Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- 162 (7.7.1922)
- Date
- 1922-07-07
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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JÜDISCHER BOTE «rschrt»« jr»e» Kreit», ve,»,8 Prrit 1S R.»»«»tttch. Z» »rztrhr» ,»rfilmlNch» P»fit»ttrr ,»rr tu, Ha Biuncitii ta Bm. VOM RHEIN Jüdisches Volksblatt ■>}eiata,rcU: 8 W. ftr »l« 8x45 mm »reite Zeile. Dir Veite »mf»t« SSO Zelle». P,ßsch«N»»t» v»tra- »err», « m. »V.Mta Kt. 74747. Hrrau«-»grb«i> von Rabbiner vr. «mit Loh«, Sonn. - Schrifileltung unb Grschäfttstrllr: Don», Lrübergaffe sr. - Telefon 2956. Slnrelgendertreter für Köln: L-idlli« Müller, Köln, Hohenzollernring 571. - Telefon B 9186. Pom«rr 162 Köln. 7. Juli 1922. — 11 Gammus 6682 4. Jahrgang. Llkraine-Hilfswerk! 3. Spendenausweis. Aachen: E. H. 50, Stiel 100. Ahrweller: Abraham Bär 100. Andernach: Firma Moritz Loeb 100. Larmen: B. Teitelbaum 30. Berlin: Heumann 50, Platte 100. Bonn: Halle 20, Kaiser 200. Gesammelt auf der Brismilo von Kurt Ludwig Mohr: 750. Cleve: Benjamin 100, Bernhard 500. Crefeld: Bruckmann u. Co. 30, Traub 500. Dierdorf: Sammlung Lehrer Ginsberg 050. Dortmund: S. Katz 100. Düren: Jos. Herz 50. Düsseldorf: Albert 70, Behr 20, Levenbach 30, Simons 20. Elberfeld: Eiswette-Eportabt. 3. I. B. 115, Jakob 500, Rosenberg 20, Walter 50. Embken: Kahn 20, Alex Kamp40, Jak. Kamp 100, Kaufmann 5, Roer 30, Schönfeld50, Schwarz 50, Botz 10, Phil. Botz 20, Ad. Weil 20, Arthur Weil 10. Essen: Ww. Elias 30. Geilenkirchen: Sal. Cahen 30. Gürzenich: Jakob Fromm 50. Köln: Beck 50, Felgran u. Cie. 500, Flaumenhast 50, Alb. Herz 50, Herin. Herz 20, Iacobsohn 100, Levano 20, Oschkowski 50, Ad. Salberg 200, H. Salberg 40, Schnerf 100, Neugarten 50, Rvthmann u. Piperberg 200, Willner u. Stern 50, Steinitz 50, Wertheim 300. IR. Gladbach: N. N. 50, Flörsheim 500. Paderborn: Carl Philipps 30. v Äheydt: M. Ernst Stein 30. - Kripp: 3. Scharf 60. Rayen: Ernst Mayer 100. Nümbrecht: Julius Bär 50. Osterfeld: Hertha u. Heinz Häusler 200. Saarbrücken: Cohn 500, 3. L. 50, Stern 100, Stiel 100, Wagowski 1000. | Sinzenich: Fel. Hartoch 100, Ww. Hartoch 50, Kaufniann 30, 3os. Scheuer 100, Mos. Scheuer 100, Sommer 100. Trier: Louis Abrahamsohn 100, Feldstein, Göbel, Habermann und Silberstein 145, Schloh 100, Simon 50. Älpich: Bruch 100, Fröhlich 1000, Herz 50, 3uhl 300, Kahn 100, Ww. Klaber 50, 3ul. Klaber 100, Moses Klaber 50, Otto Klaber 50, Ww. Sal. Klaber 50. Lukas 10, Mayer 150, Roer 100, Sanders 50, Schwarz 100, 3os. Sommer 20, Ww. L. Sommer 100, Mos. u. Mor. Sommer 100, Botz 100. Zusammen: Mk. 12 775.— 1. und 2. Spendenausweis: Mk. 33 905.—-- Insgesamt eingegangen: Mk. 46 680.— rrrTTTTrrrinrri r i rrrrrrrrrnnnnn ncrmo Zohannes Reuchlin. _ Sou llrcisrabbiner Tr. Appel, Bingen am Rhein. rVTinrTTirn^rmtTTrTTinnrTrrTTTTTT^^ Anr 30. Juni war der 400jährige Todestag von Johannes Reuchlin, der im Jahre 1455 in Pforzheim geboren wurde. Seine Gcburtsstadt hat diesen Erinnerungstag in würdiger Weise begangen. Auch wir Juden sollten des edlen Mannes ehrend gedenken, der zu jener Zeit für die Erhaltung des jiibijd>cu Schrisumns mit Wärme und Begeisterung eingetrelc» ist. Reuchlin iwir der erste christliche Gelehrte in Deutschland, der die Verbreitung der Kenntnis des Hebräischen befürwortet und in seinem Werke de rudiinentis hcbraicis dem Wisscnsdurstigen eine Art hebräischer Grammatik an die Hand gegeben hat. Im Jahre 1510 machte er anläßlich des Streites mit Pfeffer, körn den Vorschlag, das; an den Universitäten Lehrstühle für hebräische Sprache errichtet werden sollen. Er ging bei diesem Bestreben das Studium des Hcbräijänm zu fördern, von verschiedenen Gesichtspunkten aus. Obwohl Rechtsgclchrrcr von Beruf, widmete er sich doch mit Vorliebe der Philologie jeder Art. Außerdem leitete ihu das theologische Interesse, die Bibel in der Sprache, in der Gon zu de» Menschen geredet, kennen zu lernen. Schließlich glaubte er, da er von einem damals auch in der allgemeinen Philosophie vielfach vorherrschenden mystischen Eleiste (vgl. Pico dcla Mirandola) erfüllt war. in den Worten der biblichen Ursprache geheimnisvolle' Andeutungen Hu finden. und studierte deshalb auch mit Eifer die jüdische Kabbalah. Diese seine Vorliebe für die hebräische Literatur mag die Veranlassung gegeben haben, daß Reuchlin auf Betreiben des getauften Juden, namens Pfefferkorn, um ein Gutachten vonfeiten des Kurfürsten llriel aus Mainz angegangen wurde, „ob solche Bücher, so die Juden ül»er die Bücher der 10 Gebote Mosis. die Propheten und Pjalmeil des Alien Testaments gebrauche», abzutun, göttlich und löblich, und unferm heiligen Glaube» nützlich fei." Reuchlin teilt die Bücher der Juden in feinem Bescheid in fol gende Klassen: l) Die -M Bücher des Alien Testaments, die ja auch Besitz der christlichen Kirche sind. 2) Der Talmud. d. i. die Erläuterung und Erlveiterung der mosaische» Vorschriften. Um über den Inhalt dieses Werkes urteilen zu könne», müsse »ist» seine Sprache verstehe» lernen, die übrigens dem gelauste» Inden Ptenerlorn mich »»bekannt sei. 3) Die Kabbalah, die des Studiums jchoii deshalb ivert sei, weil ans ihr die Gottheit Christi erwiesen werden könne »nd deshalb al-e ein vvriressliches Mittel nvae sehen »erde» müsse, »in die Inden zum christlichen Glauben Oi lekehren. I) Die hebräiichen .Koinmeniale. die das bessere Verständnis des Alien Testaments bezivecken. 5> Die t^ebei- »nd Erbauungsbücher. Wollte man alle diese Bücher den Juden negnehmen. so begehe man nicht nur ein großes Unrecht gegen die Inden, sondern gegen die Wissenschaft