Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- 172 (15.9.1922)
- Date
- 1922-09-15
- Page
- Seite 279 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/3947615-6435934-6437344--1787-3949239- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
279 neu sein. Teilnehmer wollen sich baldmöglichst bei der Palästinazentrale der Agudas Jisroel, Frankfurt a. Main. Eschenheimeranlage 31 melden. Halberstadt. Der Leiter der Hipsch-Kupfer- und Messingwerke. Aron Hirsch, wurde in Anerkennung seiner Verdienste um die Metallindustrie von der Technischen Hochschule in Darmstadt zum Ehrendoktor ernannt. Schweiz. Wcnf. Auf der Tagesordnung des am 31. August in Genf zdsammengetretenen Bölkerbundsrates stand die zum Palästina-Mandat gehörende Frage der Kommission für die Heiligen Stätten (Artikel 14 des Palästina-Mandats). Die Vertreter sämtlicher im Rate sitzender Mächte hatte» in London erklärt, daß sie es als selbstverständlich ansehen, das; ihnen in der Kommisiion für die Heiligen Stätten ein Sitz bewilligt werden würde. Die englische Regierung, die sich in London noch zu dieser Frage geäußert hatte, erklärte auf der Völkerbundsratssitzung durch ihren Vertreter Lord Balfour. daß sie ein Memorandum über diese Frage vorbereitet habe. Da aber das Memorandum, so sagte Lord Balfour. dem Rate erst zugehen würde, jo schlage er vor. die weitere Behandlung der Fragen aus eine spätere Sitzung zu verschieben, womit sich der Rat einverstanden erklärt. Wie der Schwei,zerischen Depeschenagentur gemeldet wird, soll der neue Entwurf Lord Balfours die Schaffung von drei Ilizterkonimissionen vorsehen, nämlich: eine christliche Kommission unter dem Vorsitze eines Engländers, eine jüdische .Kommisiion mit einem Italiener als Vorsitzenden und eine von einem Franzosen präsidierte muselmanische Kommission. Diese drei Unterkvmmissiouen bilden zusammen die Kommission, die einen protestantischen Amerikaner zum Präsidenten haben wird. Die „Reue Zürcher Zeitung" läßt sich von ihrem Mailänder Korrespondenten berichte», daß die Hoffnungen des Vatikans» auf die Annahme des päpstlichen Vorschlages über die Reuordnung in Palästina durch den Völkerbund, durch die Intervention des Patriarchats von Konstantinopel einen Stoß erlitten haben. Man wittert im Vatikan eine Uebereinkunft zwischen der anglikanischen und der oribodoreu Kirche, deren Anspruch auf Weichstellung mit der römischen Kirche in der „l'Italia" als sonderbar und neu bezeichnet wird. Das Blatt fürchtet, daß die „klare Atmosphäre, die zur gerechten Lösung des Problems not irendig sei. durch den anglikanisch-orthodoren Einfluß getrübt wunde." (Es handelt sich hierbei um das Memorai» dlim des Patriarchats von Konstantinopel an den Völkerbund. in dem gegen die Forderung des Vatikans, daß die Mehrlwit der Kommisiion für die Heiligen Stätten aus Katholiken bestehen soll, Stellung genommen wird. In diesem Memorandum wird die Gleichstellung der griechischorlhodoren Kirche mit der Katholischen twrlangt. Vorsitzender der Kommission soll ein Protestant sein. An», d. R.) Tschecho-Slowakei Karlsbad. Die Generalversammlung der Jüdischen Kolonialbank fand Donerstag, den 31. August. I I Uhr vorm, statt. Die Generalversammlung hat die vorgelegte Bilanz angenommen und beschlossen.Für 1021 eine Dividende von füstf Prozent, das ist I! Schilling pro Aktie, steuerfrei zu verteilen. Die Dividende 1921 entfällt auf Kupon Rr. 12. Die turnusweise ausscheidendeij Direktoren Evwen, Kann und Fischer wurden einstimmig wiedergeirählt. Frankreich. > Berlin. Das französische Außenministerium hat durch den französischen Generalkonsul in Jerusalem der Jüdischen Rationalbibliothek in Jerusalem eine wertvolle Büchersammlung übermittelt, welche über 500 Bände umfaßt und die Werke der klastischen französischen Literatur soivie Bcllestristik. Philosophie, Geschichte, Kunst usw. enihilt und eine wertvolle Bereicherung der französischen Abteilung der Bibliothek bildet. (Ziko.) Pav's. In Paris ist die erste Rümmer einer künstlerisch ausgestatteten, reich illustrierten jüdischen Woche,' schrift mit dem Rainen „Lollustration juirw" erschienen? Italien. Florenz. Als Nachfolger des verstorbenen Ol>errab biners Margulies ist Profesior Eassulo zum Oberrabbi,tr der jüd. Gemeinde in Florenz gewählt worden. Easjuio ist als Schüler und vertrauter Mitarbeiter des verstorbenen Oberrabbiners in weiten Kreisen sehr beliebt. England. N London. Das britische Colonial Office hat ein Schrei ben an die zionistische Organisation gerichtet, worin zwecks Vorbereitung der ausführenden Bestimmungen z» Paragraph 4 des Palästinamandates verschiedene Aufklärungen über die Beziehungen der zionistische» Erekuiive in London zum palästinnensischen Waad erbeten werde». Das Colonialanit regt an, als Sitz für die Iewifh Agenci, nicht ' Jerusalem, sondern vielmehr London zu wählen. London. (I. C. B.) Eine wüste Szene, ähnlich d--n jenigen. die sich des öfteren in Polen und Ungarn abipic len, ereignete sich vor einigen Tage» in einem Coupe aus der Strecke zwischen Liverpool und Wigan. Im Fuge ie->. fand sich ein jüdischer Reikender namens Weinstein. Ein christlicher Mitreisender. George Whilling. randalierte we geu der Anlrvsenheit eines Juden im Abteil und idtr/" >>Wir wollen keine Juden mehr! Die Juden kämpfen ui mals für König und Reich!" riß das Abieilsenster aus und wollte den Juden hinausw'erfen. Ein Zugbeamier. der Whitling zu beschwichtige» versuchte, tvurde auch niedergeschlagen. Run zog ein Mitreisender die Roibremse und Whitling tvurde verhaftet. Das Gericht verhängte über ihn einen Monat Zuchthaus und eine Geldstrafe von eine'» Pfund Sterling wegen Mißhandlung des Zugbeami.'n und eiiiem weiteren Pfund Sterling tvegeu der Beschäch guiig der Kleider des Weinstein. Amerika. Berlin. Auf Grund der Bemühungen der Karmel Kompagnie und der auierikanischen Rabbiner tvurde da-.- ameukanische Einftthrverbot für paläsiineusiiche Weine aus gehoben, da nach Zeugnis der orihodore» Rabbitier dieie Weine für religiöse Zwecke der Juden gebraucht ivürdeu. Durch diese Verordnung eröffnet sich dem p„Iäsii»e»sii,be» Weinerport tvieder >ein aller hauptsächlichster Mail:. Oie Boientasche Man berichtet dem sedr gutherzigen ^Rabbiner Königs berger von dem Resultate zweier Sammlungen, die er für zwei Bedürftige veranlaßt hatte: für einen armen jüdischen Gelehrten und füyei'nen Blinden. Es ergab sich, daß ein Reicher für den Blinden einen ansehnlichen Betrag, für den Gelehrten aber eine verhältnismäßig geringe Summe gespendet hatte. „Nch begreife das — sagte der Rab biner —, N. denkt. Gott behüte, er könnte auch blind wer den; daß er ein armer Gelehrter werden könnte, besorgt er nicht!" * v* Ostjiidisck)cr Humor. „Mama, T» hast doch gesagt, daß ich. die Marmelade auf dein Fenster nicht esse» darf?" „Jawohl, mein Kind!" „Du hast auch getagt, ich irürde. ivenn u1, sie e'ü\ krank werden?" „Auch das. inein Liebling!" „Ich bin al»er nicht krank geworden!"