Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- 183 (1.12.1922)
- Date
- 1922-12-01
- Page
- Seite 342 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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-T 342 allmählich wieder Ordnung zu schaffen. Der Oberkantor Siroin mußte das schon begöüneneKol Riddre-Gebct uuterbrecheu. bis sich, das Publikum beruhigt hatte. Ungarn. Budapest. Die Budapcfler Blätter melden, daß mehr als i.*> ooo stidiiche Familien aus Ungarn ausgewieseu iverden. D:e Durchführung der Landesverweisung wurde irioK’ eines geineinjainen WciuchfS der Budapefter jiibililii'u Xultnsgemeinde und der Abgeordneten jüoijäicrAbftammuiig bis nach den jüdischen Feiertagen anfgeschobea. x-in Lause hiewr Wvä>e beginnt die Polizei mit der Durchführung der Aus» eijungen. Wie die Blätter melden, erhielten für den -'!<>. d. .'>»<!<) Familien Borladungen zur Budapesier Polizei. Die Boraeladenen werden sofort ins < Lckubhaus gebracht »nd von dort an die Grenze abgejchoben. Es ist bemerkenswert, das; zwei Juden, die auch im öffentlichen Leben seil mehreren Jahrzehnten eine grosze Polle gespielt haben, der bekannte Budapester Genieinderal Gustav G. Ehrlich und der Vorstand der Budapester vrlhodor-jttdische» >lullusge»ieiiide. Heinrich Zucker, solche Vorladungen erhalten habe». Abgeordneter Wilhelm Vaszonhi bemühte, den Ministerpräsidenten Grafen Bethlen zur Abänderung des Erlasses zu bringen, die Besprechung blieb jedoch ergebnislos. Budapest. Die Decanaie sämtlicher Universitäten und Hochschulen in Ungarn verfugten die Schließung dieser Anstalten für eine unbestimmte Zeitdauer. Veranlaßt wurde diese Maßnahme durch eine sich rasch »»streitende Bewegung unter der ungarischen Studentenschalt, die darauf hinzielic, den jüdischen Studierenden den. Zutritt >u den Universitäten übeihaupt >,zu versperren und dabei vor keiner Gewalt zurklckznschrecken. — Das Unterrichtsministerium bai eine Untersuchung der Angelegenheit eingeleiiet. Lettland. > Riga > den am 7. und 8. d. staltgefundenen Par lainentstrahlen ivurden im Wahlbezirk Riga drei Juden gewählt. Von den übrigen Minoritäten haben die Deut- 'chen drei Mandate erlangt. Die Wahlergebnisse a»S den übrigen Wohlbezirken sind noch nicht bekannt. Palästina. Berlin' Die Londoner Zionistische Erekutive hat der Zeniialeiner Rationalbibliothek -1000. Bände zukonimen lassen, die in London durch die Zivnistiscl?e Organisation und den allgemeinen Jüdischen Sludcntenvcrband gesamlneli irorden sind, darunter Werke aus der Verlassenschaft Dr. v'afol» Benensohns, zahlreiche bedeutende cheinijchc Werke, eine re icke Sammlung von Werken der deutschen irböngeisligen Liierainr. mehrere Werke aus dem Gebiete der Dheaterkunst und Musik.Bände AriSthoieles aus dem .'."..deniischen Verluste in Berlin. l>2 Jahrgänge des „Ien.ijb Ebrouiele", eine Spende von Mr. Hhainson, und zahlreiche irerivrlle arabisclw Wörterbücher. Die meisten Bücher »wurden bereits der allgemeinen Benutzung übergeben. ... lZiko.) Kölner Nachrichten Wir erhalten vom Olemeinderabbiner Dr. Ludwig Rosenihal folgende Zuschrift, Als Mitglied des Rcichsausichusses der Altershilfe des deutsckwn Volkes für daS R beinland möchte ich die in Betracht kommenden jüdischen Dienen der Provinz ans die vom preußisclwn Staalsininiisieriuin zur Vcrsügung gestellte außerordentliche Beihilft von Sechshundert Millionen Mark zur einmaligen Unters slütznng Hilssl>edürfliger ausincrkjain mache». Da auch hicy die notleidenden alten Leute in erster Linie berücksichtigt werden sollen, empfiehlt es sich, die Namen aller als bedürftig lwkannlen alten Leute zu sanuneln und den für die Verteilung des Reichsfvnds in den einzelnen Bezirken z»>- nöndigen amtlichen Stellen zur Kenntnis zu bringen. Im G-egenjatz zu der.Reichssammlung /.Altershilfe" sollen von dieser Bewilligung des preußischen Staatsininisteriums auch die aus öffentlichen Mitteln unterstützten Personen I«. werden; desgleichen ist für die in Anstalten untergebrachteri Hilfsbedürftigen die Anstalisleitung antragsberechtigt. Zn deir Lnen der Klasse A und B kann für eine Faun! ie von vier Personen eine Unterstützung von höchstens ii>00 Mark, in den Orten der blasse C bis E von höchstens!','00 Mark zur Auszahlung koininen. Von Berg und Tal Bonn. Unter seltener Beteiligung der weitesten.vtreijes irnrde ain Montag, den 27.-Rovember, hier zu Bonn Herr Levi Schlcarz zu Grabe getragen. Mit ihm, der 8-tjährig, dahingeschieden ist, sinkt ein gutes, wenn nicht das beste Stück des Bonner Judentums in die Gruft. Er war der Vater von 10 Löhnen, deren bekanntester der Inhaber der Berliner Bantfirma schwarz, Goldschinidt u. Co. ist. In einigen Jahre» hätte er mit seiner zweiten Gattin das Fest der goldenen Hochzeit gefeiert. Im Gemeindeleben Bonns hat er sich als langjähriges Mitglied und Vorstandsmitglied der Chewra bleibende Verdienste erworben. Herr Rabbiner Tr. Cohn schilderte an der Bahre an Hand des >28. Psalms das Wesen des Verblichenen, seinen Aufstieg aus den kleinsten Anfängen und die vorbildliche Verehrung. die ihm von seinen Löhnen allezeit entgegengebracht tvurde, die. obgleich sie alle im Leben Hervorragendes geleistet haben, den Vater wie einen Patriarchen gehalten und geliebt haben. Bezeichnend ist die innige Freundschaft, die den früheren Rabbiner unserer Gemeinde Tr. Falk Cohn mit dem Verklären allezeit verbunden hat. Ihm folgt die Verehrung unserer ganzen Gemeinde ins Grab hinein, die ihn wegen seiner Uneigennützigkeit und der Frömniigkeit seines kindlich reinen Herzens geliebt und geachtet hat. Friede seiner Asche! Mitteilungen des Bezirksverbandes der jüdischen Lugendvereine Westdeutschlands. Liebe Freunde! 1. Zur Rednerliste: Herr Hochschuldozent E. Toeplitz, Berlin W. 15, Lietzcnburgstr. 28 i bei Michaelis, ist in den nächsten Wochen in Westfalen. Wir bitten die Vereine, die ihn hören ivollen, sich sofort an ihn zu wenden. Tie Themen sind kürzlich an dieser Stelle veröffentlicht worden. Lehrer Eisner-Brühl ist bereit, in unseren Vereinen zu sprechen. Themen: «) Palästina und Galuth, d) Die jüdische Religion im Spiegel des Chasiidismus. Die Steren Kajemeth-Zentrale für Rheinland und Westfalen, Bonn. Karlstraße II, stellt zwei Lichtbilderserien und den Palästinafilm zur Verfügung. Es werden gute Redner gestellt; Anfragen nach Bonn. 2. Ter Zieren Kajemeth plant für Chanuckah. .eine großzügige Landspendenaktion für den Palästinaaufbau. Er bittet alle, die sich daran beteiligen wollen, sich ivegen der Durchführung mit ihm in Verbindung zu setzen. Adresie unter l. ü. Die Zentralivohlfahrtsstelle der deutschen Juden (Berlin C 2. Rosenstr. 2/4) hat ein Buch „Bon jüdischer Wohlfahrtspflege" herausgegeben. Wir empfehlen dringend dieses Werk bei Heimabenden zu benutzen. Lehr lesenswert sind die Jüd. Jugendblütter, herausgegeben von der Esra-Bnndesleitung. Verlag München, Rindermarkt Kl, eine Monatsschrift der gesetzestreuen Jugend. l. Der I. I. B. Remveed ist aus dem Verbände ausgetreten und aus dessen Listen gestrichen. 5. Wir bitten alle Vereine, uns die Programme ihrer Chanuckah-Feiern zu senden und über den Verlauf zu berichten. Mit herzlichem Verbandsgruß! Rabbiner Dr. Klein-Düsseldorf,, 1. Vorsitzender. Heinr. Simson. Düsseldorf-Gerresheim, Geschäftsführer.