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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1925-09-29 · 10 (29.9.1925) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
2 (1925)
Issue
10 (29.9.1925)
Date
1925-09-29
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Breslauer Amtliches Blatt der Synagogengemeinbe zu Breslau Schriftleitung Verlag: Büro Für die unter Verwaltungsdirektor Dr. Nechnltz, Breslau, Wallstratze 9 I Druck und Anzeigen-Annahme: Druckerei Th. Schatzkg Aktiengesellschaft, der Sgnagogengemeinde, Breslau, Wallstr. 9 / Tel. N. Idi2 I Breslau Z, Neue Sraupenstrahe Nr. 7 / Fernsprecher Ning 8251 u. 8222 Anzetgrnpret«: Dl« 6 gesp. RUMmeter-Zelle ober deren Raum rr vfg. — Bet laufenden Aufträgen Rabatt. - v MiiaKiimtmiimtiiimiifmmniiiMiimiHiiti.......iiiimiiiiiiiiiiiiiiinniiiiiiiiiiiiiimiii.im.... öem Namen des Verfassers erscheinenden Artikel und die DereinSnachrichten übernehmen wir nur die pressegesetzlich« Verantwortung 29. Oktober 1925 7tr. io Lpahlen zur jjbemeinüevertretung. Bekanntlich läuft mit dem Ende des Jahres 1925 die Amleder Repräsentanten ab: Die Gemeindebehörden hoffen jedoch die Genehmigung der neuen Satzung so zeitig zu erhalten, daß Neuwahl bereits ncch den Bestimmungen der neuen Satzung die seit z w c angehöiest. Das Büro ilrHt hcsondercr 2 ekanntmachung zur Einsicht öffentlich ausgelegt beantragen, sticht biS aus hie Richtigkeit Wohnung) sitzald als Wahlbezirke Vom 14. 3. Die 4. Die schon stattfinden >änn. Nach der neuen Satzung sind wahlberechtigt: Männliche und weibliche Gcmeindemitglicder, die das cinurhzwanzigste Lebensjahr vollendet haben und i Jahren vor Auslegung der Wahlliste der Gemeinde jetzt die Wahllisten auf, sie werden nach werden. Als Stichtag für das Lebensalter wird hierbei der 1. Januar angenommen Sollte die Wahl im Laufe des Januar z. B. am 10. Januar 1926 stattfinden, so müßten alle diejenigen, die in der Zeit vom 1.- 9. Januar 1905 geboren sind, ihre Aufnahme in die Wahlliste sogleich nach Bekanntmachung des Wahltages besonders Es empfiehlt sich ferner die Einsicht in die Wahlliste i'ic letzten! Tage zu verschieben und Einsprüche gegen (auch (bezüglich der Namcnsschrcibung und der( öglich beim Vorstände cinzulegen. — Die sverdcn dseSmal nach Straßen gebildet, und nicht wie bei der Preußenwahl nach dem Anfangsbuchstaben des Namens. R. von üer Wohlfahrtspflege. bis 16. Oktober 1925 fand in Breslau der 39. Fürforgctag des^Dcutschcn Vereins für vffentlichc und private Fürsorge statt. Die ficlir interesante Tagung hat auch für uns ein außerordentliches Interesse gehabt, denn es wurden auf derselben folgende wich ige Gegenstände verhandelt: 1. Durchführung des § 33 a der RcichSgrundsätze und Stellungnahme zu der Novelle zur Reichsfürsorge-Vcrordnung vom 12. Auc ust 1925J vom Standpunkt der Fürsorgebedürftigein und vom Standpunkt der Länder und Gemeinden aus. ( Fürsorge für männliche jugendliche Wanderer vom Standpunkte der Jugendfürsorge. . e zcnwärtiae Entwicklung der Fürsorge auf dem Lande, «rufslageldcr Fürsorgerinnen. Die näheren Berichte hierüber sind in allen Tageszeitungen erschienen, sw(daß cs sich erübrigt, hier näher darauf einzugehcn. Die Tagung! war von Delegierten aus allen Teilen des Reiches außerordenthch gut besucht, unter denen auch alle Konfessionen vertreten waren. Auch für unsere Glaubensgemeinschaft sind diese Verhandlungen au8 vielfachen Gründen von besonderer Bedeutung; schpn deshalb, weil die Mittel für die öffentliche Wohlfahrtspflege , »on allen Bürgern ohne Unterschied der! Konfession aufgebracht sverdcn missen.; "i Aus Anlaß dieser Tagung hat die Icntral-WohlfahrtSstellc der deutschen Juden irr Einvernehmen mit dem hiesigen jüdischen Wohlfahrtsamt eine. Besprechung der an der Wohlfahrtspflege interessierten Kreise im Repräsentantcnsaal der Gemeinde abgehalten. Drs ursprünglich vorgeschlagene Thema, die Aufwertungsfrage der AnstaltS- und StiftungSvermögcn betreffend, wurde zurückgcstellt, weil „Akute Fragen in der jüdischen Wohlfahrtspflege", der neu gewählte. Stoff, allen Beteiligten noch mehr am Herzen lagen. ' " . y-? Namens des Vorstandes und des Jüdischi^r>Wohlfahrtsamtcs begrüßte Herr Canltätsrat Dr. Äach die Anwesenden,-insbesondere die Delegierten der Zcntralwohlfahrssstcllc der Dcutfchen Juden und des Jüdischen Wohlfahrtsamtes in Bcrlsw, sowie die Vertreter der verschiedenen Vereine usw. Er freute sich über die rege Beteiligung, pa fast 80 Herren Und Damen, Vertreter der verschiedensten Zweige der jüdischen Wohlfahrtspflege der Einladung Folge geleistet habest. Er betonte, daß eS wünschenswert sei, Er- ' fahrungen auszutauschcn, um der Wohlfahrtspflege dadurch noch befser dienen zu können. Er »vies ferner darai f hiy, daß infolge der wirtschaftlichen Verhältnisse und der Zunahmetdet jüdischen Seelenzahl das Jüdische Wohlfahrtsamt in Breslau eine außerordentliche Arbeit zu leisten hat. Sicherlich treffen diese Verhältnisse auch auf andere größere Gemeinden zu. '■ . ■ „ Herr Easpari-Berlin, dankt fisr die freundliche Begrüßung und berichtet über Finanz- und Aufwcrtungkfragen und über die Wandercrfürsorge. Die allgemeine Not ist auch in den Kreisen unserer Glaubensgenossen außerordentlich gestiegen und cS hat eine vollkommene Umschichtung auf ökonomischem und sozialem Esebiet stattgcfundcn. Die Schaffung von jüdischen Wohlfahrtsämtern, Arbeitsnachweisen, BerufSbcratungSstcllen und Arbeitsstätten sei ein dringendes Gcböt der Stunde. In der Aussprache wurden die verschiedensten. Fragen der jüdischen Wohlfahrtspflege eingehend erörtert und besprochen. Hks wurde insbesondere darauf hingewiesen, daß «ine, Zunahme «uch der Gefährdeten cingctrctcn sei, und daß das Arbeitsgebiet /der gesamten jüdischest Wohlfahrtspflege, ist großzügiger Weise ausgebaut werden müsse. Die Erfahrung bat gelehrt, daß eine vorbeugende Fürsorge in hohem Maße dazu (beiträgt, kre spätercst Lasten der Wohlfahrtspflege zu vermindernd Mit allem Nachdruck wurde betont, daß für viele Zwecke öffentliche Mittel zur Verfügung stehen, die unter den heutigen Verhältnissen vor allen Dingen in Anspruch genommen Oerdcn müssen. Genau so wie wir auf der einen Seite verlangen müssen —.che die ergänzende Fürsorge der Gemeinde cintretcn darf —.daß die Fürsorgcbcdütftigen 'zunächst die rechtlich verpflichteten Stellen in Anspruch nehmen, so sollen auch wir bestrebt sein, alle diejenigen Quellen zu erschöpfen, die aus öffentlichen Mitteln gespeist werdcnl p Ferner wurden Anregungen gegeben, hinsichtlich der Schaffung von Heimen für verschiedene Zwecke, des AuSbäuSdcr Mittclstands- Darlchnskasscn, der Fürsorge für die Jugendlichen, Tuberkulosen, Psychopaten usw. Auch die Frage des Zusammenschlusses der jüdischen Vereine und Anstalten rcsp. ihrer gemeinsamen Arbeit im Rahmen des Jüdischen Wohlfahrtsamtes, wurde erneut erörtert. Es wurde erwähnt, daß .letzteres zurzeit mit der Neu-' organisation beschäftigt sei und in Kürze diese Angelegenheit ernstlich behandelt werden wird. ES konnte fcstgestcllt werden, daß allgemein der gute und feste Wille vorhanden ist, die jüdische Wohlfahrtspflege in modernem Geiste nach jeder Richtung hin auszubcmen und zu vertiefen. Schließlich wurde der Beschluß gdfaßt/

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