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Jüdischer Bote vom Rhein · 1922-02-17 · 142 (17.2.1922) · p. Seite 51

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
4 (1922)
Issue
142 (17.2.1922)
Date
1922-02-17
Page
Seite 51 (sequence 3)
Language
German
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Ä:L grau Enaenie Werthei« stiftete anläßlich ihre« rtlt^es 100 000 Mark für bei Jsr. AlterShei». Drtflm. Prof. Zit. Rosa»«». Otblottial .ffr Mathe- «atik, eia Bnfel bei octfifimlen Rabbiner» »fiba Eger, ist Bet* Wieben. > ... Hannoper Da» Sinder er ßoluug »hei« ber fllenloge U.O.B.B. teilt «it. hast für da» Hei« auf Rorberney «laste für bi« Monat« Mai, Jnni und September in genügenber Zahl noch zur Verfügung stehen. Der Aufenthalt bietet «rholnna»- bedürftigen Lindern di« beste Aussicht auf «inen guten Lrfom: Aue Anfragen sind zu richten: An-die Bervaltuug de» Lindererholungrheim» ver Zionlog«, Hannover, Theaterpiaß 14. Danzia, 27. Jänner. lJ.E.B.s Da» Stadtparlament lehnt« da» neue Wahistatut der jüdischen Gemeinde mit d«r Begründung ad, daß die Rlchtzuerkennuug de» passiven Wahlrechte» an die Frauen und an die Gemeindebeamt«» sich im Widerspruche zur versttssuna der freien Stadt Danzig befindet. Budapest. Vetannllch wurde hier ein jüdischer Feldwedel, uawen» Emerich -Llein, vom Militärgerichtshofe zum Tob« durch den Strang verurteilt, da er der französischen Gesandtchast Daten über bi« jüdischen Maffemnord« in Orgowany und Zttsar.und eine genau« List« ber Täter und Urheber zur Verfügung stellte. Wie verlautet, Hab« die französische Sesandschaft gegen di« Vollziehung de» Urteil» Einspruch erhoben. Amerika Ktan. Vs« Berg unb Tgl . Washington. FraiN O»kar Strauß, die Gattiu de» her-! vorragenoen Politiker» und ehemaligen Botschafter» in Koupanti- 1 nopel, hielt vor ber Linwanderungskommission de» Repräseutantru-! Hause» kürzlich «in längere» Referat zweck» Erleichterung der! jüdischen Einwanderung. * 1 »er hat sich «in »ereu Hajefsoü Kumt»» . au» folgmib» Herren AÄet: - L Baut <1. Vorsteher der Gtzaaaogen Gemeinde Bann). B. »_ iolomon Simon, 8. Fabikaut Leopold Feldmann, 4. lUMMiwe -Vr. -Emil Cohn. 6. «ax Goldreich, vevel. - - - Düßeldors. .Der für de» 7. Februar ana«kündigte«ortraa Dün Dr. Fr,» »ahn kount« wegen be» EisenbahnerstrÄ» »tchtHestfinbrn. Der Vortrag findet nnnmehr am Montag, den 90t Fedmmr statt, vir machen unser« Düsftkberfer Leser aus dm diasüegützWste Anzeige in der heutigen Rümmer besonder» aufmerksam. 'Mülhetm-Rntzr. Der hiesige Jrauenverein beging vor tage« eine seltene Feier: Frau «egine vchoendorff wurde vor 9» Jahre, in den Vorstand attvählt und ist seit 2ü Jahren die erste Vmmstende derselbe». -Der Verein, welcher damal» nicht «ehr al» 00 Mitglieder zählte, hat heute eine MitglicherzWl von über 190. Die Jubilarin, die sich allgemeiner BeliStbeit erfreut, hat die «flicht», di« da» Amt in sich schließt, getoiffenhäft und mit Herzlichkeit ee» [Mt Der Verein glaubte, de» Ehrentag der Jubilarin besonder» feiern zu müssen. Ln der Synagoge fand am Gamütng- «in Festaotterdttust statt, woran sich tue Muglieber der Gemeinde »ad der Synagogen-Chor zahlreich beteiligte». Herr Lehrer Kaiser htett hie Festrede und feiert« in beredter Weise die Jubilarin, Rachhor wurden ihrseiten» de» Vorstand«» de» Verein» nie Glückwünsche in herzlicher Weise dargebracht und Geschenke überreicht und schließlich wurde, von allen Mitglieder» unterstützt ei« Iran Regine Schoeadorsf-Stiltung gegründet. Die hierzu gestifteten Gelber non lSBOO 8t. wurden dem Verein übergeben, mit der Bestimmung, daß über die Zinsen allein di« Jubilarin zu wohltätigen Zweck» verfügen kann. Am letzten Mittwoch hat die Jubilar» sämtliche Mitglieder zu einem gemütlich» Lase« eingelab», und wechselt» Reben und Vorträge bl» in bte späten Abendstunde» ab.. Möge e» der Jibilarin verAnnt sein, noch viel« Jahre Ihre Tätigkeit dem Verein zu wibm». Kölner Rachrichien Oie Boteniasche vom verei» dentscher Studierender jüb. Glaube,» in R»lu im «elchtverbaub deutscher «taiereuder jüb. Glau»«,» Am 16. Januar b. I». wurde nach dem Vorbild« der an einer größer«» Anzahl von Universitäten feit mehreren Semestern bestehenden und zum „Reichtverband^ sabgekürzt R.D.J.G.) zusammengefaßten Vereine auch an der Universität Köln der „Verein deutscher Studierender jüd. Glauben»" gegründet. ' Der Verein verfolgt al» Ziel: 1. All« jüdischen Studierende», die sich »um deutschen Volk bekenne», in tatkräftigem Kampfe gegen den Antisemitismus und (ur unbeirrt«» Pflege deutscher Gesinnung zu verein», i« im Stolz aus da» Judentum und in der Arbeit a» den sozialen Aufgaben zu bestärken. Der Verein trägt nicht den Eharakter einer Korporation und umfaßt sowohl Verbindung»- wie Nichtverbindulw»stud»t«n; er nimmt zu wirtschaftlichen und allgemein-politischen Strömungen, soweit sie nicht «wen da» Judentum gerichtet sind, sowie zu den besonderen religiösen Richtungen innerhalb de» Judentum» keinerlei Stellung. Der Verein zählt trotz der Kürze feine» Bestehen» und trotz der Schwierigkeiten, die un» dadurch erwachsen, daß an der Kölner Universität allgemein keine Einsichtnahme i» di« Liste der Studierenden gewährt und e» un» so unmöglich gemacht wird, di« Adressen der jud. Studierenden zu Werbezweck» zu erhalt», bereit» über ein Biertelhundert Mitglieder, vesouder» erfreulich ist die Tatsache, daß wir auch Studentinnen zu unser» Mitgliedern zahlen dürfen; wir erblicken darin den Bewei», daß auch unsere Kommilitonin«» gewillt sind, Seite an Seite «it un» sich für die Ideal« der deutschen Jud» einzusetzen. Die erste größere. Veranstaltung de» Verein» fand am 6. d». in der „Rheinlandloge" statt. Herr Gemeiuberabbiner Dr. Kober hatte in liebenswürdigster Weift da» Referat de» Abend», „Unsere Ziele" betitelt, übernommen. In klarer, wohldurchdachter Rede legt« Herr Dr. Kober Zweck'und Wesen de» Verein» dar und bewie» mit zwingenden, von der Wärme orinnerster Überzeugung getragenen Wort» die Rotweudigkeit «ine» Zusammenschloff«». Für die Mitte de» Monat» ist ein Vortrag von Herrn eau». med. Max Soldberg in Aussicht genommen, über den wir an dieftr Stelle noch Nähere» berichten werden. Der Vorstand fttzi sich zusammen au«: 1. dem Vorsitzenden, Her» caud. med. Hermaua Simchowitz. Köln, Boifferöestraße 9, 2. dr» Schriftführer, Her» caud. med. Walter Marz, Köln, vorgebirgsiraß« 89, 8. de» Kassenwart. Herrn caud. med. Ernst Arabt, Köln. Utrechterstraße 8, ». ein«» Beisitzer, Fräulein cavd.med. Lena« Marku», Köln, Domstraße 00. Beitrittserklärung» können schriftlich ober mündlich bei ftde« der genannten Vorstandsmitglieder erfolgen. Die Wahl des Sabbat». Eia Fürst fragte spöttisch d» Rabbi Akiba, indem er aus die Helligkeit de» Sabbat, hinbeutete: „Welcher Unterschied zwksch» diesem Tage und b» andern?" Der Weift antwortete: „Welcher Unterschied zwisch» dir und d» andern Mensch»?" Wie? ries der andere, so gefällt er «einem Könige." „9ta gut. so gefällt', unser« Gotte," versetzte der Weift. Talmud Sanhedrin S. 65d. _ Die Schöpfung der Frau. Warum wurde die Frau au» einem Stücke Fletsch geschafftu, da» au» der Seite Adam» und nicht von einem andern Telle genounn« wurde? Bom Kopfe wäre sie zu stolz geworden; vom Auge zu bnhftrksch; vom Ohr zu neugierig: vom Mund zu schwatzhaft; vom Her»» m schmachtend; von den Händen zu geschäftig; von den Füßen zu läufm. —.Statt dessen wurde sse von einem geheimen und Kescheid»» Ten« de» Menschen geschaffen; und immer, wenn ihr irgend ein Tell erschaffen wurde, ries eine Stimme: „Sei bescheiden, sei Kescheid»." Und dennoch hat di« Frau rin wenig von all» Fehle», die wir angebeutet haben.' R a b b v t S. 20 d. Der Segen und der Fluch des HeSe». Wer dich segnet, wirb gesegnet werden; «er dich verflucht wird verslucht «verben: so versprach Gott den Söhnen Abraham». Rabht flischmael begegnete einem Heiden, ber ihn segnete. Und ber R a b b i: „Die Antwort, die dir gebühr?, ist schon im heilig» Gesetze." Er begegnete einem ande» Heiden, der ihn verfluchte. Und ber Rabbi: „Da, heilige Gefttz hat schon für mich geantwortet" ________ Rabdoth Seite 74b. Wie kann man, fragte Herschele Ostropoler. ber jüdische Till Eulenspirgrl be» Ost»», wie kann man au» der Ehabgabja böveift», baß Gott Unrecht hat? Ich will es euch beweisen: Mein Vater kauft« sich eia Lämmchen. da kam bi« Katz «ad biß bat Lämmchen. Da» Lämmchen halte aber doch gar nichts 'getan! Also hatte die Satz doch Unrecht, al» sie da» Lämmch« biß? Da kam der Hund und biß die Katze. Also, er batte doch Recht, den» er strafte dft Katze' Da kam der Stock und schlug b» (mK' Also hatte ber Stock doch Unrecht! Da kam da» Jener uNb »er. brannte den Stock. Also halte doch wieder da» Feuer Rech" <*>« kam da» Wasser und löschte da» Feuer. Also hätte da» Wasser doch Unrecht! Da kam der Och« und soff da» Wasser. Ganz Recht hatte der Och», daß er da» Waller soff, da «S doch Unrecht hatte! Da kam der Metzger und schlachtete beit Ochsen. Als» hatte der Metzger doch Unrecht! Da kam ber TobeSengel und tötete d» Mesmer. Hatte er doch also Recht! Da kam Gott und vernichtet« de« Tarnt rngel. Go kann mau beweis», baß Gott Unrecht hatte.

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