Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 2 (1925)
- Issue
- 1 (20.1.1925)
- Date
- 1925-01-20
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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2 i Breslauer Jüdische« Semelndeblatt Nr. i Schweizer (geboren 1766, heiratete am 24. Februar 1796 Jette, die Tochter des Wolfs Israel Kalisch") und starb am 21. Dezember 1825. Er war ein Schwestersohn des polnischen Schammes") und Warenmaklers Simon Mos. Schweizer). 37. Israel 'Mos. Hausdorf (geboren 1757, verheiratet seit 1794 mit Recha Magnus ai^ Berlin). 38. Solomon Loebel Zwettels (Geldmakler, geboren 1759, verheiratet mit Henne Jonas Schweizer und gestorben 9. November 1806. Er war zweiter Pflegevater und später Sachverwalter in der „Gesellschaft der Brüder"). 39. Loeb/el S a l o m o n - T r a u b (geboren 1759 und verheiratet mit Genendcl Scelig). .40. Loebel Salomon Munk (Geldwechsler, geborer> 1731, verheiratet in erster Ehe mit Chase Abraham und in zweiter mit Liebe Jakob. 1806 kvurde die Nummer auf den Sehn Abroh. Löbel Munk, der'in Rawitsch wohnte und mit Chose Tcbora Beer verheiratet war, übertragen. Nach dem Tode derselben heiratete lAbroh. Löbel seine Nichte Lea Saul Katzenellenbogen aus Hrich'"). 41. Abraham Hirsch Mollsl) (Handelsmann, geboren- : 1749 und in zweiter Ehe mit Esther S mon Zelle ous^ Berlin verheiratet. 1801 wurde die Nummer ans die TochterRoesel, verehelichte Baruch Joseph Marcusc“) übertragen). 42.1 a c o b IoachimGot Heiner (Fomage-Licferant, geb! 1737! und verheiratet mit Sarah Abraham, Die Nummer! wurde i 1809 aus die Enkelin Sophie Berel G., die Frau des am 2. 4. 1829 verstorbenen Jak. Ist. Flatcw übertrage j D a v. Mendel Fraenkel (Handelsmann, geboren 1737 und verheiratet mit Chase Scheftel). 44. Me ye^ Ia c. Fraenkel (Handelsmann, geb. 1736 und verheil Güttel M chael. — 1805 erhält die Nummer der sohn Lachmann Seelig Goldstücker, der Mann der am tober 1804 verstorbenen Rahel Fr., der nun die Schwe selben, Edel, heiratet).! 45. Sam. Seelig Lev Wechsler,.-geboren 174 L und verheiratet mit Jüttel Ihre Tochter Kehle l eiratcle am I. September 1 Lehrer Äbrah. Heym. £ öbel Schhesinger). 46. Loebel Rosenberg (Fourige-Liefervnt; geboren 1744 heiratet mit Vocgele Jscoc Krh). 47. Feist Süßkind Hilsbacher (Fourpge-Lieferant, geboren 1754; Ehefrau: Rebecca Jsaac P ck“)i gestorben im Juli 1801. Sesn Sohn war der in den Freiheitskriegen bei Gr.-Görschen gefallene Leutnant Mayer H.lsbach"), über den L i p s , .StaatDbürgelet mit ieger- 0. Oker der- (Gekdamuel. 94 den Victor d ver- "> Inhaber ber Stamm-Rr. 2.; “) Die polnischen Schammesse waren nicht Synagogen- oder Geincindediener, sondern oie Bevollmächtigten und Sachwalter der „vohlnischen Handclsjuden ", die selbst von dem gestrengen! Rat der Stadt Breslau, deren Hpndelsblüte besonders auf dem Berkehr mit Polenberuhte, sehr gern gesehen und „toleriert" wurden. Die Einsetzung der Schammesse ist darauf zurückzüführen, datz die großpalnilchje Judenschaft iin-Jahre 1670 vont dem Breslauer Kaufmann Christoph Brestier ein Tarlehn von 12 120 Talern entnommen hatte, für dessen Abzahlung die ganze, nach Bresla» handelnde polnische Judenschaft solidarische haftete, und es wurde« daher 2 besoldete Schammesse eingesetzt,! welche seit 1694 von den'nach Breslau kommenden polnischen Handelsjuden Beiträge zur Tilgiing der' Schuld erhoben. Dicse >Schammei'se wurden bald die reichsten Leute der Gemeinde und verstanden es, selbst nach Abzahlung d, r Schuld, sich unentbehrlich zu machen. So gab cs im Jahre 1697 in Breslau vier Schammesse, 1722 elf, 1737 sechs, und auch noch in der Zeit von 1776—1810 existierten sie. (Brann Landrabb. Sr 225.) > *•) Wohl eine Tochter des dortigen und Schwester des Krotvschiner Rabbiners Katzcnellenbogen lRähereS über diese vid. Heppner-Herzberg, Airs Vergangenheit und Gegenwart der Juden in den Pvsener Landen, S. 421 u. 568). **) Er unterschreibt „Molling" ,und wird auch so a» verschiedenen Stellen der G. A. gencinnt. **) Aus Landsberh a. d. Warthe und nahm erst in Breslau den Romen „Marcujc" an. i- Rach dem ihm am 1. Dezember 1794 vom „Ober-Burgermcister, Aurgermcister und Rath" .der Stadt L. ausgestellten Paß hieß er Barrach Joseph, war von kleiner Statur und braunem Angesicht, hatte schwarze Haare, keinen Bart und trug bei seiner A usreisc eine grünt Jacke, eine Pelzweste und grüne Beinkleider.— Sein Sohn war der Dr!Herm. (Hirsch) Marcuse, geb.26.3.1798. (G.A.) **) In den G. A, nitd sie als geborene Levy bezeichnet. **)' Geboren 15. September 1793 und gefallen am 13. Jjar 55?3 {1(813). — Auster diesem siele n-bei Gr.-Görschen die Breslauer jüdischen Freiwilligen Julius BSrgheim und Lazarus Zülchauer. recht der Juden, S. 152 folgendes berichtet: „Bekannt ist die schöne Tat des Freiwilligen H lsbach aus Breslau. Zweimal verwundet, wich, als er eben auf «es Königs eigene Anordnung zurückgebracht werden sollte, seine Kompagnie. „Wie," sagte Hilsbach, „Brüder, wollt Ihr König und Vaterland verlassen? Seht, ich bin verwundet, aber ich kämpfe mit Euch fort." Mit diesen Worten kehrte er sich um, die ganze Reihe folgte ihm und siegte, aber Hilsbach fiel von einem dritten Schüsse, als eben der Königliche Leibarzt dem zum Leutnant auf dem Schlachtfelde ernannten Hilsbach zu H lfe eilen wollte." Seine Leiche ruht auf dem Friedhofe Claassenstraße, und sein Grabstein, dessen Inschrift schon sehr stark gelitfen'hat, trägt die Nuünner 2582“). 48. Bendix Jac. L a n d s v e r g (geboren 1763 und verheiratet mit Mariam Joachim. Eine Tochter Eva heiratete den Nathan Sam. Brody). 49. Esaias iLoebel Fränkek (Handelsmann, geboren 174! und verheiratet mit Rebecca.Wolf Pick). 50. I o s. Bezallael „(geboren 1737, verheiratet mit Malke Benjamin Ginsberg und gestorben am 6. Mai 1796. Die Nummer wurde am 6. 8. 1796 auf den Sohn Israel B., der seit dem 18. November 1793 mit Hannchen Breinersdorf verheiratet war, isbertragen. 51. L o e b e l I a c. F r ä n k e l (geboren 1735 und verheiratet mit Rache Jtzig, war ein Geldwechsler). 62. As cher (A m - sche-l) Abrah. Cohn (Geldwechsler, geboren 1751 und verheiratet, mit Chajle Loebel). Religionsschulwesen. Zu den wichtigsten Aufgaben, welche der jüdischen Gemeinde durch Herkommen und Gesetz zugewiesen werden, gehört die Sorge für die religiöse Unterweisung ihrer Jugend; ja, man kann sie mit Fug die—wichtigste Aufgabe nennen: denn „wer die Jugend hat, der hat die Zukunft." Die Gemeinde ist sich dieser ihrer Verpflichtung auch bewußt; nur hat es den Anschein, als ob die Gemeindemitglieder sie nicht in ihrer Bedeutung zu würdigen wüßten, und darum kann nicht oft genug auf diese ihre Wichtigkeit hingewiesen werden. Die Gemeinde unterhält seit vielen Jahrzehiüen zwei Religionsunterrichtsanstalten: die konservative Religionsunterrichtsanstalt I, Wallstraße 9, und die liberale Unterrichtsanstalt II, am Anger 8. Um auch den im Süden der Stadt wohnhaften Kindern eine bequemere Möglichkeit für ihre Unterweisung in den jüdischen Wissensfächern zu geben, hat die Gemeinde vor wenigen Jahren Zweiganstalten beider Schulen ins Leben gerufen: die konservative ist in den Räumen der Augustaschule (Schweeinstraße), die liberale in den Räumen der Jlmingschule (Kleiststraße)^ untergebracht. Leider sind die Schulen mit ihren Zweiganst ilten lange nicht der Za^,l der Gemeindemitglisder und ihre: Kinder entsprechend besucht; von etwa 10 000 Schulkindern im weitesten Sinne genommen) besuchen nur etwa 700 die Gemeinde-Unterrichtsanstalten; und wenn auch noch einige Hindert andere in den städtischen Volksschulen und in den jü! nschen Schulen oder privatim hebräischen Unterricht erholter, so lixgt doch die Befürchtung nahe, daß .die große Mehrzahl aller jüdischen Kinder Breslaus aufwächst, ohne die elementa stey Kenntnisse des Hebräischen, der Sprache tzes Gottesdienste s und der Bibel. Welche Folgen cfber ein solcher Zustand für die Teilnahme der kommenden Generation am jüdischen Le! icn/haben muß, braucht kaum angedeutet zu werden. Um diesen geradezu katastrophalen Folgen vorzubeugen, muß daher immer wieder die dringende Mahnung an alle jüdischen Eltern gerichtet werden, daß fie die Bemühungen der Gemeinde nicht durch ihre' Teilnahmslosigkeit zuschanden machen,' daß sie vielmehr ihre Kinder rechtzeitig und lange genug (nicht nur etwa bis zum Alter der Barmizwah) einer der beiden Religionsschulen anvertrauen; wer die Bedeutung des Religionsunterrichts, erkennt, wird **) Br. Schl. (Sem.-Ber. 1912, S. 21, Anm. und Michael F r a e n k e l, der Anteil der jüdischen Freiwilligen an dem Befreiungskriege 1813/14, S. 9.)