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Jüdischer Bote vom Rhein · 1922-05-12 · 154 (12.5.1922) · p. [Seite]

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
4 (1922)
Issue
154 (12.5.1922)
Date
1922-05-12
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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JÜDISCHER BOTE Erscheint jede» Freit«, Brz»,» Prri« 7 9t. »„»ttich. Z, »ezietze» »,rch st»»ltche P»sit»ler »der d»rch de» V»re»»«rl«t t» >»»». JlldlScllGS Volkfibl&tt otri», 9 « d. H.,L-l»Rr.74747 V0I^ RHEIN >»zri«t»prei-: <19J. «8r die Ix4*mm dreite Zeile. Die Seit« »msaß« SOO-ieU»». «iiblckiettkolN- Biie» -erau-gegeben von Rabbiner vr. «mit Lohn, Sonn. - Schriftleltung und SeschLftSstell«: Sonn, 2rüdeecasse 57. - Telefon IQM. Lnrelgenvrrtteier für Köln: Lgibiu«Müller, Köln, Hohen,o»rrming rr». - Teefon ö »ras. ' Kammer 154 Köln. 12. War 10*2. — 15 Ajcrr 5082 4. Fay»euug. Für die ukrainischen Kinder SO M. von Herrn F. R. aus Berlin durch Herrn Dr. 3. aus Mülheim-Ruhr. OGOOOOOGXOOOOOCDOCOOOGGCXXOOfiOCXDOOCXXDOCJOOOCx7' 10er Eniwicklungsgang | der jüdischen lRaffe | Bon D?. med. Max Ichenhäuser, Köln. 8 <JO&XXtäOOOOOQOQOQQOOOOOOCX^ Jedem aufmerksamen Beobachter wird die Vielgestaltiflfcit der Juden ausfallen; es ist unmöglich, einen jüdischen Typ auszustellen, vielmehr gibt es deren eine ganze Reihe. Diese Mannigfaltigkeit oder, mit anderen Worten, diese auherordentliche Variationsbreite findet die Erklärung in der groben Anzahl der Elemente, die an der Bildung der jüdischen Rasse beteiligt sind. Unsere zum Teil noch lückenhaften Kenntnisse über die Vorgeschichte der Juden haben durch die ägyptischen und babylonischen Ausgrabungen eine wertvolle Bereicherung erfahren. In der >Zeit zwischen 1400 und 1250 v. Ehr. sind die jüdischen Stämme von der Wüste her in Palästina eingedrungen, haben in langen Kämpfen das Land Schritt für Schritt erobert und sich dabei mit der eingesessenen Bevölkerung völlig vermischt. Die Mischehe war von den frühesten Anfängen an bis zur Zeit Esras und Nehemias bei den alten Juden durchaus an dxr Tagesordnung. Die dajnaligen Einwohner gliederten sich in eine ganze Reihe von Stämmen, die nicht einmal derselben Rasse angehörten. Man kann sie in drei Hauptgruppen einteilen: 1. die Kanaaniter, die zu den Arabern gehören; 2. die Kuschiten, die negroide Züge aufwiesen, — noch heute findet man bei den Juden den negerähnlichen Typ —, und 5. die Hethiter, die mit den heutigen Armeniern verwandt sind. Reben den araberähnlichen Stämmen haben ganz besonders die Hethiter den heutigen Juden ihre Merkmale aufgcdrückt; sie gleichen ganz den jüdischen Karikaturen, die man in den Wihblättern sieht, und zeigen die charakteristische, an der Spitze gebogene Iudennase. Die jüdischen Stämme lebten vordem als Nomaden in der arabischen Wüste und gehören mit anderen Stämmen, wie den Moabitern, Edomitern u. a. zur Gruppe der Hebräer, die wiederum einen Zweig der Araber darstellen. Es ist übrigens wahrscheinlich, dah sie auf ihren früheren Echicksalswegen, z. B. in Aegypten, bereits fremde Blutsbestandteile ausgenommen haben. Kurz nach ihrer Einwanderung in Palästina erschien ein neuer Eindringling, der von den Küsten aus das Land überschwemmte und in den Prozeh der Rasienmischüng hineingezogen wurde, die Philister. Damit taucht ein ganz neues Element im jüdischen Stammbaum auf, denn die Philister waren keine Semiten, sondern Arier. Sie stellen die erste und wichtigste arische Beimengung in der jüdischen Rasse dar und sind somit bedeutungsvoll für das Aujlreten arischer Merkmale bei den Juden. Die cingcwandcrtcn jüdischen Stämme, die eingesessene Bevölkerung und die Philister sind die drei Grundclcmente, aus denen sich die jüdische Raste gebildet hat. Mit der Zerstörung des Reiches Israel im Jahre 722 verschwinden die Israeliten v spurlos in der Geschichte; als Ahnen der heutigen Juden kommen nur noch die alten Iudäer in Betracht, flcift hatte diese ein gleiches Schicksal ereilt, als sie aus dem babylonischen Exil in ihre Heimat zurückkchrten. Esras und Rebemias Reformen, wodurch die Mischehen verboten und die bereits geschlossenen aufgelöst wurden, haben die Juden nicht nur damals, sondern bis auf den heutigen Tag vor dem Untergang gerettet. Mit dieser Reformation schlicht die erste Epoche in der Entwicklung der jüdischen Rasse, die der Rassenmischung, ab. Trotz d^s Mischchcnverbvtcs hat das Judentum arich späterhin noch fremde Bestandteile in sich ausgenommen, aber die Form der Ausnahme war nun eine ganz andere, die des Uebcrtritts zum Judentum. Es war ein allmähliches Hineinsickern neuer Blutscleincnie, die zahlenmähig den Juden gegenüber eine kleine Minorität darstcllcn und denen ein bereits gefestigter jüdischer Typ gegcnüberstand. Man darf daher annchmcn, dah dieser in seinen Grund zügen keine wesentliche Veränderung erfahren hat, sondern nur um manche Nuance bereichert und so seine Variatonsbreite vergröbert wurde. Durch das Prosclntentum sind Angehörige vieler Rassen und Voller, Semiten der verschiedensten Art, als auch Griechen, Römer, Ger inanen und Slawen dem Judentum zugeführt worden. In diese zweite Epoche ist die Disserenzierung in Scphardim und Aschkcnasim zu>lcgc». Bei diesen treten recht chäusig nicht nur slawische, sondern sogar mongolische Merkmale aus; daneben zeigen sie aber dieselben jüdischen Typen wie die Scphardim, so dah ein prinzipieller Ukiterschicd nicht besteht. Die Prosclytcn sind die Ursache dasiir, dah man neben ausgesprochen jüdischen Physiognomien Merk male der jeweiligen Wirtsvölkcr bei den Juden jindet. Etwa bis zum Jahre 1000 reicht die zweite Epoche des Prosclytentums. Die Leidcnszeit der Juden im Ghetto charakterisiert die dritte und letzte. Bon da ab lebten sic streng abgeschlossen von der Umwelt und haben sich seitdem bis auf den heutigen Tag unvermischt erkalten. Die alten Babylonier und Acgyptcr, Griechen und Römer sind spurlos von der Bildslächc verschwunden, mit Staunen aber sicht die Umwelt unter sich Gestalten wandeln, die aufs Haar den Juden gleichen, die man auf Jahrtausende alten ägyptischen uäd babylonischen Denkmälern abgebil det findet und erkennt in ihnen die unmittelbaren Rachkom men jenes Volkes, die zusammen mit jenen anderen Völ kern die Grundsteine gelegt haben, aus denen sich alle spä tere Kultur ausbaut.

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