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Jüdischer Bote vom Rhein · 1922-10-06 · 175 (6.10.1922) · p. Seite 299

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
4 (1922)
Issue
175 (6.10.1922)
Date
1922-10-06
Page
Seite 299 (sequence 3)
Language
German
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Schweiz. W«nf. In einer öffentlichen Sitzung des Völkerbundraies hielt Balfour eine längere Rei^ über den Artikel 25 des Palästina-Mandats, laut welchem das Gebiet Transjordänien nichk unter dieselben Bestimmungen zu fallen habe, welche für die Schaffung eines jüdischen Nationalheims festgesetzt sind. Der Artikel wurde schließlich in der vorgeschlagencn Fassung angenommen und die Grenze Transjordanien wie folgt festgesetzt: Zwei Meilen westlich von Accaba hinauf bis zum Zentrum von Vadi Araba und dann längs des Toten Meeres und des Jordanflustes bis zu seinem Zusammenfluß mit dem Jarmuckfluß. Türkei Smyrna. Die soeben schwer geprüfte Metropole Kleinasicns, Smyrna. zählt über 30 000 Juden zu ihrer Einwohnerschaft. Auch auf den größeren Inseln des Aegäisch'm Meeres ivohnen zahlreiche Juden. Amerika. Neuyork. Anläßlich von Nosch Haschanah richtete der Präsident der Bereinigten Staaten. Harding, eine Botschaft an die jüdische Bevölkerung, worin er u. a. dara «f hinweist, daß dieser Neujahrstag das Ende eines in den Annalen der Judenheit besonders denkwürdigen Jahres bezeichnet, da die Zusicherung der Wiedererrichtung des jüdischen Natonalheims nunmehr endgültig geworden sei. Es fri dies ein Ereignis von Bedeutung nicht nur für das jüdische Volk, sondern auch für besten Freunde und Gönner, zu denen gezählt zu iverden die amerikanische Nation stets stolz gewesen sei. Neuyork. Laut den vom Zentralbüro des Handelsamtes veröffentlichten statistischen Bevölkerungsdaten in Amerika, bekennen sich derzeit 2 043 613 Personen in Amerika zur jiddischen Muttersprache, davon in Neuyork allein 946 139 gegen bloß 897 452, die englisch als ihre Mutt-wf , spräche angaben. Bon diesen 946 135 jiddisch sprechenden Personen in Neyork sind 516 080 im Ausland gebar:,, während der Rest von 430095 in Neuyork geboren imtO:, wobei jedoch ihre Eltern aus dem Auslande stammen. Die Zahl der jiddisch Sprechenden in Neuyork. die 1910 bloß 857 700 betrug, ist somit bis zun, Jahre 1920 um 10 Prozent gewachsen. Nach iveitercn auf verschiedenen Zahlen beruhenden Folgerungen des Handclsdepartement stammen davon 764 469 aus Rußland, während die übrigen 181 590 aus Rumänien, Galizien, Polen, Oesterreich usw. eingewandert sind. - Palästina. Jerusalem. Am 7. September sind auf dem Bahnwege über Alexandrien 42 Waisenkinder aus der Ukraine und Polen unter Führung von Frau Hofmann, der Leiterin des Waisenhauses in Tibcrias, in Jerusalem eingetroffe». Die Kosten für den Transport und den Unterhalt der Waisenkinder in Palästina wurden von den Juden Afrikas aufgebracht. Baron Rothschild hat in der Nähe von Sich-wn Jakob Bod7n zur Verfügung gestellt, auf dem demnächst mit der Errichtung der für diese Waisen nötigen Häuser begonnen werden wird. Vorläufig befinden sich die Kinder im Waisenhaus Ben Israel in Jerusalem. Die Ankunft weiterer in Alexandrien bereits eingetroffener 130 Waisen unter Führung Israel Belkinds war für die nächsten Tage angekündigt. Berlin. Vor Neujahr stattete der High Commissioner, Sir Herbert Samuel, Jaffa, Tel-Awiw,'wie auch der großen Kolonie Pctach Tikwah einen Besuch ab. lieber'die Entwicklung der wrschiedenen von ihm besichtigten industriellen Unternehmungen äußerte sich der High Commitsio- »er überaus befriedigt. Der Bürgermeister von Tcl-Awiw, Dizengoff, übermittelte ihm den Gcmeindebeschluß. in Tel- Aiviw eine Straße auf den Namen Samuel und eine weitere auf den Namen Balfou? zu benennen. Der High Commissioner dankte für den ihm bereiteten schönen Empfang und erklärte, daß nunmehr nach Ratifizierung des Palästina-Mandates v o l l k o in m e »e Sicherheit für den Erfolg des W i c d e r a u f b a u w e r k e s i n P a l ä st i n a b e st e he. Jerusalem. (I. C. B.) Die hiesigen Behörden entzogen zivei arabischen Blättern, die in Berlin erscheinen und unwahre, aufreizende Berichte bringen, das Postdebit für Palästina. Kölner Nachrichten Ein Fonds für verschämte Arme. In seiner Ansprache vor der Scelcnfeier am verflvstenen Versöhnungsfcste hat Herr Gcineinderabbiner Ii. Kober in warmherzigen Worten auf die dringende Not. Wendigkeit der Schaffung eines Fonds für verschämte Arme hingewicsen. Wie sehr diese Anregung auf fruchtbaren Boden gefallen ist. beweisen die zahlreickicn größeren lind kleineren Spenden, die schon tags darauf auf d-mi Büro der Synngogcngeineinde abgegeben worden sind. Indem wir an dieser Stelle unseren Lesern davon Kenntnis geben, sprechen wir die Hoffnung ans. daß das Verständnis für eine hochherzige Unterstützung dieser Aktion alteiUhalben Platz greifen und in nicht allzulangcr Zeit der Vorstand der Synagogengcmeinde, zu dessen Händen die Svenden für den Fonds gerichtet werden mögen, in der Luge sein wird, von diesem Segen denen mitznteilcn. deren Bedrücktheit und Bedrängnis ihm durch Zufall bekannt w'rd. Aus dem jüdischen Turnverein Köln. In jedem Jahre, am Schlüsse der Sportsaison, begehen wir unser Sportfest. Ursprünglich ein Vereinssport- 'fest zur Feststellung der besten Kräfte des Vereins, ichr,--- ben wir im vergangenen Jahre die Wettkämpfe für die gesamte jüdische Jugend aus. Ilnser Ruf fand reichen Widerhall. Die jüdischen westdeutschen Kampsspiele in Düsseldorf im Juli d. I. t>erei»igten wiederum eine große Anzahl junger jüd. Sportsleute und ivir freuen uns, daß unser Wunsch, die jüdische Jugend aller Richtungen durch die Sportbeivegung einaüder näher zu bringe», immer mehr greifbarer wird. Auf unsere dicsiäbrigcn Ausschreibungen gingen zahlreiche Meldungen aus Krefeld. Esten, Aachen. Emmerich. Schwerte und Köln ein und am Tage unler-'s Sportfestes, dem 17. September, konnten wir auf der n> i ,- derschöuen Kampfbahn auf den Poller Wiese» au, User d's Rheins 120 Teilnehmer begrüßen. Dank der sorgfältig:!, Vorarbeit und der guten Organisation ivickelteu sich ‘ ie Wettkämpfe flott ab. Es war eine Freude, zu sehen. "a> die Jungen und die Jünasten. Mädels. Damen und Herren in friedliche», Kampfe „», die Palme des Si'v's stritteu. Galt es doch, wertvolle Preise zu erringen, die uns in hochherziger Weise von zahlreichen Gönnern in reichlichem Maße gestiftet ivorden waren. Spanne!,de Kämpfe boten sich de» Augen der zahlreich erschienene» Z"- schancr und reichlicher Beifall wurde den Siegern gezollt, deren Namen wir setzt folgen lasten. Betrachten wir uns die erzielten Leistungen, so könne!! wir diele als gut bezeichnen, besonders die Zeiten der d°ni Siegerin, 100-Meier-Lauf von 11.2. 11,3,. 11,4 Sekunden. Abends vereinigte uns die Preisverteilnng mit anschließenden, gemütlichen Teil »och einige Stunden. Die Sie,er erhielten die bereits angeführten Preise, außerdem verteilten wir noch Diplome und Kränze. De» freundlichen St'f lern der Preise, die unsere Arbeit für die jüd. Jugend in so hochherziger Weile einten, daizfen nur hiermit nochmals auf das herzlichste: wir werde» das Vertrauen, das sie in 'ins setzten, schätzen. Dank sprechen nur ferner all den Familien ans, die sich in liebenstvürdigcr Weise für die Verpflegung

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