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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1925-05-24 · 5 (24.5.1925) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
2 (1925)
Issue
5 (24.5.1925)
Date
1925-05-24
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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72 Breslauer Jüdisches Semelnbeblatt Nr. 5 Repräfentanlen-Verfammlung vom 23. April >1925. Sitzungeberiibl von Dr. 3» « ckinilr. * Der Vorsitzende IR. Peiser gibt ^or Emtritt in die Tagesordnung eine Anzabl Beileidsschreiben zsim Ableben des Gemeindeältesten Eduard Sachs sowie einige andesie Zuschriften bekannt. Daraus werden zunächst die in der Sitzung vom 26. März 1925 unerledigt gebliebenen Vorlagen beraten. ' Der Antrag des Vorstandes auf Erüöbung des Hausbaltepostcns „Prämien für Cborknaben der Alten Svnagoge" von .1000 auf 2502 Mark jäbrlich nhrd auf Bericht ifes' Herrn Dr. Schlesinger ebne Aussprache genebmigt. Di« nächste Vorlage wünscht eine apßerordentliche Beihilfe von 12 002 Mark au die Israelttische KrankenverpfleLungs-Anstalt zur Deckung des Feblberrages im Iadre 1924. Der Berichterstatter, Herr SR. Dr. Horn, mochte di« eingebeind begründete Vorlage zur Annabmr empfeblen, falls sich eine so höbe Beibils« mit den Gemeindefinanzen verträgt. Der Verwaltungsdirektor Dr. Rechnitz legt die augenblicklich« Finanzlage dar. Es feie» durch Verkauf»»« Wertpapieren, durch Steuercinggnge und- Einnabmen zum 1. Mai 145 <202 Mark verfügbar. Davon müßten di« Gebälter für Mai, die kleineren Subventionen ganz, die grosseren zu einem Viertel und die notwendigen sachlichen Ausgaben, die tr im einzelnen angibt, bezablt werden. , Dies erfordere insgesamt 126 «202 Mark, so daß 19 002 M. für Juni verfügbar bleiben.! E« sei aber mit einer weitere» Ausgabe von 18000M., über die Jer beute noch nicht sprechen könne, und mit Pflasterarbeiien auf Friedhof Cosel in^Betrage von 10 000 M. zu rechnen. Auf Wunsch glitt der Verwaltungsdirektor auch sämtliche Rücklagen unter Angabe her Wertpapiere, in denen sie angelegt sind, ziffernmäßig am Die Auflösung aller Rücklagen würde wenig mebr als den Besoltungsbelsarf für eiyen Monat ergeben. An Steuereingängen rechne er rüonatlick auf 15 002 M., eine Schätzung, die aber bei der traurigen Wirtschaftslage der Kaufmannsichaft als viel zu opkimisti-sch angeieb:n werde. - Herr Gins kann sich angesichts der eben genannten Zablen zur Bewilligung der 10 000 M. nicht ents Klient».. Die Lage des Krankenbauses fei auä, nickt so schleckt, wei n der Feblbetrag trotz der «ordentlichen Kosten für Erneuerungen di« sich im Iabre 1925 wiederbolen werden, nur 12 000- M. betrügt. Zunächst müsie surl^io Gemeinde -gesorgt werden. Natu! lich wollen wir alle das >rankebbaus, das eine Zierde der Gemeind« ist, auf seiner stolzen Höbe erbalren. Wenn wir aber 25 000 M. Iabresbeibilfe in den Erat einietzen, so leisten wir diermil mebr als je im Frieden. >. RA. Iacobsobn wünscht Aufklärung, u arum nickt die Allgemeinbeit,;. B. Staat, Provinz und Stadt, f nanzielle Hilf« leistet, da. über 60'!. Cbristen, meist Patienten dritte - Klane mit einem Satze unter den Selbstkosten, im Krankznbaus« i erpflegz werden. Ferner bittet er um Aufklärung, warum! bedürftigen Gemeindemitgliedern, insbesondere Ausländern, in einzelnen Fälle» die kostenlose Aufnahme verweigert worden ist. ’ ( ' Geb. Goldfeld verliest einen eben e»gegangenen Bericht des . Krankcnbaufes zur näberen Erläuterung de/ finanziellen Lag«. Eine! Kontrolle der Finanrgebarunq des kranken! »aufes, wie sie Herr Gins wünsche, sei nur durch eine besondere Komn ission möglich. Herr Fraenckel erwidert den Gegner a der Vorlage, daß bic' Finanzlage des Krankenbauses böckst angesp >nnt fei. Gern träte das Krankenbaus mit derartigen Anträgen an ne Gemeinde nickt heran.! Das Krankenbaus steb« allen bedürftigen C «meindemitgliedern kosten-! lo« zur Verfügung, die Aufwendungen bi;rfür feien fedr erheblich. Die Angaben von RA. Iaeobsobn seien nickt substantiiert genug, er möge ibm sein Material zugänglich machen, worauf das Krankenbaue feden einzelnen Fall avfklären wird. Gnneindemitgliedrr würden - ganz gleich brbandelt ebne Unterschied, ob sie Ausländer seien oder nicht. Wenn dagegen jemand zur Aufnahme ins Krankenhaus von > auswärts nach Breslau kommt, dann müfe das Krankenhaus feben zu seinem Gelb« zu kommen. DaS Krank rnhaus fei jederzeit bereit, einer Kommission in allen Punkten der Finanzgebarung Rede und Antwort zu stehen. > Herr Generalkonsul Smoschewer kann die Ausführungen des Vorredners über dir Finanzlage des Krankenhauses nur bestätigen. Der verhältnismäßig günstige Jahresabschluß sei nur möglich gewesen durch die außerordentlich große Zuwendung einer einzelnen GrmeindemitgliedeS. Der Berichterstatter erklärte in seinem Schlußwort, daß über die unbedingte Notwendigkeit der Ausgaben kein klares Bild gewonnen sei. Diesmal möge dir außerordentliche Beihilfe bewilligt werten. Künftig aber müßten Mittel und Wege gefunden werden, um in die Verwaltung des Krankenhauses Einblick zu gewinnen und der Gemeind« einen größeren Einfluß zu sickern. Die Vorlage wird hierauf angenommen. ' SR. Horn berichtet darauf über den nächsten Antrag des Vorstandes, nämlich für das Haushaltsjahr 1925/26 die Beihilfe für die Israelitische AltersversorgungS-Anstalt von 10000 auf I5000M. und die für das Israelitische Siechcnhaus von 30Ö0 auf 6000 M. zu erhöhen. Die Annahme dieser Vorlage sei wesentlich leichter, denn bei diesen Anstalten liege eine unvermeidbare Notlage durch die Inflation vor, da die Erträge aus den Kapitalien weggefallen find, auf die diese Anstalten fast ausschließlich angewiesen sind. Di« Vorlage wird bierauf angenommen. D«S weileren bat der Vorstand beantragt, in den Hausbalte- - plan 1925/26 10 000 M. als Beitrag für die Gcsamtorganisation (Preuß. Landesverband) «inzustellen. Der Berichterstatter, Herr Gins, empfiehlt, die Vorlage zurückznstellcn, da die Angelegenheit noch nicht spruchreif sei, solange der Maßsiab noch nicht feststeht. Dr. Schachtel schließt sich diese» Ausfübrungen an. Wenn der Beitrag nach der Seelenzahl bemessen werde, so siebe auch diese nock nicht fest. Man spreche davorH daß die tatsächliche. Seelenzahl hinter der vom Vorstand geschätzten von 50 000 erbeblick zurückbleibe. Geb. Goldfeld weist darauf hin« daß im Etat nur >>000 M. eingestellt seien, sicherlich ein viel zu ^ringer Betrag. Der Landesverband habe seine Tätigkeit seit einiger Zeit aufgcnomnieu und einer größeren Anzabl Gemeinden Unterstützungen bis 1000 AI. im Einzelfalle gewährt, und desbalb ersucht, ibm wenigstens ein Viertel der in Aussicht genommenen Beiträge bald zu überweisen. Selbst wenn'er unterstelle, daß die Seelenzahl nick» 50 000, sondern, willkürlich angenommen, nur 25 000 betrage, so werde der beantragte Jahresbeitrag von 10000 M. noch nickt ausreichen. Nach weiterer Aussprache, an der sich der Vorsitzende, der Berichterstatter und Dr. Schlesinger beteiligen, wird nach dem Anträge des Berichterstatters die Vertagung der Vorlage beschlosten. ( Die beiden nächsten Vorlagen, nämlich 2000 M. Hur Abhaltung von Lebrer-Fortbildungskursen im Sonnner 1925 zu bewilligen und di« Beihilfe für die Zentralwoblfabrisstelle der deutschen Juden in Berlin von 500 M. auf ßOO M. jäbrlich zu erhöben, werden auf Antrag des Berichterstatters, Lebrcr Freundlich, ohne Aussprache angenommen. Auch, die nächste Votlage, das Vermächtnis des Kaufmanns Isidor Hirsch«! aus Breelq^r'auszuschlagen, wird nach Auskunft über die hiermit verbundene Auflage auf Antrag des Berichterstatters, Herrn Walsch, genebmigt. Nachdem die weitere Vorlage, eine vierte etatsmäßige Schächterstelle zu schaffen, wegen Erörterung von Personalfragen in die gekeimt Sitzung verwiesen war, und die Versammlung dem Beschluste deS Vorstandes zugestimmt batte, die Herren Gemcinderabbiner Dr. Voqelstein und Dr. Hoffmann in den Fürsorgeausschuß p> wählen, mit der'Befugnis, sich im Behjnderungefallc durch die Herren Rabbiner Dr. Sänger und Dr. Simonsobn vertreten zu lassen, wurde der Verwaltüngsbericht durchberatenH Die Abrechnung« über-die 3157^34 M. betragenden Kosten für diej Wabl zum Preuß. Landesverband wurde zur Kenntnis genommen. Gegen di« Zuwabl des Herrn Rabbiner^ Dr.Cobn in die Ritual-Kommission wurden Bedenken nicht erhoben. Die Kosten für die österliche Verpflegung der Gefangenen mit 1500 M.j die Kosten für die Instandsetzung des Grabes von LhssalleS mit 1185,25 M., die Bewilligung einer Sonberbeihilf« für dir Erziehungsanstalten in Repzin und Beelitz von zusammen 200 M. sowie die Erhöhung der Vergütung für Prü-' fung der Äenkmalsgenehmsgungen werden genehmigt. Bei letzterem r

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