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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1926-09-22 · 9 (22.9.1926) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
3 (1926)
Issue
9 (22.9.1926)
Date
1926-09-22
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Nr. 9 Br»«I»»«r Jßbtsche« SnitiikckliH 127 Auf versierten Zeile sind ferner Nar sichtbar die Buchstaben 2V. Wahrscheinlich ist auch der Buchstabe n. Dieses!Buchstabentrio kann nur „Jahr" bedeuten. Ts mutz darauf die Jahreszahl folgen. Ihre Festsetzung bietet für die Entzifferung besondere Schwierigkeiten. Don dieser Stelle an sind wir auf Vermutungen angewiesen. Ich'schlage zwei Lösungen vor. Vielleicht folgten aus der 4. Zeile die Buchstaben kt '1 ** O'ßbx *1 J 4009. Die weiteren Buchstaben der Jahreszahl könnten wohl auf dem zweiten Bruchstück gestanden haben. . Dieses pahtsich ganz genau der Bruchstelle an. Erhalten ist der obere Strich eines *?. Der zweite erhaltene Buchstabe könnte zunächst ein 1 sein» Der untere Punkt würde dann nicht zum Buchstaben gehören, sondern müßte einen diakritischen Punkt über einem Buchstaben der folgenden Zeile darstellend) Am Anfang der fünften Zeile würden drei Buchstaben fehlen. Dann wäre der Vermutung Raum gegeben, dah hier die drei Buchstaben pNN gestanden hätten. Danach würde sich die Jahreszahl ibpnn ‘X '1 ergeben. Nach dieser Annahme würde der Grabstein vom Jahre 1174 stammen. Der Buchstabe .1 der fünften Zeile würde dann den Tag angeben; das sichtbare V könnte der Anfangsbuchstabe des Monats Schewat sein. Auffällig wäre allerdings bei dieser Lesung, daß die Jahreszahl vor Tag und Monat. angegeben! ist. Ein solches Beispiel bietet uns aber auch die von Nisser) entzifferte und von Brann angeführte Inschrist (Nr. 5) der Esther, Tochter des Rabbi Mordechai, vom Jahre 1311—131^- 1 Die zweite Lösungsmögtichkeit, die für mich mehr Wahrscheinlichke t hat, wäre folgende: Erhall en ist, wie gesagt, der obere Strich eines b. Das weitere wäre als der obere und Seitenbalken eines Schluß-*) aufzufasseri. Es wären dann die zwei Buchstaben xb zu ergänzen und *11X1 zu lesen. Die darauf folgenden Buchstaben Wi wärer als Anfang des Wortes '1PUM zu nehmen, d. b. 6. Jahrtausend. Zusammen ergäben sich die Worte: rpxb IPOTl.' Nach dem Worte PW würde danach die Zahlenangabe d«s Jahres im 6. Jahrtausend fehlen?) Es könnte jedoch nur ein Jahr vom ersten oder vom Beginn des zweiten Jahrhunderts des 6. Jahrtausend sein. Der Grabstein wär« daher entweder in die Mitte des 13. oder an den Anfang dks 14. Jahrhunderts zu datieren. Das Fehlen der näheren Angabe von Tag und Monat ist nicht auffällig. Das gleiche finden wir bei den von Brann angeführten Grabfchriften 9, 10, 13 und 23®). Auf leinen Fall sind die von Brann angegebenen Worte mOlPl *:pi, die er anscheinend von der undeutlichen Abbildung ist der Hoverden'schen Sammlung'®) übernommen 7) Die besondere Schadhaftigkeit de» Steines an dieser Stelle führte zuerst zur Annahme eines t, die aber, wie die spätere bessere Aufnahme zeigte, nicht aufrecht ,u erhalten ist. Ebenso unwahrscheinlich ist N. •; Au dem engen Raum konnten 2, höchstens 4 Buchstaben Platz finden. Di! Zahlwörter DT®—S®n würden 5002/9 angeben, also 1242 bi» 1249 bedeuten. Falls eine Abbreviatur gestanden haben sollte, so könnte die Zahlenangabe auch bis an die erste Hälfte des 14. tzahrb. führen. *) Es ist allerdings möglich, dah diese Angaben aus dem verlorengegangenen Teil de» Grabsteins vorhanden waren; s. o. '•) Erabdenkmale I, Ms. 2106 der Stadtbibliothek Breslau, S. 5. u) R ium möglich ist die Annahme, bah zwei verschiedene Grabsteine mit gleiche t Einleitungsformeln und mit gleichem Namen des Toten wie seine» Date r» an die gleiche Fundstätte kamen. “) Di rfe» Bruchstück ist von gleicher Gesteinsart und weist den gleichen Duktus auf wie die oberen Teile de» aufgefundenen Grabsteins. Hoverden hat anscheinend nichtzusammengehörende Bruchstücke zueinandergestellt, woraus auc > die falsch« Lesung dieser Teil« durch Brann zu erklären wär«. “) D.m 4. Aua. 1203, s. MGW8 1918, S. 101. 14 j Diese wird folgendermaßen lauten: hat, in der vierten Zeile des obersten Stückes herauszulesen. Die unzureichende Wiedergabe bei Hoverden bewirkte wohl den Irrtum, der nun durch die Auffindung des Originals , seine Berichtigung finden kann"). Aucy das links stehende untere Stück") weist einen ganz anderen Text aust Deutlich sind in der vorletzten Zeile die Buchstaben irat zu lesen. Mit dem Buchstaben 2 davor wird es das vierte Worüber bekannten Formel mnx VlBlPl xnn 0-nn “111X3 darstellen. Mit dem letzten Worte dieser Formel . wird wohl die unterste Zeile begonnen haben. Auf dieser sind jetzt noch zu sehen 300X. Es sind die Abbreviaturen von Amen» Selah, Selab, Selah. ' Nach dem Worte 311,1 fehlen wohl noch zwei X. Auf einer großen Anzähl von Breslauer Inschriften ist diese dreifache Wiederholung des Wortes Amen wie des Wortes Selah, ausgeschrieben oder in Abbreviatur, das Geläufige. Wenn dies erste Deutung ihre Richtigkeit haben sollte, was mir nach wiederholter Prüfung allerdings unwahr-' scheinlich ist, würde in dem Fund ein Grabstein vorliegen, der um 29 Jahre älter ist als der im Jahre 1917 am Dom zu Breslau gefundene Grabstein, den Brann als den ältesten bezeichnet'®). , _ Aber auch wenn die zweite' von mir vorgeschlagene Lesung") die richtige und die Grabschrift, kein Beweis für die Existenz von Juden in Breslau in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts ist, so ist der Fund doch eine wertvolle. Bereicherung der Denkmalsammlung alter Zelt. ' In diesem Grabstein hat die Breslauer Iudenheit die Erinnerung an einen der ältesten jüdischen Einwohner der Stadt für die Zukunft erhalten. Freie jüdische Volkshochschule. Die Freie jüdische Volkshochschule, die im vergangenen Jahre von etwa. 450 Hörern besucht war, beginnt aln Sonntag, den 24. Oktober, ihre Winterarbeit. Herr Schriftsteller Felix S q^l t e n - W i e n hat den Eröffungsvortrag übernommen, der gewiß allgemeines Interesse erwecken wird. Eine Reihe interessanter Vorträge führt in das Gebiet jüdischen Geisteslebens. X .! Wir geben Per Hoffnung Ausdruck, daß diese Veranstaltungen das rege Interesse unserer Gemeindcmitglieder finden werden. Ein genaues Vorlesungs-Verzeichnis ist in Vieser Nummer veröffentlicht. Die Eintrittspreise sind besonders niedrig bemessen. |. ■ , Geschäftsjubiläum. . Am 1. Oktober 1926 begeht Herr Fleischermeister Adolf Nebel, hier. Goldene Radegasse 14, die Feier seines 2S jährigen Geschäftsjubiläums. Weit und breit bekannt,. erfreut sich die Firma in jeder Beziehung der vollsten Anerkennung weitester Kreise in unserer Gemeind«. Wir gratulieren Herrn Nebel herzlichst und wünschen ihm, daß es ihm vergönnt fein möge, noch viele, viele Jahr« in Kraft und Frische in seinem Beruf zu wirken. , ®. Da» Kinderlandhelm de» Jüdischen Frauenbundes . ln Bad Flinsberg öffnet, vom 25. Oktober an wieder seine Pforten" erwerbstätigen .Frauen und Mädchen des Mittelstandes. Der Tagespreis beträgt »'inklusive Heizung 3,50 Mark. * Meldungen schon jetzt an: Frau Aschner, Gutenbergstraße 9, Frau Grete Bial. Kaiser-Wilhelm-Etraße 131, Frau Beate Suttmann. Freiburger Straße H. Frau Emmi, Sogelftein, Anger 8, und das Büro der Kinderfürsorge, Wallstraße 9, 1 Tr. . .. i '* Den 70. Geburtstag . 1 beging am 17. September 1926 das. langjährige Mitglied der hiesigen Gemeinde, Herr S i m 0 n A p t, Antonienstraße 12, Senlorchef der Firma S. Apt, Wäsche- und Schürzensabrik. X,11] .. ir|ixi3 mnx xivvr! BOB XlXX Bin] [o]pn rrtbn jrx lsiiix i cxi bi l-fivxw orrox ils] [...] nw loblirb] .... wn »)Six*?] n Bus üem vereinslebeu. Der Handarbeits-Verkauf im kleinen Saale der Lessing-Lpge findet täglich von Montag bis Freitag von 11—1 Uhr mittags statt. "Beste Gelegenheit zum Einkauf preiswerter schöner Geschenke und Bedarfsartikel! i Die vereinigten Frauenvereine der U. O. B. B.-Loäen.

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