Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 3 (1926)
- Issue
- 2 (18.2.1926)
- Date
- 1926-02-18
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/3970005-7569519-7569556--0304-3970283- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Breslauer r , ZübtschkS Gemstndeblatl Amtliches Blatt der Sunagpgengemeinde zu Breslau >re!tor Schriftleitung: Verwaltung«di Verlag: Büro der «gnagogmgesii Dr. Nechnitz. Beechau. Wallstrabe - I Druck elnde. Breslau. WallswJ»/Tel.OL 1612 | BreSlo Aajsigenprew: Dir 6 grsp. vMMmiter-Ä«l» otcr denn 5»aum : SSt1 Anzeigen-Annahme: Druckerei DH. Schatzkg AMengesellfchaft, 3, Neuei Sraupenstratze Nr. 7 /-Fernsprecher Ning 8351 u. 8552 Cffl. — Bei laufenden Aufträgen Itabott. upl die unter 6cm Namen de« Derfaster« erscheinenden Artikel und die iS. Febniq^iS2^ hrichtea Übernehmen wir nur die preffegesetzllche Verantwortung 3i.Sadrg. Nr. 2 GemeinSevertreter-Sitzung vom 4. Zebruar 1926! Bericht^ vo, Dr. R e ch n i tz. Am 4. Februar 1926 irat die neue Gemeindevertretung zum ersten Mal« in feierlicher Sil ung zusammen. Sie wird vom Vorsitzenden de« Vorstandes, Ge >«imrat Goldfeld, in längerer Ansprache begrüßt. Der Vorsitzende betrachtet es als gute Vorbedeutung, daß die Gemeinde »ertreter ohne Wahlkau,pf durch freie Vereinbarung der Parteien »uf Grund der Einheitsliste gewählt worden sind und hierdurch G<währ für dir Auswahl der tüchtigsten Männer gegeben ist. Ohne 'Parteien sei allerdings eine Gemeindevertretung nicht denkbar, insbes »idere bei dem ausgeprägten Individualismus der Juden. Er spreck e aber die Hoffnung aus, daß alle Gemeindevertreter sich nicht du« ch Parteirücksichten, scdidern allein durch die Rücksicht auf da» Wohl der Gemeind« leiten lasten werden. Ale En glückliche» Stern betra htet der Redner den Umstand, daß zum Mal« Frauen ist zmseilt Geweiodesiertretung «nzighen. Die irkm,g der Fra««» in dein öffentlichen Parlament« sei!»ach dem Krieg« sa allgemein geworden, allerdings habe sich die Hoffnung, daß hierdurch der Ton i« öffentlichen Leben bester werden würde, bisher nicht erfüllt. Er begrüß« die Frauen an dieser Stell« ganz besonders, weil ihr« Mitarbeit bei der Gemeinde schon immer rege und segensreich gewesen sei. DaS ihnen im gesellschaftlichen Leben eingeräumte 'Vorrecht könnten sie allerdings hier nicht beanspruchen, sondern nur eine Gleichberechtigung. Alle« bleibe natürlich dem Takt überlasten; in dieser Beziehung könne er sich auf die Gemeindevertretung verlassen. Schließlich gibt der Vorsitzend s bekannt, daß Dozent Dr. Rabin sein Amt niedergelegt habe und an f iner Stelle RegierungSrat Dr. Marcus als Gemeindevertreter eingerü>!t sei. Der darauf folgende Namensaufruf ergibt die Antvrsenheit s imtlicher somit gewählten 2 l Gemeinde- Vertreter mit Ausnahm« der v< rhinderten Herren Lewin unp Direktor Sander, die von den Herren G neralkonsul Smoschewer undIngenieur Unikower vertreten werden.! i Nachdem der Vorsitzende „och bekannt gemacht' hat, daß der Herr Oberpräfident nach einem belle eingegangenen Schreiben auch die übrig« Satzung genehmigt Hab«, so daß also!die Gemeindevertreter auf 5j Iabre gewählt find, übergibt er den Vorsitz der Versammlung dem ältesten Mitglied«, Herrn Will elm Kober. Herr K 0 b e r als Alters; Präsident dankt für die unverdiente Ehre, die ihm als neuem Mitglied« der Versammlung kraft seines Alters züteil geworden sei. Er dankt dem Vorstaside und dem Büro für die aufopfernd« Tätigkeit in der v rgangenen Amtszeit, die wahrlich nicht leicht gewesen sei. Die Jetztzeit sei leider noch ernster, aber mit Gottes Hilf« werde sie durch die Ein icht und den Fleiß aller Mitarbeiter hoffentlich bald überwunden w rden. Der Altersvorsitzend« schreitet nunmehr zur Wahl des Büros. Als I. Vorsitzender wird Iustizrat Peiser vorgeschlagen und mit >9 Stimmen bei 2 Enthaltungen gewählt, i Als J. stellvertr« lenden Vorsitzenden schlägt SanitätSrat Horn den bewibrten bisherigen Inhaber, Justizrat Kalisch, vor, während Dr. Schlesinger Herrn Martin Fraenkel benennt. Die Abstimmung er >ab l 7 Stimmen für Justizrat Kalisch, 4 für M. Fraenkel. Justiztat Kalisch ist somit gewählt. Äs 2. stellvertretenden Vorsitzenden schlägt Dr. Schachtel Herrn Rechtsanwalt Jacobsohn, Dr: Schl «finget Herrn M. Fraenkel vor. Gewählt wird Rechtsanwalt I ae o b s ojh n mit 17 Stimmen, wahrend 4 auf M. Fraenkel lauten. ' Ase Schriftführer schlägt Iustizrat' Kalisch den bewährten bisherigen Inhaber Herrn M. Fraenkel vor. Dr. Schlesinger dagegen bittet sein« Freunde, zum Zeichen des Protestes weiße Zettel abzugeben. Herr Fraenkel selbst erklärt, daß er eine Wahl als Schriftsichrer! nicht annehme. Darauf schlägt Justizrat Kalisch den bisherigen! stellvertretenden Schriftführer Herrn Mar Gin« vor, der mit 17! Stimme« bei 4 Stimmen Enthaltungen gewählt wird. Ajls st e ljl v e r 1 r « t e n d em . S ch r i f tf ü h r e r schlägt Rechtsanwalt Jacobsohn Frau Dr. Fuchs - Hrs vor, die mit 17 Stimmen bei 4 Enthaltungen gewählt.,vird. Sämtliche Gewählten nehmen die Wahl an. '' Justizrat Peiser übernimmt hierauf den Vorsitz Und dankt dem Altersvorsitzendel,, Herrn Kober, für die Leitung und für die anerkennenden Worte über die bisher geleistete Arbeit. Iustizrat Peiser dankt i enter in bewegten Worten dem Vorstand« und der Repräsentanten, «rsammlung, die setzt Gemeindevertretung heißt, für ihre aufopferungsvolle Tätigkeit und gedenkt in einen, tief empfundenen Nachrufe der in der vergangenen Amtszeit Heimgegangenen Mitglieder der Gemeindevertretung: Geheimrat Reich, Professor Wohlauer, S.^W. Meyers Mar Freund, Eugen Freund,, und her Vorstandes: Eduard Sachs und David Mugdan. 3ie Anwesenden hatten sich zu Ehren der Toten von den Plätzen . Justizrat Peiser wirft einen' Rückblick auf' das in der Vergangenheit unter den schwierigsten Zeitverhältnissen Geleistete, insbesondere die Umgestaltung der Verwaltuogs-Direktion, -’’bic Neuordnung des Steuerweseas, die Erweiterung des Friedhofs Cosel, die gründliche Umgestaltung des Religions-Unterrichtes, die Schaffung des WohlfahrtSt mtre u. a. m. Die verabschiedete Gemeindeverttetung habe sich durch die Ausschreibungdes 5. SteuerquartalS mißliebig mache»! müssen, worunter auch die neue noch zu leiden haben wird. Bei der Frage, was die Gemeinde mit dim Geld« leiste, verweise er auf den großen Betrag, den allein außenstehende Vereine und Anstalten erhalten. Jetsi eiuzelne Institution würde aber höchst ungehalten sein, wenn ihr «in Abstrich von der Beihilfe gemacht werden würde. Die Aufgaben der Gemeinde auf religiösem Gebiete und im Unterrichts« esen seien wesentlich gestiegen, dank der religiösen Erneuerung, im Judentum, Insbesondere bei der Jugend. Ganz besonder« seien aber infolge der:Not der Zeit die Ausgaben auf sozialem Gebiete gewachsen. Schleßlich bittet der Vorsitzende, Friedens unter de» Partei,» zu halten, damit die Arbeit der Versammlung der Gemeinde zum N ohle geret che. T»er Vorsitzende teilt schließlich noch mit, daß der Tennin zur Neuwahl des Vorstandes in Kürzt festgesetzt werde,') natürlich unter Beobachtung der in der Satzung bestimmten Einladungsfrist von zwei Wochen. Mit «inen. Danke an den Einberufer der ersten Versammlung, den Vorsitzenden he« Vorstandes, Geheimrat Goldfeld, und mit dem Wunsche g«i>eihlicher Zusammenarbeit .mil dem Vorstande schliesit der Vorsitzende hie erste Versamuckung. ° 11 ) ■ Termin ju« Neuwahl ain 3. Mir; 1926 f. amtlich« Bekanntmachung. r