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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1925-02-23 · 2 (23.2.1925) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
2 (1925)
Issue
2 (23.2.1925)
Date
1925-02-23
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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22 Breslauer Jüdische« Semelndeblatt Nr. 2 ausgenommen sollen ^ervon-die Oberkantoren sein wegen i 1925 ist Herr ß). aus dtzirr Judentum und der Gemeinde ausanderweitiger Regelung ihrer Bezüge. Ferner sollen die j getreten. Es wird Herrn G., der nie etwas für die Syna- Bezüge der Ruhegeh rltsempfänger ebenfalls um 15 bezw. j stogen-Gemeind^e übrist gehabt hat, wohl zuviel Ehre an- 10 Prozent erhöht und die Höchstpension entsprechend den getan, wenn die geehrte Versammlung dfe Angelegenheit staatl. Vorschriften vosi 76 Prozent auf 80 Prozent erhöht j noch einer Aussprache würdigt. Die Versammlung nahm t widert IR Hirschbcrg, werden. Auf Antrag der Repr. Gins und Freundlich wird die Dringlichkeit bejahe und die Anträge des Vorstandes angenommen. Auf Ansi age von Repr. Goldschmidt wird vom Borstandstische erklärt, daß die beschlossenen Erhöhungen einen Mehrbedarf an Cehältern von etwa 5000 Mark monatlich erfordern. ' i Zur Vorlage der Sutzungsänderung berichtet Geh.-Rat «Goldfeld, daß der" Verstand die II. Lesung beendet habe, aber sie noch isicht ged/u^l der Versammlung vorlegen könne. Tie Versammlung beschließt, die Satzung in einer Kommission bestehend aus den früheren Mitgliedern der Satzungskommission vorzuberalen, wünscht aber, daß jeder Repräsentant ein Exemp ar des Entwurfs erhält. . Auf Antrag des Berichterstatters' Herrn Martin Fränkel werden nach dem Antmge des Vorstandes die Beerdigungs- Selbstkosten, die die Z / K. V. A^ nach genauer Aufstellung auf '146/Mark berechnet, auf 140-Mark festgesetzt. , Repr. Tr. Schach el fragt an, was es'mit den Behauptungen in einem Flugilatte über eine Pfändung wegen.jüd. Steuern -für eine Befvandtnis habe. Vom Vorstände erohne Aussprache von der Mitteilung des Vorstandes Kenntnis. In der darauffolgenden geheimen Sitzung wurden die Vorlagen des Vorstandes über die Aenderung des Mietsvertrages mit dem jüd. Schwesternheim, über die Anrechnung von Tienstjahren für die Ritualaufseher Halle unp Scheftelowitz, über die Vergütung des Rabb. Tr. Heppner für archivalische Arbeiten und über die Erhöhung der Bezüge für den stellvertretenden Chordirigenten Schottländer angenommen. Die Vorlage über den Ankauf des dem Friedhof Cosel benachbarten Geländes des Landwirts Gustav Suppelt in Cosel in einer Größe von djwa 12 Morgen wurde'im Einverständnis mit dem Vorstände vertagt,/nachdem dieser mitgeteilt hatte, daß! die erforderlichen Gutachten über die Grundwasserverhältniss^ noch nicht vollständig erstattet seien. Die Mitteilung des Vorstandes über das Vertragsangebot des Maurermeisters Otto Rohde über ein Trennstück von etwa 450 Quadratmeter, dem Friedhof Lohestraße benachbart, wurde zur Kenntnis genommen. . , ' Tie Versammlung genehmigte ferner'die Vorlage des Vorstandes! über die Pensionierung d^s Schächters Moritz daß es sich um die Steuersache des'. Loewenthal unter Zubilligung der Höchstpension in An- ...... ..! erkennung seiner langjährigen einwandsfreien und hingebungsvollen Dienste für die Gemeinde. Taranf wurde in öffentlicher Sitzung ein mündlich vorgetragener'Tringlichkeitsantrag des Vorstandes angenommen, Herrn Eduard Sachs, der 33 . Jahre hindurch seiste hervorragende Tatkraft und Energie unter vollständiger Hintanstellüng seiner eigenen Interessen mit beispiellosem Erfolge in den Dienst der Gemeinde gestellt hat, zum G e - m e i nd e ä l t e st e n zu ernennen und ihm in dieser Eigenschaft lebepslänglich beratende Stimme im Borstande einzuräumen. R. i Generaldirektors Alfrc > Gittlcr handelt, und stellt folgendes aus den Akten fest: Tie Nacktragsumlage des Herrn G. hat das Finanzamt arf 19 058 Gm. festgesetzt.!Auf seinen Antrag ist diese Umlage am 10. 3. 1924 vozn Bcststande auf I2 00t^Mark, zahlbar in drei Monatsraten, ermäßigt worden. Rach Ablauf der drei Monate hatte G. noch nichts bezahlt. Am 10. 6. 1924 ist Um eine weitere Stundung, bis 30. 6. 1924 bewilligt worden, falls sofort 2000 Mark gezahlt würden. Auch diese Teilzahlung wurde nickt geleistet. Ejne weitere Stundung ist darauf am 27. 7. 1924 abgelehnt worden. Herr G. hat aber weder etwas gezahlt, noch irgendwelche Vorschläge zur Regulierung gemacht.. Nachdem das Finanzanrt wegen Staatssteuern mit Pfändung vorgegangen sein soll, ist am 13. 9. 1924 aus unser Ersuchen auch wegenlder Synagogesistöuer gepfändet worden. Von einer Versteigerung der Pfandsachen hat das Finanzamt zunächst abgesehen, weil Bevollmächtigte res Herrn G. dem Fistaazamte zu Unrecht erklärten, es schwebten Verhandlungen we zen Herabsetzung. Erst am 6. il. 1924, als die Bersteigereng bevvrstand, richtete Herr Gs ein neues Gesuch an unss, das wir mit Rücksicht darauf, daß bisher nicht ein Pfennig gezahlt worden war, abgelehnz haben. Einige Tage vor dem Versleigcrungstermin am.18. Tezember 1924 wandte sich der Steuersstndikus des Herrn G. wegen einer Einigung an uns. Vir waren zu weiterer Stundung und Ermäßigung bereit, falls ein Teilbetrag «zahlt und uns anderweitige Sicher heit geboten würde. Herr Gbvt uns mit Schreiben' vom 10. 12. 1924 sein Rännpferd „Roma" als Sicherheit an. Das hat der Vorstand als Hohn aufgefaßt,! hat aber weiteren Aufschub bis JO. 1. 1925 bewilligt, nachdetn Herr G. 1000 Mark gezahlt hatfe. In der Zwischenzeit sollte Herr G. neue Vorschläge übet ] Sicherstellung machen. Er meldete sich jedoch erst am 6. lj 1925 mit einem Vorschlag auf monatliche Teilzahlung von 1000 Mark. Wp: haben ihm halbmonatliche Teilzahlung von 1000 Mark bewilligt. Am 27. 1. 1925 habeine Bertrauensperson nochmals in der Steuersache vorgesprochen, der wir anheimgegebe.« haben, daß Herr' G. geeignete Vorschläge auf andere Sicherstellung mache. Dies hat Herr G. nicht geian, auch weitere Zahlungep nicht geleistet. Am Freitag, dm 30. 1. 1925, hat daraus dlas Finanz Eduard Sachs Gemeinöeällester.^ Wie unsere Leser an anderer Stelle erfahren haben, hat Herr Eduard Sachs fein Amt im Vorstände, dem er seit 1891 angehört, mit Rücksicht auf sein körperliches Befinden niedergclegt. Sein Entfchluß war geleitet von der Erkenntnis, daß die enorm gesteigerten Aufgaben ^ber Gemeinde bei der beschränkten Anzahl von IO Vorstandsmitgliedern die ungeschwächte Arbeitskraft jedes Einzelnen erfordern. Leider aber verhindert ihn der End« 1922 erlittene Beinbruch an der erforderlichen körperlichen Beweglichkeit. Andererseits wollte der Vorstand die kaum zu ersetzende geistige Arbeitskraft, Klugheit und Kenntnis dieses hervorragenden Mannes, der seit 40 Jahren der Gemeinde Breslau unschätzbare Dienste geleistet hat, fernerhin nicht miffen. Auf Vorschlag des Vorstandes baben deshalb die Gemeinde-Körperschaften beschlossen, ihn zum Gemeindeäliesten zu ernennen, ein Ehrenamt, das künftig durch die Satzungen geregelt werdest soll. Dieses Ehrenamt ist aber nicht eine bloße ehrende Auszeichnung, sondern gewährt dauernden Einfluß auf die Geschäfte des Vorstandes^ Denn mit diesem Amte Ist für Herrn Eduard Sachs das Recht verbunden, mit beratender Stimme an den Verhandlungen des Vorstandes teilzunehmen. Auf diese Weise wird sein kluger, nie versagender Rat dauernd der Gemeinde erhalten. Dieser wichtige Abschnitt im Leben deö Herrn Sachs bietet Veranlassung, einen Rückblick auf seine bisherige Tätigkeit zum Wöhle der Gemeinde Breslau, ihrer wohltätigen Anstalten und der gesamten Judenhest zu werfen. Geboren am 16. April 1834 in List» i. P., siedelte er schon als Kind nach Breslau über, das er als seine Vaterstadt betrachtet. Mit 39 Jahren zog er sich von der Leitung beamt die Pfandstücke ms der Wohnung des Herrn G. zur': väterlichen Geschäftes zurück und widmete sich nur noch gemeinnützigen Versteigerung am 2. I. 1925 abgeholt. Auf den Zeitpunkt; und wohltätigen Aufgaben. Bereit» 1.878 wurde er zum Repräfender Abholung hat dia Gemeiside natürlich keinen Einfluß, kanten gewählt und war als solcher in den wichtigsten Kommissionen Tiss Pfandstücke sind für 1000 Mark versteigert und in die als Mitglied bzw. als Vorsitzender tätig. 1891 erfolgte feine Wahl Wohnung des Herrn G. zurückgeschafft worden. Am 2. %. in den Vorstand. Dort hat er vermöge seiner hervorragenden Geistes

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