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Jüdischer Bote vom Rhein · 1922-03-10 · 145 (10.3.1922) · p. Seite 74

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
4 (1922)
Issue
145 (10.3.1922)
Date
1922-03-10
Page
Seite 74 (sequence 2)
Language
German
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u imiieiiiUMi 2it'lk'ü ivi nuiiv ycnliciifclD da«- ihkni „Tie Juden" '.itpemfeii. Als Vcirf)cnfefb über da» rujsilcke Prodlen, iprirf». »liegt ifjtn wieder das Wort „Die Juden" an den Kop». Er jagi: „Ick warne Zic, alles Schlechte nur in einem Prinzip zu »eben!?lichk alles, was in der Weligeickickie »cklcchl ist. in auf die Juden zurückzilführen!" ^<ei der Bespreckung d^r s>iei»>»ä>eit Abtrcnuungsdeilreduugeu des Tr. Torten wird ihm zugerufcn: ..Rarhenau will dasselbe!" Wiiiend entgegnet Lerchenfeld: , Ich lvstreiie. das; ein deuiicker Minister sick'solcher Ver sehlnngen icknldig knackt!" Litaurn Morono. Ai» Tage de: Eröiinung der litauischen Univeriiräl in .itoivno wurde der bekannte jüdische Historiker 2inivn T u b n o w von der historisch-philologischen Fakultät zu in ordtntlicken Proiessor an der litauischen Universität entmint. Wncrficulaiib. cnlonifi. Te: grierlnsä>e Minisier Aballis Hai in Erledigung einer Eingabe des Nabbiiiais von Saloniki verjugr. das; die Märkte von Florina nichl mehr am Tainstag stailiinden sollen. Verschiedene Proteste von Athener .MmiflciiU'ii Ijiii der Minister folgendermaßen beantwortet: Er habe die Markte wieder aus.de» Mittwoch verlegt, lucil sie durch lange Zeit an diesem Tage staugesunden haben und die illegale Verfügung, die Märkte am Sabbat abzubalten, unter dem Regime Venizelos erfolgt sei. Tie Regierung sei;u dem früheren Uius ziirnckgekeliri, um die taufinännischen Interessen der Juden von Flouira zu schüpen. t'lls Miinsier eines zivilisierten Landes habe er die Pilichi. den südlichen Vüraern die Rechisgleichheii zu garantieren und ihnen die Möglichkeit zu geben, ihre Gejchäste zu beiorgen. ohne sie zu zwingen, gegen ihre teligiöseii Pflichten zu verskoszen. Es liege auch irn Interesse der .lioiiilinienien. dag der Marti an einem Tage abgehalte» werde, an dein ,»folge der Teilnahnie der Juden mehr .Uaufleute verlteien ieien. wodurch die Ware verbilligt rverde. Tie Forderung nach Abhaltung des Marktes arn Tainslag ivdeure die Ansichlierzring der Inden und »ei datier liitznläing.; Kölner Tlachrichien Der Israelitische Fraucn-Vcrein Köln hielt am Dienstag eine Vorstandssitzung ab, die uns von Bedeutung für die fernere Tätigkeit des Vereins scheint. Angeregt durch die Tagung des Jüdischen Frauenbundes in Elberfeld beschloß man, den Verein im neuzeitlichen Geiste auszubaucn. Eine Fülle von Anregungen ging aus den Reihen der Anwesenden hervor. Vor allem erwog man die Rkög» lichkeitcn, wie der große Kreis Kölner Jüdinnen, die fast alle Vereinsmitgliedcr find, zu tätiger Mitarbeit hcranzuzickkn sei. Es wurde vorgefchlagen, Distussionsnach mittagc cinzurichten, wo einem kurzen Referat über ein aktuelles jüdisches Thema eine möglichst vielseitige Aussprache folgen mühte; vielleicht auch hin und wieder der Vortrag einer Führerin auf dem Gebiete der jüdischen Frauenarbeit. Man regte weiter die Einrichtung eines Sekretariats an, das als Mittelpunkt aller Vcrcinsbcstrcbungcn zu denken wäre: man verlangte ferner Einstellung einer Gemeindeschwester; beantragte Besuche bei Kranken in städtischen Krankenhäusern u. a. mehr. Diese Aussprache zeigte mit großer Deutlichkeit, wie weitverzweigt die Tätigkeit des Fraucnvereins schon ist; welche Fülle von Arbeit besonders auf charitativcnr Gebiet schon geleistet wird. Man war sich auch hierbei vollständig darüber klar, daß auch diese Gebiete bei den immer wachsenden Ansorderungcn in einzelne Kommistioncn zu teilen wären und daß jede Kommission auf Mitarbeit aus dem Kreise der Mitglieder rechneiz must. Beschlossen wurde dann, bei der Generalversammlung, die Ende diese» Monat» stattfindet, den Mitgliedern von all dem hier kurz erwähnten ausführlich in einem Hefcrat Mttteilum, zu machen. Der Vorstand erhofft regen 1 Besuch dieser Versammlung. Zeit und Ort wird noch bekannt gegeben. Frau B. Auerbach leitete in unverminderter bewunderungswürdiger Frische die Versammlung und zeigte für all die geplanten Neuerungen regstes Interesse.; H- Th- Die Misrachi-Vereinigung, Köln, veranstaltet am Donnerstag, den 16. März einen Vortragsabend, an dem Oberrabbiner Glastner-Klausenburg über „Religiöse Pflicht am Aufbau Palästinas" sprechen wird. Wir verweisen auf die heutige Anzeige. Bon Berg und Ta! Bonn. Am ersten Vortragsabend des neu kvnftiruierten jüd. Iugendbundes und zugleich als Auftakt für die zu t Pfingsten in Bonn stattfindcnde Delegierten-Tagung des Verbandes der jüd. Iugcndvereine, war der l. Vorsitzende des Verbandes, Herr Dr. Apfel, aus Berlin selbst zu einem Vortrag: Was geht in der jüd. Jugend vor, erschienen. Mit ihm hatten sich eine größere Anzahl Delegierter der jüd. Iugendvcrcinc von nah und fern, darrintcr die Vorsitzenden des Rhern.-Westf.-Perbandes, des Westdeutschen Verbandes und der einzelnen Bezirksverbände eingesundcn. Eine viel hundertköpfige Zuhörerschar füllte die Aula des Etädt. Gymnasiums bis auf den letzten Platz, um den Worten des Herrn Dr. Apfel, die mit größter Spannung erwartet wurden, zu lauschen. Von vornherein kann berichtet werden, daß der Abend in seinem ganzen Verlaus wohl einer der interesiantesten gewesen ist, den wir bisher hier erlebten. Am Anfang seiner Rede, deren Lebendigkeit und Eindringlichkeit die Zuhörer bis zum Schluß gefesielt hielt, legte der Redner die verschiedenen Strömungen, Krisen und Gärungen, die in sämtlichen Vereinen in der Nachkriegszeit bei der Heranwachsenden jüd. Jugend eingetreten sind, dar, und wies daraus hin, daß diese Erscheinungen nicht nur bei uns, sondxrn auch, in der christlichen Jugend vorhanden waren und noch sind. Der Redner war von der Erwartung erfüllt, daß bei der demnächstigen großen Delegierten-Tagung aus all den Problemen sich die einheitliche, große Richtlinie für die jüd. Jugendbewegung in Deutschland ergeben werde. Ob dies die von Gustav Löffler mit größter Eindringlichkeit gepredigte: Zurück zum Judentum! oder die von Apfel in dem längsten Teil seiner Rede geschilderte „Kercn-Hajyessod"^Bcwcgr»rg ist. bleibt dahingestellt. Jedenfalls nannte der Redner den bei der vorigen Pfingsttagung in Cassel einmütig gefaßten Beschluß, die Mitarbeit am Ausbau Palästinas, die einzige Tat, welche sich aus all diesen Strömungen heraus kristallisiert hätte. Der größte Teil der nachfolgenden äußerst erregten Debatte war von offenen und verblümten Vorwürfen gegen den Redner erfüllt, weil nach Meinung vieler, von dem eigentlichen Thema „Was geht in der jüd. Jugend vor" nur Bruchstücke gegeben worden seien. Daß der Redner selbst die Palästina-Aufgabe in den Mittelpunkt rückte, lag außerordentlich nahe, da nach der Neuwahl des Vorstandes des Verbandes der Iugendvcreine, die ebenfalls auf der Pfingsttagund in Bonn vorgenommcn werden soll, er selbst wahrscheinlich dem neuyegründeten deutschen Verein „Keren-Hayessod" einen Teil seiner Arbeitskraft widmen wird. Sicherlich werden die Mitglieder und die sich dafür Interesiierenden in nächster Zeit gelegentlich eines Vortragsabends über die praktische Arbeit und über die gesamte Bewegung in der jüd. Jugend eingehender unterrichtet werden.

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