Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- 153 (5.5.1922)
- Date
- 1922-05-05
- Page
- Seite 138 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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138 vorsichtige Ausgrabung der dort Bestatteten zu sichern und! sie an anderer würdiger Stelle wieder beizusehen. Die Mittel hierzu wurden vorläufig von der Verwaltung der Synagogcngcmeindc bereit gestellt. Eine grostzügige Berkann sich auf Millionen beziffern, und das Eisenbabnminislcrium sowohl als auch die Stadt ftöln, welche das l>>c!änbc an den Eisenbabnsislus verkauft hat, sind deshalb j tim Uebernahrne der .Höften angegangen worden. Mit! welchem Erfolge bleibt abzurvartcn.. Soviel steht jedoch j fest, bah die Synagogengcmcinde Stöln — so grob auch | sonst ihre Opscrwilligkeit ist — für den Fall einer Absage j von feilen der Behörde nicht allein die Millionengelder ausbringcn kann/ bah vielmehr alle Ariden Deutschlands > ^glicht nur sondern der ganzen Welt sich dieser heiligen I "Pflicht werden unterziehen müssen. Ein entsprechender Ausruf ist geplant. Düsseldorf. Die Veranstalter der „Intcrnativ- . nalen K u n st a u s st c l l u n g" in Düsseldorf, die in der Zeit vom 28. Mai bis 3. Juli stattfindet, haben, wie wir erfahren, an mehrere namhafte jüdische Künstler in vetschicdcncn Ländern die Bitte gerichtet, ihre Werke der Ausstellung zur Bcrsügung zu stellet), wo sie in einer be- ' sondern jüdi s eh c n Abteil u n g vereinigt sein werden. /ln einigen groben Kunstzentrcn, so vor allem in Londonfindet in jüdischen Künstlerkreiscn der Gedanke Sympathie, das; durch Bereinigung yon Werken jüdischer Künstler in eine eigene Abteilung ein Ueberblick über jüdisches Kunslschafsen geboten wird. Diese Künstlerkreise sind entschlossen, ihre Werke nicht in' der allgemeinen, sondern in der besonderen jüdischen Abteilung auszustellen. «n<Iantz. London. Das hiesige Wochenblatt „Iewish Guardian" empfiehlt den /luden Englands, die antisemitische „Morning-Post" wegen ihrer unfairen Hetzpropaganda zu boykottieren. Durch einen solchen demonstrativen Protest wird die össenliche Meinung der Welt auf die Hehtaktik her Morning-Post gelenkt werden. Valtsttna. London. Sir Herbert Samuel, der britische Oberkommissar in Palästina, wird in den ersten Maitagen in London erwartet, wo er bis Ende Juni seinen Urlaub verbringen will. Während seiner Abwesenheit ist der palästinensische Zivilsckcctär, Sir Wyndham D e e d c s, mit der Leitung der Wntsgeschäfte bcatistragt. Antisemitische Blätlcr vom Schlage der „Daily Mail" beeilen sich, anlästlich der Reise, die der Oberkommissar in Begleitung seiner Gattin unternimmt, von einem bevorstehenden Wechsel der britischen Pcrsonalpolilik in Palästina zu reden. Demgegenüber weist die informierte „Wcstminister Gazette" daraus bin, das; von einem Rücktritt Sir Herbert Samuels ilicbls bekannt sei. Selbstverständlich, so fährt das Blatt fort, werde der Oberkommisfar gelegentlich seines Besuches auch mit dem Staatssekretär für die Kolonien über die britische Palästina-Politik ionfericrcn, wobei die Form des neuen Berfassungsentwurfs im Vordergrund stehe. Kötner Nachrichten B'n der demolralistben Rratlion des 'Jlcprälcnlüiitciitollcfiiums lout^c in ber tetuon liituma bet Antrag auf' trehaffunfl autonomer (innanonenoerbänbo einflebraebt. (fr bc.uocdtc Trennung bco Null,ns unb ©oiiesbienste» innerhalb bet ©emeinbe. Der tonfctoaliocn wie liberalen Olicblmia fobleit in ben «snnoflOflen bet ©lockengaste unb 'lloonflraöo nach ihren Wünfeben freie Entfaltung .tuflcftanben »et*. b<». Der Antrag beuoedto aud> Trennung bes Budgets. Daran Kbeiterte er. Die Mehrheit her Repreifentanz stellte sied auf ben Ltanbpunkt. hast in ber heutige» Zeit ei» derartiges Wagnis bie gefahrliebflen Folgen, bie Spaltung, ben Ruin ber ©emeinbe, zeitigen würbe. Die Repräfentan, genehmigte kürzlich den Betrag von 100000 Mark zur Errichtung eines Denkmals auf dem Friedhof Boeklemünd zu Ehren der gefallenen jüdischen Krieger. Ein noch höherer Betrag io» durch Sammlungen aufgebracht werden, und zwar stellt sich in den Dienst dieser Aufgabe der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten, Ortsgruppe Köln. Aus dem freien Wettbewerb von fünf Künstlern wurde der Entwurf des Architekten Brantzky Köln von der 3uri als der beftf zur Ausführung bestimmt. Von Berg und Tal Zur Vorbereitung der Delegiertcn-Tagung in Bonn bat ficb in Rheinland-Westfalen ein Ehrenausschus; gebildet, dem nachfolgend benannte Damen und Herren entgchören: B o n n: Bankier Louis David, Vorsitzender, Kantor Baum, Rabb, Dr. Eohn, R. A. Dr. Max Cohn, Leopold Costmann, Leopold Feldman», Max Goldreich, R. A. Dr. Hermanns, Jacob Koopmann, Ean.-Rat Dr. Lichtenstein, Emanuel Mendel, R. A. Eiegm. Meyer II, Hermann Rosenstock, David Salomo», Leo Silberbach, Salo Simon, Frau Emma Stern, Albert Stock, L. Koppel (Bornhcim). K ö l n: Iustizral Ludwig Eahen, Hans Rollmann, Rabb. Dr. Rofentbal, Frau 'ällfrcb Tictz. Krefeld: R. A. Dr. Alexander. Düsseldorf: Rabb. Dr. Klein. E i k e l: Dr. jur. Krvnhein. Essen: Rabb. Dr. Hahn, R. A. Dr. Krombach. Godesberg: Sally Spiegel. M. Gladbach: Rabb. Dr. Gelles. S i e g b u r g: Heinrich Levifobn. Trier: Oberrabb. Dr. Altmann. Der Ehrenausschust veröffentlicht folgenden Aufruf! Während der Psingsttage findet in unserer Stadt die grosse Dclegierten-Tagung des Verbandes der jüdischen Iugendvcreine Deutschlands'statt. Es gereicht uns dies zur ganz besonderen Ehre und deshalb gilts, alle Kräfte unserer Gemeinde und ihrer Mitglieder anzuspanncn, um es allen jungen Gästen, die aus den entlegensten Gauen des Reiches hier im schönen Bonn zusammcnströmen, so heimisch wie nur irgend möglich zu machen. Jeder trage sein Teil dazu bei und helfe da, wo es ihm möglich ist! Sie Alle bitten wir herzlich, wenn in den nächsten Tagen unsere Mitglieder zu Ihnen kommen werden, alles daran zu setzen, um mit uns gemeinsam den Empfang, die Unterbringung und Bewirt um g zu ermöglichen. Wenn Sie alle Helsen, dann wird das Werk gelingen! Vorsitzender beg Ehrenausschusses zur Vorbereitung der Dclegierten-Tagung des Verbandes: Bankier L o ü i s D a v i d. Vorsitzender des jüdischen Iugcndbundes Bonn. I. A.: Lvkalkvmitee: Dr. W. Laster. Bonn. Ueber den am Donnerstag, den 1l Mai in 'Bonn iBürgervcrein) stattsindenden Rczitalionsabcnd/betiielt: „Jüdische Seele in Prosa, Gedichte)) und Liedexn" wird uns geschrieben: „Der Abend wird eingelcitet von Herrn Rabb. Dr. Cohn. Senta Esser und Fritz Melchior vom Stadttheater in Bonn bringen Gedichte und Prösa bedeutender jüdischer Dichter, zum Vortrag, Ben Barsel-Eisner wird jüdische Lieder (zum Teil im jüdischen Urtext) singen. .Die Künstler hgbcn denselben Abend vor kurzem in Holland voran staltct, wo sic grasten Erfolg hatten. Das Programm und das Rcnomme der Vortragenden versprechen einen scl lenen Kunslabcnd. Eintrittskarten sind zu haben bei Eulzbach, Fürstenstrastc und an;dcr Abendkasse."