Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- 159 (16.6.1922)
- Date
- 1922-06-16
- Page
- Seite 187 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Mentioned entities
- Haifa 1× ep/1047930
- Hebron 1× ep/1047559
- Liepāja 1× ep/1000744
- Riga 1× ep/1000826
- Ukraine 1× ep/1001131
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187 Riga. Nach den letzten Statistikern befinden sich in Lettland 100 000 Juden, von denen 30000 in Riga, 13 000 in Dwinsk und 12 000 in Libau wohnen; der Rest verteilt sich auf die kleineren Orte. (3. C tf.) Ukraine. Warschau, 27. Mai, (Tel. Comp.) Einer Moskauer Meldung zufolge sind während des letzten Pürgerkriegcs in der Ukraine 230 000 Iudend den Progromen zum Opfer gefallen. Palästina. London. Die Einwohnerzahl des westjordanifchcn Palästina beträgt, wie die „Morning Post" auf Grund einer offiziellen Volkszählung mitteilt, 702 700 Personen, davon380 271 Muselmanen, 88040 Christen, 81 173 3uden, 7213 andere. Seit 31. März 1910 haben sich die Muselmanen um 13,0 Prozent, die Christen um 1 Prozent, die <iuden um 24 Prozent vermehrt. Jerusalem hat jetzt 01000 Einwohner, Jaffa 13 000, Haifa 34 000, Nablus tSichem) 20 000, Hebron 10 000. Von Berg und Tal Esten. Am 21. Mai hat in Esten im Sitzungsfaalc der jüdischen Gemeinde. die erste Hebräische Tagung in Riwkn'aiid-Wcstfalen stattgcsundcn. Die Tagung wurde durch Dr. Sackheim-Hagcn mit einer hebräischen und dcuticoeii Ansprache eröffnet. Nach Begrünungen durch Rabb. Dr. Eschelbacher-Düsteldorf, Dr. Grüneberg-Elderfeld, Dr. Schapiro-Wanne' überbrachte Redakteur Hermoni- Berlin in einer hebräischen Rede die Glückwünsche des Berliner Beth Waad Ibri und des Dichters Bialik und schilderte die Entwicklung der hebräischen Bewegung in den letzten Jahrzehnten. Eine lebhafte Diskustion entwickelte sich nach dem Referat von Rabb. Dr. Hahn-Esten über die hebräischen Lehrbücher. An derselben beteiligten sich die Lehrer Rosental-Köln, Cohn-Dortmund, Iacckel- Oberhausen, G.rünebaum-Solingcn, Hauptlehrerin Frl. Locb Köln, Dr. Büsches-Elberfeld, Dr. Eschelbacher, Dr. Sackheim und Hermoni. Es wurden die Mängel der vorhanden hebräischen Lehrbücher besprochen und der vielseitige Wunsch nach einem guten Lehrbuch zum Ausdruck gebracht. Iaeckel-Obcrhausen demonstrierse ein von ihm ausgearbeitetes neues hebr. ABC. Die neuen Buchstaben sollen den Anfangsunterricht bedeutend erleichtern und fanden allgemeine Anerkennung. Grojzes Interesse erregte ein von Dr. Eschelbacher gezeigte Abgust der röm. Vespanianus Sicgesmünzc über die Unterwerfung Judäas. Wir. sehen nun nach zwei Jahrtausenden die alten Römer von der Bildflächc verschwunden — schlosz Dr. Eschelbacher unter lebhaftem Beifall seine hebräischen Ausführungen — wir aber leben noch und unterhalten sich in der heiligen Sprache der Väter. In der Nachmittagssitzung sprach Dr. Sackheim über „Die hebräische Arbeit in Deutschland" und entwickelte ein ausführliches Arbeitsprogramm. Dem Neligionslehrcr steht wenig Zeit zur Verfügung, um den Schülern gediegene hebräische Kenntniste beizubringen. Nach der alten Methode ist cs auch unmöglich, Ersprießliches zu leisten. Wenn wir einem Kinde, das Deutsch lernen soll, als erstes Lcstbnch Kants Kritik der reinen Vernunft oder das Bürgerliche Gesetzbuch in die Hand geben, so soll cs uns nicht wundern, wenn der Schüler nicht vorwärts kommt. Er wird bald ermüdet den Unterricht aufgeben und erklären, die deutsche Sprache sei schwer zu erlernen. Nach den neuen Methoden, die Hebräisch wie jede andere lebende Sprache lehren) erzielt man glänzende Resultate in ganz kurzer Zeit. Referent schlägt die Gründung einer hebräischen Organisation „Waad Ibri" zur Pflege der hebräischcn Sprache und Literatur vpr. Die Thesen Dr. Sack- Heims werden einstimmig, angenommmen und ein Komitee von Vertretern aller Richtungen gebildet (Adrestc: Dr. Sackhcim, Hagen, Eilpcrstr. 00). Es wurden dann Begrützungstelegramme zur Jubiläumsfeier der Hochschule für die Wistcnschast des Judentums in Berlin und an den in Homburg v. d. Höhe weilenden Dichter Bialik abgeschickt. Die gutbcsuchte Estcner Zusammenkunft hinterliesz bei allen Teilnehmern den Eindruck, datz das Intercste für Hebrgisch in weiten Kreisen im Wachsen begriffen ist. Es zeigte sich auch, daß nicht nur Hebraisten, wie Dr. Sackheim und Hermoni, sondern auch die Rabbiner und andere Teilnehmer fließend hebräisch sprachen. Es war der erste Versuch in der Provinz, die Vertreter verschiedener Richtungen im Judentum zu einer gemeinsamen hebräischen Arbeit zusammcnzubringcn. Dieser Versuch ist als sehr gelungen zu betrachten. I. B. Mitteilungen des Bezirksverbandes der jüdischen Zugenbvereine Westdeutschlands Siebe Freunde! 1. Wir machen noch einmal daraus aufmcr'fam, daß wir ,ui der B orstand s s itzu » g des B. V. in Sl schien z am f o ni m e n d e n (£ o n n t o (l außer den persönliche» Vorstandsmitgliedern und Gruppenleiter», von jedcni Verein I TVIeflicrtcn erwarle». ' 2. Die Vereine melden bis Ende des Monats die 3a bl der Mitglieder. Wir brauchen die Angaben zu statistischen 3weäen. Die Einladungen ju den <1 ri d. westdeutschen K a m p f spielen unseres B. V. sind an die Vereine versandt. Sorgt siir rege Beteiligung der spvrtsreudigen Mitglieder. Der Sennin l'iir die Meldungen muß unbedingt eingebalte» werden. Wir verweisen auf den belr. Aussatz in de» nächsten Blättern I. Denkt an die Apsel-Stistung! Mit herzlichem Verbandsgruß Rabbiner Dr. Ulein Düsieldors. Oie Ausschreibungen für die am Hi. TJuli stattsinbenden jüdischen Westdeutschen Kampsspiele sind offen für alle jüdischen Vereine und Gruppen Deutschlands und jauteii wie solgt: A) Senioren: 1. UH) Meter-Lauf. 5>. Hochsprung. 2. k)^) Meter-Laus. <>. Weilsprung. kt. HOO Meter-Lauf. 7. Kugelstoßen. 4. 1500 Meter-Laus. bi. 4 mal litt» Meter-Stassel. 9. IlHlh Meter Schwedenstassel (4>H>, kitHl, 200, 1(HI). B) Damen: I. 100 Meter-Laus. 2. Weitprung. (') Iugendtlasie Bahrgang 19114 1*105. \ '< 2h! < -tau | 2. Hochkprung! (4 i^e far.ipf u: b Oreiknuvf ku »rijlotun I I). Bugendklasie Jahrgang 1996 1907. i .00 IN-t aut > l Weüsvrung! (0 rcilaaipj m b L.'r..ka-ips kt. l.kvi en I Kur Gruppe (' und 1) je eine -I mal KN) Meter-Etassel. Gelaufen wird aus einer k!27> Meter langen Aschenbahn mit >rhvbsen Kurven. Das Startgeld beträgt für Senioren 5 M., für Damen und Bugendliche 2 M. pro Teilnehmer. Das Startgeld ist mit den Meldungen einzusenden.! Meldeschluß (für Teilnehmer und evtl. Gäste ist der kl. Biili. Spätere Meldungen können wegen der voraussichtliche:: großen Beteiligung 'nicht berücksicht gt werden. Alles Rädere über Beginn der Wettkämpse, Ui» kleidlokale und Ouartiere erhalten die betr. Vereine sofort nach Ein gang ihrer Meldungen. Nun heraus aus den grünen Rasen! Bübische Bugend, Willkommen: in Düsieldors! Bezirksverband der jüdischen Bugendvereine Westdeutschlands: Rabbiner Dr Klein. Die Leitung der Bübischen Westdeutsche» Kampsspiele: Le» Herz. Adolf Wertheimer. A>le Ansragen und Anschristen an: Aböls Wertheimer, Düsieldors, Haroldstr. I.