Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- 168 (18.7.1922)
- Date
- 1922-07-18
- Page
- Seite 259 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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259 der ein Memorandum mit genauer Aufzeichnung aller antisemitischen Machenschaften beigelegt tdar, denen die friedliche und schutzlose jüdische Bevölkerung des Ortes ausgesetzt ist. Rumänien. Wien. Einer Meldung des Budapcstcr „Magyarsag" aus Rumänien zufolge befanden sich im Iilava-Walde 40 jüdische politische Delinquenten kn Festungshaft die auf Grund der königlichen Amnestie nunmehr befreit werden sollten In der Tat wurden diese 40 Juden aus dem Iilava- Walde nach Kischenew eskortiert um ihnen dort ihre Amnestierung zu verkünden. Schon unterwegs wurde ihnen die Amnestierung vorgetäuscht, um sie zu einem Fluchtversuch zu verleiten. Unter dem Vorwände, der versuchten Descrtion wurden nun alle 40 Unglücklichen einzeln erschossen. Dieser in Kischendw erst später bekannt gewordene Massenmord der rumänischen „Siguranza" an 40 der Amnestie teilhaftig gewordenen Juden rief unter der jüdischen Bevölkerung chie grötzte Empörung hervor, was den König zur Entsendung des Ministerpräsidenten Bratianu nach Betzarabien zwecks persönlicher Dutchführung einer genauen Untersuchung veranlaßt hat, da sonst die von Rumänien angcstrcbte ausländische Anleihe unter Teilnahme Rothschilds vereitelt werden könnte. Die rumänischen Behörden lasten vorläufig keine Meldung über dieses Verbrechen ins Ausland durch. ' Aegypten. Kairo. Die Vertreter der jüdischen' Gemeinden Aegyptens unterbreiteten namens der Iudenschaft des Landes der Regierung eine in einer Versammlung gefaßte Rei solution, in der für die Parlamentswahlen die Errichtung. \ einer jüdischen Kurie gefordert wird, damit die Juden ihre ' eigene Vertretung im Parlament haben können. Die Forderung stützt sich auf die Bestimmungen der Verfastung des freien Aegyptens, die den nationalen und religiösen Minj derheiten in allen ihren gemeinsamen Angelegenheiten die j weitestgehende Autonomie zusichert. Die Schwierigkeit, i die sich hierbei ergibt, ist blos der Umstand, datz im Sinne! derselben Verfastung für je 75 000 Einwohner ein Mandat! vorgesehen ist, während die Zahl der Juden in Aegypten i 50 000 nicht übersteigt. Es ist daher kaum anzunehmen, ' datz die Juden in die Lage kommen werden, ihre eigene nationale Vertretung ins Parlament zu entsenden. Anderseits gilt es als sicher, daß mehrere in den Wahlkampf eintrctende Parteien jüdische Kandidaten auf ihre Liste stellen werden. Palästina. Jerusalem. (I. C. B.)^ In hiesigen jüdischen Kreisen begeht man dieser Tage die Feier des Doppeljubiläums des bekannten Agronomen Ettinger, der in dieser Woche auf eine 20jährige Tätigkeit in der Koloniaktion Palästinas zurückblickt und zugleich 50 Jahre alt geworden ist. Kölner Aachrichien Warnung. Wir n-miu-ii hierdurch alle vor einem rassjuienen?chivindler »amen» e » d e > U j a j „ r r, der mit falschen Blusen und auier Boriäuschnng von Hallsnchi in mehrere» ^lüdi.-u qrvhere 2lim>neu crhelieli Hai. Mlnjncv isi :17 Jahre a!>, verheivotot und hül sechs »inder. ^imi- und minder desindeu sich in grösser, Tnrsliqkeil »>ld leve» heirenuk.vo» ihm. »lajner isi ar beiiSschen, spiel! und sühn anch sousi eine» höchst leichtsinnigen LedcnSivandel. Bei dieser oielegeuhetl bitteu die itnier.zeichneten jüdische» sziirsorgeorgauikaiione» nvchinalS darntn. der Bettelei keinerlei Bor schult zu leisten und Bedürslige an dre Hilsoinsiituiioue» zu ve> iveiseu. jüdische ÄrbeiterjürsorqksteUe Wohl. ^«raclitischeS Wrhljahrksantk. *;)cntrnlnrmcnfn(ic für Nheiniand und Birkenseld. k Von Berg und Tal Brühl. Der Vorstand der Ortsgruppe Brühl des C.-V. d. St. j. Gl. hatte die Mitglieder zur 2. Dersammlung für den 23. Juli cingeladen. Die Beteiligung hätte bester sein können, besonders seitens der Herren. Auch die. Mitglieder des Iugcndbundes waren zu dieser Versammlung gebeten worden, in dem Bestreben, die Heranwachsende Generation für die Ziele des Central-Vereins zu gewinnen Der Syndikus des linksrhcin. Landesverbandes, Herr Iacobi aus Cöln, hatte die Liebenswürdigkeit, über das Thema: Antisemitismus und Deutschtum einen Vortrag zu halten. In anschaulicher Weise entwickelte er den historischen Werdegang des Antisemitismus vom grauen Mittelalter bis auf den heutigen Tag und lieferte in scharfer Logik den Nachweis, datz der Antisemitismus, in welcher Form er auch austrete, in krastem Widerspruch mit dem Begriss Deutschtum steht. Denn Ungerechtigkeit, Unwahrheit, Verleumdung und Pietätlosigkeit — die Hauptmerkmale des Antisemitismus — mit dem deutschen Wesen nicht zu vereinbar sind. Und somit ist es eine unausbleibliche Folge des Antisemitismus, datz er i Deutschlands Ruf und Ansehen im Auslande aufs schwerste schädigt, und datz die Pfeile, welche er gegen das Iudentukn schleudert, letzten Endes auf ihn selbst zurückprallen. Der Redner warnte dann noch davor, die Gefahr des Antisemitismus zu unterstützen und betonte, datz für die Abwehr desselben jedes Opfer freudig gebracht werden mutz. Eine eigentliche Diskussion über den Vortrag fand nicht statt, da die Zuhörer sich mit allen seinen Einzelheiten einverstanden erklären konnten. Es wurden dann noch einige interne Angelegenheiten der Ortsgruppe besprochen. Oie Botentasche Adams und Evas Haarwuchs. Waren unsere Stammcltcrn Adam und Eva blond oder dunkelhaarig? Ucbcr diese Frage hat der Reverend Thomas Muricn aus Eincinatti lange Jahre hindurch Forschungen und Untersuchungen angcstellt, deren Ergebnis , er nun in gründlichen Artikeln in amerikanischen Blättern rxrössentlicht. „Es ist merkwürdig", so schreibt er, „datz j dic Bibel an keiner Stelle von der Haarsarbe des ersten! Mcnschenpaarcs spricht, obwobl gerade eine derartige Andeutung von ungeahnter^ Wichtigkeit wäre. Dic Male/, welche Adam und besonders Eva bildlich darstellten, haben sich zwar bei der Kolorierung ihrer Gemälde von keinerlei - Gcwissensbedcnken tragen lassen, sondern die ersten Men sehe» rach ihren persönlichen idealen blond, brüncit oder > schwarz bepinselt. Es mutz sogar zugegcbcn werden, datz! bei der künstlerischen Darstellung des ersten Menschen! vaarcs der blonde Typus vorherrscht, ebgleich nach den I 'Anschauungen der Wissenschaft die schwarze Haarfarbe > die ältere ist. Ja. man schließt aus verschiedenen Gründen, daß dic Urhaarfarbc der Menschen weder schwqrz, noch > brünett, noch blond, sondern rot gewesen sein mutz. War; also Eva rothaarig? Dic Bibel gibt darüber, wie schon er- > wähnt, leider keinen Ausschlutz. In einer alten Darstellung i aus dem 12. Jahrhundert sieht man Eva als Albino mit j ganz Hellen, nahezu weißen Haaren, aber roten Augen und ' milchweißer Haut abgebildel. Waren demnach die ersten I Menschen Albinos? Diese Frage mutz man entschieden j verneinen, da sonst dic Bibel sicherlich eine diesbezügliche! Andeutung nicht unterlassen hätte..Sic spricht aber über N , Haupt von keiner Haarsarbe. und daraus mutz der logische i Schluß gezogen werden, datz Adam und Eva — kahli köpsig waren."