Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 3 (1926)
- Issue
- 3 (19.3.1926)
- Date
- 1926-03-19
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Breslauer Amtliches Blatt der Synagogengemeinbe zu «chriftleitung: j DerwalNmgSdireftor vr. Rrchnltz, Breslau, Wallstrabe 9 I Dmck und An^elgen-Annahme: Dmckerei Th. Schätzt Aktiengesellschaft. Berlage Büro der Sgnagogrngemeinde, Breslau, Wallstr. 9/ Tel. N. 1612 | Breslaus, Neue Graupen strahe Nr. 7 / Fernsprecher- 0ting~855i u. 8532 Aairigenprei«: Dir 0 gesp. 2nuhmMcr-3dIe oAcr deren Raum u Ofg. — 3)d laufenden Aufträgen RadaN. iittitiuutiranntniiMinniiiiiauiiiMUfMmniiMniiHaiiaraniinitiHimmiaiuinuiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiuiiiiiuiiiiiiftiuimiiiitMiiiniuiiiiiMimniniiüininiiiimiiiiiiuHiinniitiiiuuuiiiiimiiuiimmitWHtiitia Für die unter dem Namen de« Derfafler« erscheinenden Artikel und die DerrinSnachrichten übernehmen wir nur die Pressegesetzliche Derantwortung iter!v L 3.2ah 19. Mürz 192H Rr.3 Gemeinüevertreter-Sitzung vom 3. März 1926 (Bericht von Dr. R e ch n i tz. -sitzende, Justizrat Peiser, eröffnet die Sitzung mit «den Mahnung an die Herren Gemeindevertreter, erscheinen. Nachdem er eine Anzahl Dankschreiben ] onen mitgeteilt hatte, verliest er das Schreiben des/ treters I. Simonsoyn, daß dieser sein Amt aus Gründen niederlege und.stellt fest, daß ast feiner rzt Dr. Raphael Gluskinos als Gemeindevertreter i Vor Eiintritt in die Tagesordnung stellt Dr. Schlesinger den Dringlichkeitsantrag, daß in jeder Sitzung das Protokoll der vorherigen Sitzung verlesen werde, um allen Parteien die Möglichkeit der Nachprüfung zu geben. Der Vorsitzende bittet, die Versammlung nicht mit Formalien zu belasten urtd schlägt vor, das Protokoll der vorherigen Sitzung in jeder Sitzung zur Einsicht auszulegen. Damit ist der Antragsteller einverstanden und die Versammlung beschließt entsprechend. j Bevoij zur Wahl des Vorstandes geschritten wird, berichtet 6eh. Rat Goldfeld unter Verlesung des Schriftwechsels mit der Regierung * über die entstandene rechtliche Zweifelsfrage, ob nach der neuen Satzung die Wahl des Vor- ' standes vi n einem Wahlkonuniffar der Regierung zu leiten sei oder nicht. Der Vorstand stehe auf dem Standpunkte, daß der § 42 )es Judengesetzes von 1847 durch den Art. 137 der Reichsverfrsfung aufgehoben sei und die Bestellung eines Wahlkommissar s deswegen nicht mehr erforderlich sei. Die Regierung vertrete die Ansicht, daß diese Bestimmung des Judengesetzes noch gelte, und hohe Geh. Rat Goldfeld zum Wahlkommissar und Justizrat Hirschberg zum Stellvertreter ernannt. Er sei der Ansicht, daß man diese Streitfrage hier nicht flusfechten solle, um die Gültigkeit der heutigen Wahl nicht in Frage zu! stellen, sondern die Sache im Preußischen Landesverband Leiter zu verfolgest, zumal auch in Berlin nächstens Dorstandswahlen stattfinden. Der Vorsitzende, Justizrat Peiser, schließt sich dem aus praktischen Gründen an. Die Sache habe aber doch ^eine grundsätzliche Bedeutung, er erinnere an die Zeit, wo ein Polizeirat hier die Wahl leitete. Die Versammlung stellt sich einmütig!auf den Standpunkt ihres Vorsitzenden und des Vorstandes, ohne daß ein formeller Beschluß gefaßt wird. Geh. Rat Goldfeld übernimmt hierauf als Wahlkommifsa? die Leitung des Wahlgeschäftes und beruft zu j Beisitzern und Stimmzählern die Gemeindevertreter Rechtsastwalt Spitz, Dr. Schlesinger und Regierungsrat Marcus. j Just zrat Kalifch giht hierauf als Führer der liberalen Fraktion folgende Erklärustg ab: * Die Parteien baden sich dahin geeinigt, die Vorstandssitze entsprechend den Kräfteverhältnissen bei der Wahl zuverdemnach entfallen auf die liberale Fraktion 8 , konservative Fraktion 2 und auf die zionistische Partei " 2 Vorstandsmitglieder. Die Parteien schlagen folgende Persönlichkeiten.vor: 1. Geh, Rat Goldfeld, 2. Emil Waldstein, 3. Bankdireklor Hancke, , > 4. Justizrat Goldschmidt,I 5/ Erich Bayer. 6. Sanitätsrat Dr. B a ch, 7. Frau Justizrat O l l e n d o r f f, 8. Zahnarzt Dr. Rosen st e i n. 1. Justizrat H i r s ch b e r g, 2. Mendel H o f f m a n n. „ 1. Dr. Schachtel, 2. Dr. William Boß. . Darauf wurden die vorgeschlagenen Personen einzeln durch 'Zettelwahl teils einstimmig, teils mit überwiegender Mehrheit gewählt. Justizrat Kalisch berichtet hierauf über den Verwaltungsbericht. Die Uebersicht überdie Tätigkeit des Vorstandes ergibt, welche enorme Arbeit diese Gemeindekörperschaft auch im Laufe des letzten Jahres zu!bewältigen gehabt hat. Dabei sei außer den angegebenen 43 Vorständssitzungen. 11 Repräsentanten-Dersammlungen und f außerordentlichen Vorstaudssitzungen noch nicht die Fülle der Ausschuß-Sitzungen angegeben worden. Die mitgeteilte- Aemterverteilung im bisherigen Vorstände, die wie im Vorjahre igeblieben fei, rgird hierauf zur Kenntnis genommen, desgleichen die Zuweisung der Abfindungssumme in der Silberfeld'schrn Nachlaßsache an das Wohlfahrtsamt. Ferner wird die Auflösung der Gaßmann'schen Familien-Stiftung durch Beschluß des Amtsgerichts vom 129. 1. 1926 und die Zuweisung des Stistungsvermögens an die Synagogen-Gemeinde zur Kenntstis genommen, und die Absicht des Vorstandes, diests Bermögen, das in Altbesitz von Kriegsanleihe besteht, einem Fonds für Heiratsbeihilfen gemäß den Bestimmungen der Stiftungsurkunde zuzuwenden, gebilligt. Des weiteren berichtet der Vorstand, daß die Stadt für den Grundstückstausch Omnibus-Depot — Timmler- Stiftung eine bare Zuzahlung von 50 000 M. ängeboten und der Vorstand dieses Angebot als unzureichend abgelehnt habe. Hierzu bemerkt seitens des Vorstandes Herr H offmann: Der Ausschuß der Stadtverordneten habe j zunächst 40 000 M. ängeboten und dann großmütig dieses Anaebot auf 50 000 M. erhöht. Bei der Aussprache soll von eimm Stadtverordneten darauf hingewiesen worden sein, daß die Gemeinde mit den Grabstellen ein gutes Geschäft mache. Er sei der Ansicht, daß die Stadt den reellen Wert ohne Rücksicht auf' angebliche Geschäfte des Erwerbers zu bezahlen habe. Die Art und Weife, wie der Stadtverordneten-AUsschuß die verschiedenen Angebote gemacht habe, und der Hinweis auf. das astgebliche Geschäft der Synagogen-Gemeinde empfinde er als Unwürdig. Die Gemeinde habe nicht nötig, ihre Grundstücke an die Stadt zu verschenken, zumal aus der Mitte der Versammlung eiste Zu-