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Jüdischer Bote vom Rhein · 1922-04-14 · 150 (14.4.1922) · p. Seite 114

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
4 (1922)
Issue
150 (14.4.1922)
Date
1922-04-14
Page
Seite 114 (sequence 2)
Language
German
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(Wricitcntfliit). fconbnn tA. S. 'i'.i. Der jünaft gricdnhhcn rfinanviünifti-r ernannte -labe :DJ. Maloch ist als fOiiUiiub der grit-chilebcn Telcgali.n in t'Vnita cingctrpffcn. Jiiilic». 9lc-m (A. (i. B i ilm lioniuit'C.it', den 1. ilpiil empfing Heilig Seiet timanucl 11.. ben Präsident n der ,'iipniitifcbcn iUdtoiflani ialion Tr. Shaiin ii'ei^mann in einer aubier.t, lodene bidmcrtel iZtunbcn gebauert bol. iBeibrenb bco Wcipädirs bchinbcto der Hoftür (uoyes Antcrciic jiir olle '(.'alat'iina betreffenden fragen, ioioic uuT’ bic Vage ber Auben in itiimcini n, Polen unb iiufelanb.;’im t-ennlag, ben ilpril bciu.btcn Tr. Sci.unann ui.b ber Sc Iretör ber iiobenifchcn Sbberoiion Tr. Tante Volle; ben Hatbinallilooii-ielrelör (öolpari. Ter Hatbinol ei Härte, Weber ber Vatikan »och er periöniub feien gegen die Siricbitmg einet nalionaitn jüdische» Heimstätte in Palästina. solange die ÄnterefTei» ber anderen -'.Ci4tvon‘.flemeiniiboj[cn im Von., flcjibütu Unb »nb bie Huben keine bevorzugte telluuVt cimicbmcn. Ter JVarbinnl brüllte jeboeb feine l!n»ifricbcnbcii über ben Sil ies Potoilino Manbaies Uloflclung ber Verivallung bet heiligen Stauen', (otoic tiber einige anbeee Punkte des Mandates aus. Tie Audienz dauerte eine halbe Sltinhe. O'liiun. London (A. (£. TVl. Ter jiingfi verstorbene örettfouimonn in >>pngt,>ng uibinoi, Sir Lllis Sloboorie, binterlicß ein Varvermöaen o.'n 1 11. :»üi Tcllar, autzerdem oeriebiebenen (drunbbefin in onberen Weltteilen. Üoch leinem Tcfloment feil fein Üermöflcn fllciebinähifl in drei Seile flcleilt werben. Ten einen icil vermachle er ber e»glifcbcn iieitieruntt mit ber Bestimmung, bei« aus ibm ein Fonds geschallen werben feil zwecks Scbi’lbau in Palästina. Ten zweiten Teil joll die Ängio Aewisb-Associalion für rbre Zwecke überwiefen erbollen. Kölner Nachrichten Köln. Ülnlieblom rcrlpatct. Tie Tuboliion.) ilm iiofeb Chan beftb ilbor wurde unsere Gemeinde von einem febwercn, uner(cfclichcn i'erlufi betreffen. Frau Tom iiuerboeb, geh. ,veoenlcl, würbe nob kurzem Htanlcnlagcr in ein beffereu Henfiilo ubberufen; fort vo» ei Nim walten, dem fie treueile unb onieriernbit: Pflegerin, von ihren cripoebfencn .Hinbern, denen fie bie Itcocv-liste, hingebenfte Mutter gewesen, unb bie mit inniger T'erchrunii;.u ihr auigcblidt b'tten. Tech nicht nur ihren Rächtlen wurde sie eutriffe.i. Ter enge 4, trlungskreis des eigenen. Hauses konnte dem grotze». warmen Kerzen der emztgarligen tSrau nicht flemm.n. „unb fo begann sie, noebbem bie t..ne beronuewocbs.n waren, ber Sigciin-mhclt ihre Kraft unb ihre Liebe zu reeiben mit einer Autopserungssähigkeit unb einem rastlosen Vifer, ber jebent, ber mit ihr tn Berührung tarn, Betvu.tbe-rttng ob nötigte, (sie war bic Milbegründerin unb jahrelang einzige Leiterin der „Peab', der jubifcben Brockenfominlnng, die sie, als olle Anfti tutionen biefer Ärt in Deutschland, infolge ber Kriegsverhällntsse eingingen, im Antcrcfic ihrer Angestellten durch unctmübltäK, eifern- X’lrbeit am Leben eibielt. Äls :'0!ilntieb bet Cbewrob Habifchob der .'Ibas, Hescburun, und des sfrouenee-eias der Grodgemeiiid. war äe wobl-bie einzige, der sich der „Gemilus Tbesfeb Ecbel Emeib" wib inenden szrauen, die bucbfroblich keine Toborob verfauinte, toos bei der groben Änzabl jübifcher Eeeten im Höln eine unendliche Enmme von Änftrengungen und Lelhstousopferung bedeutete. Äl-r-infolge der Nacbwcben des Hrieges der Turckiwanbererstrvm aus dem Osten untere f.abt zu burebfiuten begann, da war sie es wieder vor allen, die Tag für Tag die beschwerliche Arbeit in de» Turcbwonbererballen verfab, für Verpflegung unb Hüibung pn erster Stelle mit sorgte, unb trotz ihrer nicht allzu starken Honstituiio» bi» in die spate flacht hinein den gefundbeiisgcfobrbenben Tienft bei unseren armen Btüb.-rn und Schwestern leitete. Es worbe zu weit führen, wollte inün im ein zelnen schildern, wie firau Toni Auerbach bei fast ollen jüdischen '•ßohltätipfcitsinftituticncn Slptus mit 'Jiai unb Tat mizuwirken be strebt war. Bei all dieser ihrer -.ütiiurbeit ober war ihr Leitstern und ihre erste Sorge, darüber zu wache», bas-, diese 4,-obIfabrtaein richtungen im Sinne unserer heiligen Lehre geführt würben, und mit heiligem tiifer unb durch nichts beirrender Energie und Heftigkeit trat sie dort für ihre Hbcale ei t. Ss ist eine grotze, eine unousfüll bare Lücke, bie durch den Heimgang biefer edlen i^rati in ben Kreis ber Gefetzestreucn Höln geeisten wurde. Hn dem Herze» derer aber, die sie in ihrem vorbilblichen '.'Birlcn bewundern konnte», wirb sie unvergessen weiterleben, als Hbca! einer edu jüdischen ^rau. Hn bet letzten Borstanbssilliing ber ,,'Tea»' widmete vor Eintritt in bie’ Tagesordnung ber Vorsitzende. Herr Moritz Levy fr., dem >'o plötzlich und unerwartet beiingeganganen Vorslaiibsinitglieb Frau Toni Äuerhach herzliche Worte des r-igciirufes. Sr schilderte bie grossen Verdienste ber Sntfcplafi.un um bie „Pcah', deren rllütbegrün berin sie gewesen, hin- Aufopferung und Selbstlosigkeit im Ticnfte ber guten Sache. Ahrem kluge» Sinn, ihrer Tatkraft und Witz nsstarle allein sei es zu verdanken, bafj bie Peah überhaupt noch da |ei. Als H'ackfolgerin wurde Frau Rudolf Slrautz gewählt, die bereits längere Aal,re der Heimgegangene» treu zur Seite stand und mit ihr gemeinsam am Ausbau und der Entwicklung der Peav segensreich wirlte. Von Berg und Tal Bon». An ber letzten Zeit mutzte ich mehrfach feftflcllcn, batz r!-d'tpfl.ibernb? Bettler unter her Berufung, von mir ober meiner ,-,.ao gesamt zu sein, die /fnmilic.t meiner Gemeinde in Anspruch «■•bitten. Ach mache daraus aufmerksam, dass wir g r tt n b sä tz I i ck> et. bei uns Borsprechenbitr nicht weiter schicken, es sei denn, batz wivE i! ncn etwas Schriftliches mllgebett. Aebe Bebauplung, von uns gefchtat zu fein, ist ohne den fchrifllicheu Beweis also unwahr, ich i-.i.c's.lchen Leuten nichts z» geben, da dadurch die wirklich Hilfsbcbürftigen Schabet-, leiben. Rabbiner T. Cohn. Grevenbroich. Die am Ri. März hier stallgefunhene Gruppenlagung sL) des Westbrutschen Bezirksverbanbes jübifcher Augenbvereitte vereinte wieder einmal eine Anzahl unserer Freunde und Anbänger. An einer engeren Mvrgen-Sitzung des Bezirksvorstandes ..>nro< man sich darüber klar, batz ber Bote als unser Organ unbedingt wetterbestehen müsse, trotz der grotze» Schwierigkeiten, welche dusinaa-iclle» Verhätintsse und hesonders die Gründung der jüdischen Blatter bedingea werben. Von unserem Pari Autzelszer verabschiedete man sich, her wieder in seine Heimat zurückkehren mutz. Die von Lehrer Feldman», M.-Gldabach, sachlich geleitete Tagung wurde mil einem Resece.1 von Tr. Veis-Andernach über „Siel unb Weg im Verband unb SinjclDeicin" eröffnet. Tie neutrale Grundlage, bie <finheitäfront des gcsaittlen Aubentums fei ein 3>el Gerade,kn unseren Tagen babcn wir Anng-Auden Gelegenhest an der Verwirklichung des Sinbeilsgebanken milzuarbeiten. Nämlich, an dem Werke des Keren- Haj.ffob tätigen Anteil zu nehmen. Dann forderte Dr. Vcis auf Grutib des Löfilerfchen Zieles, den religiösen Sinn ber Jugend zu ve.li.sen, die Verstärkung des sittlichen ^-eranlworlungsgesühls. Die Reiitheil der Lebensführung beiderlei Gefchlechls, und nicht die tonpcn!t7!!cl!e Lüge, „Die doppelte MoraT, müsie unbedingt zur Ge fcinbuug unserer Geschlechlssillcn erstrebt werben. Die Diskustio» bewies, batz unser Freund manchem werlvolle Anregung zur Verllesung seiner Arbeit gebrachl Hai. Linen würdigen Ablchlutz fand die Tagnng durch Pcitzl Aussectzers feiten« Worte. Mit inbrünstiger arme unb tiefh Annerlicbteit wies er uns ben Weg zum jung-jübil'hen Menschen, dessen Schwierigkeilen nur in gemeinsamer Arbeit tib-rwunoet-, werben können. Er forderte von uns bic Beläligring des jüb;(c;en Brribergesühls, ein Bau, batz Ost- und Westjribenlum umtdiitiig.-n soll. Die wunderbare eNelobie der Sinheil tönte aus feinen warme,r Sorten. Haben wir doch alle gemeinsam unser schweres Los ertrage», also sind wir auch an unser Schicksal gebunden bis in alle Lwtgkeil. Und so vertirleilte man auch einstimmig den Verrat Dr. Rautnati's, wovon die schon besonnte Resvlutzgn genügend Zeugnis ahl.gt. Es zeigte der Grevenbrsicher Tag wieder, batz in unserer jübtsck'e» Äugend immer noch bas starke Sehnen und Ringen oer liaffder Tagung lebt ttt-.b batz fie zielbewusst unb von heiligem Sollen burd-glüh!, dos elbische Abcal immer wieder in sich erneuern will. \ Oie Boteniasche Die Ruchlosigkeiten Sodoms. , Ruchlose Richlcr waren die von Sodom, rnchlos ihre Urteile, vc.hrecherisch bie Sitten bet Bürger. Dem, ber Gerechtigkeit suchte, fügte man noch Beschimpfungen unb Schaden zu. S 1 i c f e r, der Diener Abrahams, kam einmal burch Sodom. Hann-, halte er einige Schrille gemacht, wurde er vo» einem Bewohner der Slabl angehallen und blutig geschlagen. Von Blul triefend, ging er zum Richter um sich zu beschweren. Dieser, nachhein er ernst die Worte hes Klägers angehört halle, sagte: „tlnbanfbari-r! Mein Milhürgcr hat dir zu hesncm Wöhle zur Aber gelassen, jetzt lieg! es dir ob. ihm den Lohn dafür zu geben." Bei diesem verruchten Mchlcrspruche wirst sich E I i e s e r wülenb ans den Richter und schlägt ihn blutig. . Der Richter schrie: „Böscwichst Du wagst?" „Ach wage nichts, antwortetc E t i t f c r, ich habe dir auch zur Aber gelassen und bitte dich, batz du selbst meine Schuld' an meinen Schläger bezahlst; wir sinh gleich." An einem für Fremde bestimmten Wirlshause 'war ein Bell von miitelmätzigem stinsange, in' welches man ben Fremben sich zu legen zwang. Wenn der Unglückliche gröber war als das Be», so schnitt man chm die Beine ad; wenn er kleiner war, so zog man ihn mit Heftigfeit anseinanbrr unb zerquetschte ihn ganz. S I i e [ e r wurde eingcladcn, sich hineinzulegen, aber er vcrw ttele etwas und sagte: „Siach dem Tobe meiner Mutter habe Ich ein Gelübde getan, immer auf dem nackten Boden zu schlafen." Line andere verruchte Sitte war in Sodom. Dem Fremden, der Beiteln ging schenkte ein jeder eine Münze, mit einem Zeichen daraus. >Der Unglückliche erschien mit jenen Münzen bei den Bäckern, um Brot zu kaufen; aber die schon unterrichteten Bäcker wiesen die Münzen zurück und der Unglückliche starb vor Hunger. Talmud Eanbedrin E. 1WI».

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