Mannheim
Compact Memory

Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1927-11-18 · 11 (18.11.1927) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
4 (1927)
Issue
11 (18.11.1927)
Date
1927-11-18
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/3970005-7569520-7569581--0657-3970614
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

»82 : SmiIiiii JSdifche« 0emcf atcllctf Rr. 11 Recht kann der Verfasser sein Buch als „Tradition einer Familie" betrichnen^ die als vorbildlich anzusehen ist bei Beurteilung aller kulturellen «cstrebungen im ostdeutschen Judentum. A. M., Berlin. Neli!many: „Schachtsrage und jüdische Speisegesetze". Diese Schrift sisi veranlaßt durch eine andere Schrift desselben Verfassers: „lieber die «idische Religion in Gegenwart und Zukunft", die durch die Deduktionen des Verfassers als Vegetarianer zu Jrrtümern in seiner Auffassung der Lchächlsrage geführt hat. Ich fürchte, daß die jetzige Schrift neue Jrrnimer Hervorrufen wird. Die Schächtfrage ist für all« Juden, auch die nicht rituell lebenden, wegen der antisemitischen -Motive so wichtig, daß sich über diese Frage nur hervorragende Physiologen. Religionsgelehrte Uid Praktiker des Schlachthofwesens äußern sollten. Zu diesen gehört »r Verfasser nach eigenem.Geständnis nicht. Wer sich über die Schächt- 'jtage und ihren neuesten Stand unterrichten will, dem seien folgende Schriften empfohlen: „Die Denkschrift des Verbandes bayrischer israelitischer Gemeinden", die Schriften der Physiologen Prof. Sir Wm. P. Boyliß: „Die jüdischen Gebote des Tierschlachtens zu Nahrungsckoeckeir Mus dem Englischen) und, Geh. Reg.-Rat Dr. Tereg „Gutachten «tr. das jüdische Ritualschlachtverfahren" sowie auch das Gutachten des Tierarztes Dr. S. Lieben: „Ueber das Verhalten des Blutdrucks beim Hchächtschnitt". * 4’ Die antisemitischen Motive des Schächtfrage werden jedem vorurteilsfrei Denkenden klar bei dem iBüchelchen von Heinz Anders: „Tier und Äienfth", Phylax-Verlag, Berlin SW. 68. Es behandelt die vielen Arte» der Tierquälerei, z. B. bei der Jagd, ljcm Rennsport, dem Anglersport, den Stierkämpsen und nicht zu vergessen bei der nichtkoscheren Küche. So lange die Tierschützler nicht gegen diese' noyorischen Tierquälereien ooraehen, werden sie niemand glauben Machen, daß ihr Vorgehen gegen dl s Schächten allein den Schutz des ^ieres bözweckt. R. auseinandergesetzt hat, daß jüdische Religion und jüdisches Volkstum untrennbar miteinander verwachsen sind, schlägt er in dem letzten Kapitel, das von der Zukunft des Judentums spricht, als einzig mögliche Lösung der Judenfrage! die Eindeutschung* der Juden vor, zwar „in ehrlichem Bekennen zu seiner Abstammung und freier Ausübung seiner Religion", jedoch „unter völligem Verzicht auf sein Volkstum". Diese Lösung — man mag an sich zu ihr sieben, wie man will — überrascht nach allem Vorangegangenen, da sie damit — schon wegen der vorher gekennzeichneten, dieser Lösung sich widersetzenden Stellungnahme der Deutschen — keineswegs jin widerspruchslosen Einklang zu bringen ist. Die von tiefem historischen und völkerpsychologischem Verständnis zeugenden geschichtlichen Ueberblicke, die Objektivität und durchaus vorurteilslose, ehrkiche Gesinnung, die aus jeder Zeile sprechen, machen den Wert des Buches aus. H. > » Oucllenbuch zur jüdischen Geschichte und Literatur, von Dr. Julius Höxter. III. Teil.Deutschland, Frankreich und Italien im Mittelalter. I. Kauffmann Verlag, Frankfurt a. M., Schillerstraße. 1927. Preis IM Mk. jm Ganzleinenband. Lange fordert man mit Recht sür wirksamen Unterricht ist jüdischer Geschichte und Literatur eine systematische üuellensainmlung, wel ho Prcb.-n des Schaiieiis unserer Denker und Dichter c!lt. aber auch inneres Leben und Geschichte unserer Ahnen veranschaulicht. Hier ist sie: sie will Freunden der aory-agenden Methode Anschcuungsitosf, Anhängern der arbeitsschulmäßigen Lehrart den Baustoff verinitteln, den Leser den Stoff wirklich trieben, jede Erscheinuiw aus ihrer Zeit verstehen, aus der Fundgrube jüdischer Vergangenheit Wissen und Willen, Liebe und Kraft gewinnen lassest fürs Judentum, für bewußte und starke Anteil» ihaie am jetzigen jüdischen Leben. — Ein Glückauf zu dieser trefflich«.» Aerösfeutlichung, auf deren,weitere Bände ich schon jetzt gespannt bin. Die würdige Ausftättung möge nicht unerwähnt bleiben. < Prof B u ch h o l z. * Dr. E r f ft Ioerges : „Die weltgeschichtliche Bedeutung des Judentums und seine Zukunft". Verlag Karl Curtius, Berlin. Als Deutscher, dem das Wohl seines Vaterlandes am Herzen liegt, chfchäftiglt sich der Verfasser --- frei von allen parteiischen Vorurteilen — mit der Lösung der Judenfrage in Deutschland. Er zeigt in kurzen Zügen Re Entwicklung der Judenheit ass Volks- und Religionsgemeinschaft im Rahmen per Weltgeschichte, insbesondre der Geschichte Deutschlands. Mit chiner angeborenen Eigenschaft des Hich-Einfühlen-Könnens hat es der Lide stets verstanden, die ihm aus dein Bedürfnis feiner Zeit erwachsenen Aufgcchen zu erkennen und zu erfüllen und hat letzten Endes auch heute nur den Platz inne, den ihm die, allgemein« wirtschaftliche Entwickelung der letzten Jahre zuerteilt hat.!Mit umfassendem Verständnis und Scharfblick: sind die aus den jeweiligent Geistesrichtungen der verschiedenen Spochen sich ergebenden Stellungen per Wirtsoölker zu den Juden gekfknnzeichnet. Nachdem der christliche Verfasser in den ersten Kapiteln E. A. L o o s l i: „Die schlimmern Juden". Verlag des Pestalozzi- Fellenberg-Hausee, Bern und Leipzig. Der christlich« Verfasser rechnet in einem flüssigen, unterhaltsamen Stile gründlich ab mit allen den unsinnigen Anklagen und Vorwürfen, die von Antisemiten gegen Juden erhoben werden, und zwar nicht so sehr mit dem Rüstzeug wissenschaftlicher Forschung, sondern allein auf bekannte Tatsachen der Geschichte und Umwelt und auf den gesunden Menschenverstand sich stützend. Die Schrift verliert auch ihren Wert nicht dadurch, daß sie ihre Kritik anknüpst an die jetzt von Ford zurückgezogene Schmähschrift vom „Internationalen Juden" und die von ihm als Grundlage benutzten, längst als Fälschung erkannten „Protokolle der Weisen von Zion". R. Wir bitten um Beachtung ües Anzeigenteiles ÄUTOPARK FRIEDRICHSTRÄSSE R —I Doussan Einfahrten Neue Schweidnitzer' Straße und Höfchenstraße Farnruf Stephan 32 857/58 Spezlalverkstfltten fflr Auto - Reparaturen s / / Dampf - Vulkanisier - Anstalt / /; Großtankstelle Einstellung dauernd und stundenweise Tag und Nacht geöffnet Möbeltransport zwischen beliebigen Orten Wohnungstausch Speditionen aller Flrt Antonienstraße 40 \ Rt. 2871 »■«hllje N Goldmann L So xX Breslau 5, Tauentzienplah 6 <)J empfiehlt sich zur Lieferung von ^i/ bester oberscylestscher Hau-branbkohle. Brounkohien-BrikettS. Steiukvdlen - Briketts, Soskoks. Hüttenkoks und Holz. Telefon Rr. Ring 8*28 und 8*28. /\ LeIcbäktSzeit 8—fl Uhr. /\ * □ SSskiroSBurcx: □ &TWSt&ichu9ald ZD * £>• p g> Kut\ßrsdumedestc2jö €>nnst (BtctuMJcucLJnctgeti Äjf/Esm

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.