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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1926-08-27 · 8 (27.8.1926) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
3 (1926)
Issue
8 (27.8.1926)
Date
1926-08-27
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Breslauer Amtliches Blatt der Synagogengemeinde zu Breslau Schristlettung: I. 33. Dllrobirektor Glaser, Breslau, 3vallstrc>tze, Nr. s l Druck und Anzstgm-Aimahme: Druckerei LH. Schatzku Aktiengesellschaft 33erlag: Büro der Sgnagogengemeiabe, Breslau, Wallstr. 9 / Del. CR. 1612 | Breslau 4, Neue Sraupenstratze Nr. 7 / Fernsprecher Ning 8531 u. 8332 3mttigen)>nU: Sie 6 geft». OTUnmeter-Setle oder deren Traum 12 vfg. — Bei laufenden Aufträgen Ttabaft. Fvr die unter dem Namen des 3SerfafferS erscheinenden Artikel und die 33ereinSnachrichten Übernehmen wir nur die preffegesetzliche, 33erantwortung 3. Sahrg.__27. August 192fr_! Ttr. 8 der £00 jähriges Jubiläum Israelitischen Krstuken-Derpflegungs-Anstatt und Beerdiaungs-GeseUschaft zu Dreslau. Die Feierlichkeiten astläßlich des 200jährigen Jubiläums unserer Chewra-Kadischa haben einen diesem wichtigen Ereignis durchaus würdigen Verlauf genommen und sich zu unvergeßlichen Ruhmestagen für unsere Glaubensgemeinschaft, und insbesondere für die Wohlfahrtspflege innerhalb unserer Gemeinde gestaltet.^ Der vorher veröffentlichten Festordnung entsprechend, wurde die Feier am Sonnabend, den 12. Juni d. As. durch Festgottesdienste in den beiden Gemeinde-Synagogen und in der Synagoge des Krankenhauses eingeleitet. Der Gemeindevorstand hatte dem Gottesdienst durch wunderbare Ausschmückung der Synagogen einen besonders festlichen Rahmen verliehen und auch die Synagoge des Krankenhauses wies reichen Pflanzen- und Blumenschmuck auf. Die Festpredigt in dar neuen Synagoge hielt Herr Gemeinde-Rabbiner Dr. D o g e l st e i n, während Herr Ge- ' meinde-Rabbiner Dr. H offmann wegen plötzlicher Er-, krankung leider verhindert war und deshalb Herr Rabbiner Dr. S i m o n s o h n, der in liebenswürdigster Weise die -Festpredigt für den Gottesdienst in der Krankenhaus-Synagoge übernommen hatte,- im Anschluß hieran auch noch in der ulten Synagoge predigen muhte? Alle Festgottesdienste waren stark besucht und auch hierdurch, insbesondere aber durch die eindrucksvollen Predigten der Herren Rabbiner, die in beredten Worten auf die ruhmvolle Vergangenheit und das segensreiche Wirken der Iubelgesellschaft hinwiesen, kamdie ganz hervorragende Stellung, die unsere Chewra-Kadischa -unter den vielen Wohlsahrtseinrichtungen unserer Gemeinde einnimmt, bedeutungsvoll zum Ausdruck. Der Hauptfesttag war der Sonntag, der 13. Juni d. Is., und fand an diesem Tage vormittags 11 Uhr die Festverfammlung im großen Saale des Konzerthauses statt. War man auch mit großen Hoffnungen an diesen Tag herangegangen, so wurden die Erwartungen durch die Tatsachen doch bedeutend überboteist Diese Festversammlung anläßlich des 200jährigen Jubiläums der Israelitischen Kranken-Derpflegungs-Anstalt und Beerdigungs-Gesellschaft gestaltete sich zu einer ebenso imposantest wie weihevollen Kundgebung der von unserer Ehewra-Kapischa stets geübten werttätigen Rächstenliebe, wie sie in der! Geschichte des deutschen Judentums nur selten zu verzeichnen ist. Der große, zirka 2000 Personen fassende Saal des Konzerthauses, der schon m seiner äußeren Ausgestaltung und durch den künstlerischen Pflanzenschmuck für die schöne Feier den würdigen Rahmen gab, war bis auf den letzten Platz gefü lt und neben den Mitgliedern der Ehewra-Kadischa, die der Einladung des Vorstandes überaus zahlreich folgten, waren die Spitzen der staatlichen, städtischen und ttrchlichen Behörden, ferner die offiziellen Vertreter der Synagogen-Gemeinde, der vielen jüdischen Korporationen und Vereine, der Zenttal-Woh fahrtsstelle der deutschen Juden in Berlin sowie die Delegierten vieler'auswärtiger Gemeinden und Wohltätigkeitsvereine erschienen. Auf dem Podium hatte der Vorstand der Israelitischen KraNken-Verpflegungs-Anstalt sowie zahlreiche Vertreter von Behörden und Vereinen Platz genommen. - . ' Die Feier wurde stimmungsvoll eröffnet mit dem Präludium in C-moll von Seb. Bach, in gefühlvoller Weise.auf der herrlichen Orgel vorgettagen von Herrn Musikdirektor HugoSyvarth. Im Anschluß hieran trug das. Schliche Oratorien- Quartett der j Frau Freun-d-MoM in herlichem Zusammestklange der- Stimmen bie‘ Allmacht von Franz Schubert vor. . Sodann begrüßte der Vorsitzende des Vorstandes der Iubelgesellschaft, Herr Adolf Da n z i g e r, die Festversammlung. Er dankt den Vertretern der staatlichen, städtischen und kirchlichen Behörden und der staatlichen, städtischen und gemeinnützigen Krankenanstalten für ihr Erscheinen und für die wertvolle Unterstützung, die sie dem Israelitischen Krankenhause und den ihm angeschlvssenen Wohltätigteitsanstalten in friedlichem, gemeinsamen charitativen Wirken stets haben zuteil werden lassen. Rur durch die Zusammenarbeit aller hiesigen Krankenanstalten war es möglich, die schweren Zelten der ' letzten Jahre zu überwinden und die unserer Fürsorge anvertrauten Humanitären Institute einem Neuaufbau im Interesse der allgemeinen Wohltätigkeit entgegenzusühren. Redner begrüßt sodann den Vorstand und' die Gemeindevertreter der hiesigen Synagogen-Gemeinde und hebt dankbaren Herzens die materielle Unterstützung und ideelle Förderung hervor, die seitens der Gemeindekörperschasten der Iubelgesellschaft in ihrer 200jährigen Entwicklungsgeschichte stets zugewendet worden ist. Redner weist ferner aus das allgemeine Interesse hin, das die Israelitische Kranken-Verpflegungs-Anstalt und Beerdigungs-Gesellschaft stets in den Kreisen der Gemeindemitglieder gefunden hat und das sich in der mehr als 4300 Personen umfassenden Mitglkederzahl der Gesellschaft in schönster Weise verkörpert. Er begrüßt alle anwesenden Mitglieder, die der Einladung des Vorstandes gefolgt sind, aufs herzlichste und spricht ihnen bei dieser Gelegenheit innigen Dank aus für die opferwillige Hilfsbereitschaft, die sie bei vielen Gelegenheiten, jeder nach seinem Können, immer wieder gezeigt haben und durch die es erst möglich wurde, die unvergeßlichen Kulturwerke zu schaffen, die stch insbesondere in dem schönen Krankenhaus, der Alters-Versorgungs-Anstalt und dem Siechenhause darstellen. 200 Jahre segensreichen > Wirkens liegen hinter uns; auf 200 Jahre ruhmvoller Gej schichte kann die Israelitische Kranken-Verpflegungs-Anstalt j und Beerdigungs-Gesellschaft (Chewra-Kadischa) zu Breslau am heutigen Iubeltage zurückblicken und"mit dem Dank gegen Gott den Allgüttgen, der uns diesen Tag hat erleben lassen, verbindet der Vorsitzende die Bitte an alle Freunde und Gönner unserer Anstatten, diesem Werkender Nächstenliebe auch fernerhin Unterstützung und Wohlwollen in reichem Maße zu bekunden. u »

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