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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1924-10-28 · 4 (28.10.1924) · p. Seite 32

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
1 (1924)
Issue
4 (28.10.1924)
Date
1924-10-28
Page
Seite 32 (sequence 2)
Language
German
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33 re,* lauer Jüdisches ®emeln6cblatt Nr. 4 —-* 32 an seine verstorbenen Eltern Marcus und Bertha Schottländer. Seitdem betätigen sich die Schwestern unter der bewährten Leitung der Merschwester Fanny auf dem Gebiete der häuslichen Krankenpflege bei Arm und Reich, und mit der Ausbildung des Nachwuchses. Wir wünschen dem jüdischen Schwesternheim, das durch die Geldentwertung leider ganz besonders gelitten hat, noch viele Jahrzehnte segensvollen Wirkens. - Dr. R. Achtung Kuttuösteuer. . Wie ein großer Teil unserer Gcmeindemitglieder gemerkt haben wird, betreiben d« 'Finanzämter seit einigen Wochen energisch die Einziehung der fälligen Kirchen- und Kultus- ^fteuern. Alke fälligen Beträge der vorjährigen Steuer — der sog. Nachtragsumlage 1923/24 — als auch der laufenden Kultussteuer werden mit 8 Tagen Frist gemahnt. Wenn auch nach Ablauf der 8 Tage in vitzlen Füllen der Gerichtsvollzieher nicht erscheint, so liegt das daran, daß die Aufträge zur Zwangsvollstreckung voin Finanzamt nur so weit gegeben werden, als cs der Geschäftsgang beiedah Kaffen (Reicbssteuerhebestellcn) gestartet. Tie Gemeinseinitglieder sollten also bei längerem Ausbleiben nicht ctwc? glauben, daß die Zwangs- ' Vollstreckung nicht vorgeuommcn -wird. Bor solchem'irrigen Glauben können wir-nicht genug warnenl Eine erheblich/^luzabl Steuerpflichtiger hat sich bald nach Empfang der Mahnzettel'an die Gemeinde mit Anträgen um iLrmäßignng gewandt. Es ist selbstverständlich, daß djese Anträge, .die zunächst an den Steuerausschnß und dann' an den Vorstand, oder deren Beauftragte, geben, und wegen der' Geheimhaltung nur von ganz bestimmten Beamten bearbeitet werden dürfen, nicht in 8 Tagen entschieden sein können. Tazn tzommt, daß der größte Teil der Anträge die zur Entscheidung erforderlichen Angaben Nicht enthält. Tie Synagogcnganieinde hat wie die übrigen Kirchengcmeiudeu keinerlei Unterlagen für die Steuerveranlagung, die ausschließlich vom Finanzamt vorgenommen wird. Alle Anträge auf Steuerermäßigung müst'cn daher außer dem tTtcneraktenzeichen (Stenerbezirk nn.d Kirchcnsteuer-Sollbuch-Nr.) den Betrag - der 'einzelnen Stenern, nicht'blos den Gesamtbetrag aller cingeinalmten Kultusstcucrn, enthalten, und ausführlich begründet fein, warum eine Ermäßigung aus Billigkeitsgründcn gewährt werden soll. Ter allgemeine Hinweis auf die schwierigen Wirtschaftsverhültnisse genügt nicht. Hcrvorzuheben' ist noch, daß irgendein Rechtsanspruch auf diese „Ermäßigung ans Billigkeitsgründen" nicht besteht, mich dann nicht, wenn Kariflente und Industrielle seit dem Jahre 1922, auf dessen Miiikonimen die Nacktragsumlage, 1923/24 beruht, durch Umwandlung ihrer Betriebe in Körperschaftckir Gehaltsempfänger (Geschäftsführer) geworden find.! Fällig sind zur Zeit die ganze Nachtpagsunckäge 1923/24, soweit sie nicht gestundet ist, rmd von der Kultussteuer 1924/25 ») bei den freien Bernsen und den vorauszahlungspflichtigen Gehaltsempfängern 6% aller bereits fälligen staatlichen Vorauszahlungen, / , b) bei den übrigen Lohn- und Gehaltsempfängern die. I. Halbjahres.rate (der ganze Betrag" eMfpricht der Nachtragsnmlage 1923/24). : ~ Tie II. Halbjahresrate dagegen Lktob. 1924 bei d. Pflicht! m. d. Alt No»b. 1924 ,, ,, ,, ,, „ ist fällig im fangsbuckst. A—E r e—h -^Cgbr. ,1921 ,, ,, ,, ■ ,, ,, ^92->. ,, ,, ,, ,, ,, Febr. 192 - ,, ,, ,, ,, ,, März 19fe.j ,, „ „ ,, ,r ,, ,, 11 n I—K L—P Q—S T—Z Wir boffssn mit dieser Aufklärung da und der Gemeindeverwaltung gedient zu n Steuerpflichtigen haben. Tr. R. tl Ms üem vereinsleben. tt Frei« jüdische Volkshochschule «re»la». Nicht allein die schweren Kämpfe, die die gewissenlose antisemitische Verhetzung über die Juden fast aller Länder herausbeschworen hat, sondern in erster Reihe die durch diese Anfeindungen nur inniger gewordene Liebe zu unserem Judentum haben in weilen Kreisen unserer Glaubensgemeinschaft die Sehnsucht nach tieferer Kenntnis und Durchdringung der Kulturgüter unserer Gemeinschaft hervorgerufen. Getragen von allen größeren Organisationen unserer Gemeinde ist darum vor nunmehr sechs Jahren |bie Freie jüdische Volkshochschule begründet worden, die es sich zur Ausgabe gemacht hat, eine überparteiliche Plgttfarm zu bilden, auf der alle Kreise und Richtungen unserer Gemeinde zur Vertiefung des Wissens von der Geschichte und Kulturbedeutung des Judentums sich vereinen. Die besten wissenschaftlichen Kräfte unserer Gemeinde haben sich in den Dienst unserer Volkshochschule gestellt, die in. Bortragssolgen und Uebungskursen in moderner und eindringlicher Weise die. Geistesschätze unseres Schrifttums, die. Ehrfurcht und Liebe, weckende Kraft unserer Geschichte, die Tiefe und Schönheit unserer Denker und Dichter, aber auch die Probleme unserer Zeit zg lebendigem, seelischem Bewußtsein zu erheben sucht.; Etwa 5t)0 Hörer nahmen in jedem Semester an den Vorlesungen und Hebungen teil, so daß die jüdische Volkshochschule eines der bedeutsamsten Bildungsmittel unserer Gemeinde ist. Die wirtschaftliche Erhaltung der Volkshochschule ist Ausgabe des Vereins „Freie jüdische Volkshochschule", der etwa 60EMitglieder zählt. Das in dieser Nummer des Gemeindeblattes veröffentlichte Vorlesungsverzeichnis des kommenden Winter-Halbscmesters 'gibt Einblick in den Arbeitsplan der Volkshochschule. Auch für die zweite Hälfte des Winter-Semesters haben mehrere Dozenten der Volkshochschule ihre!Mitarbeit zugesagt. Freie jüdische Volkshochschule. Vorlesungs-Verzeichnis. Erstes -Halhsemester (November/Tezember 19^4). E r ö s f n u n g s f e i e r: Sonntag, den 2. November, vorm. II Uhr/ großer Saal der Lessing-Äogc. 1. Dozent Tr. I. Heinemann: Lektüre aus Jehuda Halevis Kusari (unter Zugrundelegung der Ttsch. Ubers.) (Donnerstag 7—8 Uhr.) 2. Gemeinde-Rabbiner Tr. M. Hosfmann: Jüdische Geschichte von der Zerstörung des ersten bis zur Zerstörung des zweiten Tempels. (Dienstag 8 — 9 Uht.) 3. Prof. Dr. F. Landsberger: Rembrandts Lebeai und Werke mit besonderer Berücksichtigung seiner biblischen Darstellungen (mit Lichtbildern). (Montag 8 — 9 Uhr.) 4. Dozent Dr. A. L e w k o w i tz: Tie Bedeutuüg der Religion für die Geschichtsanschauung der Neuzeit. (Donnerstag 8—9 Uhr.) 5. Frau Tr. E.. Meid ne r: Die Bedeutung der Romantik für die Lebensanschauung der Gegenwart. (Dienstag 6 — 7 Uhr.) 6. Frau Pau^la Olle Udorfs-^ Jüdische politische Charakterköpfe. (Motitag 6—7 Uhr.) 7. Dozent Tr. I. Rabi n: Das Bibelwort in seiner Anwendung und Deutung im neutcstamentlichen Schrifttum (Hebungen Diens- . tag 7—8 Uhr.) . | l 8. Tr. W. ^Steinitz: Betrachtungen eines Naturforschers über Palästina. (Donnerstag 6 — 7 Uhr.) Die Vorlesungen und Hebungen (je 5j-6 Stunden) finden um Realgymnasium am Zwinger^statt. Ter K a!r t e nv e r k a u f erfofgt m Sekretariat der Freien jüdischen Volkshochschule, Agnesstraße >5, Ib Stock, täglich, außer Sonnabend 10 — 12, 4—5 Uhr. Preise der Vi/o rtragszykle, n: Für Jugend-Vereine pro! Person 1,50 Mark, für MitgIie -der 2,50 Mark, für Nichtmitglieder 4,— Mark. Für den Lichtbisdervorjrag eine Mark Zuschlag.; Wir bitten, rückständige Mitgliedsbeiträge — mindestens 4 Mk. — für das Iaht 1924 während der obenangegebenen Zeit zu zählen oder, baldmöglichst dem Postscheckkonto Breslau 11 784 Sally Cohn zu überweisen. 1 - _ . . Listen zur Eintragung neuer Mitglieder liegen jederzeit im Sekretariat der Volkshochschule aus. I Bewährte Mitglieder tÄ Shnago?enchöre habcn. die Absicht, finen Jüdischen Musikverrin zu gründen. Sangeskundige oderinstrumentalkundige Damen und Herren, die hierfür Interesse haben, .bclieben ihre Adressen schriftlich dem Bureau der Synaoogengemeinde, Wallstraß: 8, bekanntzugeben. Der Israelitische Frauenverein aewghrt bedürftigen Framn zu jhrer Entbindung Unterstützungen. Meldungen sind zu richten an die Vorsitzende des Vereins. Frau Clara Schottländer, Tanentzicnplatz, 6 (persönlich zu sprechen pur zwischen 3 und 4 Uhr nachmittags).

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