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Jüdischer Bote vom Rhein · 1922-03-17 · 146 (17.3.1922) · p. Seite 82

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
4 (1922)
Issue
146 (17.3.1922)
Date
1922-03-17
Page
Seite 82 (sequence 2)
Language
German
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Mittelpunkt. Moses einheitliche Vorstelluagswelt, in der die bedeutendsten Fähigkeiten der Menschennatur ausberufen werden und zu einem einzigen großen Sinn ineinanderschlagen; das überirdische Wunder des Daseins zu J erleben und es in jedem Menschen, durch jede Handlung zu respektieren, — Moses grandiose Lebensauffassung uns i K wieder zu erwecken: das ist die allererste Vorbedingung für eine lebenswerte jüdische Zukunft. Erwin Loewenson. Wochenschau Deutschland. Berlin. Die Berliner Logen ll. O. B. B. (Berlin W. 62, Kleiststr. 10) sammeln gegenwärtig einen Garantiefonbs von 1 Million Mark, um eine Ausstellung: „Jüd. Kultur und Kunst in Vergangenheit und Gegenwart" zu arrangieren. Die Ausstellung soll umfassen: Religiöse Kultur. Die Synagoge: Synagogenmöbel, Decken, Lampen und Leuchter, Innen- und Außenansichten, Schnitte und Grundrisse von Synagogen. Die Tora usw.:^ Tora nebst Bekleidung und sonsttgem reichen Schmuck. Hastararollen, geschriebene und gedruckte Bibeln. Der Priestersegen: Waschgeräte für den Priester, Liturgiedücher, Abbildungen. Das Gebet: Talith, Arbo Kansas, Tefillin, Gebetbücher, Hauspostillen. s Das rituelle Bad: Bilder, die seine Benutzung früher und jetzt darstellen. Der Friedhof: Geräte zur Leichenwaschung, Totenkleidung, die Totenbrüderschaften und ihre Trachten, Friedhofskunst, Grabsteine usw. Das Haus: Mesusoths und Misrachs, Bilder alter Ghettis und typischer Häuser. Sabbath: Kiddusch- und Hawdalahgeräte, Sabbathlampen und -Leuchter. Pcssach: Eedergeräte in größter Mannigfaltigkeit, Hagadoth, geschrieben und gedruckt. Schewuoth: Megilla Ruth, Abbildg. geschmückter Synagogen. Eukkoth: Lulow und Esrog nebst Behältern, Sukko, Koheleth, Abbildungen von Tekufoth (Prozessionen). Rosch Haschanah und Jom Kippur: Schofar, weiße Kleidung. Selichoth, Bilder des Gottesdienstes. Chanukah: Lampen, Leuchter, Trendel. Purim: Megilla Ester, Purimteller, Hamanklappern, Bilder des jüdischen Karnevals. Beschneidung: Bank, Messer, Moh^bücher. Trauung: Ehuppo, Gürtel, Ringe, Traubrief, Doppelbecher, Get. Chalizah. Profane Kultur. Oeffentliche Gebäude: Iudentanzhaus, Iudenrathaus, Innungsstuben, Gemeindehäuser, Erziehungsanstalten, Kranken- und Altersheime, Logen usw. Zünfte: Geräte und Abzeichen. Gerichtsbarkeit: Kerker, Pranger, Beth-Din. Schule: Bücher und Geräte. Trachten: Kostüme und Abbildungen. Hebr. und jüd. Presse: Zeitungen, Druckstöcke, Bücher. Hebräische Münzen. Sammlung von Porträts jüdischer Personen, die in der Oeffentlichkeit eine Rolle gespielt haben. Berlin. Rach einer Meldung des I. E. B. hat die Zentralleitung der. ,Bnei Brith - Loge in Deutschland gegtn General Ludendorff Klage wegen Verleumdung erhoben, da Ludendorff in seinem letzten Buche die Bnei Brith-Loge beschuldigt, daß sie zusammen mit anderen jüdischen Organisationen Deutschlands während des Krieges gegen Deutfchalnd und für die allklerten Mächte konspirierte. J Berlin. Hier ist die erste Nummer eines Monatsjournals in jüdischer Sprache unter dem Titel „Erdarbeit" i erschienen, das den Fragen der landwirtschaftlichen Arbeit unter den Juden gewidmet ist. - Berlin. Der hiesige Bankier Hugo I. Herzfeld, der erst kürzlich die auch in diesem Blatte erwähnte „Deutsche Studentenhilfe Hugo I. Herzfeld-Sttftung ins Leben gerufen hatte, ist plötzlich gestorben. Mexiko. Chicago, 1. März (J.C.B.). Ter hiesige jüdische Advokat, Mr, Paul Rothenberg, der vor einiger Zeit der Einladung des mexikanischen Präsidenten Obregon, nach Mexiko zu kommen, um die Frage der jüdischen Einwanderung zu besprechen, folgte, kehrte dieser Tage von dort zurück und erklärte, daß der mexikanische Präsident bereit ist, seine Proklamation an die Juden Osteuropas zu erlassen, iu welcher sie eingeladen werden nach Mexiko einzuwant-om. Tie Proklamation wird sofort nach erfolgter Genehmigung ihres Inhaltes durch prominente jüdische Führer erlassen werden. Tie mexikanische Regierung soll ihre Bereitwilligkeit erklärt haben den jüdischen Immigranten aus Osteuropa wichtige Konzessionen zu gewähren. Es sollen gewisse große Bodenflächen der jüdischen Ansiedlung zur Perfügung gestellt lverden und die Regierung sei ihrerseits bereit, sich iu Unterhandlungen über sofortige Zueikennung der mexikanischen Staatsbürgerschaft an die Fmmlgranten gleich nach deren Eintreffen in Mexiko und zwar auf Grund einer Erklärung, daß sie bereit sind in Mexiko ständigen Wohnsitz zu nehmen. Ferner ist die Regierung bereit, jedem Einwanderer ein Jahr hindurch 1 Dollar täglich zu geben, sowie für eine Reihe von Jahren volle Steuerfreiheit zu gewähren. Kölner Nachrichten , Der bisherige Leiter der Jüdischen Arbeiterfürsorgestelle in Köln, Herr Eugen Samson, der seit Dezember v. I. zur Regelung verschiedener wichtiger Angelegenheiten in der Jüdischen Arbeiterfürsorgestelle in Kattvwih dort weilte, kann iy folge der weiterhin schwierigen Verhältnisie in Oberschlesien noch nicht nach Köln zurückkehren. Die Leitung der Jüd. Arbeiterfürsorgestelle in Köln hat daher nunmehr Herr Werner R e h f i s ch, der sie bisher provisorisch geleitet hatte, endgültig übemommen. Die Bibliothekverwaltung der Synagogengemeinde Kölw bittet zwecks Aufnahme der Bibliothek um Rückgabe sämtl. entliehener Bücher bis spätestens Donnerstag, den 23. März 1922. Von Berg und Tal Bonn. Truckfehlerbcrichtigung: Tie tn vorletzter Nummer gebrachie Mitteilung über die Regelung der Beamtengehälter in Bonn ist dahin abzuändern, daß der Kantor nicht in di« 10. sondern i» die 9. Gehaltsstufe eingegliedert wurde. Gprechsaal^ Al» derzeitiger 2. Vorsitzender des jüdischen Iugenbbunde» Bonn lege ich Wert daraus, von dem In der vorigen Nummer dieses Blattes von der Redaktion unvollkommen gebrachten Bericht über den Vortrag Dr. Apfel, den Schlutzsatz des Berichtes, der wohl di« Meinung fast aller Mitglieder des Iugendbundes Bonn vertörpern dürste, nachstehend folgen zu lassen: „Für die gesamt« jüdische Jugendbewegung dürfte es jedoch vauptlebensbedingung bleiben, stets di« neutrale Plattform zu fein, aus der sich jeder jung« Jude über alle», wa» im Judentum vorgeht, orientieren kann und von weicher aus er zu all diesen Dingen Stellung nehmen, und an all diefen Aufgaben nach seinen eigenen Erfahrungen und nach eigenem Ermessen zu seinem und der Gesamtheit Wohie Mitarbeiten kann. 8. Löwenstein.

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