Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- 149 (7.4.1922)
- Date
- 1922-04-07
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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JÜDISCHER BOTE Erschki,» Jcktn Krrtta, vizngS- Pr«t-7M. »»aaUtch. Z» trzirtzr« k,rch stmtlich« P»stt«trr itn dirch kn SattmerUi t» San«. VOM RHEIN Jüdisches Volksblatt N»j«t»nprri»: 4SN. fir kie Bltr|tfk. Petttzrilr. Die g«*)c Seite »«fitzt 3603'Ucn. P,ftsche«k,»t, v»«r». •nt»| » «. d. H ,«»l»«r.74747 Heraulgegeben von Rabbiner Nr. Lmil Lohn, Sonn. - Echriftleitung und Seschäfisstelle: Äonn, Irüdergaffe 52. — Telefon 3958. Anzelgenverireler für Köln: Lgibius Müller, Köln, Hohenzollernring 5! >. - Te efon 6 9186. Jtammtr 149 Kötn. 7. Aprit 1822. — 8 Fisscrn 8682 4. Jahrgang. An unsere Leser! Mit der heutigen Nummer vereinigt sich die bislang in Köln erscheinende „Jüdische Woche" mit dem „Jüdischen Boten". Damit sind langwierige Verhandlungen zum beiderseisig zufriedenstellenden Abschluß gelangt. Die Einigung erfolgte unter Wahrung des neutralen Charakters unseres Blattes, das auch weitechin seine Aufgabe darin sehen wird, alle Richtungen unseres Judentums zu gemeinsamem Wirken für die allgemeine jüdische Sache zu vereinen. Wir bitten alle unsere Leser höflichst, den Betrag von 21 M. für das nächste Quartal umgehend auf unser Postscheckkonto Köln Nr. 74 747, Botenverlag, G. m. b. H., Köln, zu überweisen. Nach Ablauf eines Monats werden wir uns erlauben, die noch nicht eingezahlten Abonnementsgelder durch Nachnahme zu erheben. j 11 li 111 mr mXTTTI 1 nmnrro Oie Zuden des Rheinlands und der Keren hajeffodZ un ii 111 irn 11 ittt Am Sonntag den 2. April fand im neuen Tempel der Rheinlandloge die erste Konferenz des neutralen Komitees für den Keren hajesiod in Deutschland statt. Der Vorsitzende dieses Komitees, Herr Bankdirektor Oskar W affet - in a n n, sowieHerr R.-A. Dr. Alfred Apfel und der ^Führer der Zionisten in Deutschland, Herr Dr. Rosenblüth (Herr Rabbiner Dr. Baeck war durch Kransheit plötzlich verhindert), waren deshalb von Berlin hierher gekommen. Aus allen Teilen unserer Provinz, aus großen und kleinen Gemeinden, aus den benachbarten Gebieten waren Vertreter erschienen. Rabbiner und Lehrer, Gemeindevorstände und Delegierte von Logen, Iugendvereinen und anderen Organisationen waren gekommen. Wir erinnern uns nicht, eine jüdische Veranstaltung hier erlebt zu haben, auf der auswärtige Vertreter so zahlreich aus allen Teilen unserer Westmark erschienen waren. Keren hajessod, bemerkte der Vorsitzende, das ist ein zionistischer Name für eine Sammlung, die den Aufbau Palästinas ermöglichen soll. Wer aber glaubte, unendliche Appelle an das „jüdische Herz", Rentabilitätsberechnungen, Elendsschilderungen und Zukunftshoffnungen zu hören, der war angenehm überrascht. Gleich die erste Rede des Herrn Direktor Wassermann stand in einem ganz anderen Zeichen. Herr Direktor Wassermann spricht ohne jede Rhetorik, ohne Pa- ^thos, sachlich, ruhig, mit sich gleich bleibender Stimme. Aber jeder fühlte, daß die ganze Persönlichkeit zu jedem Worte steht, datz nichts aus Effekt, alles für und wegen der Sache geschieht. Er legte dar, datz der Aufbau Palästinas eine Aufgabe der jüdischen Gesamtheit ist, datz jeder Jude verantwortlich ist für das große Werk. Unsere eigene Not kann und darf kein Grund sein, abseits zu stehen, und die deutsche Iudenheit würde die geistige Führung einbüßen, wollte sie sich ablehnend verhalten. Die Juden stehen heute vor der größten Aufgabe ihrer Geschichte, und wenn sie versagen, versagen vor der ganzen Welt, versagen aus Uneinigkeit und Zerrissenheit, so ist der jüdische Name befleckt und er kann sich nie wieder von diesem Makel befreien. Für Herrn Rabbiner Dr. Baeck sprach Herr Rabbiner Dr. Emil Cohn-Bonn mit der Glut, die diesem Redner eigen ist. Das Geld ist hier nicht Selbstzweck, es ist Mittel für einett hohen moralischen Zweck; der jüd. Genius wird in Palästina seine Wiederauferstehung feiern. Herr R.-A. Dr. Apfel sprach über die politischen Voraussetzungen, über den Mandatsvertrag, über die politischen Schwierigkeiten', die zu überwinden sind. Es ist müßig, darüber zu streiten, ob England aus Eigeninteresse oder aus Selbstlosigkeit handelt. Er persönlich wünscht, datz England ein eigenes Interesse an dem Aufbau Palästinas durch die Juden habe. In Herrn Iustizrat Dr. Ludwig Cahen kam, wie Herr Direktor Wasiermann bemerkte, der genius loci zu Wort. In der Abwehrtätigkeit nach außen und nach innen haben wir unsere Kräfte verbraucht und unsere Einheit wurde zerschlagen. Zu allen Zeiten geriet die jüdische Seele in Schwingung bei dem Worte Palästina, und heute soll und kann das Werk des Ausbaues Palästinas wieder werden zu einem Bande, das die Juden der Länder einigt, einigt nicht nur für dieses Werk, sondern für alle Aufgaben, die der Gesamtheit obliegen. Es sprachen noch Herr Oberrabbiner Dr. Altmann-Trier, Herr Dr. Rosenblüth, Herr Rabbiner Dr. Rosenthal und Herr Dr. Veis-Andernach als Vertreter der Iugendvereine. Nach einem wirkungsvollen Schlutzwort des Herrn Dr. Apfel wurde eine Entschließung einstimmig angenommen, deren Wortlaut wir in der nächsten Nummer veröffentlichen. A. R. arrrnrnTTTTmiTii mnrrimirm r»i Offener Brief äoEJPOaJüfTiTXTTTrTTnrTrrrrTTTTTnrrrTTrrTri rra- Köln, den 29. März 1922. Herrn Dr. Max N a u m a n n, ' Berlin. Sie haben cs weit gebracht, denn Sie befinden sich in würdiger Gesellschaft. Sonntag hatte der Deutschvölkische Schutz- und Trutzbund eine öffentliche Versammlung, in welcher eine grötzerc Zahl Kölner Juden aus den Vereinen Zentralvcrcin deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. Bund jüd. Frontsoldaten, Gabriel Riesier-Verein, Loge Bnci Bris, Jüd. Turnverein anwesend waren.