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Jüdischer Bote vom Rhein · 1922-06-30 · 161 (30.6.1922) · p. Seite 203

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
4 (1922)
Issue
161 (30.6.1922)
Date
1922-06-30
Page
Seite 203 (sequence 3)
Language
German
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203 Kötner Nachrichten 'i'üii (ibcrnkv Seite wild uns geschrieben: Wer ^euge der diesjährigen Müdchenkonfirmation nm 'weilen Tuge des Wochenfestes in der festlich geschmückten Smiagoge Roonstraße gewesen ist. wird sich nicht des Eindrucks haben euchren könne», daß die Fi:ier sehr stimmnngsvoll und ouf Herz und Weiitiit der vor den Altar getretenen jungen Mädchen entschieden non inehr als nur vorübergehender Wirkung gewesen ist. tlieizvoll wnr der Anblick der Monfiruinubiuncn, die. geleitet vorn Rabbiner, ihrem Lehrer und Unterweiser, in lichten Gewändern die Stufen zuni '2ll memor hinanstiegon. rührend das erivarinngsvolle. von der Heiligkeit des Augenblicks erfüllte 2lnt Fitz jeder einzelnen, das mahnende xntb liebevolle Wort ihres Lehrers in Andacht empfangenden Schülerin, erhebend deren feierliches Gelöbnis der Liebe und Treue zur angestaminte» Religion und der kindliche Tank für elterlickw Liebe und Fürsorge, und sicherlich ihnen unvergeßlich der Augenblick, da sie gar zur BundeSlade emporstiege», >vo sie im Banne heiliger Schauer aus der Hand des Rabbiners als treuen Begleiter durch das Leben ein Gebetbuch ausgehändigt erhielten mit einigen letzten beherzigenswerten und segnende» Worten. Tie'er Feier ging eine Festpredigt des Herrn Gemeinderabbiners Tr. Kober voraus. Mit Recht wandte er sich darin gegen die Gleichgültigkeit, mit welcher man dieser Reneinrichtung der Shnagogengemeinde gegenüberstehe und gegen die Ansicht derer, die nur dein männlichen Geschlecht den Vorzug der heiligen Weihe vor versammelter Got-. lesgemeinde zugestanden zu sehen ivünschen, zumal an keiner Stelle der heiligen Schrift ein Akt. tvie etwa die Mädchenkonfirmation verboten wäre. — In einer Feit, wie der heutigen, sollte man kein Mittel unversucht lasten, die Bande zwilchen Haus. Smiagoge und Religion immer enger zu knüpfen. So ist es auch zu verstehen, das; Rabbiner von anerkanntem Ruf. deren ehrlickw konservative Olesi»-^ »ung über jeden Fweisel erhaben ist. die Mädchenkonfir-' mation als einen Gewinn für das Judentum begrüßten und eingeführt haben. Auch sie hatten richtig erkannt, das; ei» solcher Weiheakt vor der heiligen Bundeslade gewissermaßen die ^.Krönung bildete, die Vollendung eines mit den schönsten Heilswahrheiten unserer Religion ausgestatteten .Kindergemüts, eine Weihestunde tiefster Ergriffenheit, die sich manch jüdischen Frauenherzen in entscheidungsschweren Augenblicken in Erinnerung bringt, twint es gilt, den richnaen Entschluß, den rechten Weg durch die Wirrnisse des Lebens zn wählen! Tarum sollte» die jüdischen Väter »nd Mütter die wohlerwogene Einrichtung der Mädchenkonfirmation begrüßen, indem sie alle ihre Töchter dem vorbereitenden Unterricht anvertraüen, alle Eltern ohne Unterschied des Standes und der Gesellschaft, zum Beste» der tveiblickien Jugend und zur Ehre des Judentums. l Von Berg und Tal Elbesfeld-Barmeu. Am Himmelfahrtstage fand die <2 eneralversa in in l u n g des Jüdischen W o h lsahrts verba ndes^Elberfeld-Barnic» statt. Tie Vorsitzende Frau «mnuel erstattete den Bericht, aus i dem lwrvorging, das; die im Wohlsahrtsverbande zusammen-! geschlossenen Körswrschafttn. die Gemeinden und die Vereine verschiedenster Fiele und Richtungen hier einen Bode»! für gemeinsanie jüdische Arbeit gesunden lßiben. Es konnte , über die erfolgreiclw Durchführung der I ü d. .K i n d e r - | I) i I f e berichtet werde», die in Elberfeld über 8-2 000’ M.. Barmen 20 000 M.. Solingen und Remscheid je 0 und : ■'000 M. brachte. In Bai men und Ellwrfeld wurden aus! " Olrund der verbleibenden Hälstsumnien je eine Abteilung! (t u g e n d b i I f e errichtet, die die jugendpflegerisckw» Ein-! Dichtungen der Gemeinden ergänzen soll. Die A u f - n a h m e v o n 2.', G r o s; st a d t k i n der» in Elberfeld. Remsckwid. Shligs. Einnchtungen der R äh -. Flick - und der Kinderstube, die Abhaltung von Vorträgen wie über den Beruf der Krankenpflegerin von Frau M a r - g a r e t e T i e tz - Köln, den Vortrag von Herrn Liz. Pastor E r f u r t h zur 2k o t der F u g e n d l i ch e n sind noch hervorzuhebe». Tie Geschäftsstelle, die zugleich Arbeitsnachlveis und Berufsl»eratu»g ist. ivurde von Arbeitnehmern, Arb-eitgel>ern und Schulentlassenen zahlreich in 'Anspruch genommen, ferner konnte sie in Tarlbhen. WohnunoS-. Pas;- und sonstigen Angelegenheiten vermittelnd eingreifen. Bon besonderer M'deutnng ist. das; die Gemeinde Ellwrseld auf Antrag des Wohlfahrtsverlmiides eine Fürsorgerin angestelli. deren Tätigkeit sich als segensreich erweist und die auch die Geschäfte deS.WohlsalirisverbandeS leitet, dem heute »üi den beiden Gemeinden Elberfeld und Barmen lf< Körperschaften angehören, davon der Frauenverein Solingen »nd der Fianenverein Remscheid. — An biete Tagung stillos; sich auf Wunsch der Fentralikwhlsahrtsftelle eine Vorkonferenz zur jüdischen Erziehungskonferenz im Herbst in Berlin an. die von zehn Städten, Rabbinern ünd Lehtern des Rheinlandes und Westfalens zahlreich besucht war. Trotz der fast unerträgliche» Hitze blieben die Teilnehmer bis zum Schluß im Bann des Erhörten. Tr. rer. mit. ii. mcb. Jacob Schall, Berlin leitete die Konferenz mir einem Referat über die „Soziologischen Verhältnisse der deutschen Juden" ein. sie von allen (Seiten beleuchtend und den Schluß ziehend, daß nur eine fudilche Erziehung alle die Erscheinungen, die das Judentum dezimieren. überwinden kann. Wie diese wieder möglich, erörterte» Fiat,■Rabbiner Tr. E s cki e 1 b a ch e r, Düsseldorf, die über den Freitagabend und Fräulein Stndienrat Frei- »i a n n aus Köln, die über die jüdische Schule sprach. Tie Mehrheit der Anwesenden standen, wie es die Aussprache 'ergab, auf dem Boden der jüdischen Schule. Tie Ausführungen gaben allen Erschienenen eine Fülle^vo» Anregungen. von denen die Veranstalter der Vorkonferenz: die FentralwvhlfahrtSstelle der deutschen Jude» und der Iüd. Wohlsalütsverband Elberfeld Barmen hoffen, das; sie in den einzelne» vertreten geivesenen Geineinden zn i'rucht blingender Aussprache führt und dem demnächstigen Erziehungskongres; eine der Grundlagen gab, die er sich durch die Votbesprechunaen schaffen null. . .i Zahrzetten Bonn, Sonntag, den 2. Outst Gustav Kaiser, ft™» AUv. ^Hcrz. Mittwoch, den 5. Ouli, Storni. Rolenlhat s. (. Tante. Donnerstag, den n. Zull. ew. Tchusier. '.h<ilh) 3dimm. .'ueitiiii.' t>*-n 7. Znli, Menti. Rofenlal, ftriedrickstr., nebst Borabend. Gottesdienst Köln, ftreilag, Nil. Juni, abends 7.17, Ubr. Eonnabend, I. Juli, moigens N.I7>, Mincha N Uhr. 7I»aendaoUesdienst! Uhr (Glockeng.) Eabdalausgang!>.-»> Uhr. Wochentags: morgen» ti.-l,"* Uhr, abends 7.00 Uhr. Barnngwa: I. TJul: Lohn v. R. Grünebaum, Eladlwaldaürtet 2 t zRoonstr.); w Tiuii; (John v. Dr. Dreyer, Robert Steuserstr. 12 (Gtockeng.s. Kalender der Woche. Freitag . . . . Samstag. . Sonntag . . Montag . . . vienstag . . . Mittwoch. . . Donnerstag Freitag Samstag . . :io Juli 4 Taimmis t „ '> ,, 2 „ « „ 3 H 7 4 „ " , '' „!» ' 6 „ 10 „ 7 11 »/ 12 ..

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