Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 2 (1925)
- Issue
- 3 (27.3.1925)
- Date
- 1925-03-27
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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38 Breslauer Jüdisches Semeinbeblatt Nr. 3 Tlur erstklassige Fabrikate lumi _-Ktd.Ges. slaul Za den bcforslehenden Feiertagen: Preiswerte Küchengeschirr- Sortimente, versdiledenlarbut Tafelbestecke! in allen Ausführungen Ü l^Jn den, im Archiv bei Gemeinde befindlichen Heiratsregistern! werden auch 2 Schwestern von Heym. L. erwähnt und zwar: Charlotte, geb. um lßOO und Henriette. Diese heiratete am! 26. 12. 1831 dssn aus Zülz stammenden Lehrer Sam. Schreier; und jene, eine geschiedene Cohn, wurde am 11. 2. 1836 die Gattin des Tüv. Scklesinger, geb. in Kempen. III. Rosalie (Reisel) Heizfelch"), geb. 8. Mai 1797 und gest. (Ring Nr. 49) am 13. Februar 1870, entstammte einer aus Glogau nach Breslau gekommenen Familie und war, nach Bernstein, eine „ewig klagende", nach Oncken sogar eine „zänkische, durch und durch unfeine und kleinliche Frau," während ihr Grabstein sie als ein gottesfürchtiges Biederweib, ^>as allezeit nur Gutes und Liebes getan 1)flt15), bezeichnet. Und diese Darstelsung wird z. T. durch ihr Testament bestätigt! Denn in diesem bestimmte sie, daß sowohl an ihrem „Jahrzeittage", als auch km dem ihres Mannes und ihres Sohnejs an den Gräbern ein Gebet verrichtet werden solle und daß hierfür der! Rabbiner 13 M. und ein jeder der 10 Minjarleute 1,80 Mj. erhalte. Ferner sollen alljährlich an ihrem Todestage 159 M. an jüdische Arme verteilt werden. Und im Sinne ihreß Sohnes gqb sj!c 30 000 M. zu einer „Ferd'Lassalle-Stiftung" und bestimmte, daß 3/s der Zinsen an arme, unbeschtz^tki-Arbeiter als Darlehen und */, als Pensa men für alte, nicht mehr erwerbsfähige Arbeiter und Handwerker gegeben werden sollen.") 1 IV. Feitel Wolfsoh it jobcr Braun hieß der Vater von Heym. Lassal, weil er ein- Sohn von Seeb oder Wolf war und eine Zeitlang in Berlin,! Kr. Pleß, wohnte. Er ist in Loslau gestorben, war Salz-Faktor und scheint für modernes Wissen Interesse gehabt zu haben; denn er ist einer der wenigen schles. Abnehmer von Mos. Mendelssohns hochdeutscher Pentateuch-Uebersetzung. (Gräbst, von Heym. Lassal, Heiratsregister der Syn.-Gem. Bresl. u. M. S. 62, S. 273). V. E r n e st ine (E st her) O p p en heim starb in Breslau (Wallftr. 13) im Alter vcn 70! Jahren am 2. Nissan 5595 (1835) und ruht auf dem Friedhofe Claassenstr. neben ihrer Enkelin Caroline Lassal. (Sterbeiegister der Gern. und Beerdigungsregister des Friedhofes Cl.^ S. 40). vi. Äbr a h. Heizfeld scheint ein Schriftgelehrter gewesen zu sein, denn er führt auf dein Grabdenkmal seiner Tochter den Morenu-Titel. VH. Nur dem Pprnamen stach.bekannt. VIII. M e n a ch.. M e n d. O p;p e n h. starb 1808 in Tost und ist in Langendorf beerdigt. ' (M. S. a. a. £.) IX. Nur dem Namen nach!bekannt. X. B er a ch a Gr ätz er starb am 17. Tebeth. 6589 (1828). (M.S. S. 273.). - > XI. CHajimGr. starb ifiTworoq am 6. Schebat 6524 (1764). und ist in Langendorf bejerdigt. — Ein Bruder! von ihm war Jechiel Gr., der nach Amerika auswanderte, dort leugnet wird, über den Heinrich Heine?) und selbst Bismarck3) in anerkennenden und warmen Worten urteilen, hat sein Judentum zwar nicht .verleugnet, aber sich als Jude auch nicht betätigt. In seinen Briefen an die Eltern und die Schwester findet sich bisiveilen ein hebräischer oder jüdischer Ausdruck'), wir vernehmen von ihm die Worte: „ich könnte mein Leben wagen, die Juden aus ^ihrer jetzigen drückenden Lage zu retten; ich würde selbst das Schaffot nicht scheuen, könnte ick sie wieder zu einem geachteten Volke machen," ferner, als 1840 die Judenverfolgung in Damaskus war: „Gab cs je eine Revolution, die gerechter wäre als die, wenn die Juden in jener Slydt aufftänden, sie an allen Ecken anzündeten, den Puloerturm in die Luft sprengten und sich mit ihren Peinigern töteten?" ode? nach der Lebtüre von Lessings „Nathärr": .„was ick dabei .fühlte, als ich von solckem Meister so meksterlick mein Volk verteidigen sah, läßt sich denken"") — aber das ist auch so ziemlich alles! — II. H cyma n n (Chajim)! L a s s a l > geb. in Loslau (daher her Name) am 4. Mai 1791, wurde 1816 Mitglied der pTl in Breslau, gehörte 1829 dem Obervorsteher-Collegium der jüdischen Gemeinde nn/'stano im Streite Taktin—Gtiger ans seiten des letzteren und starb im Hause Ring Nr. 1 am 21. Oktober 1862"). 2 us seiner Ehe mit Roi'alie Hcijfeld gingen anher Ferdinand roch, 2 Töchter hervor: Friedefike, die an einen Verwandten, Ferdinand von Fricdland, ist Prag verheiratet tvar")'nnd Caroline, hie im. Alter von II^Jahren am 26.1.1839 in Breslau, Roßmtrrkt 14, starb"). ■— Heym. L. war eini in guten Verinögensveschältstissen lebender Heiden-' Händler: er geriet vorübergehend! in Schwierigkeiten uyd wird auf seinem Grabstein als ein „tteucr Vater und ein Bruder in der ^lot" und von Oncken als „herzensgut, Hit iß und « weich gegen den geliebten einzigen Jungen" geschildert. — - Er schreibt im Jahre 1846:,' „Mein Freund, iietr Lassalle, in ein junger Mann von dev ausgezeichnetsten Geistesgaben: init der gründlichsten Gelehrsamkeit, mit dem weitesten Wissen und dem größten Scharfsinn, der mir je, vorgekommcn, mit der reichsten Begainis der Darstellung verbindet er eine Energie des Willens und eine Habilit^ iin handeln, die mich in Erstaunen setzen. Diese Bereinig tng von Bissen ». Sonnen, von Talent u. Charakter war eine -freu >ige Erscheinung für mich." (Oncken, 2. 42). *) > Im Oktober 1863 lernte Bismarck Lassalle kennen, nach 1b hahrcn urteilte er über ihn: „Er war einer der gei und liebenswürdigsten Mdnschen, mit denen ich je verkehrt, Mann, d§r ehrgeizig im großen Stil war. — Er war ein energi sehr geistreicher Mensch, mit dem zu sprechen sehr lehrreich wai Unterredungen haben stundenlang gedauert, und ich habe in dauert, wenn sic beendet waren. — Ich bedaure, daß seine : Stellung und die meinigs! mir nicht gestatteten, viel mit ihm „ kehren, aber ich würde mich gefreut haben, einen ähnliches Mann! von dieser Begabung und geistreichen Natur zum Guts zu haben." l Lücken, 2. 392 u. 393s.. *> B e r n st e in, a. a. O. 2. 14, 18, 77, 82, 86, 87, - und 143. *9 Cnrfcti, 2. 20. u) Akten der 2yn.-Gem. Breslau (G. A.) u. Brann in „Pionats. schrist" (M. 2.) 62, 2. 270 ff. Nach den im Gem.-Archiv vorhandenen „Heiratsastzeigen' <1. T. r. 10) war Friederike L. 21 Jahre alt, als sie am 27. II.! 842 den j 30 Jahre alten, in Pleß geb. Ferdin. Friedlander, den Sohn von Wolfs Fr. aus Bresl. heiratete^ Ihre Sinder waren: Alfons u. L ieschen; diese verlobte sich im Dez. 1861 mit einem Baron Türck. (Bernstein, S. 110). **) Beerdigungsregister vom Friedh. Claassenstr. 2. 144 und „Sterberegister." ind noch ststeichsten ein sscher und; unsere mer be- »olitische zu ver- Mann rachbaru 88, 101 }*) Auch Heyzseld, Heitzfeld oder Heutzfeld; nach Brann von der Ortschaft Heidingsfeld a. M. herrührend, die bei den Juden „Heitzselb" genannt wurde. — In Breslau fand ich diesen Namen nur wenige Male u. zwar 1820 in dev^ Liste der Gem.-Mitgl. (Juwelier Israel Heutzfeld) 1821 in den Geburtsregistern (KaSriel Heitzfeld) u. auf dem Friedhofe Lohestr. sowie in den „Sterberegistern" 1861 (den am 7. Jan. in der Antonienstr. 30 verst. Saufm. Julius (Jacob) Heutzfeld). “) bn, nw* ifty9 tom aio pn - - nrv ») G. A.