Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- 159 (16.6.1922)
- Date
- 1922-06-16
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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JÜDISCHER BOTE »rschri»» jtkea Arrtt«, v»z»,r Peri« 7 M. «»»atltch. Z» »rztrtzr» i »rch si«Nicht P»ftö«tcr «der v»r» kn v»lr»»«l»> U B»»». VOM RHEIN Jüdisches Volksblatt H»;«i»r»prrt<:UM.f>rkieSxUiwm breit« Zeile. Di« Seit« «mfaftt 3«0 Zelle». P,ftsch»ckr,»t, »•»*«> ocfisg 0 ». b.H,i»l» Ne. 71747 Heraulgegeben von Iiabblner vr. Emil Lohn, Lonn.- - Schrifilelt» ng und Geschäftsstelle: Lonn, Lrüdercaffe 52. - Telefon 2958. Anzelgenverketer für Köln: Lgidiur Müller, Köln, Hohenzollernrlng 57 >. - Telefon 8 9186. Kummer 151) Köln. 16. Juni 1922. — 20 Sirvcrn 5682 ÜÜBHÜHMaMMÜÜMIHiiHBHHHH 4. Iahrgaua. Aufruf zum Ükraine-Hilfswerk! Vor kurzem fand im großen Hörsaal der Bonner Universität ein Vortrag über das hungernde Rußland statt, dessen Lichtbilder ein alle Vorstellungen übersteigendes Elend vor den Hörern entrollten. Leichenhaufen auf Straße und Feld, Kinder mit verdorrten Gliedern und aufgeschwollenen Bäuchen, Sterbende und Bettelnde, ein einziges Bild grenzenlosen Jammers. Als aber am Schluß die Vortragende jenes Abends ausrief: ,1000 Mark sichern über sieben Monate in Nußland ein Menschenleben! 1000 Mark für ein Menschenleben!" da gab es keinen, den nicht.der Menschheit ganzer Jammer angefaßt und geschüttelt hätte/ Heute erreicht den ,Jüdischen Boten" dasselbe Elend von einer anderen Seite. Jm russischen Hungergebiet gibt es 38 jüdische Ackerbaukolonien mit ISO000 Menschen, die unrettbar dem Hungertode verfallen sind, wenn nicht schleunige Hilfe naht. Nach zahllosen Pogromen, Plünderung und Mord, ist nun noch dieMißernte mit ihren entsetzlichen Folgen gekommen. Ein Kulturwerk höchsten Nanges ist damit bedroht. Menschen sterben,Kinder verhungern, jüdische Kinder schreien um Brot. Seitdem der , Jüdische Bote vom Nhein" vor 2 Jahren feine Aktion für die Wiener Kinder beendet hatte, ist er nicht wieder an seine Leser und Freunde herangetreten. Heute zwingt ihn dös in einer Sitzung des Hilfsvereins und der Großloge durch die Herren Or. James Simon, Or. Paul Nathan und Sendboten aus der Ukraine in die Oeffentlichkeit hinausgerufene himmelschreiende Elend, sich diesen Auf zu eigen zu machen Er tut es, weil er nicht anders kann, unweit er in einer für ihn selbst schweren Zeit, wo er seinen Lesern wahrlich nicht viel bieten kann, wenigstens das eine von sich sagen will, daß er die ihm in seiner großen Leserschar gegebene einzigartige Möglichkeit nicht hat vorübergehen lassen, wo es ein We»k brüderlicher Menschenliebe zu tun und sin hohes Kulturwerk zu retten galt. j •> Oer ,Jüdische Bote" eröffnet an dieser Stelle eine Sammlung für die bedrohte jüdische Ukraine. Alle hier au^gewiejenen Gelder fließen den» Hilfsverein der deutschen Juden zu, der für ihre gerechte Verteilung bürgt. Allen Fragen, warum er sich nicht näherliegende Not zur Linderung wählt, beantwortet er mit dem Hinweis, daß es heute in der gesamten Judenheit der Welt kein größeres Elend gibt wie dies, und weil er weiß, daß, wer zum Helfen geboren ist, immer und überall hilft Oarurn helft! Auch er ruft mit jenem, hoffentlich ans Herz greifenden Hilferuf: „T a u s e n d Mark für ein Menschenleben! Tausend Mark für die Rettung eines Kindes!" Etwa S000 Bezieher hat der ,Jüdische Bote", das macht mehr als das Doppelte an Lesern. Wenn jeder nur 20 Mark für dieses Hilfswerk übrig hat, so sind mehrere hundert Menschen vom Tode und ein in 100 Jahren aufgebautes Kolonisationswerk vom Untergang gerettet. Darum helft und gebt, und gebt schnell, dann gebt ihr doppelt! Einzahlungen, die an dieser Stelle ausgewiesen werden, sind 31t richten auf das Postscheckkonto „Botenverlag, G. m. b.H. in Köln", Amt Köln Nr.74747 mit dem Vermerk „Llkrairre-HilsSwerk". Der Indische Bote vom Rhein.