Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- 160 (23.6.1922)
- Date
- 1922-06-23
- Page
- Seite 195 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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195 Wochenschau Deutschland. Berlin. Ter Vorstand der Berliner jüdischen Gemeinde hat beschlossen, noch in diesem Monat eine Tagung der preußischen jüdischen Gemeinden nach Beilin einzuberufen. Ter Umstand, daß die Begründung einer Gcsamtorganisation der deutschen Juden zunächst auf starke Schwierigkeitengesetzgeberischer Natur stößt, hat den Wunsch rege gemacht, zunächst die preuß. (Gemeinden zu einer geschlossenen Organisation zusammenzusührcn. Es wird erNxirtet, daß in diesem Falle die von seiten der Negierung entstehenden Schwierigkeiten leicht zu ülerwinden sein rverden. (J.C.B.) Bonn. Als Nachtrag zu unserem Bericht über den 'Bonner Jugendtag Pfingsten d. I. teilen wir noch mit, daß zur Palästinafrage verschiedene Anträge Vorlagen, die um Schluß der sehr lebhaften Aussprache und nach längere» Einigungsvcrhandlungcn hinter der Szene zugunsten des folgenden, durch den Vorstand des Verbandes selbst und von zahlreichen Führern befürworteten Antrags zurückgezogen wurden: Ter Telcgiertentag stellt sich' auf den Boden des KrombachsclM Referates. das ausführlich in den „Jüdischen Blättern" zu veröffentlichen ist, und erllärt unter Ablehnung aller zur Palästinafrage eingebrachtcn Anträge: I. Ter Beschluß der Kasicler Führertagung wird vom Tclegiertentag bestätigt;2. der Telegiertentag will de cs freudig l'egrüßen, tven» es gelingen würde, die Neutralität des gesamten Keren-Hajcssod in Rücksicht auf die von einigen Vereinen und Mitgliedern eingcbrachten Bedenken zweifelsfrei klarzustellen. um dadurch die Mitarbeit aller Kreise am Palästinaaufbauwerk zu ermöglichen. Tiefer Antrag^ist mit 265 gegen 13 Stimmen bei einer Stimmenthaltung angenommen worden. Rumänien. Bukarest, 14. Juni (J.C.B.) Ter Kultusminister Bann gibt in einem Schreiben an den Reichsverein der rumänischen Juden der rumänischen Judenheit bekannt, daß der Verband der jüdischen Kultusgemeinden Rumäniens als legale Körperschaft und als oberste Behörde des jüdiscl-en Konfessionstvesens von der rumänischen Negierung offiziell anerkannt wurde. Tr. stlemirotver wird in kurzem zum Oberrabbiner Altrumäniens ernannt tverden. Polen. Wilna (J.C.B.) Ter Rabbiner der hiesigen sogen. Skaplerner Synagogen M. Kareliz hielt am vergangenen Sonnabend eine Ansprache, in der er ausführte, das S a mmeln von Bar spe nde n am Sa bba th für die Hungrigen in Rußland sei n a ch d e r religiösen Vorschrift g e st a t t e t. da es sich um die Erhaltung des Lebens handelt. Seine Worte machten starken Eindruck und es wurden sofort 370 000 Mark zusamniengebracht. Dieser Schritt des Rabbiners rief in' Wilna und Umgebung g r o ß e S c n s a t i o n hervor; man glaubt, daß sich die Hilfssammlungen für die Hungrigen an den Sabbathtagen allgemein einbürgern werden. Wilna (J.C.B.) Das Wilnaer Rabbinat hat den 20. Tag des Monats Silvan als einen allgemeinen Fa sten tag bestimmt. An diesem Tag soll ein Betrag für die Ersparnis an Kost für die Hungernden in Rußland gespendet tverden. Holland. Amsterdam. Tie Gesellschaft für jüdische Wissenschaft in Holland erläßt ein Preisausschreiben für eine Bibliographie über die Geschichte der Juden in Holland. Gefordert ivird eine systematische Aufzählung von Büchern und Artikeln über die Geschichte der Juden in Holland, ferner ein Verzeichnis von einschlägigen Resolutionen. Pamphleten, Gelegenheisschriften. Statuten usw. Die Einreichung der Manuskripte muß bis zum 1. April 1923 an den Schkiftführer der Gesellschaft in Amsterdam erfolgen. Kölner Rachrichten ' Am Montag, den 19. Juni d. I.. fand im Sitzungssaal der Synagogengemcinde Köln. Glockcngasfe 7, ein« Veilreierversammlung der Jüdischen Arbeitclfürsorgcstelle stall, zu der neben den Vertretern jämtlickwr jüdischen Organisationen Kölns auch einzelne prominente Herren der hiesigen Cwiminde anwesend ivaren. In einem einleitenden Inserat betonte Herr Bernhard Feilchenfeld die überaus dringende Notwendigkeit der Weiterarbeit der Fürsorgestelle nicht nur im Interesse der notleidenden ostjüdisck-en Arbeiter in Teutfchland. sondern auch im ureigensten Interesse der deutschen Judenheit. In treffenden Worten wies der Redner auf die hervorragende Zusammen- - arbeit der Arlwitersürsorgestellc mit der altbewährten Zentralstelle für jüdische Wandcrauiienfürsorge hin und bat die Anwesenden um tatkräftige Unterstützung bei derAufbringung der zur Erhaltung der Fürsorgestelle notwendigen Geldmittel. Heir Geheimrat Tr. Apfel, Vorsitzender des Provinzialverbandes rheinijcl'er Synagogengemeinden. Herr Emil Blumenan. Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Köln, sowie die Herren Karl Kaiser Blüth, Ti. Isaak. Nathan Kahn, Rechtsanwalt JonaS. Rabbiner Tr. Kober schlossen sich voll und ganz den Ausführungen des Referenten an und betonten ihre Bereitwilligkeit, sich selbst in den Dienst der guten Sacke zu stellen. Einstimmig wurde folgende Resolution angenommen: „Tie am 19. Juni 1922 veisammelten Vertreter der jüdischen Organisationen Kölns betonen wiederholt die Notwendigkeit des Forilwstens der Jüdischen Arbeiterfürsorgestellc in Köln. Sie wenden sich an die Mitglieder der Synagogengemeinde Köln und der übrigen Gemeinden c-er Rheinpiovinz mit der Aufforderung, durch sofortige finanzielle Beihilfe das gefährdete Werk dieser auch für die deutsche Judenheit so wichtigen Institution zu ermöglichen." _ Am Sonntag, den 18. Juni, trafen sich in der Nähe Kölns die zum „Jugendring" zusainmengefchldssenen Kölner Jugendbünde und Organisationen zu gemeinsamtin Spiel und gegenseitiger Aussprache. Auch nahmen Jugendgiuppen aus den benachbarten Städten Aachen, Elberfeld, Bonn und Essen daran teil. Aus allen Richtungen kommend, trafen sich die 400 Teilnehmer auf einer großen Waldwicse im „Königsforst". Hier tvnrde Rast und Halt gemacht, die Freunde ans an-' dern Bünden tvnrden begrüßt, neue Bekanntschaften geschlosien. Man sah Gruppen beim Abkochen, andeie in , kleine Spielgeplänkel verwickelt, wie überhaupt das farbenfreudige Bild und frohe Treilwn von Vielhundert jungen Menschen. Soti'eit decki sich der Bericht mit dem über ähnliche Treffahrte». ' Was hier darüber hinausgeht. ist die Tatsache. daß die Treffahrt von Bünden und Organisationen beschickt war. die sich oft zncinnder in Meinungsstreit und Gegensätzlichkeit bezüglich der großen Fragen und Ausgaben des Judentums befinden. Hier wxiren diese Owgensätze einmal ausgeschaliet und jeder lwmüht, unter Hinansetzung des Tiennendeii sich dem anderen anzuassen, was dann auch zu einem harmoiiisclwn Zusammensein führte. Und man kann »nr ivünsckwn, daß es dazu kommt, nicht nur friedlich ttrbtneinanbcr zu leben und sich gemeinsam zu freuen, sondern auch zusammenzngchen. nenn es sich darum handelt, für das Gesamtjuden« tum wichtige Aufgäl-cn zu cifüllcn. Zum Leilaufsatz dieser Nr. erfahren nur noch, das; das Reicltsverkehrsmiinsteri»,» sich nunmehr aus persönliche Vorstellungen bereit erklärt hat. ca. 3000 Ouadraimeier des ehemaligen Friedhvfsgeländcr der Synagogengemeinde Köln käuflich zu überlassen.