Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- 143 (24.2.1922)
- Date
- 1922-02-24
- Page
- Seite 58 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Hxfcbt Verdienste hat und erklärt, sie könne ihm kein Ber- Imuim entgegenbringen. Die „Deutsche Tageszeitung"-»er- Setgl sich za der hübscbe« Bemerkung, Rachenau habe in l^Eannes „io segensreich gewirkt, dab gleichsam unmittelbar während seiner Rede Briand gestürzt wurde und ad seine Stelle der größte Kriegshetzer und Deutschenhasser Frankreich», Poincarö, trat". Dagegen sagt der gleichfalls deusichnationale „Berliner Lokal-Anzeiger", daß Rachenau ^stkr seine Tätigkeit andrer Spitze des Auswärtigen Amtes wesentliche Voraussetzungen mitbringt", uud erklärt: „Es läht sich, zumal nach den Erfahrungen der letzten Zeit, nicht bestreiten, daß Rathenau einen der wesentlichsten Aktivposten der jetzigen republikanischen Regierung darstellt, zumal er auch im Ausland sich Vertrauen zu erwerben verstanden hat." Berlin. Die Gesellschaft zur Förderung der Wisienschast des Judentums, e. V., hält am 2. März, nachmittags 6 Uhr, in der Hochschule für die Wisienschast des Judentums, Berlin N., Artillerlestraße 14, ihre General-Versammlung ab. Die Tagesordnung enchält neben den üblichen geschäftlichen Berichten einen Antrag auf Aenderung von 8 5 der Satzung über die Neufestsetzung der Mitgliedsbciträge. Den Mitgliedern ging mit Heft 10/12 (1921) der Monatsschrift für Geschichte und Wisienschast des Judentums eine besondere Einladung zu. — Der Verlag aller Veröffentlichungen der Gesellschaft ist an die Firma I. Kaussmann Frankfurt a. M„ Schillerstraße 19, übergegangen. Bücherbestellungen und diesbezügliche Anfragen sind dorthin zu rilyten. Litauen Kowno. Aus Antrag des Ministeriums für jüdische Angelegenheiten hat die Regierung beschlosien, die R a b - biner in die Kategorie der Staatsbeamten einzureihen und ihnen die Gehälter aus Staatsgeldern zu bezahlen. Das jüdische Ministerium hat an die jüdischen Gemeinden ein Zirkular über die Führung der jüdischen Matrikelbücher erlassen, da bekanntlich die Regierung auf Grund der vom jüdischen Ministerium ausgearbeiteten Projekte, die jüdischen Gemeinden mitder Führung derselben betraut hat. Die Motrikelbücher werden laut Erlaß des jüdischen Ministeriums in litauischer, hebräischer und jüdischer Sprache geführt. Allans Haag. Der I ah re »ertrag 1921 des Keren Kajemeth (Iübischen Raiionalfonds) beträgt an, beim Hauptbüro Im Haag «in- > gelangten Spenden, L. 128 900. das sind, in deutscher Landeswähkling, zum Kur» am Iahresschluh 101 Millionen Ran. Di« Iahrersumme setzt sich zusammen: au» L. 126 900 eigener Sammlungen de» Keren Kajemeth und au» L. 2000 al» Anzahlung aus dle 20prvzentige, dem Keren Kajemeth au» den Reineinnahmen de, Keren Hasessod gebührende Quote. Die Iabrrrsumme von L. 126900 verteilt sich, in englischen Pfund, aus folgende Länder: ver. Staaten 85 010 Mesopotamien 15 »47 England Rumänien Deutfchla»» Argentinien Loten wtu ItSrael Swastika Tfchechostow. Australien ^«altzten Oestrrrrtch Ranseetand lvstavien ltand en 8401 5865 «4« 4445 4808 »606 9955 9 757 8 714 8659 2884 2250 2 >96 1957 1699 1508 Indien 1472 StrattS-Seltl. 1 440 Elsah-Lothr. 1414 Likaurn-Kownol 890 Lettland 1802 Transsylvanien! 956 Belgien 1 156 Bulgarien 11>8 Bukow>na 1011 ilanada 935 Brssarabien 985 Schweiz 899 Finnland 711 Westgalizien 68» Unaarn 674 Sch >v« den 685 Eittand 649 Ostflbirien 549 588 bl« 285 279 825 205 Li Aegypten Briechrnland Frankreich Brasilien Smyrna Dänemark wlländ. Indien 199 itaurn-Dilna 178 Türkei 155 Norwegen 11« Evtl« 100 Japan 59 TuniS 56 iunl«!5 onugal > 10 h,lippinen ■ 7 amatca 1 Dumme L. 126 «99 Deutschland steht demnach an 5. Stell, mit.einem Betrag, welcher in deutscher Landeswährung 2007200 SOt barstrstt. Amsterdam, chn holländischen Parlament wurde ein G^etzprosekt «kuer Sonntagszwangsruhe für KaufleoR ekngebracht.?1od«a, die Samstag» chre G^chäste gefHlosien hatte^dÜrfenblesk Sonntags drei Stunden, von 5—8 Uhr, offen aalten. Da die jüdischen Kausleute sich mit diesenbewüligum drei Stunden nicht zuftieden geben, haben zahlreuy« jüdische kaufmännische Vereine gegen das projektierte Gesetz protestiert. Aber auch der allgemeine Kausleute- Verem in Amsterdam, also eine nichtjüdische Instttutton, hat auf einer feiner letzten Sitzungen eine Resolution angenommen, wonach das Gesetzprojekt in seiner jetzigen Form die jüdischen Kaufleute benachteilige und die Nichtjuden ungerechterweise bevorzuge, weshalb es dahin abgeändert werden soll, daß die jüdischen Kaufleute, die Samstags ihre Geschäfte geschlossen Hallen, diese Sonntags den ganzen Tag über offen halten dürfen.' Lord Aeading, der Dizetönig von Indien. . Die von deutschnationalen Blättern verbreitete Rachricht, datz Lord Reading und der Etaatrsekretär von Indien Montague, beide gesinnimgvtreue Juden, von ihren Aemtern zurüekgetreten sind, entspricht nicht den Tatsachen. Jerusalem. Wie der „Doar Hajom" aus sicherer Quelle erfahren haben will, soll bei der palästinensischen zionsitischen Exekutive bezüglich der Lohnfrage eine Beamtenversammlung stattgefunden haben, die beschlosien hat, der Exekuttve vorzuschlagen, ihre bisherigen Gehälter um 30 Prozent zu reduzieren. Kölner Rachrichten Gedenkfeier für Rabbiner Dr. Nobel. Am Dienstag den 14..d. M. hat der Verein Misrachi eine Trauerfeier für den dahingeschiedenen Rabbiner Dr. Nobel veranstaltet, die den großen Saal der Rheinland- Loge bis zum letzten Platz füllte. Rabbiner Dr. Hannover aus Dürzburg, der Kölner Gemeinde als Seelsorger und Lehrer lieb und wert, sprach eine aus den Tiefen de» Herzens kommende Würdigung des Verstorbenen, die den tiefsten Eindruck auf die Versammelten machte. Die Feier war von.schön und stimmungsvoll vorgetragenen jüdischen Gelängen umrahmt. Rabbiner Dr. Rosentbal hatte eingangs die Mitteilung gemacht, daß der österreichische Rabviner- - verband offiziell dem Deutschen Rabbinerverband sein Beileid ausgesprochen hatte.