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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1927-07-17 · 6 (17.7.1927) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
4 (1927)
Issue
6 (17.7.1927)
Date
1927-07-17
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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86 3fkl|4<i Nr. 6 Moritz kinb Bertha Weißenberg-Stiftung vom Vorstand der Gemeinde Breslau verwaltet werden. Bon den, Zinsen der Stiftung erhält die Gemeinde Beuthen O.-S. vier Anteile, die Gemeinde Breslau sechs Anteile zwecks Verwendung zu dem angegebenen Zwecke. Auf Empfehlung des Berichterstatters wird die Annahme des Vermächtnisses besckstossen und der Vorstand ermächtigt, die behördliche Genehmigung zur Annahme nachzusuchen. Allen diesen Wohltätern dankte der Vorsitzende namens der Gemeindevertretung. In der Vorlage 7 teilte der Vorstand mit, in welcher Weise die von den Kqssenrevisoren im Jahre 1926 angelegte Dereiniachung der Verwaltung der Stiftungskapitalien durchgeführt worden ist. Es sind sämtliche Stiftungen durch eine hierfür besonders geeignete Persönlichkeit durchgesehen und nach dem jedesmal vorhandenen Werte und ihren Zweckbestimmungen n Gruppen eingeteilt worden/ Gruppe I umfaßt diejenigen Stiftungen, deren Vermögen durch die Inflation ganz verloren- >egangen ist und die bezwecken: Abhaltung von Jahrzeiten, ssamensverlesung und Grabpflege und dergleichen. Die >10 Konten dieser Stiftungen sind-in den Kassenbüchern ganz felöscht worden. Gruppe II enthält alle Stiftungen, deren Kapital nach der Aufwertung weniger als 300 Mark beträgt. Die erste Untergruppe dieser Gruppe umfaßt die Stiftungen mit den Zwecken i>er Gruppe I, ihr Kapital ist dem Fonds zur Erfüllung von '.luflagen überwiesen worden. Die Erfüllung ihrer Zwecke erfolgt aus diesem Fonds. Dadurch sind besondere Konten für :L0 Stiftungen in den Kassenbüchern fortgesallen. — die zweite Untergruppe umfaßt die Stiftungen unter 300 Mark Kapital, r »eiche wohltätige Zwecke verfolgen. Da diese Zwecke jetzt vom Wohlfahrtsamt erfüllt werden, so ist der Gesamtbetrag tfteser Stiftungen als ein gemeinschaftliches Kapital dem Wohlfahrtsamt überwiesen worden, wodurch 84 Stiftungskonten' fortgefallen find. — Diese Regelung der Stiftungen der Gruppe 1 cNd II betrifft aber nur die kassenmäßige Verwaltung. Die Stiftungsakten selbst bleiben erhalten und werden sortgeführt, s > daß jederzeit die Möglichkeit besteht, durch Auffüllung diese Stiftungen auch nach außen hin wieder selbständig, zu machen.! Zur Gruppe III gehören Stiftungen aller Art mit einem Slapital über 300 Mark. Für diese werden die besonderen L fönten beibehalten. Insgesamt sind von 593 Konten 414 fortgefallen,, so daß d r von der Revisionskommission angestrebte Zweck einer Entlastung der Buchführung erreicht ist. Herr Bankdirektor Sander empfiehlt als Berichterstatter die Genehmigung d fiser Regelung, die die Versammlung ausspricht. Zu Punkt 8 der Tagesordnung legt der Vorstand den bushaltsplan der Mora Salomon Leipziger Beth-Hamidrasch- Ltiftung vor, der auf Antrag des Berichterstatters Justizrat Psiser genehmigt wird. , Da nach dem Verlust des größten Teiles des Kapitals für dxn Stiftungszweck nicht mehr viel glfleistet werden kann, empfiehlt der Berichterstatter, später einn bl in Erwägungen einzutreten, wie man die Stiftung wieder wirksam gestalten könne. > Auf Antrag des Berichterstatters R.-A. Spitz genehmigt biss Versammlung die Auffüllung folgender Stiftungen: Der Max Schoepsschen Grabpflege-Stistung mit 200 Mk. diirch Herrn Justizrat Steinau, Berlin-Charlottenburg, Kursüf'stendamm 187. Der Louis und Johanna Schlesingerschen Kaddischsliftung mit 225 Mark durch Herrn Max Schlesinger in Bftslau, Reichspräsidentenplatz 6.! Der Heimann und Johanna Gaßmannschen Grabpf^egesti tung mit 750 Mark durch Herrn Albert Gaßmann in B teslau, Gartenstraße 51.! Der Salo und Natalie Lachmanrl'schen Grabpflegestiftung in t 300 Mark durch Herrn Viktor Lachmann in Breslau, Angustastr. 81, und Herrn Leo Lachmann Berlin, Lützowstr. 78. Des Adolf Pinkus'schen Kaddisch-Legates mit 200 Mark dutch Herrn Ludwig Pinkus in Breslau, Telegraphenstraße 1. Der Meyer Kauffmann'schen und Edfl Wiener'schen Grabpflegestiftungen mit 1400 Mark durch die Firma Meyer Kauffmann, Textilwerke A.-G., in Wüstegiersdorf. Der Vorsitzende dankte namens der Versammlung allen Spendern. Ueber den Verwaltungsbericht referierte J.-R. P e i s e r. Die Geschäftsübersicht, die behördliche Genehmigung des Steuersatzes 1927/28 von 121/2$; und die Errichtung einer lebendqn Mauer anstatt der massiven auf Friedhof Cosel wird z^r Kenntnis genommen, desgleichen die Abrechnung über die Kupferarbeiten an der Reuen Synagoge im Herbst 1926. — Die den Leichenwärtern bewilligte Passah-Beihilfe von insgesamt 400 Mark wird nachträglich genehmigt. Im Anschluß daran! erkundigte sich der Vorsitzende nach den Verhandlungen in Würzburg über die Bildung eines Reichsverbandes. Herr W a l d st e i n teilte mit, daß die süddeutschen Verbände bei ihrem Verlangen, es sollten keine direkten Wahlen stattfinden, verblieben seien. Im übrigen wolle er dem Berichte von Geheimrat Goldfeld picht vorgreifen. R.-A. Jacobsohn meint, daß diese Angelegenheit, die zu den bedeutungsvollsten für das deutsche Judentum gehört, in parlamentarischer Form erörtert werden müsse. Es ginge Nicht an, daß der Vorsitzende des Vorstandes, selbst wenn es sich um eine allseits so hochgeschätzte Persönlichkeit wie Geheimrat 'Goldfeld handle, in der Konferenzgemeinschaft Ansichten äußere, ohne sich über die Ansicht der Gemeinde informiert zu haben. Er frage daher, welche Instruktionen der Vorsitzende erhalten habe. J.-R. P e i s e r erwidert, daß über diese Angelegenheit, die wiederholt und eingehend im preußischen Landesverband erörtert morden sei, in der KonferenzgemeiNschast nur eine zwanglose Aussprache stattgefunden habe, bindende Beschlüsse aber dort nicht gefaßt worden seien. J.-R. Hirschb e r g vom Vorstand glaubt, daß R.-A. Jacobsohn Antwort auf die Frage wünscht, ob und welche Instruktionen Geheimrat Goldfeld erhalte. Da aber die Konferenzgemeinschaft eine ganz zwanglose Vereinigung sei und Beschlüsse dort überhaupt nicht gefaßt werden, sondern nur eine Aussprache stattfinde, so erhalten die Vertreter keine Instruktionen. Die Beschlüsse würden in den einzelnen, Gemeindekörperschaften gefaßt. Auf eine Frage, welche Ansichten auf der Konferenzgemeinschaft zu den einzelnen Fragen geäußert worden seien, werde der Vorsitzende nach feiner Ansicht gern Auskunft erteilen. Ferner regte Justizrat Peiser an, nachdem die Gemeinde zur Mitarbeit an den Archivsammlungen aufgerufen worden sei, für das Archiv geeignete Räume zu schaffen, in denen die Sachen feuersicher aufbewahrt und geeignete Schaustücke ausgestellt werden können. Dr. Rosenstein vom Vorstand erklärt, daß man gleich etwas ordentliches wird schaffen müssen, dies aber erhebliche Mittel erfordere und 'deswegen zurückgestellt morden sei. Herr Goldschmidt regt an, in dem Vereinshaus der Gemeinde, das früher oder später doch einmal wird eingerichtet uterden müssen, dem Archiv angemessene Räume zuzuweijen.! Die Vorlage 11 betr. Annahme der Erbschaft nach der am 23. 2. 1925 verstorbenen Witwe Charlotte Piechowsky geb. May zur Hälfte wird auf Bericht von Herrn R.-A. Jacobsohn genehmigt. Für den Erbteil, der etwa 700 Mk. betragen dürfte, hat die Gemeinde die Pflege des Grabes der Erblasserin zu übernehmen.!' In der Vorlage; 12 berichtet der Vorstand, daß die von der Gemeindevertretung eingesetzte Etatskommission die Beratung des Haushaltsplanes 1927/28 in der Sitzung am 3. Mai 1927 beendet habe. Der Haushaltsplan sei darauf in Druck gegeben worden, abkst nicht so zeitig fertiggestellt, daß den Parteien ausreichend Zeit zur Vorbereitung der Etatsberatung im Plenum geblieben; wäre. Ueberdies sei bei der Wichtigkeit der Vorlage für die Beratung eine besondere Sitzung gewünscht worden. Die Etatskämmission habe durch Abstriche von Ausgaben und Erhöhungen von Einnahmen das gesamte Zuschuß-

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