus Häusern zu stammen, in denen die Ideale der Tugend» der Arbeitsamkeit und der Treue zum alten Glarben blühten! Halten wir solch heilige Erinnerungen lebendig in unserer Seele. Sie werden uns schützen und bewahren in ilen Lebensstürmen. Wenn die Lockung an uns herantritt, t e Glaubens untreu zu werden, wenn wir ver Lebenskampf aufgeben wollen, hier sprudeln fnsche Quellen unversieglicher Kraft. Tausend Trugbilder umgstukeln unsere SeelS und wollen sie in den Abgrund stoßen, Höhe! zeigt uns der Weg, das einige echte tmd das klare, untrügliche Bild des Vaters. 4f besonderen Wunsch von Herrn Rechtsanwalt Ist, eilt, daß der Antrag der Zionistischen Partei aus Lu! ren Hajesiod nicht „vorläufig zurückgezogen" woidh lem Bericht vom 13. Oktober 1927 in Rr. 11/1SN auf den Wunsch der Antragstellerin auf unbests rden ist. Das sei hiermit berichtigt, obwohl ich eil hled nicht zu erkennen vermag. r Fahne des Zweifelt den Aufwärts zur wahre Bild, re« Dr. cobsohn wird »oentionierung. n ist, wie es Zutznote heißt, e Zeit verachlichen schnitz. nsmtl i Gemelnäevertreter-Sitzaag ■ vom 15. Dezember 1927 Bericht von Verwaltungsdirektor Dr. R e ch n i tz. Zu Beginn der Satzung widnjet der Vorsitzende, Herr J^R. P e i s e r, dem j verstorbenen früheren langjährige« Mitgliede, Herrn Josef Kober warme Worte des Gedenkens, die die Anwesenden zu! Ehren' des Verstorbenen stehend anhören. Der Gemeindettertreter, Herr Wilhelm Kobers dankt dem Vorsitzenden und der Versammlung tief bewegt für die Ehrung seines verstorbenen Bruders^; Nach Erledigung eistiger Einladungen zu Chanukkahfeiern erledigte die Versammlung die umfangreiche aus 21 Vorlagen bestehende Tagesordnung. Die. folgenden wurden ohne größere Aussprache auf Vorschlag der Berichterstatter genehmigt: Das Abkommen mit dem Testamentslrollstrecker der Frau Emma Haase, verw. gew. Meister, über die ausgesetzten Grabpflegelegate (Berichterstatter R.-A. Spitzt der Verzicht auf Erhebung von Ansprüchen gegen, den Nachlaß der Freifrau v. Poschinger wegen der Legate von 20 000 Mk. mangels Masse (Berichterstatter R.-A. Spitz); 'der Verzicht auf Erhebung von Ansprüchen jvegen der. Vermächtnisse der Maschkeschen Eheleute aus CHarlottenburg (Berichterstatter R.-A. Jacobsohn); die Lieferung der Dienstkleidung und Dienstutensilien an die Schächter (Berichterstatter R.-A. Dr. Grebzinasch); die Anschaffung eines Harmoniums für die Wochentagssynagoge am Angstr (Berichterstatter Herr Gins); der Umbau des Srtzungs-Ziimmers II als Büro für die Steuer- und Kasualienabteilung!nebst Kartothek (Berichterstatter Herr Martin Fraenckel). Tse Vorlage auf Genehmigung eines Prozeßvergleiches wird jin die Geheime Sitzung verwiesen. Bei der Vorlage ajtf Erhöhung der Vergütung sfür die Chorknaben der Alten Shnagoge um 300 Mk. jährlich, wegen ihrer Mitwirkung am Jugendgottesdienstc, die vom Berichterstatter Herrn Kober zur Annahme empfohlen wird, fragt R.-A. Spitz/ ob lediglich! der Mangel eines Chores der! Grund für den schwachen Besuch des Jugend-Gottesdienstes sei. Er verweist auf den Artikel von Landrichter Seeligssohn in der Jüdisch-liberalen Zeitung, der anregt, Gottesdienste aus der Jugend heraus ohne Zutun der Gemeinde zu veranstalten. Nicht billigen aber könne er die Art der Probeabstimntungen, wie sie in der letzten Zcif unter Schülern stattgefunden matte,^ die nicht ausreichend unterrichtet gewesen seien, um fvas es sich handele. Herr Wald stein legt dar, wie stark sich die Ausschüsse in letzter Zeit mit der Frage der Jugendgottesdienste beschäftigt hätten. Es sei schwierig einen Gottesdienst für die Jugend im Alter von 6—20 Jahren zu veranstalten und er fordere alle au ( Anregungen zu der Ausgestaltung der Jugend-Gottesdienste zu geben. Die Schülerabstimmungen seien nicht von der Gemeinde ausgcgangen, daher könne er hierüber nichts sagen. Nachdem Herr Kober auch über die Verhandlungen des Kr Üus-Ausschstsses I wegen der Ausgestaltung des Jugend-Gottesdienstes berichtet hatte, wurde die Vorlage des Borstau des angenommen.