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Jüdischer Bote vom Rhein · 1922-09-15 · 172 (15.9.1922) · p. Seite 278

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
4 (1922)
Issue
172 (15.9.1922)
Date
1922-09-15
Page
Seite 278 (sequence 2)
Language
German
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Die Zionistische Lahreskonferenz Am ’2\ ■Jhifluft wurde in Karlsbad die Zionistische Ie.dreslvnscrenz. der frühere sogenannte „kleine Kongress" »rosjncl. Der Iadrcslonscrcnz waren Beratungen der Zionistischen Exekutive und des Aktionskomitees vorangegangcn, die sich in erster Reihe mit dem 'Palästina-Budget und der im Artikel l des Mandats vorgesehenen Iewish <l g c n c y, besaßtc. Der -Präsident der Zionistischen Exekutive Sokolow wies in der Eröffnungsansprache daraus bin, das; wobt kaum irgend eine Organisation in den kurzen 2."> Rubren ihres Bestehens aus solche Erfolge Hinweisen könne, wie die zionistische. Bon Jerusalem, von wo die Botschaft des Friedens einst ausgcgangen ist, werde der Frieden wieder über die Welt kommen. -Präsident Weizmann betonte, daß die Ratifizierung des Mandats die Verwirklichung des ersten -Punktes des Basler Programms, die öffentlich-rechtlich gesicherte Heimstätte in -Palästina bedeute. Rach Weizmann sprachen die anwesenden Teilnehmer des ersten genau vor 2.', wahren in Basel stattgcsundcncn Zionisten-Kongresses. Bei Einleitung der politischen Debatte konnte Sokolow noch erklären, er sei von der s r a n z ö s i s ch c n Republik ermächtigt, die Iadreslonscrenz zur Ratifizierung des Mandates zu b c g! ii ä w ü n s ch c n. Die Debatten befaßten sich in erster Reihe mit den im Weißbuch der englischen Regierung i.icdcrgclcgten Richtlinien, die grösstem Widerspruch begegneten. der Frage der Icwish Agency, dem Palästina Budget, der E m i g r a t i o n s f r a g e und der arabischen Frage, wobei alle Redner ohne Ausnahme dem Wunjcbe nach friedlicher Zusammenarbeit mit den Arabern Ausdruek verliehen. Dank der Tätigkeit in Palästina machen sich bereits Anzeichen für eine Besserung im Verba! inijse der Araber zu den Juden bemerkbar, die mit Vorsicht und Takt weitercntwickclt, eine Grundlage für die Zust-inmenarbeit mit dem arabischen Volk schaffen werden. Die Iabrcskonscrenz hat sodann auf ihren Schlußsitzungen eine Reihe wichtiger Resolutionen angenommen, so u.a.: Die Iabrcskonserenz erblickt in dem vom Völkerbund an Großbritannien erteilten Mandat, in welchem die historische Vcrknüpftheit (historical connection) des jüdischen Volkes mit Palästina fcstgestcllt wird, die u n - w i d c r r u s I i ch c An c r k e n n u wg des Rechtes des jüdischen Volkes aus seine Heimat und das sichere völkerrechtlich gcschüsstc Fundament für die Wiederaufrichtung der jüdischen nationalen Heimstätte. Die Zionistische Exekutive wird beauftragt, Vorbcreilangen für die Einberufung des Zionistcnkongres-! e s im Frühjahr l!>2ll zu treffen. Die Zionistische Organisation übernimmt die Rechte und Pflichten der IcwisK A g e n c y. Als Organ der /Vu'ifh Agcncn sungicrt die Zionistische Exekutive. Die Iahrcskonscrcnz erklärt, daß cs der Wunsch der Zionistischen Organisation ist, dah die Iewish Agency das g c sa m I e j ü d i s che Volk repräsentiere. Die Einbe- ,usung eines j ü d i s ch c y Wcltkongressses für den -isstiederaufbau Palästinas wird als der Weg zur Verwirklichung dieses -Prinzips anerkannt und die Exekutive, --is das Organ der Iewish Agency, wird beauftragt, die notwendigen Schritte zur Vorbereitung dieses Kongresses zu unternehmen und bis Ende dieses Jahres dem Aktionskomilce Bericht z» erstatten, um eine Wahlordnung vvrzuschlagcn. Die Iakreslonsercnz wiederholt die feierliche Erklärung des Zwölften Zionistcnkongresscs hetrcffs der jüdischarabischen Beziehungen und begrüsst den brüderlichen Ruf des W a a d L e u m i. der gewählten Vertretung des jüdischem Volles in -Palästina, an das arabische Volk, die Be- ..iekungen beider Völker auf der Grundlage gemeinsamer -Arbeit für das Wiederaufleben Palästinas und des nahen Ostens aufzubauen. In voller Würdigung der Bedeutsamkeit dieses historischen Aktes, besten verheißungsvoller Anfang Theodor Hcrzls Lcbenswerk war und besten glücklicher Abschluß der Tätigkeit der Zionistischen Exekutive, insbesondere aber der mit Energie und Würde unter ungeheuren Schwierigkeiten geleisteten zielbewußten politischen Arbeit der Herren Präsidenten Weizmann und Sokolow zu danken ist, spricht der Zcntralrat der Leitring der Organisation Anerkennung und Vertrauen aus. Wochenschau ' Deutschland. Berlin. Der Zciitralvcrein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens wandte sich an den Vorsitzenden der deutschen Zentrunispartei, Senat-Präsidenten Marx, mit der Bitte, die Stellung seiner Partei zur antisemitischen Beiregung zu kennzeichne». Das Organ des Jentralt»xrei»s veröffentlicht nun die Antwort des Zentrumsführers, die mit folgender Erklärung schließt: „Die Katholiken lehnen jedenfalls den Antisemitismus als solchen grundsätzlich, und bewußt ab. Die stattgehabte Untersuchung wegen der Ermordung Rathenaus hat nach de» bis jetzt durch die Preste bekanntgewordcnen Ergebnisj sen den Be»»eis erbracht, daß dieser Mord in engstem Zus saniiuenhang mit de» deutsch-völkischen Bestrebungen und der antisemitischen Hetze steht. Tie tmterländisch gesinnten ^»den dürfen im Kampfe gegen die antiscmitistl-e Hetze auf die Unterstützung des katholischen Volkes und auch der Zentrninspartci rechnen." Berstn. Der „Deutsch-Israelitische Gemeindebund" erläßt einen Aufruf zur Zeichnung von Beiträgen für die von ihm cingcleiictc Hilfsaktion zur Anpassung der Lehrer- und Bcamtengchälter an die Zeitvcrhältnisse. Der Bund hat von der in seinen Etat eingestellten 1 Million Mark durch Umlage von I Prozent auf seine Bundesgemeinden nur 400 000 M. erlangt und bittet nun die Oes-- fentlichkeit um die fehlenden OÖOOOO Mark. Berlin. Rach de» letzten Mitteilungen, die der Zeniraltvohlfahrtsstellc der deutschen Juden zugegangen sind, leben in Deutschland zurzeit 13 jüdische Kriegsblinde. Zurzeit stehen außer den Militärrentcn und dem KricgsbliudensondS für Heer und Marine ein größerer Betrag vom Bund erblindeter jüdischer Krieger, und einige Sonderfonds bei einzelnen jüdischen Gemeinden zur Verfügung. Um auch auf diesem Gebiete die vorhandenen Mittel bestmöglichst auszunützcn tverden die Eknieinden, die Blindenfonds besitzen, gebeten, Auskunft hierüber an die Zeiuralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden. Berlin E. 2. Rosenstraße 24, zu erteilen, damit für den Einzelfall genügend Mittel verfügbar gemacht werden können. Berlin. Von der jüdische» Gemeinde zu Berlin werden Kurse unterhalten, durch welche Lehrerinnen und Seminaristinnen Gelegenheit geboten ist, sich in sämtlichen Fächern des jüdischen Religionsunterrichts und in der Methodik dieser Disziplin auszubilden. Tie Teilnahme »st unentgeltlich. Meldungen nimmt der Leiter der Kurse, Rektor Tr. Spanier, jn der Mädchenschule. Kaiscrstr. 29, entgegen, der auch^zu jeder »»eiteren Auskunft bereit ist.' Frankfurt a. M. Die Palästinazcntrale der Agudas Jisroel in Frankfurt a. M. hat sich auf vielseitige Anregung hin entschlossen, eine Gesellschaftsreise nach Palästina zu arrangieren, und zu deren Vcrivirklichung bereits die Benützung eines Dampfers des Llohd Triestino „Triest" geplant. Gegenüber Einzelreisen ist eine Reduzierung der Reisekosten und rituelle Verpflegung zugesagt. Als Termin ist vorläufig der 20. Oktober festgesetzt. Es tvird bei einem 0- bis 4>vöchentlichen Aufenthalt mit einem Gesamtkostcnauftvand von ca. 50 bis 000 Pfund Sterling zu rech-

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