Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- 167 (11.8.1922)
- Date
- 1922-08-11
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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jüdischer bote <frf4riat Jckca Arrtta, vez,,» Prri» 15 Di. »»aatlich. Za tezietzea karch fiiattlich« PefitaUrr »ker karch kea Vorraverlai ta Liaa. VOM RHEIN Jüdisohes Volksblatt , ■astitca)»ttU: 10 vt kltSxSO mm breite Zeile. Dir Veite a»faßt 540 ZrUra. P,ßschrckk»at» 8»traarrta> v ia.k.H., Lila Nr.74747 HerauSgrgebril^on Rabbiner vr. «mit Loh«, Sonn. - Schriftleitung uab SefchLfUflelle: Lonn, Lrüdergaffe 32. - Telefon 29M. Kiamrr 167 KStn. 11. August 1922. — 17 Av 8682 4. Jahrgang. Ukraine-Hilfswerk! 8. Spendenausweis. Aachen: Bon der Hochzeit Hermann — Rasdolsky 3000. Bedburg: Abr. Lucas 200. Bonn: Zirker 100. Cleve: Borstein 100, Bucki 50, Cohen 50, Cohn 50, Gonsenheimer 100, Hertz 100, Fellen 100, Kiefer 100, Lesfmann 50, Meyer 100, Nathan 50, Neugeboren 100, Nappaport 100, Rastenberg 100, Rosenberg 100, Rothenberg 50, Roscnblum 100, Salomtzn-50, Schffer 300, Schwarz 50, Weyl 200, Wynbcrg 50, Zionist 50. Türen: N. Sk. 20. Düsseldorf: Abraham 200, Fleischhakcr 100, Katz 200, L. u. I. C. 100, Lichtigfcld 2000, Pels 100, Schmitz 300. Elberfeld: Falkenheim 100, Kantrowski 1000, Rubens 3000. Essen: Seelmann 50. Friemersheim: Jos. Cahn 300. Gindorf: Synagogengemeinde 100. Grotzblittersdorf: Kamille Ury 500. Gustorf: M. Lötventhal 100. Haaren: N. N. 50. .Hamm: Max Bär 50. Hilden: Jak.'Kaufmann 100. Kaisersesch: Herta Mayer 10, L. Mat-er 10. Kendenich: Arthur Levy 10, Benj. Levy 50. Köln: Baum 40, Bloch 100, Brenner 300, Feldmann 200, Friedemann 50, Goldstein 200, Hochberg 110, Horowitz 50, Jonas 200, Ein. Mai-er 300, Mayer 100, Oppenheimer 100, Sammlung Hauptlehrerin Loeb: Stadt. Lyzeum Merlo 1770, durch Ilse Goldschmidt Lyz. Teschner 1025, Mädchnklasse der jnd. Bvlksschule205. Auf Veranlassung von Religionslehrer Simons gesammelt durch: Bier 50, Esser 20, Meier 75, Simons 35, Stock 300 und Tobias 50, Wertheim 20. Mayen: ChalleBereindurchFrauRoscnthal 180, Schrein 5. Kirchherten: Mor. Stern 250. Mondorf: Cahn-Wolss 300. M.-Gladbach Rothschild 100, Winter 300. Ochtendung: Irma Snstmann 5. Ottweiler: Herrmann 50, Michels 200. Pirmasens: Herz IW. Remsck-eid: Sammlung auf Bris-Miloh durch Zauderer 10W. Trier: N. N. 50W, Simon 50. Wesel: Adrams 15, Albersheim 50, Benjamin 24, Bongarts 50, Brandenstein 50, Ad. David 20, Jacques David 20, Jul. David 50, Willi David 20, Elknn 50, Tr. Falkenstein 50, Frankfurter 10, Har ff 20, Herz 20, Härter 50, Landau 20, Levy 20, Leyens 100, Löivenstein 50, Marr 20, Me>>er 50, Diverse Sk. Sk. 47» Poppcrr 50, Rojenbaum 50, Rosenheim 50, Röthman» 50, Scha» 10, Scklos; 10, Siegler 20, Simon 20, Spier 30, Tanne 50. Wickrath: N. N. 50. Wiesbaden: I. Rothmann 50. Wittlich: Marga u.^.Walther Dublon IW, Ermann IW. Zons: Frau M. Daniels 250. Zusammen: Mk. 28 376.— 1—7. Spendenausweis: Mk. 08 204.— Insgesamt cingcgangen: Mk. 126 580.— Oie Sammlung wird fortgesetzt! Geldspenden sind zu richten auf das Postscheck-Konto „Boten-Vrrlag G. m. b. H. in Köln", Amt Köln 7lr 74147 mit dem Verm-rk „llkraine-Hilsswerk". > > meriTTTTTriTTTTITTTTmTn nniu Oie religiöse Zudenfrage l ■ (Fortsetzung.) Ij jLTTTTaji m» n rrni iirTTXLTirrixrrrra.i In dem blinden Streben nach Zeitgemätzheit haben wir die religiösen Beziehungen verloren, und die materiellen Beziehungen konnten wir trotzdem nicht zu satzbarer Gegenwart machen. Sondern sie sielen in eine unberechenbare Zukunft: Die Materie wurde Ideal. Nachdem wir hundert Jahre lang nichts Höheres, nichts Idealeres gesunden haben, als das, was unsere christlichen Mitbürger schon besitzen, ist unsere Sehnsucht erlahmt, etwas darüber hinaus zu wünschen, und wenn wir heute alles das erreichen würden, was jene als natürlich angeborene Rechte ihr eigen nennen, bliebe uns wahrlich nichts mehr zu wünschen übrig. In der Tat spielt im Denken der deutschen Juden heute die Gleichberechtigung die Rolle des Gottesrcichcs. Wird sie gewährt, so ist das Gottesreich da, die Profctie erfüllt. Die Gleichberechtigung iftalfo ein religiöses Ideal geworden. Sie gibt heute den Gesichtswinkel an inbezug aus das, was als zum Wesen des Judentums gehörig bezeichnet werden mutz und was nicht. Sie gibt an, wie resvrmiert werden mutz und wie nicht. Sie ist der Inquisitionsrichtcr inbezug aus Rcchtgläubigkeit und Ketzerci. Und sie ist ein Ideal, das Opfer fordert. Eie ist der Götze, dem.wir seit 100 Jahren geopfert haben, wahre Hekatomben von Menschenopfern: Charakter, Seele, alles haben wir im Kampfe für dieses materielle Ideal hingegeben. Und die Reinheit unserer Religion dazu. So erweist sich dem Einsichtigen, was wir präsumierlen: das; nämlich die jüdische Resormbewegung im 10. Jahrhundert und idas in ihren Bahnen wandelnde liberale Judentum nichts als Kritik brachte und nur ncvolutionicrend wirkte. Revolutionierend inbezug auf die religiöse Form des talmudischcn Judentums, revolutionierend aber auch inbezug auf den uransänglichen Gehalt unserer Reli gion. Bon einer Selbstbesinnung, einer Reduktion, einer Wiederbelebung biblisch religiöser Werte war keine Rede. Das liberale Rcsormjudcntum unserer Zeit ist ein frei in der Luft schwebendes, aller historischen Wurzeln entbehrendes Gebilde.