Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 4 (1927)
- Issue
- 12 (9.12.1927)
- Date
- 1927-12-09
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 12 =(= Q3reel«|utr Jüdisch«» Gemeind «blatl 195 anstalterp als verlorene Liebesmüh' erfvarien, weil es sich hier um soziales Verantwortungsgefühl und soziale Gesinnung handelt, über die es, wenn beides nicht vorhanden ist, keine Diskussion geben kann, wenn die Zentrale sür Jugendfürsorge nicht auf dens wichtigen Gebiete der Jugendgerichtshilfe, als Organ der öffentlichen Jugendfürsorge, wirkte. Wir müssen verlangen, daß soipohl die verantwortlichen Leiter der hiesigen Justizverwaltung als auch der Magistrat und die Stadtverordnetenversammlung die Geschäftsführung der Zentrale für Jugendfürsorge daraufhin prüfen, ob ihr nach diesem Beweise sozial-pädagogischer Unfähigkeit noch die Durchführung der Geschäfte der Jugendgerichtshilse anvertraut werden können. Nach uifserem Dafürhalten ist zu fordern, daß -das Jugendamt, das nach dem Rcichsjugendwohlfahrtsgefetz auch nach der Uebertraguna von Ausgaben an Vereinigungen der freien Wohlfahrtspflege die Verantwortung für die gesetzlich gegebenen Aufgaben der Jugendfürsorge behält, die Jugendgerichtshilse beschleunigt in eigene Verwaltung übernimmt und auf die Mitarbeit von Angehörigen der „besten Gesellschaftskreise" verzichtet, die ihrem Vergnügungsbedurfnis, dos ihnen im übrigen niemand schmälern will, eine höhere Weihe nach außen zu geben trachten, indem zum Besten einer armen, gefährdesen Jugend, eine reiche, behütete Jugend gemeinsam mit ihrer Verwandtschaft und Freundschaft slirtet, tanzt und sichamüsiert. i Der obige Artikel (Volksmacht 2. 12. 27) entspricht in seinem kritischen Teile öollständig der Ansicht, die! der Jüdisch« Frauenbund seit Jahren vertritt und leider noch immer verteidigen muß.I Ist es jüdische Ethik, Menschen züm Champagnertrinken zu nötigen^! damit kraulen Kindern Lebertran eingelöfselt werden kann, und Tliaskenscherze zu treiben, damit sür Säuglinge Windeln geschafft werden? fragt Bertha Pappemheim.. Es ist gegen unsere Sittenlehre, zum Bestien Notleidender rauschende Feste zu feiern und dies der Oeffentlichkeit, also auch den Bedürftigen selbst, mit allen- Mitteln der Reklame , mitzuteilen. Wo bleibt die Würde jüdischen Wohltuiss, der Sinn der Zedakah, der mit Gerechtigkeit und Nächstenliebe übersäht wird? Bor einigen Jahren, als hier ein Wohltätigkeitsfest zum Besten des notleidenden Mittelstandes öffentlich angekündigt wurde, protestierte die Unterzeichnete in der Stadtverordnetenversammlung entschieden gegen eine solche würdelose Veranstaltung und sämtliche Parteien des Hauses stimmten ihrem Anträge bei, daß die Stadt und ihre Organe sich hon solchen und ähnliches Mittelbeschaffungen sernzuhalten hätten. Der Jahrmarkt der Eitelkeit fühlte sich getroffen, und Angriffe und Vorwürfe hörten nicht auf, alle mit dem Refrain: woher sollen wir sonst die Mittel nehmen? Zunächst hat eine genaue wissenschaftliche Statistik, bearbeitet von Dr. Albert L e v i, dem unermüdlichen' Kämpfer gegen diese Art der Wohltätigkeit, und Frau Sihonie Wronsky, die eine sehr lesenswerte Schrift darüber veröffentlicht hat, ergeben, daß die eingekommenen Beträge den Auslagen für die Feste durchaus nicht entsprechen, oft darunter bleiben, selten ein „kaufmännischer" Erfolg ffrrö; Selbst wenn ein „glänzender Ueberschuß" auszuweuen'wäre, was beweist das? Nur, daß eine Anzahl von Personen sich vergnügt haben, deren Gewissen und deren Verantwortlichkeit ohne Zweifel hätten geweckt werden können, auch ohne» Feste für Zwecke beizutragen, die dem inneren sittlich-religiösen Aufbau der Gemeinschaft dienen, der sie angehören. Es erfordert eine große, schwere Erziehungsarbeit, diese?„Wecken der Verantwortlichkeit, aber Ist diese über deg Augenblick hinaus wirkende Arbeit nicht einträglicher, als ein einmaliger Vergnügungserfolg, der mit dem sittlichen Wesen einer Religionsgemeinschaft nichts zu tun hat, sondern geradezu im Widerspruch dazu steht? Sollten die großen Kräfte, die füt Feste und Bazare verbraucht werden, nicht viel Nutzbareres schaffen, weny sie in den Dienst verantwortlicher Erziehungsarbeit gestellt werden? Jeder Die schlanke Linie die rassige, geschmeidige Spottfigur, macht jugendlich und wirkt immer vornehm. Weg mit dem überflüssigen Fatt, wog mit den plumpen Formen. Werden Sie schlank, elastisch, biegsam, graziös I Schon in sehr kurze' Zeit erreichen k le einen schönen Erfolg, wenn Sie auf unseren Rat hören. Nie ht jedes beliebige Entfettungsmittel eignet siel i für diesen Zwook. Sie wollen zwar' schlank werden, aber kei le eckigen, scharfen Gosichtpzüge bekommen, d. h. nicht alt a isseben. Deshalb dürfen Sie keine Entziehungskur machen, boi dem nur den bewahrten Apotheker Kemdl's Entfettungs-Te< „Die schlank* Linie“ benutzen.;' . Lesen Sie, was Damen und Herren sagen, die unsere Ratschläge befolgten: .... .daß ich ln der kurzen Zeit.so rapid abnah daß auch nur die geringsten Nachteile I fir meine Gesund l>em*rkbar machten; im Xjegenteil, lcli kann Ihnen ve 'daß ich mich wohler und .kräftiger n ich der Abnaht Frau K., .Ton 160 auf 150 Pfund anrelangt. Ich fü glücklicher, frischer und gesünder. S -nden Sie mir sutzuhg der Kur. Frau K., .Was Turnen, Sport, Gymiastlk, Punktro nicht erreichen konnten, hat Ihr Entf< ttungs-Tee bewirkt. Ich bin schlank geworden und fühle mfe i wieder jung und wohl. Ich Werde nicht verfehlen, Ihren Tee überall zu empfehlen. , Frau E„ Berlin. .Obwohl ich erst ein Paket' rerbrauebt habe, hat sich mein .Gewicht doch schon um etwa 3 Pfund verringe’t. Auch fühle ich mich bedeutend freier und wohler. Sie dürfen deshalb versichert sein, daß ich Ihren Entfdttungs-Veo „Die schlanke Linie“ in meinem Bekanntenkreise auf das wärmste empfehlen werde. Herr P-, Leipzig. Bel Gebrauch von Apotheker A-Kerndl’e Entfettnng*-Tee„Die schlanke Linie“ ist keine besondere Dttt nötig, man trinkt Ihn und lebt sonst wie bisher. Er wird von jedem ausgezeichnet vertragen, verursacht weder Appetitstörungcn noch Schlaflosigkeit, wie andere Entfettungsmittel. : j Varswchan Sia Ihn! j Paket RM. 2.50; 5 Pakete ausreichend für eine Kur RAI. 11.— i portofrei. » r Wir garantieren: Rückzahlung des vollen Betrages, wenn durch den Gebrauch unseres Tees kein Erfolg erzielt wird. In den Apotheken erh<lich,j sonst durch unk, Alleiniger Hersteller: Apotheker A; Kerndl Chem. pharm. Gesellschaft m. h. H., Berlin SW 48 Wllhelmstr. 208. — Postscheckkonto: Berlin 381080. ILrtv der Breslau! m Rru Tel. Al Haus in all« Komforfabl. 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