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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1927-09-19 · 9 (19.9.1927) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
4 (1927)
Issue
9 (19.9.1927)
Date
1927-09-19
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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34 Nr. 9 tSttfliRtt Jüdisch«» Die Kartenausgabe für den Iugendgottesdienst erfolgt durch die Religionslehrer und Religionslehrerinnen, das Gebetbuch ist im Genrindebüro für ILO R.-Mk, käuflich. Ohne das Gebetbuch ist der Eintritt nicht gestattet. Laubhültensest und Schlußfefl. iß. und ll; Oktober: abends 17,15 Uhr. l:L und 13. Oktober: vormittags 9. Predigt 10 Uhr. Rsachmittagsgottesdienst (Wochentagssynagoge): 11. Oktober: 16.45 Uhr, 12. Oktober: 17.15 Uhr. Festausgang 12. Oktober: 17,45 Uhr. lf. Oktober «Hojchana Rabba): morgens 6*£ Uhr. . und 16. Oktober: abends 17 Uhr. lf. Oktobers vormittags 9, Predigt und Totenfeier 10 Uhr. 1! Oktober! vormittags 9, Predigt 10 Uhr. R »chmittagsgottesdienst (Wochentagssynagoge): 18. Oktober: 16,30 Uhr, I 19. Oktober: 17,05 Uhr. Festäusgang 19. Oktober: 17,35 Uhr.! Thora-Vorlesung: li und 12. Oktober: 1. III. B. M. Kap. 23, Bers 23—44. * 2. V. B. M. Kap. 16. Vers 13—17. . Wahrend der Festwoche (13.—17. Oktober): III. B. M. Kap. 23, B.33—44. Am Sabbath der Festwoche (15. Oktober): 1. U. B. M. Kap. 33, Vers 12 bis Kap. 34, Vers 26. 2. NI. «. W. Kap. 23. Vers 42—44. lSt Oktober (Schlußfest): > 1. V. B. M. Kap. 15. Vers 19 bis Kap. 16. Vers 17.. 2. Hl B. M. Kap. 23. Bers 33—36. 19. Oktober (Sinichath Thora): 1. V. B. M. Kap. 33, Vers 1 bis Kap. 34, Vers 12. 2. I. B. M. Kap^-1, Vers 1 bis Kap. 2, Vers 3. 3. NI B M. Kap. 23. Vers 33—36. Konfirmation der Mädchen.. Der Untertichtskurfüs beginnt am 13. Oktober. Anmeldungen neßme ich täglich 9>-—10-L Uhr entgegen. Gemeinderabbiner Dr. V o g e l st e i n. Selbstprufung! Die chieder de ran nahenden Festtage erfordern von uns innere Einkehr. Sie tut jedem von uns bitter not, und schon ur ll ihretwillen sind diese hohen Tage ein Segen. Die Einkehr, ui» welche es sich hier handelt, betrifft eine besondere Art, ncrnlich in bezug auf unser Benehmen gegenüber den gottesdi mstlichen Einrichtungen des Gemeindelebens. Wie übel ist es do aber lqider oft bestellt! Schon an den Sabbathen: dieses Zuspätkoir men, dieses Zufrühgehen, eine oft ungenierte, geradezu ' empörende Art der Unterhaltung. Soll denn jenes Wort von der „Judenschule" Durchaus seine Berechtigung Gehalten? D<r taktvolle Jude wird gegenüber den Mitandächtigen bereits o i! r Beginn der Andacht eben diese gute Erziehung bewähren: Schweigen. oder zumindest nicht von Geschäften oder dergleichen reden. Wie so ganz anders wußten doch noch unsere Al<en die Festtage zu heiligen! Bereits im Heime nqymen die Vorbereitungen zum Feste ja nicht nur die armen Hchisfraueh in Anspruch, nein, auch die Baal-Battim beteiligten sich irgendwie. Damals hatte man freilich mehr Zeit als heute — und so, kam man allmählich in jene unentbehrliche Stimmung. Tagelang vorher wurden die traditionellen Melodien vo» Jung und Alt gesummt, geübt, und so fand denn das Fest eil« wohloorbereitete Gemeinde vor. So soll es aber auch sein. Ur» wieviel mehr gilt dies alles für die „Jomin nauroim", die Ehrwürdigen Festtage", die nun nahen. Darum, mdn.e werten Glaubensgenossen und -genossinnen, seid bitte pünktlich. Gehet und kommet leise,'streitet nicht mit den Platznachbarn he tum, laßt Alltags- und Berufsiorgen hübsch draußen, stehet mit de | anderen auf bei den herköGnnlichen Gebetsstellen, vollführet keinen Sängerwettstreit mit dem Kantor (er kann es ja doch bei Ter), gehet nicht vor der Predigt demonstratio hinaus, kri tisiert diese nicht kaut, machet keine Besuche bei Verwandten und Bekannten in derselben Andachtsstätte, unterlaflet die ach so geistreichen, humorgesättigten Bemerkungen über das Schofarblasen, verlaßt nicht ausgerechnet zu Muffaf am Dersötnungstage die Andachtsstätte, behaltet auch zur Totenfeier ruifig altere Kinder bei Euch, es wird ihnen wahrlich nicht schaden, wenn sie Euren Schmerz um teure Dahingeschiedene wcchrnehmen, vielmehr wird dieser Eindruck ihnen eher heilsam seit». Wartet wirklich am Jom-Kippur bis zum Schofarton. Eiüet nicht fluchtartig nach der Neilah-Keduschah ins Geschäft. Signalisieret auch nicht während des Gottesdienstes Euren Damen oben auf der Galerie, daß diese recht schnell nach Hause . eilest; Ihr werdet ja nicht verhungern. Schimpfet auch nicht Zimmer wieder auf die mit einer „Alijah" ausgezeichneten Leute, alle können ja beim besten Willen keine bekommen. Vielleicht im Nächsten Jahr Ähr. Ich muß schließen, sonst reicht der Platz nicht. Allen, die meine Ratschläge zu so beschaffener Einkehr beherzigen, ein herzliches „Schonoh Tauwoh!" B—z. An die deutschen Juden'. Die bedeutsame Zeit des jüdischen Jahres steht vor der Tür. Rofch Haschonoh und Jom Hakippurim rufen zum Gotteshause und zu 'stiller! Feier in den jüdischen Häusern. Aber ihr Aufruf zur Besinnung, zur Einkehr und Umkehr findet in unserer Mitte nicht mehr überall Gehör. Mancher ist gleichgültig, mancher ist seinen Brüdern und dem Gott seiner Väter fremd geworden. Andere sind unter der Last der Arbeit erdrückt. Die Zeit scheint dahin zu sein, da die geschlossenen Geschäfte der jüdischen Kausleute an Sabbathen und Festtagen, am RoschjHaschonoh und Jom Hakippurim ein stummes aber eindringliches Bekenntnis zu Gott- und zum Judentum vor aller Wett ablegten. Aus dieser 1 Unfähigkeit, unsere heiligen Tage zu feiern, sprechen Not und Drucks der jüdischen Seele. Unsere Verantwortung, unsere Sorge bewegt uns deutsche Rabhitter zu einem ernsten Wort an die deutschen Juden. Genug des Leids.i daß so vielen von uns der Sabbath, dieser Quellpunkt unseres Familienlebens, dje Wurzel der edelsten Tugenden unserer Gemeinschaft, der Tag unserer Seele, das Wahrzeichen unseres Glaubens, oerlorim gegangen ist. Sollen nun auch die ehrfurchtgebietenden Tage dem Materialismus mehr und mehr zum Opfer fallen? j>ie „Tage der Umkehr" nahen. Möchte ein jeder den sDillen und den Weg finden, die heiligen Tage ganz und ungeschmälert zu feiern. Möchtt jeder jüdische Geschäftsinhaber seine Angestellten von jedeir Arbeit an den hohen Tagen befreien. Möchten die Treuesten der Treuen, denen |es ein tiefes Bedürfnis ihres Herzens ist, der religiösen Pflicht gemäß Sabbathe und Feste zu feiern, weitherziges Verständnis bei allen ln Betracht kommenden jüdischen Persönlichkeiten finden. Euch alle aber bitten wir: Setzt alles daran, daß unsere Ruhe- und Festtage unserer jüdischen Gemeinschaft erhallen bleiben. Die Treue zum Judentum fordert Opfer. Aber ihr Lohn ist eine Ruhe des Gewissens, das Bewußtsein treu erfüllter Pflicht, die Festigung und Erhöhung des Juderaims. f “ Jfn Geiste eng mit'Euch allen verbunden, wünschen wir Euch den Segen der heiligen Tage. „Möge alle Sorge von Euch weichen; die Freude an Gott bleibe die Quelle Eurer Kraft!" Der Vorstand des Rabbineroerbandes in Deutschland. Todesfall. j Am 22. August verstarb nach kurzem schweren Leiden in Karlsbad, aw sie zur Erholung weilte, die Oberschwester des Israelitisches Siechenhauses Emmy Landsberger. Die Heimgegangene hat in vorbildlicher und aufopferungsvoller Weife sich den Ausgaben des JfraeliÜschen Siechenhauses und insbesondere der Fürsorge für die Insassen dieser Anstalt seit vielen Jahren gewidmet; ihr allzufrüher Heimgang wird allgemein bedauert. N fine -ein vereinsleben. H Tliifruf! Noch immer sind in unserer Gemeinde eine erhebliche Anzahl von Mitgliedern vorhanden, die nicht zugleich Mitglieder der Chewra Kadischa sind. An dieselben ergeht die dringende Bitte, sich nicht weiter von den großen Werken der Menschenliebe auszuschließen, die durch das Krankenhaus, die Altersversorgungsanstalt und das Eiezhenhaus in traditioneller Weise ausgeübt werden und deren Träger «e Chewra Kadischa ist. Nur, wenn die Mitglieder der Gemeinde in ihrer Gesamtheit dafür eintreten, wie es seit Jahrhunderten der Fall war, können diese Institutionen erhalten bleiben. Die Eintrittsgebühr beträgt 10 Mk., der Jahresbeitrag ebenfalls 10 Mk. Anmeldungen bitten wir zu richten an Israelitische Krankenverpflegungsanstalt und Beerdigungsgesellschaft, Breslau 18, hohenzollernftraße 96. Die Jüdische Volksschule; Rehdigerploh 3, bittet mtt Bezug auf ihr Inserat in dieser Zeitung die Eltern, die ihre Kinder ihr zusühren wollen, die Anmeldungen für. die Anfängerklasie baldmöglich st bewerkstelligen zu wollen.

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