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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1926-05-17 · 5 (17.5.1926) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
3 (1926)
Issue
5 (17.5.1926)
Date
1926-05-17
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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reöiauer Gemeinöeblatt Schriftlettung: DerwaltungSdi Verlag: Büro der Sgnagogeng 3t ektor Dr. Nechnitz, BreS emetnde, Breslau. Wallst U»tg«apret«: Dt« 6 o«fl». MM ’■ v/imiiiv» (JM iviuh au. Wallstraße 9 1 Druck und Anzetgen-Annahme: Druckerei Th. Schatzkg Aktiengesellschaft. c. 9 / Tel. 9t 1612 1 Breslau 3, Neue Sraupenstrahe Olt. 7 / Fernsprecher Ning «331 u. 8332 Imettr-Srile o6«r Berat Otaum 13 vfg. — 39ri laufenden Aufträgen TtaBatL J Für die unter dem Namen Cx S, Verfassers erscheinenden Artikel und die. Dereinsnachrichten übernehmen wir nur di« prrgegesetzllche Verantwortung 3. Lahrg. > . 17. Mal 1920 M. 3! ' - i vom Bericht 29.7»pnl 1926 i>on Dr. Rechnitz. Der Vorsitzende 2R. P e i s e r begrüßte Zunächst die neu eingetretenen Mitglieder RA. Sam. Rothmcnn I und Dr. med. Gluskinos und nahi 1 hierauf gemäß 8 24 der Gemeindefatzung die Einfü h ru lg der neu gewähltest Vorsteher vor. In seiner Ansprache erin »ert er daran, daß däs Gelöbnis der neuen Vorsteher, die ihren obliegenden Pflichten treu und gewissenhaft zu erfüllen, licht mehr dem Vorsitzenden des Vorstandes, sondern dem Vorsitzenden der Gemeindevertretung abzugeben wäre; ein Zeichen dafür, daß die Wahl des Vorstandes durch die Gemen ldevertreter vorgenommen werde. Er entwarf weiter einen km;en Rückblick auf die Entwicklung der >Gemeinde, die vor 100 wahren sich eine neue Satzung gegeben habe, auf der das jetzt wieder «ingeführtes Gemeindesiegel gebraucht worden sei. Aelter sei allerdings die Chewra- Kadifcha, die dieses-Iahr auf ein Bestehen non 200 Jahren zurückblicken kann, wählend die Brüdergesellschaft, aus der die Gemeinde hervorgeg sagen fei, bereits 15s) Jahre bestehe. Die jeweilige Satzung si. gewissermaßen das Spiegelbild des Gemeindelebens. Diese« Bild habe bisweilen mit der Wirklichkeit nicht übereinge timmt, nämlich wenn überragende Männer die Gemeinde ührten, während die , Gemeinde selbst nur gelingen Anteil nahm. Heut sei die Lage umgekehrt. Wir haben gottlob ein stark pulsierendes Gemeindeleben, Wünsche und Bestrebungen aller Art regen sich und stellen an das Amt eines Vorstehers ganz besondere Anforderungen. Die an Sie, meine Damen und Herren, gestellten Anforderungen dürften erfüllt werden, wenn ich die Reihe altbewährter und neuer Mitglieder überblicke. Ich darf Gottes Hilfe anrufen für die! Hoffnung eines Wiederaufstieges des Vaterlandes und unserer Gemeinde. Hierauf verpflichtet der Vorsitzende die Vorstands-Mitglieder mittels Handschlag zu treuer Pflichterfüllung! Der Vorsitzende des Vorstandes Geh. R. Goldfeld dankt für die Ansprache des Vorsitzenden und versichert namens des Notstandes, daß dieser mit allen Kräften für das Wohl der Gemeinde tätig sein werde. " ' 29k. Peiser teilte darauf mit, daß die neue Gemeindüsatzung! im Druck erschienen sei und auf Verlangen im Büro ausgehändigt werde, ferner, daß am 13. Mai 1926 die Hatwtversammlung des Bezirksverbandes der Synagogen-Gemeinoen der Rqg.-Bezirke Bresluu—Liegnitz stattfinde. Don der Gemeindevertretung werden hierzu delegiert die Herren Wilhelm Kober,! 2R. Kalisch, Gins. RA. Iacobsohn und Freundlich. Eine Eingabe des pensi Schächters Ster wird in die geheime Sitzung verwiesen. Der Vorsitzende gibt weiter bekannt, die vorgelegte Aemter- und Arbeitsverteilung iM Vorstand. (Siehe Bekanntmachung). IN der nächsten Vorlage beantragt der Borstand, die der Gemeindevertretung obliegenden Wahlen der Ausschuß-Mitqliedee votzunehmen. Eine, gemischte Kommission des Vorstandes und der Gein.- Dertr.. in der alle Parteien vertreten waren, legte hierzu Vorschläge vor. Die vorgeschlagenen Damen und Herren jwurden ohne Aussprache gewählt mit Ausnahme der für das! Wohlfahrtsamt, den Schul- und den Pauausschuß. deren Wahlin die geheime Sitzung verwiesen wurde. (Die. Zusammensetzung der Ausschüsse wird, sobald sie feststeht, im Gemeindeblatt veröffentlicht werden). Herr W a l s ch berichtet über die Vorlage einer Abänderung der Denkmalsgebührenordnung. Diese Vorlage habe die Vers, schon das letzte Mal beschäftigt und sei zur nochmaligen Erwägung über eine Herabsetzung der Tarife dein Vorstand zurückgegeben worden. Der Vorstand habe in der jetzt vorgeschlagenen Gebührenordnung die Wünsche der Vers, berücksichtigt und er empfehle die Annahme der Vorlage, was ohrse Aussprache geschieht. Auch der Antrag des Vorstandes,' die Schlachtgebühren für ein Huhn von . 5 auf 10 Pfg., eine Gans oder Ente von 10 auf 20 Pfg., eine Pute von 25 auf 30 Psg. zu erhöhen, während die für ein Paar Tauben mit 5 Pfg., mit Rücksicht auf Kranke unverändert bleiben soll, wird auf Vorschlag des Berichterstatters Herrn Martin F'raen.k.el ohne Aussprache 'angenommen. ' i Ueber den Antrag des Vorstandes, der Hauptstelle für' jüd. Wanderfürsorge und Arbeitsnachweise in Berlin vom 1. 4. 26 ab eine Jahresbeihilfe von 500,— Mk. zu bewilligen, berichtet RA. Spitz. Die eingehend begründete- Vorlage gibt ein anschauliches Bild von der vielseitigen Tätigkeit dieser äußerst wichtigen Einrichtung, die Einmal soziale Hilfe leistet, dann aber das Schnorrerunwesen verhindern soll. Der Berichterstatter empfiehlt daher die Bewilligüng^die ohne Aussprache beschlossen wird. Die Vorlage des Vorstandes, der Arbeitsnachweisgemeinschaft in Breslau eine Monatsbeihilfe von 300,— Mk. vom 1. 4. 1926 ab zunächst auf 3 Monate zu bewilligen, gibt dem Berichterstatter Reg.-Rat Marcus Gelegenheit in diesem Kreise, dem eine Anzahl Arbeitgeber angehören, einige beherzigenswerte Ausführungen zu machen. Er betont, daß der Arbeitsnachweis nur geeignete Kräfte vermittele, schon um das Vorurteil gegen den Arbeitsnachweis zu beseitigen und den Widerwillen der Arbeitgeber, Insbesondere der jüdischen, tzegen jüdische Kräfte durch feine Tätigkeit zu bekämpfen. Er appelliere an alle jüdischen Arbeitgeber bei gleicher Geeignetheit jüdische Arbeitskräfte zu bevorzugen. Die hierfür erforderliche Propaganda1 unb die Tätigkeit des Nachweises erfordere, natürlich Geldmittel. Man habe zunächst klein angefangen und beschäftige gegen bescheidenes Gehakt nur 2 Berufskräfte, könne aber bereits auf erfreuliche Erfolge zurückblicken. Es seien nämlich bei 211 Etellungsuchenden trotz der wirtschaftlichen Lage 82^Arbeitsstellen vermittelt worden, dazu kommen 8 Wohnungsvcrmittelungen. Die beantragten Mittel reichen für die laufenden Ausgaben kaum aus, für die erheblichen Ausgaben der ersten Einrichtung sei keinerlei Deckung vorhanden. Der Berichterstatter >

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