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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1927-08-22 · 8 (22.8.1927) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
4 (1927)
Issue
8 (22.8.1927)
Date
1927-08-22
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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120 Dre«l«u«r Jüdische« ®emtlnb«bl«ll Nr. 8 Iü-isch-theologisches Seminar in Breslau Im Wintersemester )927f2S werden folgende Vorlesungen und ebungen gehalten 'werden: ■ Herr Scminarrabbiner Prof. Dr. Michael Guttmann wird lesen: 1. Talmud stat. Kethub. AbschN. Ill (29rt ff.) A, Mo. u. Mi. 8—9,21), Sn; fr 7,20. 2. Talmud Joma Abp,n. VIII (73b ff.), li. Di. £.30—11, Sr. 8—9,20. 3. Dezisoren: Eben Haezer Gittin (8 110 ff.), mit Uebungen in der Ausarbeitung halachischer Themata, Di. u. Do. 8—9,20. 4. Einleitung in die Gebote, Fr. 9,30—10,10. . Herr Dozent Dr. Isaak H e i n e m a n n wird lesen: 1. Leichte Sugjot aus Talmud Moed, U 2, Mo. u. Mi. 8 9,20. 2. Hebräische Grammatik, li, Di. 8—8,40, Fr. 9,30—10,10. 3. Einführung in die Grammatik des Biblisch-Aramäischen, Do. . 8—8,40. 4. Die alexandrinifch jüdische Religionsphilosophie, mit einleitender Uedersicht über die Entwicklung der griechischen Religion, Mo. 9.3«—N. . 3. Lettin re aus Bachjas Herzenspslichte», in Ibn Tibbons lieberfttzung iauch für weniger Geübte), Fr. 10,2«—11. fr. Einleitung in die aggadischen Midraschim, namentlich für A., Sa. nach dem Vrrinittagsgottesdienst. . 7. Ausgewählte Flüche aus Rafchis Thorakvmmentar. I!, «a. 5,2fr: 8,40- 5. Homiletische Uebungen, Fr. abends nach dem Gottesdienst. Herr Dozent Dr. 'Albert Lewkowin wird lesen. l l. Die Religionsphilosophie des >9. Jahrhunderis in ihrem Einfluß aus.das Judentum, Mi. u. Do. 10,20 - ll. 2. Da» Judentum und die geistigen- Strömungen der Gegenwart, j I. Teil: Der Naturalismus, Mi. ll 12, Do. 9,30—MIO. j 3. Die Psychologie des Iugendalters, Fr. 10,20—11. 4. Uebungen zur Religionsphilosophie des 19. Jahrhunderts, Mo. ,■ 4,3fr.—fr.; 5. Uebungen zu Nietzsche und Spengler, Di. -5—0,30. ij: J'ierr Dozent Dr. Israel 21. R a b i n wird lese»: 1. Bibeleregese: jj a) Jesaja 1-39, A, Di. 9;«»—10,10, Sa. .5,20 fr.; >>) Äon. II, li, Di. u. Do. 8,40- 9,20.!- e) Ausgew. Abschnitte au; "LN A u. li. Mi. i; 9,30—10,10. «I) IbnEfra als Kommentator und Gramniatiker, Di. .10,20— 11. 2. Geschichte: ,, a) Von den Anfängen der jüd. Staminesgeschichte bis;»>,> Untergang des Ephraimitischen Reiches, Mo. u» Do. 8,20—7. 8) Megillat Taanit u. a. talmukisch-histcrifche Quellen, Do. 7,2fr—8 ab.! 3. Talmud:! a| Ncdarim A, Fr. 8—9,20. 1>I Sanhedrin III, B 1, Mo. u. Mi. 8—9,20. jJ'xrr Direktor Glaser, Leiter des Jüd. Wohlfahrtsamtes, mit der iAbhaltung von Vorlesungen und Uebungen am Seminar beauftragt, iwird lesen:!: I. Die Ausgaben der Wohlfahnspflege; Fürsorgegesetzgebung: Kinder-!; und Jugendfürsorge usw. unter besonderer Berücksichtigung der ' ,1 jüdisch-sozialen Arbeit, Di. 3—4,30. j> 2. Praktische Uebungen: Führungen durch Wohlsahrtsanstalten, Teilnahme an Sitzungen und Veranstaltungen sozialer Fürsorge, ii Do. 3 4,30. I; Die Einrichtung weiterer Vorlesungen, insbesondere sür Abt. oittbt Vorbehalten. ' Beginn des W i n t e r - S e m e st c r s : 2-5. Oktober 1927. Alle Anfragen find an das Unterzeichnete Kollegium zu richten. Breslau, Wallstraße 14, 29. Juli 1927. ■ Das Dozentenkollegium des jüdisch-theologischen Seminars (Fraenkel'sche Stiftung) " Pros. (Buttmann, z. Zt. Vorsitzender. Turistentagung des Zenlraloereins deutscher Staatsbürger i jüdischen Gluubens E. v. I: Am Sonnabend, den 18. und Sonntag, den 19. Juni d. I., veran faltete der Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens eire von annähernd 400 jüdischen Juristen aus Berlin und aus dem Reche besuchte Tagung, die sich mit den Fragen der deutschen Justiz, sorleit sie Juden und Judentum betreffen, in eingehender Beratung des lhäftigte. In seiner Eröffnungsrede betonte der Vorsitzende, Justizrat Dr. Br »dnitz, daß der Zweck der Zusammenkunft nicht eine von politischen Ta jesaesichtspunkten veranlaßte Demonstration unter dem Zeichen irgendein >s Schlagwortes fein, sondern daß das Material des Vereins in ernster Arl seit geprüft und zur Förderung der deutschen Rechtspflege ausgewertet weiden solle. Selbstverständlich bedeute die Tagung keine Absonderung der jüdischen Juristen von ihren nichtjüdischen Kollegen. Landgerichtsrat Dr. Jacques Stern-Berlin zeichnete in leidenschaftsloser und geistig durchdachter Weise das Bild der „völkischen Rechts- und Stoatsphilosophie" unter besonderer Würdigung ihrer führenden Köpfe. Er kam zu dem Ergebnis, eine völkische^ Weltanschauung qls Grundlage von Recht und Staat mit dem Ziele der Entrechtung der deutschen Juden sei weder nhAosophisch noch geschichtlich zu begründen. Ihre Durchr sührung würfe Deutschland um Jahrhunderte zurück, isoliere es im Kreise der übrigen Nationen und mache so seinen Wicderausstieg sur alle Zeiten unmöglich. i Justizrat Dr. Siegsried Löwenstein-Berlin beleuchtete den „Entwurf eines Allgemeinen Deutschen i Strafgesetzbuches" und wies auf die Notwendigkeit hin, gewisse Bestimmungen, wie z. B. „Anreizung zum Klassen kamps" so zu formulieren.!wie die Gesamtinteressen des deutschen Volkes und damit auch der jüdischest Deutschen es auf Grund unserer Erfahrungen Rechtsanwalt ^r. Etich Eyck-Berlin beleuchtete In seinem Referat Die Stellung der Rechtspflege zu Juden und Judentum" an Hand einer sehr großen Zahl von Eisyelsällen, die einer eindringenden juristischen Würdigung unterzogen wurden. Er lehnte jede unzulässige Ber allgemeinerung bewußt ab, suchte aber die Gründe zu ermitteln, die zu de« festgestellten Fehlgriff«,, geführt haben. Der Bortrag gipfelte in der Forderung unparteiischer Gerechtigkeit, nicht npr um der deutschen Juden, sondern um des gesamten! großen deutschen 'Vaterlandes willen. ' Rechtsanwalt Dr. Bisuno Weil-Berlin schilderte in glanzvoller Rede auf b/eiter geschichtlicher Grundlage Wesen und Bedeutung des „Politischen Prozesses". Es wies darauf hin, daß dieser mehr und mehr noch der Revolution auch i« Deutschland ein Faktor des politischen Lebens geworden sei. Diese Tatsache erfordere dis Heranbildung von Ber teidigern, die die besonderen Erfordernisse des politischen Prozesses zu meistern verstünden. Wer in politischen Prozessen tätig sei, in denen es sich um deutsche und j jüdische Fragen bandele, müsse sich bewußt («leiben, daß sittliche Eigenschaften, geistige Gaben und Pflichterfüllung, nicht zum mindesten aber vaterländisches Empfinden dem deutschen Juden das Recht und die Pflicht geben, ihre tatsächliche und rechtliche Gleich slellung mit allen nichtjüllischen Deutschen zu erkämpfen. , Eine vielstündige Aussprache, an der Juristen aus allen Teilen des Reiches, darunter auch Unwerfitätsprofesforen und zahlreiche Richter, teil nahmen, brachte eine Fülle neuen Materials zu den behandelten Fragen. Juftizrat Brodnig konnte in seinem Schlußwort darauf Hinweisen, Laß die Tagung, wie erwartet, nicht dem spezifisch-jüdischen Interesse, solider» dem großen Rechtsinteresse unseres gesamten Vaterlandes gedient habe. Agudas öisroeh Orts- und Tugendgruppe Breslau. Im Rahmen der regelmäßige» Raufch-Ehaudesch-Zusammenkünsle sprach am Sadbath Nachmittag, den 2. Julft im dichtbesetzte» Lokal der Jugendgruppe der Generalsekretär der Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel, Frankfurt a .SM., Herr A. Leopold, über die „Idee der Agudas Jisroel". In iaüschaulicher und sesjelnder Darstellung zeichnete Redner das Bild der Enitmicklung der agudiftifchen Ideologie feit dem Kattowitzer Gründungslaä und berührte alsdann die von der Orgaui fation in dem seit ihrer Gründung verflossenen Zeitraum von 1-5 Jahren in Angriff genommenen Haupltätigkeitsgebiete. Der außerordentlich inter efsante Vortrag wurde von den 'Anwesenden mit lebhaftem Beifall aus genommen. Es wurde der Wunsch ausgesprochen, daß Herr Leopold, welcher voraussichtlich mehrere Wochen hier verweilen wird, um in Breslau und der schlesische), Provinz propagandistisch zu arbeiten, häufiger Gelegenheit nehmen möge, Aorlräge über Wesen, Bedeutung und Ausgaben der agudist'schen Bewegung zu halten.! Am Montag Abend, den ill. Juli, sprach Herr Leopold in Bad Kudowa im Saal des jüdischen Hotels Austria über „Gegenwartsaufgaben der gefetzestrcuen Jude „heit". Nach einleitenden Begrüßungsworten des Herrn Rabbiner Dr. I. Cohn, Breslau, an die erschienenen Kurgäste im Aufträge der Ortsgruppe Breslau warf der Redner zunächst einen Rückblick auf die Entstehunggefchichte der Agudas Jisroel, um alsdann ein Gesamtbild der einzelnen Tätigkeitsgebiete und ideellen wie praktischen Leistungen der Bewegung in Palästina und den Ländern der> Diaspora zu entrollen. Auf die Bedeutung der verschiedenen Ausgaben im einzelnen eingehend, betonte Redner unter Hinweis auf die »och immer in Palästina herrschende Wirtschaftskrise aufs Nachdrücklichste die ungeheure Notwendigkeit» das Erziehungswerk der Agudas Jisroel in Palästina nach Kräften materiell zu unterstützen. t I Reicher Beifall belohnte die iuieressaisten und instruktiven Darlegungen des Referenten. Mit einem Appells der Agudas Jisroel in ihrer Arbeit für die jüdische Jugend Palästinas helfend zur Seite zu stehen, schloß Herr Rabbiner Dr^ Cohn die Lersamistlung. Mitteilungen; des Jüdischen Arbeitsnachweises, Breslau 1. Wlallftraße 23. ll. Trotz der sinkende» tzrmerbslofenzisfern in den allgemeinen Arbeitsnachweisen ist die Zahl der jüdischen Erwersbslofen noch immer außerordentlich hoch. Besonders ist die Einstellut« von Angestellten jeglicher' Art in den Sommermonaten keineswegs gefördert worden. Die kommende Herbstsaison wird sicher wieder den Bedarf an kaufmännischen Arbeitskräften in allen Pranchen steigern, ünd wir machen daher alle ,ut»schen Arbeitgeber erneut darauf aufmerksam. daß wir über erstklassiges Personal fast au» jeder Branche verfügen, und daß wir bestrebt sind, den Arbeitgebern sür eventuelle Vakanzen nur geeignete Arbeitnehmer-zur Verfügung zft stellen. ^^Eitnehmer, die bei uns gemeldet sind, müssen im Besitz einer Meldekarte sein. Wer eiste solche stoch nicht erhalten hat. melde sich lofor» in unserem Büro, da nur die Inhaber von Meldekarten bei der Besetzung von stellen Berücksichtigung findend können. Sprechstunden: Männliche Abteilung Montag bis Freitag, 3—5 Uhr nachmittags, weibliche Abteilung Montag Ibis Freitag. 10—12 Uhr vormittags. > i

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